was wird bei einer narkose im gehirn deaktiviert, dass man einschläft?

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2 Antworten

Wie Narkose genau funktioniert, daran wird noch geforscht. Eine einfache und einheitliche Erklärung gibt es noch nicht, liegt auch daran, dass es unterschiedliche Narkosemittel gibt, die auch unterschiedlich wirken. Wenn man also die Wirkung eines Narkosemittels erforscht hat, können die Ergebnisse nicht verallgemeinert werden.

Im Wesentlichen gibt es zwei Formen von Narkosemitteln. Zum einen die volatilen Narkosemittel, die eingeatmet werden. Das von dir ewähnte Chloroform wird aber schon längst nicht mehr verwendet.  Dafür wird heutzutage z.B. Sevofluran eingesetzt.  Das Aufnehmen der Narkose durch Einatmen dauert aber etwas. Obwohl Sevofluran sehr schnell und gut wirkt, dauert es hier auch eine Minute, bis die Patienten eingeschlafen sind.

Etwas schneller gehen die intravenösen Anästhetika wie z.B. Propofol. Sie werden in die Blutbahn gespritzt und können daher rasch wirken.

Grob gesagt, wirken beide Gruppen in niedrigen Dosen zunächst mal auf den Hippocampus, das ist ein Teil des Gehirns, der für die Gedächtnisbildung notwendig ist. Der wird somit als erstes "ausgeschaltet" und es kommt zu einem "Filmriss", man erinnert sich an nichts mehr,was danach kommt.

In höheren Dosen wird dann auch der Kortex, die Hirnrinde betroffen und das Bewusstsein wird ausgeschaltet.

Es gibt ein Video mit einem Vortrag eines Professors, der sich damit beschäftigt, das einen Erklärungsansatz für den Bewusstseinsverlust durch Narkose liefert.





Schau es dir am besten ab Minute 36 an. Da wird noch einiges an Notwendigem Vorwissen erklärt, dann ab Minute 41 geht er auf das Narkoseexperiment ein.

Dann dürftest du auf dem Stand der Wissenschaft sein.



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Chloroform benutzt man schon seit Ewigkeiten nicht mehr. Erstens kann man die Tiefe der Narkose nicht gut regulieren und zweitens wurde den Patienten davon kotzübel.

Wenn man vom Anästhesisten ein Narkosemittel in die Vene gespritzt bekommt, gelangt das sofort in die Blutbahn und man wird auf der Stelle schmerzunempfindlich und fällt in einen tiefen, unnatürlichen Schlaf. Die Atmung setzt aus, deshalb wird man ja intubiert und künstlich beatmet und in der Regel verlangsamt sich auch der Herzschlag und der Puls.

Das hört sich jetzt alles etwas beunruhigend an, aber der Anästhesist überwacht während der ganzen OP Deinen Herzschlag und überwacht die künstliche Atmung.

Nach einer Weile hört dieses Mittel auf, zu wirken, Du atmest dann wieder eigenständig, der Tubus wird entfernt und der Kreislauf stabilisiert sich dann auch wieder.

Ich hoffe, ich habe das verständlich erklärt. lg Lilo

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Kommentar von whyisthat5
05.09.2016, 08:06

ja danke, war hilfreich :)

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