Frage von Dodsble1, 16

Was versteht man unter dem unerwünschten Vorhang der Keimbildung bei der Kristallisation?

Antwort
von PWolff, 7

Auch wenn bei den gegebenen äußeren Bedingungen (insbesondere Temperatur und ggf. Konzentration einer Lösung) die Kristallphase eigentlich die stabile ist, so ist die Schmelze / Lösung / ... in aller Regel metastabil. D. h. es bedarf eines Anstoßes, damit die Kristallisation beginnt.

Am effektivsten für die Kristallisation sind schon existierende Kristalle. Solche Kristalle (besonders mikroskopisch kleine), die eine Kristallisation einleiten, nennt man (Kristallisations-)Keime.

Aber es können sich auch an anderen Stellen Kriställchen bilden. Bekanntestes Beispiel dürfen die Natriumacetat-Handwärmer sein, bei denen eine plötzliche Erschütterung regelmäßig ausreicht, submikroskopisch kleine Kristalle zu erzeugen, an denen dann die Kristallisation beginnt und rasch durch die gesamte Lösung fortschreitet.

Wenn man z. B. einen Einkristall züchten will, sind Kristallkeime außer dem einen, den man gezielt einbringt, natürlich sehr kontraproduktiv.

Kommentar von Dodsble1 ,

Verstehe ich das richtig ? Fungieren die Keime dann als Impfkristalle?

Kommentar von PWolff ,

Ja.

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