Frage von frageklaus, 22

Was verursacht das Wackeln/Oszillieren eines Sternes im Fernglas?

Beim Beobachten des Nachthimmels ist mir im Süden die grosse Helligkeit von Sirius aufgefallen. Im Fernglas bewegt sich Sirius trotz Ruhighalten des Glases, d.h. er wackelt oder osziiliert. Beim Beobachen der Venus ist dieser Effekt weitaus geringer. Ist die Stärke des Effektes von der Entfernung des Objektes abhängig?

Expertenantwort
von Startrails, Community-Experte für Astronomie, 3

Hallo,

in unserer Atmosphäre findet immer ein Austausch zwischen kalten und warmen Luftschichten statt - mal mehr und mal weniger. Durch diesen Austausch kommt es zu Unruhen in der Atmosphäre.

Im Grunde ist das Flackern der Sterne von drei Faktoren abhängig.

Faktor 1 - die eben erwähnten Temperaturunterschiede
Je größer diese Unterschiede sind, desto heftiger flackern Sterne. Schön beobachten kannst du dies wenn du dich ein paar Kilometer einer größeren Stadt befindest und in diese schaust. Die Sterne über der Stadt flackern ordentlich.

Faktor 2 - die Höhe des Sterns
Je niedriger ein Stern am Himmel steht umso mehr flackert er. Grund ist, dass sein Licht durch mehr Atmosphäre durch muss als das Licht eines Sterns der recht nahe im Zenit zu finden ist.

Faktor 3 - die Helligkeit eines Sterns
Je heller ein Stern ist desto auffälliger ist sein Flackern. Der Stern Dubhe im Großen Wagen flackert nicht so auffällig wie Sirius im Großen Hund.

Antwort
von derastronom, 4


Das nennt man Szintillation


 [lateinisch »das Funkeln«] die, -/-en,

das Flimmern der Sterne bei Beobachtungen von der Erde aus, v. a. wenn sie in der Nähe des Horizonts stehen. Die Szintillation beruht auf Turbulenzen in der Erdatmosphäre und der damit zusammenhängenden Änderung der Brechzahl in den Turbulenzelementen (Größe einige Zenti- bis Dezimeter). Die durch die Luftunruhe verursachten schnellen Richtungsänderungen der einfallenden Sternstrahlung (Richtungsszintillation, englisch Seeing) äußern sich in einem Hinundhertanzen des Sternbildes um einen mittleren Ort. Die Intensitätsszintillation besteht in unregelmäßigem Schwanken des vom Stern kommenden Strahlungsstroms



aus: http://universal\_lexikon.deacademic.com/126666/Szintillation

Anmerkung: Mit "Hinundhertanzen des Sternbildes" ist hier die optische Wahrnehmung eines Sterns gemeint, nicht "Sternbild" im Sinne von Konstellation.

Bei Abbildungen von Planeten ist dieses Gefunkel weitaus geringer, da diese schon einen kleinen aber immerhin spürbaren Winkeldurchmesser am Himmel einnehmen, daher ist das Lichtbündel nicht so anfällig für Szintillation als dies für die nahezu punktförmigen Fixsterne der Fall ist.

Man kann sich das auch zur groben Orientierung zunutze machen: Wenn etwas relativ helles an "Stern" am Himmel nicht oder fast nicht funkelt, dann sind die Chancen sehr groß, dass man einen Planeten sieht.

LG




Antwort
von DerOnkelJ, 14

Das sind Luftbewegungen! Insbesondere wenn sich Luftschichten mit unterschiedlichen Temperaturen aneinander vorbeibewegen gibt es dieses Flimmern. Das siehst du auch im Sommer über einer heißen Teerstraße oder über einem Grill

Antwort
von SchumiFan91, 10

Diesen Effekt, dass die Luftturbulenzen ein "Flimmern" verursachen nennt man auch Seeing.

Antwort
von maxim65, 13

Die Atmossphäre.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten