Frage von Happiness88, 12

Was versteht Jean- Paul Sartre unter dem "Analogon" im Zusammenhang mit seiner Bildtheorie und welche Aufgabe kommt diesem (dem Analogon) zu?

Sartre macht da eine Unterscheidung zwischen der images mentales und images physiques. Ich verstehe Sartres Bildtheorie echt gar nicht :( Was heisst, dass ein Wahrnehmungsobjekt bei den images physiques als Analogon fungiert, um ein abwesendes Objekt imaginär in Erscheinung zu bringen? Braucht man das bei den images mentales nicht?

Antwort
von berkersheim, 9

Eine gute, geraffte Darstellung findest Du unter:

http://www.gib.uni-tuebingen.de/netzwerk/glossar/index.php?title=Bildbewusstsein

Abschnitt Jean-Paul Sartre.

Darin heißt es (Einfügungen und Hervorhebungen von mir):

"Die images mentales (die reinen geistigen Vor­stellungen) greifen für die Konsti­tution der Imagi­nation auf den Wissens­bestand, die Affek­tivi­tät und Be­wegungs­emp­fin­dungen des ima­ginie­renden Bewuss­tseins zurück, wohin­gegen bei den images physiques (den physischen Bildern bei Husserl) ein Wahr­nehmungs­objekt als Analo­gon fungiert, um ein abwe­sendes Objekt imaginär zur Er­scheinung zu bringen."

Als Analogon weist das Analogon als eine Art Transportmittel aus. Ein physisches Gemälde in seiner ganzen Erscheinung ist sozusagen eine Imaginations-Stütze für die rein mentale Vorstellung. Stell Dir folgendes Gespräch vor: Ach erinnerst Du Dich noch an unseren Klassenkameraden Karl Hammerstein? - Karl Hammerstein? Den Namen erinnere ich, aber mir fehlt im Moment die Vorstellung, wie er aussah. - Warte, ich habe hier ein altes Bild vom letzten Schulausflug, siehst Du rechts, das ist Karl. - Ah, ja, jetzt hab ich wieder sein Bild vor Augen!  -- In diesem Beispiel wird deutlich, wie ein Foto als Analogon dient, dass sich jemand überhaupt wieder an Karl erinnert. Das Foto ist ein Hilfsmittel, eine Erinnerungsstütze - das nennt Sartre ein Analogon.

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