Frage von douschka, 192

Was war hier passiert?

Liebe Hundefreunde,

bedanke mich für Eure Anteilnahme und Trost zum Ableben meines Doggerichs am Montagabend.

Am Dienstagvormittag wurde mein Schatz vom Tierbestatter abgeholt. Er lag zugedeckt wo er eingeschlafen war - auf seinem Hundesofa im Wohnzimmer. Heizung aus, Fenster leicht auf über Nacht. Als ich ihn aufdecken musste, war ich über den enormen Blut- und Blutgemischaustritt aus Fang und Nase (hintenraus nur wenig) erschüttert. Keine sonstigen Entleerungen. Meine Frage: lag es an der Erkrankung oder am Euthanasiemittel? Bei meinem ersten Doggerich, der auch schwer krank war und länger lag war es ähnlich. Bei meinen anderen Hunden war das nicht der Fall oder sie kamen schneller unter die Erde.

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von YarlungTsangpo, Community-Experte für Hund, 60

Liebe Douschka,

Ach, es wäre manches Mal gut wenn uns solcherlei Erfahrungen und auch Leid erspart bleiben würden.....

Bisher hatte ich noch keines Mal bei einem meiner so schweren Herzens losgelassenen Hunden eine derartige Entdeckung machen müssen.

Aber noch Schlimmer: Es bilden sich durch den Prozeß der Zersetzung von Gewebe Flüssigkeiten. Solches mußte ich bisher noch nie bei einem gestorbenen Hund, dafür aber bei noch lebenden Hunden beobachten..

Im Fall von Krebs im Endstadium und Metastasen in der Lunge bei meinem ersten Hund, welchen ich viel zu spät "los gelassen" habe und zum Einschläfern brachte, weil ich zu feige war mein eigenes Bedürfnis aufzugeben.

Das sollte mir niemals wieder passieren habe ich mir geschworen. Im zweiten Fall betraf es eine gerade eben erst übernommene Hündin die beim Vorbesitzer sozusagen verhungerte. Auch hier wollten wir das Mädel nicht einfach los lassen. Aber es war keine Krebserkrankung - wir haben die Verantwortung übernommen und wir haben 8 Lebensjahre gewonnen.

Es kommt also immer darauf an was für eine Erkrankung die Ursache des Sterbens war. Es ist bei jedem Hund immer wieder so schwer und immer wieder anders....

Fühl dich getröstet, der Körper deines geliebten Hundes ist nur noch eine Hülle, sein Leben ist nun ganz woanders, aber für immer neben dir. Run free, Timo

Kommentar von michi57319 ,

Mir schossen gerade wieder die Tränen in die Augen, als ich das Bild gesehen habe. Genau das ist der Grund, warum ich Aisha habe kremieren lassen. Es abstrahiert und macht es damit für mich leichter. Ich hätte diese Stelle im Garten niemals wieder betreten können, mit solche einer figürlichen Vorstellung im Kopf.

Kommentar von douschka ,

Michi, auf meinem eigenen Grundstück hatte ich meine Tiere würdig begraben können. Um diese Grabstellen habe ich stets einen riesen Bogen machen müssen, habe ausgeblendet. Es war "Niemandsland", bis zur nächsten Beerdigung. Viele Steine und eine Wildrose gepflanzt für jedes Tier. Für mich ein heiliger Ort, den man nicht mal so betritt. Ich weiß, was Du meinst. An dieser Stelle hätte ich meine letztens verstorbene Katze, Timo und mich später gern gewusst. Es sollte nicht sein. Anfissa habe ich im Wald begraben, Timo wird kremiert. Für meine Meerlies reichte der Platz im gemietenen Garten. Gehenlassen zu müssen ist brutal, die Zeit danach ist tiefste Trauer. Halt mich für unnormal, für das Ableben eines Menschen habe ich weniger empfunden, selbst bei meiner Mutter.

Nehme mir immer wieder vor, mich nie wieder dermaßen an ein Tier zu binden - es gelingt mir nicht. 

