Was versteht man unter dem Kollektorertrag einer Solaranlage?

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3 Antworten

Gute Frage, denn die Solarbranche täuscht seit Jahren die Öffentlichkeit mit unbestimmten Ertragswerten. Da gibt es Ausdrücke, wie: "Deckungsbeitrag", "Kollektorertrag", "Kollektorertrag pro qm", "Bruttokollektorertrag", "Nettokollektorertrag".

Lass die Finger von dem Ausdruck "Kollektorertrag", wenn er nicht auch mit Wort "Netto" vorangestellt worden ist. Denn du musst dir vorstellen und klarmachen, was "Bruttokollektorertrag" in Wirklichkeit bedeutet.

Beim "Bruttokollektorertrag" wird der gesammte Solarertrag als SolarWÄRMEertrag aufaddiert, der im Jahr von der Sonne erzielt wurde. Da werden dann Erträge von angeblichen 500 kWh/pro m²-Kollektorfläche im Jahr angegeben, wodurch der unwissende Laie dann glaubt, er könne mit einem 4qm-Solarkollektor also angeblich 2000 kWh Heizwärmeertrag durch die Solarwärme substituieren. Der "Trick" beim "Bruttosolarwärmeertrag" ist aber, dass bei dieser Zählung die gesamte solare Wärme gemessen und aufaddiert wird, egal ob man - insbesondere im Sommer - die Wärme benötigt hat oder nicht. Der solare Wärmemengenzähler zählt sturr und dumm und addiert die solare Wärmemenge auf, ohne allerdings zu berücksichtigen, dass - insbesondere im Sommer - zuviel solare Wärme von der Sonne kommt, die aber gar nicht benötigt wird und deshalb auch ein Grossteil überhaupt nicht zur Senkung der Heizwärmekosten herangezogen werden können. Ein Grossteil der solaren Wärme verpufft also im Sommer, ohne effektiv genutzt worden zu sein, trotzdem wurde diese Menge beim "Bruttokollektorwärmeertrag" mitgezählt und mitaddiert.

Der "Nettokollektorertrag", genauer der "NETTOkollektorWärmeertrag" in kWh, zeigt dagegen NUR DIE die solare Wärme an, die der Solarkollektor auch wirklich effektiv zur Senkung der Heizkostenabrechnung generiert hat. Und das sind in der Regel Ertragswerte von ca. 200-250 kWh pro qm-Solarkollektorfläche im Jahr.

Also wichtig: immer den genauen "Nettokollektorwärmeertrag in kWh" von deinem Solaranbieter erfragen und SCHIFTLICH (!) bezogen auf deinen speziellen Installations-Fall angeben lassen. Wenn dein Anbieter dir diese Antwort nicht gibt, lass die Finger von dem Solaranbieter.

Ein ganz ärgerlicher Begriff ist der Ausdruck "Deckungsbeitrag", der immer in Verbindung mit Prozentangaben verwendet wird, also z.B. "Die Solaranlage erzielt einen Deckungsbeitrag von 60%". Hört sich sehr viel an, nicht wahr?

Verschwiegen wird dabei aber, dass dieser "Deckungsbeitrag" von angeblich hohen "60%" sich dann nur auf die sog. "Trinkwassererwärmung" bezieht, die allerdings nur ca. 20% (ca. 4.000 kWh) des Gesamtheizkommens (100% = ca. 20.000 kWh) ausmacht und die wichtige und heizkostenrelevante Raumheizungswärme (80%) in dem Begriff "Deckungsbeitrag" nicht enthalten ist. Man spart also, wenn von "Die Solaranlage erzielt einen Deckungsbeitrag von 60%" die Rede ist, nur 60% von 20% ein, was dann (bestenfalls nur ca.) 12% des Gesamtheizaufkommens an Ersparnis bedeutet. Effektiv sind es aber nur ca. 6,1%, was auch in diesem Video beschrieben wird:

Ich könnte dir noch mehr Details der "solaren Täuschung" erzählen, die in diesem 7 Varianten der Täuschung in Kurzform beschrieben werden.






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Das Wort klärt doch schon alles auf;)

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die menge an energie die umgestzt wird?

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