Frage von dadixi, 89

Was wird alles bei einer Herzkontrolle festgestellt?

Wird zum Beispiel auch festgesteilt ob jemand raucht etc. Ich kann mir darunter eben nichts vorstellen 😁.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von garfield262, 44

Moin,

deine Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten, da der Begriff "Herzuntersuchung" sehr weit gefasst ist. Ich werde einmal die gängigsten Untersuchungsverfahren aufzählen:

Auskultation: Darunter versteht man in der Medizin das Abhorchen von Organen, u.a. des Herzens. Die Auskultation ist die einfachste und schonendste Methode, um ein breites Spektrum an kardialen Erkrankungen erfassen zu können, insbesondere Herzklappenfehler. Die Auskultation erfordert jedoch neben Sachverstand ebenfalls ein gutes Gehör und eine Menge Erfahrung, um die verschiedenen Klänge interpretieren zu können (dabei geht es nicht nur um ein einfaches "Lupp-Dupp"-Geräusch, sondern auch um gespaltene Herztöne, Crescendo/Decrescendo-Geräusche etc.).

EKG: Die Elektrokardiographie, also die Aufzeichnung der elektrischen Aktivität des Herzens ist die wohl verbreitetste und am häufigsten durchgeführte direkte apparative Untersuchung des Herzens überhaupt. Dabei werden diverse (je nach Ableitungsprogramm unterschiedlich viele) Elektroden auf dem Körper angebracht und es werden mit unterschiedlichen Techniken die Spannungsdifferenzen zwischen zwei oder mehr Elektroden registriert und graphisch dargestellt. Üblich ist ein sogenanntes 12-Kanal-EKG, bei dem sowohl 3 bipolare (zwischen zwei Elektroden durchgeführte) Ableitungen aus den Extremitäten (Arme und Beine), 3 unipolare (zwischen einer Elektrode und einer theoretischen Elektrode, die aus der Zusammenschaltung aller anderen resultiert) Ableitungen aus den Extremitäten und 6 unipolare Ableitungen der Brustwand mit einfließen. Das EKG wird genutzt, um sowohl Rhythmik als auch Morphologie (Aussehen bzw. Beschaffenheit) der elektrischen Herzaktion beurteilen zu können. Das EKG kann unter verschiedenen Bedingungen genutzt werden, darunter z.B.:
Das Ruhe-EKG, bei dem die EKG-Messung in liegender Position, bei entspannter Atmung, körperlicher Ruhe und ohne zu Sprechen aufgezeichnet wird,
das Belastung-EKG, bei dem die EKG-Messung durchgeführt wird, während der Patient eine körperlich belastende Tätigkeit wie Fahrradfahren (auf speziell dafür konstruierten Geräten) durchführt (dieses Untersuchungsverfahren ist Bestandteil einer sogenannten "Ergometrie") und das Langzeit-EKG, bei dem die EKG-Aufzeichnung über einen langen Zeitraum, meist über 24 Stunden, manchmal auch länger erfolgt. Der Patient geht u.a. dabei seinem alltäglichen Leben nach; diese Untersuchung wird genutzt, um gelegentliche Rhythmus- und Morphologiestörungen zu entdecken. Es gibt noch weitere Verfahren der EKG-Aufzeichnung, welche in das Spezialgebiet der Elektrophysiologie fallen, diese werde ich jetzt allerdings nicht weiter erwähnen.

Herzultraschall: Dieses Verfahren, welches in der Medizin kurz als "Echo" bezeichnet wird (eine Ultraschalluntersuchung des Bauches wird dagegen eher z.B. als "Sono" bezeichnet) ist DAS Verfahren, mit dem eine bildgebende Herzuntersuchung durchgeführt wird. Der Untersucher hält dazu einen Schallkopf (oder auch "Transducer") in der Hand und drückt diesen von außen an die Brustwand (transthorakale Echokardiographie, TTE), dies ist das Standardverfahren; alternativ kann auch mit einem kleineren Schallkopf, welcher am Ende eines dicken Plastikschlauchs montiert ist, das Herz von der Speiseröhre und dem oberen Magenabschnitt her begutachtet werden (transösophageale Echokardiographie, TEE). Das letztgenannte Verfahren wird auch als "Schluckecho" bezeichnet. Mittels Ultraschallwellen, welche in das Gewebe entsandt werden und dem Echo, dass den Schallkopf wieder erreicht, errechnet das Ultraschallgerät ein farblich kodiertes Bild. Das klassische Ultraschallbild ist schwarz-weiß, enthält unterschiedliche Graustufen und ein Laie findet sich oft sehr schwer mit diesen Bildern zurecht; für Mediziner (welche sich mit diesem Verfahren auskennen) hingegen ist diese Untersuchung einiges wert. Moderne Geräte können das Bild jedoch auch in anderen Modi wiedergeben, wie dem M-Mode (Bewegung wird auf einer Zeitachse angezeigt), dem PW- und dem CW-Doppler (langsame und schnelle Strömungen können gemessen werden), dem Farbdoppler (Bewegungen werden farblich dargestellt), dem 3D-Echo und so weiter. Es gibt unzählige Verfahren, die ich jetzt erstmal weglasse, um den Rahmen nicht zu sprengen.

Katheteruntersuchung: Dieses Verfahren ist sehr invasiv, also in den Körper eingreifend, ist jedoch aber auch DAS Verfahren, um den Zustand des Herzens und insbesondere der herzversorgenden Gefäße (der Koronargefäße) beurteilen zu können. Zu diesem Zweck wird ein langer Plastikkatheter durch eine Arterie oder eine Vene bis zum Herz vorgeschoben; wenn die Koronararterien und die linken Herzhöhlen untersucht werden sollen, wird eine Arterie genommen, wenn die Koronarvenen oder die rechten Herzhöhlen untersucht werden sollen, wird eine Vene genommen. Die Position der Katheterspitze verfolgt der Untersucher per Röntgenbild, welches bei Bedarf auch "live" ist; um die Strahlenbelastung zu minimieren, wird immer nur "gestrahlt", wenn es grad erforderlich ist. Um die Messungen durchzuführen, wird ein sogenanntes "Kontrastmittel" über den Katheter an Ort und Stelle gespritzt, welches dann im Röntgenbild sichtbar ist und die Strukturen beurteilbar macht. Auch weitere Diagnose- und Therapieverfahren sind mit der Katheteruntersuchung möglich, ich werde sie jetzt allerdings aus genannten Gründen unerwähnt lassen.

Es gibt noch weitere, teils hochspezialisierte Untersuchungsverfahren, wie das Kardio-MRT, welche ich jetzt allerdings nicht weiter erwähnen werde.

Rauchen als Beispiel kann als solches bei einer Herzuntersuchung nicht erkannt werden, nur die Auswirkungen wie Verengungen der Herzkranzgefäße (die genannten Koronargefäße) können dabei entdeckt werden.

Ich hoffe, ich konnte dir einen Einblick in die spannende und sehr faszinierende Welt der Kardiologie bieten. Habe ich deine Frage soweit beantworten können oder ist noch etwas offen? In dem Fall frag natürlich gern nach.

Lieben Gruß ;)

Kommentar von dadixi ,

Danke :)

Antwort
von ParttimeHero, 48

Also Rauchen wird grundsätzlich mal bei den Lungen überprüft (glaube ich). Es könnte sein dass Nikotin bei einer Blutanalyse gefunden wird, aber sonst könnte ich mir nicht vorstellen, dass man bei einer Herzkontrolle Raucher feststellt.

Das war bloß meine Meinung (Bin kein Arzt)

Hoffe ich konnte helfen :D

Kommentar von dadixi ,

Danke ♡

Kommentar von ParttimeHero ,

Kein Problem ^^

Antwort
von Akka2323, 26

Der Arzt wird Dich fragen, ob Du Raucher bist. Dabei solltest Du nicht lügen. Raucher riecht man sofort und ein Arzt kommt Dir ja körperlich nahe. Die Haut riecht, es hängt in den Haaren und in der Kleidung. Jeder Raucher ist identifizierbar durch seinen Geruch.

Kommentar von dadixi ,

Danke, aber in meiner Frage ging es nicht speziell um raucher 😂😅. Das ist nur ein Beispiel. Und das man raucher riecht, dass ist glaube ich kein Geheimnis.

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