Kommentar von YarlungTsangpo ,

Liebe Douschka,

willkommen im Reich derjenigen mit welchen bis zu deren Ende dann unendlich viele Tierseelen mitwandern...

Hunde sind Wegbegleiter welche ihre Menschen bis zu deren Ende begleiten. Sie sind auch der Grund bis zum Ende durchzuhalten.

Der Gedanke um ein uns sehr nah stehendes Tier mehr zu trauern als um einen Verwandten mag abwegig erscheinen ist aber doch normal, denn sie stehen uns näher als es ein Anverwandter jemals vermöchte.

Dieselben Gedanken wie bei Dir jetzt sind auch immer um mich herum gewesen... Wahrscheinlich werden sie nicht so alt wie wir, weil man ihren Verlust sonst gar nicht mehr verkraften könnte.

Kommentar von YarlungTsangpo ,

Hallo michi57319,

Dieses Bild habe ich extra ausgewählt denn es zeigt, daß der Körper des geliebten Wesens/ Hundes nur noch eine Hülle ist, ein Körper. Seine Seele (um in unseren Vorstellungen zu sprechen) ist längst woanders.

Dann muß man wissen, dass das Sterben und Loslassen des kranken, sterbenden Körpers kein leidvoller Zustand ist. Es ist eine Erlösung für jedes Lebewesen.

Meinen ersten Hund konnte ich dann zum Glück auf eigenem Grund begraben. Auch alle weiteren, denn es gab noch kein Tierkremieren.

Später dann.... meine Nala wurde eingeäschert und die Urne begraben. Mein Maxe allerdings musste mühselig begraben werden in steinhaltigem Felsenboden. Es war Wochenende und die Erlösung von seinem Leid war nicht aufzuschieben, es war heiß im Sommer....

Dort wo mein Maxe, mein größter Freund, nun ruht, dort ist nun ein Rosengarten. Dort an seinem Grabhügel aus Steinen ist eine Steinbank, inmitten von Rosen, von dort aus habe ich einen Blick weit hinaus ringsum in die Hügel des Mittelgebirges. Ein magischer Platz den ich immer wieder besuchen kann um Gedanken zu ordnen.

Es gibt vielerlei Kraftorte rings um uns. Wer genau nachforscht wird entdecken, dass dort häufig in der Frühzeit Begräbnisstätten waren.

Antwort
von michi57319, 52

Ach liebe douschka :-(

Als wir Aisha gehen lassen mußten, wurde sie gegen 16:30 Uhr am nachmittag eingeschläfert. Wir haben bis tief in die Nacht an ihrem Körbchen gesessen, sie gestreichelt und gefühlt, wie sie kalt wurde. Das Licht war gedimmt, wir hatten Kerzen an. Gegen 22 Uhr habe ich ihre Pfote umfasst und war zutiefst erschrocken, als ich ins Nasse gefasst habe. Wir haben Licht angemacht und gesehen, daß sie schon länger aus der Nase tropfte. Unter ihr auf der Decke war schon ein sehr großer Fleck. Vom Tod bis zum Tropfen vergingen also nur sehr wenige Stunden.

Wenn der Blutkreislauf zum Stillstand kommt, fangen die Zersetzungsprozesse quasi direkt an. An Geweben, die in der Peripherie liegen (Nasen-Rachen-Raum z.B.) geht das sehr schnell. Die Gewebe verlieren ihre Festigkeit und durch den Stillstand des Kreislaufs verlieren die Gewebe dann auch die gebundene Flüssigkeit. Das ist also so was ähnliches wie Wundwasser. Seröse Flüssigkeit, vermischt mit Blut.

Ich kann dir sagen, daß sowohl meine Tierärztin, als auch der Bestatter bestätigt haben, daß es immer so ist. Egal, woran die Tiere gestorben sind.

Ich denke jedoch, daß es bei Hunden, die eine Krebserkrankung hatten, schneller geht. Was du beschreibst, deckt sich ja nicht nur mit meiner Erfahrung, sondern auch mit denen anderer Betroffener.



