was wäre, wenn die naturgesetze unlogisch wären?

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6 Antworten

Hallo sgfd8,

Naturgesetze sind für die Physik und wissenschaftliche Forschungen von unerlässlicher Wichtigkeit. Die Vorstellungen darüber, was eigentlich die Welt im Innersten zusammenhält sind mindestens so alt wie die Menschheit selber. Das was damals nur in rein kognitiven Leistungen erdacht werden konnte, wird mit den Mitteln der modernen Wissenschaft nun auch experimentell genauer untersucht und ggf. falsifiziert. Dabei ist die Entwicklung von Theoriemustern eine überaus wichtige Errungenschaft des Menschen.

Naturgesetze spielen bei der theoretischen Formulierung von Prozessen in der Natur, eine sehr wichtige Rolle. Sie sind in gewisser Weise das erste Fundament, auf dessen Charakteristik mögliche Ausgänge eines physikalischen Vorgangs erlaubt oder verboten werden. Und noch etwas ist an Naturgesetzen besonders: Sie sind in jeglicher Hinsicht selbstreferent, und damit vollkommen unabhängig von den vorherrschenden Bedingungen eines Systems oder dessen Komplexität. Es besteht nie die Möglichkeit einer Verhandlung. Darüber hinaus sind Naturgesetze sowohl zeitlich als auch räumlich invariant. Soweit die theoretischen Vorstellungen der Physik. Was wäre aber, wenn eben diese Naturgesetze unlogisch wären?

Problematisch an der Fragestellung ist, dass die Logik vielmehr das Resultat eines gedanklichen Musters ist, dass sich im Menschen unter entsprechenden Bedingungen auszubilden scheint, als ein in der Natur real auftauchender Systemzustand. Die Natur für sich kennt keine Logik, und die Naturgesetze tun das erst recht nicht. Gemeint, ist mit deiner Frage vielleicht aber auch etwas anderes: Was passierte, wenn sich irgendwann unauflösbare Widersprüche zwischen einzelnen Naturgesetzen ergäben, die das Grundfundament der Physik allmählich zerfallen ließen?

Auf diese Frage, die übrigens mehr auf philosophische Argumentationen zielt als auf die physikalischen, gibt es abhängig vom Standpunkt den man vertritt natürlich unterschiedliche Antwortmöglichkeiten. In erster Instanz sind dabei übrigens alle gleich stark und qualitativ gleichwertig zu gewichten. Führt man aus den sich ergebenden Antworten aber auf ein innewohnendes Grundmuster zurück, ergibt sich vermutlich bei allen derselbe Grundgedanke: Die Naturgesetze sind ein in sich geschlossener kausaler Wirkungskreis. So bedingt ein Gesetz das andere, und bei fortschreitenden Entwicklungsschritten, erhält man ein selbstreferentes Gerüst, dass dem Modell nach an einigen Stellen Lücken aufzuweisen scheint.

Naturgesetze können in sich unproblematisch unlogisch sein. Gleichzeitig gewichtet der Mensch sie in den Modellen auch ausschließlich qualitativ und trifft zb. Aussagen über die Beziehung zwischen ihnen. Eine von uns gedanklich herbeigeführte Unlogik von Naturgesetzen, führt damit noch keinen Zerfall des physikalischen Grundgerüstes herbei. Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass im Falle eines sich ergebenden Widerspruchs zwischen der Beobachtung eines Systems und den dort zugrundeliegenden Naturgesetzen, die Systembeziehungen zwischen beteiligten Komponenten zeitlich und räumlich falsch gedeutet wurden ist viel höher als die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Naturgesetz in monadisch isolierter Form als widersprüchlich angesehen werden muss. Oft sind es also die Beziehungen einzelner Systemkomponenten, die nicht richtig gedeutet und dabei fälschlich auf die scheinbar widersprüchlichen Naturgesetze übertragen werden.

Lg Nikolai

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Kommentar von Astroknoedel
14.01.2016, 19:25

Wieder mal eine coole Antwort. Das gibt eine "positive Bewertung".

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Kommentar von sgfd8
16.01.2016, 10:22

Danke für die Antwort. Du hast echt Recht, dass es eigentlich eine philosophische Frage ist. Ich habe auch mit meiner Frage den von dir zuletzt genannten Teil genannt mit den unauflösbaren Widersprüchen, was aber noch durch die vorherigen Teile gut eingeleitet wurde :D
Dafür nen Stern.. vielleicht nicht so massereich wie die Sonne, aber 20p sind doch auch nicht schlecht :D Schönes Wochenende

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Das geht sehr ins Wissenschaftsphilosophische.

Zunächst stellst du die Frage nach der Logik der Naturgesetze:

Früher innerhalb der deterministischen Physik ging man davon aus, dass zuerst die Naturgesetze da waren und sich das Universum dementsprechend entwickelt hat. Dabei ist zu beachten, dass die Naturgesetze und -konstanten "feinabgestimmt" sind, d.h., solche Werte annehmen, dass das Universum funktioniert. Aus dieser Feinabstimmung schließen Kreationisten, dass es einen Schöpfer geben muss, der die Naturgesetze so genau geschaffen hat.

In der neuen nichtlinearen Physik gibt es aber auch noch die Möglichkeit, dass die Naturgesetze nicht a priori vorhanden waren sondern im Laufe der Entwicklung des Universums genau so emergiert sind, dass sie zu den gegebenen Umständen passen.

Das ist analog zu zu der Behauptung, die Menschen müssen von einem Schöpfer stammen, da sie so ideal an die Erde angepasst sind, dass das kein Zufall sein kann. Dem kann man wissenschaftlich entgegenhalten, dass die Menschen deswegen so gut angepasst sind, weil sie sich unter den gegebene Umständen gar nicht anders entwickeln konnten als dass es genau passt.

Dass sämtliche Gesetz zusammenfallen, ist eher unwahrscheinlich, dazu funktionieren die Theorien zu gut. Was aber ständig passiert ist die Erkenntnis, dass es Phänomene gibt, die mit den bekannten Gesetzen nicht beschrieben werden können. Dann muss die vorhandene Theorie erweitert werden und die bisherigen Fälle werden zu Grenzfällen der neuen erweiterten Theorie.

"kann es in der physik zufälle geben?"
Im Lichte der aktuellen Physik könnte man formulieren:
"Alles besteht aus Energie. Alles wird durch Energie bewegt. Alles Neue ensteht aus einer Kombination von Energie und Zufall".

Der Zufall ist absolut notwendige Bedingung, dass etwas Neues in der Welt, z.B. auch Leben, entstehen kann. Stichwort zum Googeln: Bifurkation (mathematisch). Dynamische Systeme gelangen oft an Gabelungspunkte (Bifurkationen), bei denen rein mathematisch gesehen verschiedene Entwicklungen möglich sind. Tatsächlich wird zu einem konkreten Zeitpunkt aber nur eine dieser Möglichkeiten realisiert. Welche das ist, ist vom Zufall, meistens von Quantenfluktuationen,  abhängig.
In der modernen nichtlinearen Physik spielt der Zufall eine entscheidende Rolle. Der Determinismus, der Zufälle ausschließt, wurde von der internationalen Physikervereinigung 1980 zu Grabe getragen und der Zufall damit offiziell als physikalische Tatsache anerkannt.

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Hallo,

zunächst mal: Kauf´ Dir bitte eine neue Tastatur. Deine Shift-Taste geht nicht. Der Text ist somit nur sehr mühsam zu lesen. Gegenüber denen, von den Du Antwort erbittest, ein kleinbisschen unverschämt :-)

Also: Ich habe 25 Jahre nebenberuflich Elektronik unterrichtet. Anfangs gab es ein paar Tage Grundlagen der Physik. Mich selbst hat immer wieder erstaunt, wie perfekt die Naturgesetze zusammenspielen. Ich habe meinen Schülerinnen und Schüler auch immer wieder gezeigt, wie wunderbar die Formeln zusammenpassen und sich in der Praxis auch bis auf´s I-Tüpfelchen bewähren.

Wenn da eine unlogisch (weil falsch) wäre, würde das ganze Gedankengebäude in sich zusammenstürzen. 

Klar: Hier handelt es sich um einfache Physik; mit Quantenmechanik hatten wir nichts zu tun. 

Viele Grüße

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Kommentar von sgfd8
16.01.2016, 10:18

Zum Glück gibt es dann noch so gute Menschen wie Dich, die über die Unverschämtheiten anderer hinwegsehen und trotzdem antworten :). Liebe Grüße

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Dann sind sie nicht so, wie wir uns bis jetzt Logik vorgestellt haben...!

Einige Physiker meinen, schon bewiesen zu haben, dass Materie unmöglich ist und folglich nicht existiert.

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Kommentar von sgfd8
14.01.2016, 14:06

und ab dem zeitpunkt wäre es dann unlogisch ... also mir ist schon klar, dass dann nicht die welt plötzlich zusammenbräche oder so, wenn sie plötzlich keinen sinn ergeben würden, nur wie einschneidend es für die physik wäre. Danke :) 

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Du hast deine frage schon selber beantwortet du sagst es ist logisch und die gesetzte wurden bewiesen 

Falls man diese Gesetze ändern müsste dann nur geringfügig nur weil man zum Beispiel eine neue Theorie aufstellt heißt das nicht dass die Schwerkraft auf einmal nicht mehr funktioniert

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Kommentar von sgfd8
14.01.2016, 13:56

Klar sind viele sachen bewiesen, aber noch mehr nicht. und gerade in der quantenphysik, wie erwähnt, gibt es phänomene, die eigentlich keinen sinn machen, wenn man nach logik dahinter sucht. und natürlich kann man durch forschen noch den sinn herausfinden, aber ich bin mir nicht sicher, dass dies in dem bereich je geschehen wird... danke für die antwort 

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Wenn die Naturgesetze unlogisch wären, könntest du nicht diese Frage stellen.

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Kommentar von sgfd8
14.01.2016, 13:58

das stimmt, vielleicht aber nicht alle, denn für andere haben wir noch keine erklärung

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