Was wäre, wenn ich eine Idee zu einem etymologisch umstrittenen Wort hätte?

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3 Antworten

Antwort 1 ist schon sehr gut. Ich würde die Idee, wenn sie gut ist, allerdings gleich an die Lexikon-Herausgeber schicken.

Zu beachten ist, dass sich eigentlich  jeder Mensch bemüht, den scheinbar regellosesten Teil seiner Sprache, den Wortschatz, überschaubarer zu machen, indem er sich zu einem schwierigen Wort Eselsbrücken  von ihm leichter erscheinenden Wörtern baut. Das heißt, er motiviert das schwierige Wort besser, statt es bei der grundsätzlichen Willkür aller Bezeichnungen in den natürlichen Sprachen zu belassen. Damit erhalten die Wörter oft eine "sekundäre  Motivation" (so der Fachausdruck) . Solche Formen werden von den heutigen Gelehrten spöttisch als "Volksetymologien" abgetan; aber s.M. ist nicht automatisch ein Zeichen von Bildungsmangel (Renaissancegelehrte fügten dem Wort postum ein sekundär motivertes h in die Schreibung ein ==> posthum, von wegen humus 'Erde', weil sie dachten, das heiße 'nach der Beerdigung' . War ein Irrtum (postum < lat. postumus , Nebenform von postremus 'der letzte'); Bildungsmangel war den Erfindern dieser Schreibung aber nicht vorzuwerfen. Dahinter steht das bei allen Menschen verbreitete Bedürfnis, ihren Wortschatz handhabbarer zu machen.

Eine treffende Etymologie muss einerseits eine Bedeutungs-Beziehung zu dem  Herkunftswort nachweisen, andererseits eine klare phonetische Ableitung bieten. Die zweite Forderung ist die anspruchsvollere. Hessisch Kreppel für dies Schmalzgebäck zB hat NICHTS mit frz crêpe zu tun, trotz der Bedeutungs- UND der Laut-Ähnlichkeit, sondern geht auf 'Krampe' nämlich 'hakenförmiges Gebäck' zurück; hinter crêpe steckt lat. crispus! Mit Sicherheit kann man das sagen, weil nur diese beiden Ableitungen lautgesetzlich in Ordnung sind, ein lautlicher Zusammenhang zwischen Kreppel und crêpe.trotz der heutigen lautlichen Ähnlichkeit nicht nachgewiesen werden kann.

Sie müssen also ebenfalls sicherstellen, dass Ihre Idee beiden Gesichtspunkten Rechnung trägt, und zwar besser als die bisherigen Ableitungen.




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Kommentar von allwiss
07.11.2016, 12:16

Das tut es. Lautsprache müssten die Linguistiker prüfen. Aber von der Schreibweise her, bis auf eine kleine phonetische Verschiebung, und den Bedeutungen her, absolut identisch.

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Na ja, eine Idee dazu hatten schon einige.

Du sollst zunächst mal  alle Informationen aus etymologischen Wörterbüchern (Kluge, Duden...) sammeln, die eventuellen Schwächen oder Lücken ausmachen und deinen eigenen Standpunkt mit Belegen darstellen....
Dann kannst du das Ganze an eine Fachzeitschrift schicken... 

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was ist das wort? :) sowas interessiert mich voll

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Kommentar von allwiss
06.11.2016, 11:02

laquais der Lakai

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