Frage von lucky888, 34

Was will mein Hund mir zum Ausdruck bringen?

Ich hatte meine Hündin (4 Jahre alt) für 3 Tage bei einer sehr lieben Pflegefamilie, die sie vorher schon kannte, unter gebracht. Sie war vor 3 Monaten 2 Tage bei dieser Familie und es verlief alles gut. Die Pflegefamilie hat diesmal berichtet, dass meine Hündin Lara sehr viel gefiept hat (im Gegensatz zum früher), insbesondere wenn ein Familienmitglied raus ging, ansonsten klappte alles wie gehabt wunderbar. Als ich wieder kam, hatte sie sich wie immer riesig gefreut, aber ihr Verhalten Zuhause veränderte sich diesmal sehr auffallend: 1. Sie schläft nach Ankunft daheim stundenlang in MEINEM Bett, vorher war sie immer in ihrem Bett, das neben meinem liegt. 2. Sie will nicht mehr freiwillig Gassi gehen, ich muss sie fast dazu zwingen. Und nach dem sie ihr Geschäft verrichtet hat, möchte sie schnell wieder nach Hause gehen und legt sich sofort in mein Bett rein. 3. Sie beißt meine Decke und versucht diese hechelnd zu richten, danach schläft sie ruhig ein (stundenlang) 4. Zuhause fiept sie aber überhaupt nicht, außer manchmal beim Herrichten der Decke. Ich konnte zur Arbeit gehen und sie blieb ganz lieb alleine daheim. Ohne Probleme. 5. Wenn ich von der Arbeit komme, richtet sie sich die Decke wieder ganz heftig her.

Kennt sich jemand damit aus oder hat ähnliche Erfahrung gemacht? Was will denn meine Hündin mir mit ihrem sonderbaren Verhalten sagen ? Besteht hier Handlungsbedarf? Oder wird sich das Verhalten wieder normalisieren und ich mache mir nur unnötig sorgen? Heute ist bereits der 4. Tag und es ist noch nicht besser geworden. Vielen Dank für eure Meinungen. Liebe Grüße

Antwort
von Schwoaze, 26

Wenn ich ab und zu meinen Hund zum Hundesitter bringen muß, ist er richtig böse auf mich. Er weiß schon minutenlang bevor wir dort sind, was hier gespielt wird und schimpft die ganze Zeit mit mir. Wir müssen uns außerhalb des Ortes treffen, weil er so laut bellt. Ich könnte mir sogar vorstellen, daß er zuschnappt wenn er mich erwischt. Um ihn zu beruhigen, geht mein Hundesitter gleich mit ihm eine große Runde. Und nach 3 Metern, nachdem er die erste "Zeitung" zu lesen gefunden hat, hat er mich schon vergessen.  Er freut sich riesig, wenn ich ihn wieder abhole, ist dann noch ein paar Stunden total überdreht, aber dann ist alles wieder gut. Nach Deinem Bericht könnte ich mir vorstellen, daß Lara Angst hat, daß Du sie wieder wegbringst. Wenn sie nicht Gassi gehen will, verbindet sie das RAUSGEHEN wahrscheinlich mit dem anschließenden WEGBRINGEN. Da kannst Du wohl nur die Zeit für Dich arbeiten lassen. Sie muß wieder ihren festen Tagesablauf haben und damit die Sicherheit gewinnen, daß alles gut ist. Viel Glück

Antwort
von XMoonlightX21, 34

An Deiner Stelle solltest Du sie nicht wieder an andere abgeben. Das hat ihr nicht gut getan.
Sie wird Verlustängste haben und denken, dass Du sie wieder alleine lässt.
Ich hatte das selber mit meinem Hund. Wenn ich länger weg war, drehte er völlig am Rad. Er legte sich oben in meinem Zimmer hin und rührte sich nur um unten in der Wohnung zu gucken ob ich schon da bin, wenn nicht ging er wieder nach oben. Er hat nicht gefressen und ist einfach lustlos gewesen. Wenn ich nach Hause kam, fing er an rumzurasen, zu bellen. zu fiepen, er drehte sich im Kreis, biss in seine Decke und schleppte sie zu mir u.s.w.
Leider kann sowas, die Bindung zwischen Hund und Halter kaputt machen. Wenn sie wieder alleine gelassen wird.
Auch Hunde haben Gefühle und Verstand.
Du kannst es mit ihr trainieren, sodass die Ängste verschwinden. Das wird aber keine leichte Übung. Da möchte ich Dir aber keinen Rat geben, da ich anders mit Tieren umgehe.  
Oder Du akzeptierst es und gibst sie nicht mehr zu Menschen, zu denen sie auch nicht gehört. Wenn es um eine Urlaubreise geht, dann mit Hund oder gar nicht. Wenn es sich um die Arbeit handelt, wäre es für die Hündin gut, wenn Du jemanden findest der sie bei Dir Zuhause betreut. Damit sie nicht aus ihrer Umgebung raus muss. Das kann auch helfen.

Kommentar von lucky888 ,

Ich habe so etwas schon befürchtet. Ich liebe meine Hündin ganz arg. Aber Zuhause habe ich leider niemanden, der auf sie aufpassen kann und alle 3 Monate muss ich für 3 Tage auf ein Seminar. Hast du ein Tipp, wie man ihr die Verlustangst entkräftigen kann? Was meinst du damit, dass du anders mit Tieren umgehst? Müsste ich strenger sein? Sie ist gut erzogen, aber ganz ohne Strafe nur durch positive Bestärkung. Allerdings ist sie von Natur aus, eine sehr unsichere Hündin.

Kommentar von XMoonlightX21 ,

Du kannst die Angst endkräftigen indem Du ihr zeigst, dass Du sie nicht alleine lässt. Ein Beispiel: Du gehst nach draußen, ohne sie und wartest ein paar Minuten, dann gehst Du wieder rein. Den Zeitraum in dem Du draußen wartest vergrößerst Du immer mehr und irgendwann fährst Du auch mal ganz weg für ne viertel Stunden und kommst dann Du sofort wieder. Bis sie verstanden hat, dass Du immer wieder kommst und sie nicht im Stich lässt.
Das dauert von Hund zu Hund unterschiedlich lange. Es kann sein das Du 6 bis 12 Monate dabei bist.
Hast Du absolut niemanden der die drei Tage bei Dir auf den Hund aufpassen kann? Eltern, Freunde o.ä... Sonst vielleicht ein Tiersitter?
Das ist etwas kompliziert... Ich gehe mit Tieren nicht um wie Hundetrainer etc. das machen. Ich erziehe Hunde nicht so, dass sie funktionieren müssen sprich; mich beim laufen angucken, irgendwelche Tricks können, keine anderen Hunde anknurren und das alles.
Die meisten behandeln Hunde nicht wie Hunde. Eine leichte Aggression gehört z.B. unter Hunden dazu. Das ist eine Kommunikation die in der Hundewelt sehr wichtig ist. Die meisten meinen dann aber "Oh gefährlicher Hund, total unerzogen". Dem ist aber nicht so. Aber genau dadurch entstehen die Beißvorfälle unter Hunden. Wegen falsch oder gar nicht verstandener Hunde -bzw. Körpersprache.
Ich gehe nach der Natur und passe mich jedem Tier neu an, ich lasse nicht zu, dass sich das Tier an mich anpasst. Ich achte auf das Verhalten und den Charakter und auch auf die Vorgeschichte und danach handle ich. Da kann es auch sein, dass ich bei einige Hunden (wie meinem jetzigen) nicht mehr handle. Er bellt andere an, aber das ist ok, er gerät schnell in Panik wenn Autos an vorbei fahren, aber das ist ok. Er hat so viel Misshandlungen durchgemacht, das er jetzt nur glücklich sein soll. Und es hilft nicht wenn ich an ihm rumerziehe. Das verwirrt ihn und er weiß dann nicht mehr was richtig und falsch ist.
Sollen die anderen doch denken. Ich nehme ihn wie er ist.
Es ist nicht seine Schuld, sondern die Schuld von Menschen die sehr schlecht zu ihn waren. Und es gibt einfach Momente wo es besser ist nichts zu tun.
Das ist etwas kompliziert, dafür muss man mich persönlich kennen.
Du kannst und solltest aber noch handeln. Auch Hunde können Depressionen entwickeln, da folgen auch Verhaltensweisen wie Angstbeißen, Aggressionen, Verwirrtheit, fortgeschrittenes Angstverhalten u.s.w.
Ich kann es leider nicht genau sagen, dazu müsste ich Deine Hündin kennen.
Aber ich denke das ihr das beide schaffen werdet.

Kommentar von rosale ,

XMoonligtX21

Das hast du sehr schön und treffend beschrieben. Gerade unsichere Hunde leiden besonders durch die Trennung.

DH

Antwort
von douschka, 18

Du weißt nicht was in dieser Zeit bei der Pflegefamilie passiert ist und ob wirklich alles so optimal gelaufen ist. Aus meiner Erfahrung kann ich berichten, dass es sehr unterschiedliches Verhalten der Hunde während einer Fremdbetreuung gibt. Manche kommen damit garnicht klar, manche brauchen Zeit zur Umgewöhnung, andere spazieren rein und sind fröhlich und andere wollen garnicht wieder zu ihren Leuten.

Dass Dein Hund nicht mehr Gassi gehen will ist schon merkwürdig. Vllt. hatte sie eine schlechte Erfahrung gemacht. Rede ohne Vorwurf mit der Pflegefamilie.

In die Decke beissen und wühlen sind Übersprungshandlungen. Das mag durch die Umstände auf mangelnden Auslauf auch zurückzuführen sein.

Fang neu an und mache die Gassigänge interessant, schütze Deinen Hund. Signalisiere Normalität.  

Antwort
von Euphresia, 11

Ist sie unkastriert? War sie läufig? Es sieht fast so aus, als wenn sie einen Nestbautrieb hat. Das haben scheinträchtige/trächtige Hündinnen oft, und sieht auch so ähnlich aus. Habe ich bei meiner Hündin vor der Kastration auch oft gesehen. Sie war nach jeder Läufigkeit scheinträchtig. Die Situation war immer sehr anstrengend, für Mensch und Hund.

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