Was waren damals die Gründe für Hexenverfolgung c?

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17 Antworten

lies mal hier nach:

Ursachen der Hexenverfolgung - Deutschland im Mittelalter

deutschland-im-mittelalter.de/Hexenverfolgung/Ursachen
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Habe mal eine Arbeit darüber geschrieben und das waren so die Gründe die ich kenne:

Das damals traditionelle Frauenbild war sehr stark mit dem  Aberglauben verbunden. Das bedeutet das sie annahmen das Frauen da sie die Geburt vollbringen dafür grade stehen müssen wenn es mal zu einer Fehlgeburt kam. Zu der Zeit als die Hexenverfolgung angefangen hat gab es eine sehr schwerwiegende Missernte in Deutschland was dazu geführt hat das man dies auf die Frauen geschoben hat da diese damals als "Magische Verbindung zur Erde standen". 

Als dann ein gewisser Herr (Habe den Namen vergessen) sich daraus den entschluss zog das es einige Frauen gäbe die das Land verfluchen und die Magie zur Erde und zu den Geburten verderben würden. Diese Frauen galten als Hexen bezeichnet, oft wurde auch der Norwegische Name "Tysja" verwendet.)

Kurz und knapp glaubten die Menschen damals das die Fehlgeburten und Missernten nur den Hexen zu verdanken waren und entschlossen sich diese zu jagen und anschließend grausam zu ermorden. 

Die Hexenverfolgung kam den Henker auch recht da er an Ihnen neue Foltermethoden testen konnte. Historiker sprechen glaube ich von einer Verdopplung der Foltermethoden (bin mir nicht mehr sicher). Meistens wurden die Frauen aber solange gefoltert bis sie sich den tot wünschten und zugaben das sie Hexen waren. Anschließend wurden sie meistens verbrannt da das verbrennen als Vernichtung der Seele galt. 

Hoffe ich konnte dir einiges klar werden lassen.

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Kommentar von Pudelcolada
23.04.2016, 15:45

Das ist so nur teilweise richtig und wird durch die Verallgemeinerung nicht richtiger...

Das Frauenbild war sehr von Aberglauben, Halbwissen und christlicher Sichtweise mit "doppeltem moralischen Boden" geprägt, das stimmt.
Einerseits waren Frauen per se verdächtig und galten als moralisch schwach und verwerflich (Eva, Adam, Schlange, Apfel, Hausverbot).
Gegen die Verführung durch "die Frau" musste sich "der Mann" moralisch behaupten.
Andererseits lebt ja gerade der christliche Glauben vom Madonnenkult, der Verehrung Marias, der Reinen und ihrer allumfassenden, gütigen Mutterliebe.
Die römisch-katholische Kirche lebte also in einem grundsätzlich angespannten Verhältnis zum weiblichen Geschlecht.

Etwas anderes aber ist die Einschätzung eines Menschen als Hexe. Der weibliche Überhang unter den Angeklagten ist gar nicht so groß, wie allgemein immer angenommen wird.
Auch sehr viele Männer wurden der Hexerei verdächtigt.

Hexen wurde unterstellt, sich einen persönlichen Vorteil durch eine Zusammenarbeit mit dem Teufel verschaffen zu wollen. Eine solche Vorteilsverschaffung erfordert natürlich eine Gegenleistung wie jedes Geschäft, wobei spannenderweise nicht der Verkauf der eigenen Seele im Focus stand, sondern eine "perverse" Form von Sexualität.
Und hier schließt sich der Kreis mit dem erheblichen Problem der katholischen Kirche, Sexualität als menschliches Grundbedürfnis anzuerkennen.

Mit anderen Worten: Der Hexenverfolgung lag nicht nur das tiefe katholische Misstrauen gegenüber Frauen und ihrer Weiblichkeit zugrunde, sondern vielmehr die Zuordnung von lustbestimmter Sexualität als teuflische, verdammungswürdige Handlung.

Diese Grundhaltung wurde dann mehr und mehr mit weiteren schlechten und egoistischen Motiven angereichert, bis schließlich die Stimmung in die Hysterie abrutschte.
Und ja, ab diesem Moment reichte es manchmal schon aus, rothaarig zu sein, um für eine Missernte verantwortlich gemacht zu werden.

Und zum Thema Verbrennen:
Mit dem Feuer sollte die Seele einer Hexe nicht vernichtet werden, im Gegenteil. Dem Feuer wurde eine reinigende Wirkung zugeschrieben, auf diese Weise stellte das Verbrennen den letzten Versuch dar, die Seele der Hexe zu retten.
Nun ja, aus heutiger Sicht wirkt das etwas ...verdreht... um es vorsichtig zu formulieren.
zumal die Hexe für diesen "Rettungsversuch" natürlich im Moment der Verbrennung noch leben musste, ist ja klar.
Deswegen gab es auch einen schwunghaften Handel mit schweren Narkotika im Vorfeld von Hexenverbrennungen.

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Unwissenheit, Angst, Profitgier (der Besitz der Verurteilten, sofern vorhanden, wurde unter Richtern, Folterern, Henkern, Landsherren usw. aufgeteilt), man brauchte einen Sündenbock, die allgemein schon schlechte Stellung der Frau in der Religion (es waren ja zu meist Frauen, selten Männer), Aberglaube.

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Die Hexenverfolgung entstand einmal aus einer Angst vor dem Machtverlust der römisch-katholischen Kirche und anderseits aus dem Verfolgungswahn der RKK gegenüber Ketzern, also Menschen, die manche größenwahnsinnige Behauptungen anzweifeln.

Europa wurde meist gewaltmäßig christianisiert, was aber  die Bewohner nicht zu Christen machte. Viele praktizierten noch ihren alten heidnischen Glauben und manche Riten wie Ostereier, Weihnachtsbaum ... wurden ja in die RKK integriert.

Diese sogenannten Ketzer standen aber meist auf einem moralisch viel hüheren Niveau als die damaligen Kleriker, die jedes Verbrechen verübten, das du dir vorstellen kannst und auch solche, die du dir nicht vorstellen kannst.

Die Kirche war also in einem selbstgeschaffenen Dilemma. Frauen galten als die großen Verführerinnen und die Männer waren unfähig, die Schuld bei sich selbst zu suchen - eine Situation, die sich in der RKK bis heute nahtlos fortsetzt. Wenn ein Mann damals einer Frau sexuell verfiel, dann war die Frau schuld (wie heute noch im Islam) und der Mann das Opfer ihrer 'Zauberkünste'.

Zauberei wurde in der damaligen Zeit allgegenwärtig gesehen. Jedes Gewitter mit Hagelschlag, jede Viekrankheit, hatte ihre Ursache in Zauberei. Diese Haltung wurde von der RKK noch bestärkt und meist nicht bekämpft. Ausnahmen bestätigen diese Regel.

Während 906 im Canon Episcopi nachtfahrende Frauen noch als Aberglaube verurteilt werden, legt Friedrich II bereits als Strafe für Hexerei die Verbrennung fest.

1290 werden Hexenprozesse von der Inquisition verurteilt.

Ab etwa 1400 beginnt sich das Klima in Europa abzukühlen; die Folge sind schlechte Ernten und Hungerprobleme, da die Grundherren (und auch die Kirche) sich vorerst standhaft weigern, die Landwirtschaft auf andere Produkte umzustellen.

1484 fordert Papst Papst Innozenz VIII in der Bulle Summis desiderantes affectibus die Inquisition zur Hexenverfolgung auf. Irgend jemand muss ja an der Klimaverschlechterung schuld sein. 1486 wird dann der Hexenhammer veröffentlicht. Damit gab es sozusagen ein Handbuch, wie Hexen (auch durch illegale Folter) Geständnisse abgepresst werden sollen.

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Kommentar von Pudelcolada
23.04.2016, 15:05

Sehr solider und fundierter Beitrag, mein Danke dafür!

Nur zwei Anmerkungen allerdings: 

Leider trennst auch Du wie viele nicht sauber zwischen Hexe und Ketzer. Hexen wurden als Irrgläubige, als vom Teufel Verführte betrachtet, deren Seele immer noch "errettet" werden konnte. Daher auch das Verbrennen: Das Feuer galt seit Urzeiten als reinigende Kraft. Mit unserer heutigen Vorstellung von Mitgefühl deckt sich diese Haltung natürlich nicht, da hast Du völlig recht.

Ketzer dagegen (abgeleitet von der christlichen Bewegung der Katharer in Südfrankreich) hingen christlichen Ideen an, die mit der römisch-katholischen Lehre unvereinbar waren. Die meisten lehnten den Papst als Stellvertreter des göttlichen Willens ab, und damit auch die kirchliche Ämterstruktur.
Ketzer galten als Verbrecher am rechten Glauben und wurden gnadenlos verfolgt, und zwar von Anfang an:
Die römisch-katholische Kirche setzte ihren Machtanspruch zu Beginn ihrer Erfolgsgeschichte in einem blutigen Krieg gegen die arianische Kirche durch, der immerhin fast alle Goten im heutigen Südeuropa angehörten, also ein Großteil der Oberschicht im heutigen Spanien und Südfrankreich.
Gleichermaßen ging die RKK gegen die Nestorianer, die Katharer und alle anderen Bewegungen vor, die ihren totalitären Machtanspruch infrage stellten, wie etwa die Wiedertäufer in Süddeutschland oder die Protestanten, also die heutige evangelische Kirche.
Deshalb war die Vorladung vor das Kirchengericht der Inquisition für den späteren Heiligen Franziskus ja so gefährlich, es ging nicht nur um sein Leben, sondern auch darum, ob seine Lehre mit der römisch-katholischen vereinbar sei.

Meine zweite Anmerkung:
Ob die Ketzer tatsächlich auf einem höheren moralischen Niveau standen, bezweifele ich.

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Der Mechanismen ähneln sich mit der Judenverfolgung in Nazi-Deutschland. Es musste ein Schuldiger her. Auch im Mittelalter, suchte man diese und konnte somit von wirklich fundamentalen Problemen ablenken.
Das war kühl kalkuliert und hat weniger mit Aberglaube zu tun als man denkt.

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 "Damals" ist nicht so eine wahnsinnig präzise Zeitangabe und es wäre hilfreich gewesen, den Ort einzugrenzen. Sogenannte "Hexenverfolgung" gibt es aktuell z. B. in Afrika. In manchen islamischen Staaten gibt es Prozesse wegen "Hexerei" und in Südamerika gibt es gelegentlich Morde an Männern und Frauen, die für Hexen gehalten werden. Die Gründe dafür sind vielfältig und hier https://de.wikipedia.org/wiki/Hexenverfolgung bekommst Du Aufklärung. Gruß, q.

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Das steht u.a. in 2.Kor.4,4 und Eph.2,2).

Der "Gott dieser Welt" (Offb.12,9) versucht mit allen Mitteln, die Menschheit vom wahren Schöpfer (Jes.45,22) fern zu halten (2.Kor.11,4).

Dessen Los aber wird in Kürze besiegelt werden (Offb.20,3. 10).

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"damals" also im Mittelalter haben die priester gemeint die eote haarfarbe is die farbe des Teufels
Da die menschen ja nich lesen konnten und alles glauben mussten, was ihnen diejenigen sagen die lesen konnten (also alle geistlichen) , glaubten sie es einfach! Und handelten danach!
Also die roten haare machten es aus. Das reichte schon....tragisch eigentlich.. Und wiedermal ging alles von der religion aus^^

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die angst der kirchenmänner etwas von ihrer macht zu verlieren.

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Weil die Täter es konnten.
Schaffe ein Klima wo Gewalt, Unterdrückung usw straffrei möglich ist und die Täter finden sich ein.

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Man konnte sich damals manche Dinge (z.B.Heilkräuter von Frauen gesammelt mit Heilungen von Kranken) nicht auf natürliche Weise erklären und sagte das wäre Hexerei.

Hexen standen jenseits vom Gottesglauben und ausserhalb der Gesellschaft und waren zu verurteilen.

Wenn wir heute nicht aufgeklärt wären, gäbe es bestimmt auch heute noch Hexenverfolgungen.

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Politsche Gründe! Man wollte unliebsame oder saltsame Frauen wie alleinstehende 30 jährige aus der Gesellschaft entfernen.

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Kommentar von Pudelcolada
23.04.2016, 15:17

Das ist erstens eine sehr neuzeitliche, moderne und aufgeklärte Sichtweise, die sich auf die damalige nicht einfach so übertragen lässt;
zweitens beschreibst Du mit Deiner Antwort eine von vielen Folgen, und nicht die Ursache der Hexenverfolgung.

Du hast natürlich recht, unstrittig ist, dass in dem aufgeheizten politischen Klima viele Anzeigen aus einer Hysterie heraus erfolgten: "Die da hat rote Haare und kennt sich mit Kräutern aus, außerdem konnte sie die Frühgeburt meiner Schwägerin und deren Tod nicht verhindern = Hexe!"

Und es ist auch richtig, dass in einem solchen Klima manche sich bequem in der Erbfolge an die Spitze setzen konnten, indem sie andere Erbberechtigte der Hexerei anzeigten.

Das waren aber wie gesagt Folgen, keine Ursachen.

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Wieso damals? Ich habe als Kind/Jugendliche feuerrote Haare gehabt (mittlerweile "nur" noch kastanienrot) und wurde von meinen Mitschülern so sehr gemobbt! Sie haben mir Hexe hinterher gerufen und mich geschlagen/geboxt. 

Die Menschen mögen einfach nicht was anders ist als das was Normal ist!

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Kommentar von JTKirk2000
22.04.2016, 10:56

Ich bin zwar ein Kerl, aber ich hatte als Kind auch rote Haare, die mit den Jahren brauner wurden und wenn ich dafür nicht geärgert und sogar verprügelt wurde, dann weil ich (unnötigerweise) eine Brille tragen sollte, weil ich introvertiert bin, weil ich ein friedfertiger Mensch bin oder auch jemand, der (um es so auszudrücken) an die Zukunft glaubt. 

Was normal ist, liegt im Auge des Betrachters. 

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Religiöser Wahn und Angst vor dem damals noch nicht erklärbaren Dingen wie Naturphänomenen.

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Ein nicht unwesentlicher Grund war das Vertreiben von dem Hof des elterlichen Erbes. Viel Verleumdung und Intrigen, wo sich viele schuldig gemacht haben des Geldes willens.


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Kommentar von Pudelcolada
23.04.2016, 15:21

Du beschreibst hier eine Folge, keine Ursache.

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Angst, Unwissenheit und Aberglaube.

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Der damalige Anlass fand sich in einem Buch des Dominikanermönches Heinrich Kramer. Der Titel des Buches:

Der Hexenhammer

auf Latein Malleus Maleficarum. Das Buch wurde im Jahr 1486 geschrieben, bzw. veröffentlicht.

Um die Umstände so kurz wie möglich zu schildern, das Christentum war einerseits zersetzt durch mittelalterliche Adelsstrukturen, anderseits kämpfte das Christentum in Mitteleuropa immer nich mit traditoneller germanischer Kultur. Hinzu kamen die Auswüchse der Inquisation.

Hierbei ist federführend die Kräuter- und Heilkunst zu erwähnen, die insbesondere von Frauen gepflegt und praktiziert wurden. Daraus entstanden dann die Mythen der Hexen, die auf unerklärliche Weise zaubern und verhexen sollen.

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Kommentar von Viktor1
22.04.2016, 12:07

Das ist wohl ziemlicher Unsinn was du da bringst.
Der "Hexenhammer" , welcher weder kirchliche noch weltliche Anerkennung fand, war mit Sicherheit nicht der Anlass zu Hexenverfolgung. Letztere war auch wesentlich im "Machtbereich" der Konfessionen aus der Reformation angesiedelt bzw. rein "weltlicher Wahn", im profanen Strafrecht angesiedelt.
Auch deine anderen Ausführungen hierzu sind leider ziemlich dilettantisch.

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