Frage von VanniiBunny, 56

Was war mit Ngo Dinh Diem?

Wieso hatte sich die USA im Vietnamkrieg plötzlich gegen Diem gewendet? Was hatte er getan? Denn er war ja eigentlich Anti-kommunistisch

Expertenantwort
von PeVau, Community-Experte für Geschichte, 36


Nach dem Ende der französischen Kolonialherrschaft in Indochina etablierte sich im Süden Vietnams eine von den USA als „Schutzmacht“ abhängige Regierung. Mit Unterstützung des CIA gelangte dort General Ngô Đình Diệm 1955 bei manipulierten Wahlen an die Macht. Dieser war katholischer Christ und gehörte somit der religiösen Minderheit an, die aber die Schaltstellen im Staat besetzten. Damit wurde ein korruptes und diktatorisches Regime an die Macht gebracht, das mit Freiheit und Demokratie nicht das Geringste zu tun hatte. Dieses Regime unterdrückte auch die religiöse Mehrheit der Buddhisten im Land und hatte in der Bevölkerung keinen Rückhalt.

Den politischen Repressionen des südvietnamesischen Regimes fielen Tausende von Menschen zum Opfer und fanden den Tod. Das hinderte die USA aber nicht, in diesem korrupten, skrupellosen Diktator einen engen Verbündeten zu sehen. Als Antikommunist waren er und seine Helfershelfer ausreichend qualifiziert, Verbündete der USA zu sein.

1960 bildete sich in Südvietnam die Nationale Befreiungsfront (FNL), bekannter unter der Bezeichnung Vietcong, die das Diem-Regime bekämpfte. Die FNL mobilisierte den größten Teil der Landbevölkerung und band diese durch Umverteilung und demokratische Selbstverwaltungen an sich. Es gelang sogar, Teile der bäuerlichen Mittelschicht zu gewinnen.

Das beunruhigte die USA woraufhin die Zahl der „US-Militärberater“, entgegen dem Genfer Abkommen, von 700 auf 16.870 Mann erhöht wurde. Um den Einfluss der FNL (Vietcong) auf dem Land zurückzudrängen, wurden die Bauern in sogenannte Wehrdörfer zwangsumgesiedelt, was das Regime nicht gerade beliebter machte.

Der Widerstand nahm zu und den USA wurde immer klarer, dass der korrupte Diktator Diem nicht in der Lage war, die FNL wirksam zu bekämpfen. Deshalb ließ man ihn 1963 im Zuge der Buddhistenkrise* durch die südvietnamesische Armee wegputschen und töten.

Diems Fehler war also seine Unfähigkeit, die in ihn gesetzten Erwartungen der US-Seite zu erfüllen.


* https://de.wikipedia.org/wiki/Buddhistenkrise

Antwort
von Huckebein, 33

Ngo Dinh Diem

südvietnamesischer Politiker, * 3. 1. 1901 Quang Binh, † 2.
11. 1963 Saigon (ermordet); Staatsbeamter, 1933 Innenminister von
Annam.
Nach dem Fall von Diên Biên Phu wurde Ngo Dinh Diem 1954
Ministerpräsident von Südvietnam; 1955 setzte er Kaiser Bao Dai ab und
wurde Staatspräsident.
Seine Politik wurde von den USA lange Zeit unterstützt.
Zunehmende Familiendiktatur, Korruption und das Ausbleiben
von Reformen führten zu seiner Isolierung.
Am 1. 11. 1963 wurde er durch einen Militärputsch gestürzt. (wissen.de)

Antwort
von WDHWDH, 26

Auf Wiki hast du eine ganze Seite!

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten