Frage von julia1809, 68

Was wäre, wenn ich ohne Internet aufgewachsen wäre?

Da ich 15 bin, also genau die Generationen die viel mit Internet, Smartphones...und so zu tun hat, frage ich mich was wäre, wenn ich 30 Jahre früher geboren wäre? Ich meine damit nicht nur so Sachen, wie dass ich dann mehr draußen gewesen wäre und mit meinen Freunden noch von Gesicht zu Gesicht geredet hätte, sondern eher ob ich mich anders entwickelt hätte/entwickeln würde oder ob mein Charakter anders wäre. Weil ich denke zum Beispiel, dass ich selbstständiger wäre und mir nicht so viele Gedanken um alles machen würde, weil ich bspw. Gutefrage o.Ä. nicht hätte und meine Probleme eher selbst oder mit den betreffenden Leuten lösen würde, anstatt hier stundenlang mit Fremden zu rätseln :D

Antwort
von rotesand, 2

Hallo :)

Ich (Jahrgang 1990) bin tatsächlich einer, der zu 90 Prozent ohne Internet aufgewachsen ist --------> ein eigenes Handy war auch nicht vorhanden bzw. ich übernahm mit 18 das alte Handy meiner Tante, das ich übrigens heute noch benutze (ein Nokia, Bedienungshandbuch von 2001^^). Fernseher hatte ich -------> schwarzweiß, drei Programme, Zimmerantenne für Terrestrisches Fernsehen^^ Opas alten Campingfernseher ;) Lief gelegentlich für "Ein Fall für zwei" Wiederholungen am Donnerstagabend im ZDF oder "Aktenzeichen XY ungelöst" ;)

Internet bekamen wir Ende 2006, als ich 16 war & mein Opa reglementierte das streng.. eine Stunde am Tag war okay, wenn ich ggf. für die Schule (habe damals grad Mittlere Reife gemacht) was recherchieren musste auch länger, aber da war er dann dabei. Mir hat es nicht geschadet. Das Internet spielte für mich damals 'ne untergeordnete Rolle. Klar es war cool & interessant, es daheim zu haben.. aber, ja, so richtig dafür begeistert habe ich mich nicht. 

Wie war das... puh, ich würde ernsthaft behaupten es war auch nicht anders als heute. Wir haben uns eben morgens schon in der Schule für den Nachmittag verabredet, im Festnetz miteinander telefoniert, trafen uns im Jugendraum des PFarrheims oder waren mit dem Fahrrad unterwegs, gingen Eis essen, haben nachmittags auf'm Schulhof mit Cola oder Wasser aus'm TetraPak vom nahen Edeka über CDs, Autos, Partys oder das "andere Geschlecht" gequatscht.. und am Wochenende gingen wir gemeinsam aus, vorausgesetzt es gab interessante Partys ;)

Ich würde aber nicht sagen, dass wir anders gewesen wären als die "Jugend von heute" --------> schaue ich mir z.B. meine Cousins und Cousinen an, die jetzt so im Alter sind wo sie gerade Mittlere Reife machen oder Abi, sind die genauso drauf wie wir damals. Die hocken auch nich 24 Stunden vor'm PC oder verbringen ihre Freizeit kollektiv mit Smartphone, Internet & Facebook.. wobei das sicherlich auch 'ne Frage der Erziehung/der Familie ist. 

Und Infos für Schulreferate usw. besorgte man sich vor der Internetära gewohnheitsmäßig aus Lexika in Druckform wie dem Brockhaus oder dieser Lingen-Lexikon-Reihe, die mein Opa hatte.. ich glaube, das waren 30 Bände. Hat auch gut geklappt :)

Antwort
von Dxmklvw, 19

Je größer der zeitliche Abstand zwischen dem Aufwachsen und der Jetztzeit ist, desto kräftiger vermissen Menschen (aber nicht alle) das, was in früheren Zeiten einen echten Wert darstelle und jetzt so nicht mehr existiert.

Als die ersten bezahlbaren Fernseher auf den Markt kamen, war für viele Kinder und Jugendliche plötzlich Schluß mit dem miteinander spielen und miteinander umgehen, weil die Glotze schlagartig das Interessantere wurde.

Als die meisten ein Telefon hatten, war Schluß mit dem Briefe schreiben, und das gegenseitige Besuchen hielt sich schlagartig sehr in Grenzen.

In diese Richtung ging es stetig weiter. Da kamen dann die Computer, danach die Handys, man nannte es Wissensgesellschaft, aber die Welt wurde kälter und kälter und die Ellenbogen wurden immer spitzer.

Doch wer darin aufgewachsen ist, merkt es meistens nicht mehr und hält alles für normal und "so muß es sein". Daß es nicht normal ist und durchaus nicht so sein muß bzw. sollte, zeigen die Wartezimmer der Psychotherapeuten und Ärzte an und als Speerspitze auch das zunehmede unverhoffte Ausflippen von einzelnen Personen.

Dreißig Jahre früher aufgewachsen zu sein, könnte bedeuten, sich der zunehmenden Vereinsamung und Verarmung an menschlicher Nähe sehr stark bewußt zu werden, aber das ist Charaktersache.