Kommentar von douschka ,

Danke. Ich weiß ja was nach dem Tod passiert. Wie geschrieben, war es bei meinem Tyras (erster Doggerich) ähnlich, aber nicht so heftig. Bei meinen anderen Hunden, die über 12 Stunden nach dem Einschläfern oder natürlichen Ableben lagen gab es keine solche Austritte. Auch bei anderen Tieren (Rinder, Schweine oder Pferde) habe ich bis zur Abholung nicht derartigen Austritt erlebt, und diese Tiere lagen oft tagelang da. Gerade das gibt mir zu denken. Sehe Masse, Untergrund aber keinen Vergleich. Es muss mit seiner schweren Erkrankung zu tun haben. Oh Gott, was hat der Bursche ausgehalten. 

Antwort
von beglo1705, 83

Also hier nochmal nachträglich mein Beileid.

Unser Alano war auch noch zwei Tage nach der Euthanasie auf seinem Platz, er blutete ebenfalls aus Fang und Nase.

Das ist natürlich unschön anzusehen, da man ja sowieso total neben sich steht in solch einer Situation.

Meine Tierärztin hat mir erklärt, dass das wohl an den Metastasen lag, die er wohl schon länger hatte. (Er wurde 17 Jahre, wurde eingeschläfert wegen einem akuten Hüftleiden und hat aber die letzten 3-4 Monate brutal abgenommen).

Was hatte denn dein Doggerich, wenn ich fragen darf?

Kommentar von douschka ,

Vielen Dank für Deine Anteilnahme. Mein Doggerich hatte Lymphdrüsenkrebs und war bereits 10,5 Jahre alt. Sorry, mir fällt es schwer darüber zu schreiben.

Kommentar von beglo1705 ,

Was wir ehrlich geliebt haben, lebt in unserem Herzen weiter.

Kommentar von YarlungTsangpo ,

Danke, beglo1705 für Deine lieben Worte. Sie helfen jedem der um einen Freund - und sei es ein Hund, trauert.

Kommentar von beglo1705 ,

Ich denke jeder, der einmal einen  Hund in sein Herz gelassen hat, weiß wie schrecklich so ein Verlust ist.

"Als Hund ist/war mein Hund eine Katastrophe, aber als Mensch unersetzlich"

Antwort
von JTKirk2000, 88

Mit dem Tod ist es bei Tieren ähnlich wie beim Menschen. Es tritt im Laufe der Zeit nach dem Tod eine Leichenstarre ein, die sich dann aber wieder löst. Auch Muskeln erschlaffen im Laufe der Zeit, sodass so einiges entsprechend allmählich zum Vorschein kommen kann. Das ist völlig normal. Was das Blut oder Blutgemisch angeht, so kann dies verschiedene Ursachen haben. Um Klarheit zu bekommen, solltest Du den Tierarzt befragen, der den verstorbenen Hund abgeholt hat. Im Übrigen ist die Bezeichnung für einen männlichen Hund "Rüde".

Kommentar von Frauchen2013 ,

Ich glaube die Fragestellerin weiß, das ein männlicher Hund "Rüde" heißt. Schon mal was von Kosenamen für Hunde gehört? Im Übrigen wurde der Hund nicht vom Tierarzt abgeholt ...

Kommentar von JTKirk2000 ,

Nun ja, es war früh am morgen. Da kann man sich schon mal täuschen, was den Tierarzt angeht. Aber der Tierbestatter müsste sich eigentlich auch damit auskennen - zumindest einigermaßen.

Von Kosenamen für Hunde habe ich durchaus schon was gehört, aber "Doggerich" war mir neu.

Antwort
von stey1954, 8

U

es sind fast 2 Wochen her.

WIE GEHT ES DIR??????

Ich bin noch nicht in der Lage darüber zu reden!!!

Sag mir bitte nur eines: geht es Dir langsam besser?????

Liebe Grüße und ich melde mich, wenn ich merke, daß ich nicht mehr heulen muß - entschuldige bitte, ich weiß, was Du durchmachst und dies ist auch mein Problem!!!

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