Antwort
von Reanne, 23

Also ich bin ohne Internet, auch in meinem Berufsleben, zurecht gekommen. Den ersten Rechner habe ich erst im Rentenalter erworben. Man ist in jedem Falle viel kreativer, hat viel mehr Ideen, wie ein Problem zu lösen ist, da kein Knopfdruck vorhanden war, man schrieb mit der Schreibmaschine ohne Rechtschreibprüfung, machte einen Haufen Durschläge und Papier wurde noch in Ordnern gesammelt. Ich habe unendlich viel gelesen, zahlreiche Hobbys haben mein Leben bereichert und aus dem Urlaub wurden noch Postkarten verschickt. Habe bis heute auch kein Smart Phone, ich will gar nicht überall erreichbar sein, sozusagen kontrolliert. Ein altes Slider-Handy für Notfälle, ansonsten lieber Festnetz. Und trotzdem geht es mir gut. Ich meine, die Allgemeinbildung lässt heute schon sehr zu wünchen übrig.

Kommentar von Horus737 ,

Aber die Generation mit Internet ist informierter als die früheren Generationen. Freilich nur wenn sie es (Internet) gelernt hat gezielt anzuwenden.  Wenn du einem Affen ein Buch gibst oder ein Smartphone ist es egal, er kann mit beidem nichts anfangen.

Kommentar von Reanne ,

Och, informiert war man schon, Radio, TV und die Tageszeitung wurden natürlich konsumiert. Das geht heute schneller, aber es ging entschieden gemütlicher und ruhiger zu, nicht unter Zeitdruck, es war egal, ob in China ein Sack Reis umfiel. Und was ich hier immer von Deptressionen bei Jugendlichen lese, kann ich kaum nachvollziehen, da läuft doch wohl auh etwas schief.

Antwort
von emmaa00, 31

Ja ich denke, dass wirkt sich schon sehr alles auf den Charakter aus. Wie genau du wärst, das kann dir hier aber keiner sagen, weil wir dich ja sonst auch nicht kennen :D

Und auf gutefrage.net fragen eh viele nur Unnötiges. Und das Nötige, würde man auch alleine hinkriegen oder dann halt eher Freunde und Familie um Hilfe bitten :D

Antwort
von Prommor1996, 4

Hey,

dann würdest Du dich vermutlich viel über die Generation aufregen, der Du momentan angehörst ;D

Viele Grüße

Antwort
von chaosklub, 11

Dann wärst Du entweder eine von den vielen mitellalterlichen Spiesserinnen, die Probleme mit dem Internet haben,

Oder Du würdest simulieren, dass Dir das gefällt und dass Du das "cool" findest.

Oder Du würdest das Problem vernünftig behandeln und merken, dass ein Smartphone nur ein mühsames Kommunikationsmittel ist, mit dem man relatif schlecht telefonieren kann und mit dem man vieles machen kann, nur nichts wirklich richtig, sinnvoll und praktisch.

Du würdest merken, dass es gar nichts bringt, wenn Du da ständig auf dem Ding herumhackst und irgendwelchen verblödeten "Freundinnen" Smylies schickst.

Dann würdest Du das Smartphone einsetzen, wenn es Dir wirklich einen Nutzen bringt und genau hinterfragen, wann und ob Dir das Smartphone wirklich einen Nutzen bringt.

Du würdest Dich darüber ärgern, dass es in der Schweiz, zum Beispiel eine "Gewitterziege", bei der ETH in Zürich gibt, die ein paar hundert Tausend Franken, in den Sand gesetzt hat, um zu "erforschen", ob Schweizer Teenies nun in "hochdeutsch" oder "Schweizerdeutsch-àhnlich" Smylies verschicken und Abkürzungen schreiben.

Für mich ist ein Smartphone, wie so ein High-End "Schweizer Taschenmesser", wie auf dem Bild, was ich hier anhänge: das kann "Alles" nur absolut nichts richtig. Und auf dieses "Messer" ist auch ein ganzes "Volk" stolz ... obwohl das Ding doch eigentlich totaler geistesgestörter shit ist.

Ein Smartphone hat zum Beispiel ein Navigatonsgerät drin .. nur wenn Du damit in der Sonne stehst, dann ist fast nichts mehr auf dem Bildschirm zu sehen ... Oder: für's Telefonieren must Du das verblödete Ding, erst entsperren dann mühsam die Nummer von dem suchen, den Du anrufen willst ... und wenn Du dann telefonierst, ist der "Sound" fast so gut, wie er bei Deinem Ur-Ur-Urgrossvater vor 130 Jahren mal war. 

Antwort
von Infomercial, 24

Du wärst mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Mensch, der sozialer, selbstständiger und klüger wäre. Du würdest deinen Kopf besser benutzen können (anstatt einfach ohne nachzudenken etwas zu googlen) und du wüßtest dir besser selbst zu helfen (weil du es nicht googlen konnstest)

Kommentar von fuitak ,

Andererseits kann man sich durch das Internet extrem viel Wissen kostenlos und ohne große Umwege aneignen. Wo man früher erst in eine große Bibliothek fahren musste und per Hand nach Informationen suchte, kann man diese jetzt in Sekunden finden. Heißt also mehr Zeit und mehr Motivation weiter zu lesen, durch das Internet. Darum denke ich nicht, dass man dadurch früher klüger war.

Kommentar von Infomercial ,

Klug sein, heißt nicht, daß man viel weiß. Es bedeutet, daß man einfach das, was man weiß auch benutzen kann. Das man nachdenken kann und durchnachdenken anstatt durch nachlesen zur Lösung ko0mmt.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten