playswithwolves am 22.05.2009 um 0:10 Uhr
Ich weiß, wofür der Begriff Atheismus steht. Das Problem ist, dass er zumeist falsch hergenommen, ausgelegt bzw. interpretiert wird, daher diese Umfrage. Bitte aufrichtig sein, ich verdamme niemanden in die "Atheistische Hölle". ; )

Atheismus ist kein Glaube. Es ist die Ablehnung Eurer Glaubensinhalte, Eures christlichen oder sonstigen Götterglaubens, dabei aber kein eigenständiger Glaube für sich.
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"Ich kenne den Atheismus durchaus nicht als Ergebnis, noch weniger als Ereignis: er versteht sich bei mir aus Instinkt. Ich bin zu neugierig, zu fragwürdig, zu übermütig, um mir eine faustgrobe Antwort gefallen zu lassen. Gott ist eine faustgrobe Antwort, eine Undelikatesse gegen uns Denker - im Grunde sogar ein faustgrobes Verbot an uns: ihr sollt nicht Denken!"
Friedrich Nietzsche
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Der Kernsatz ist:
"Atheismus ist die Abwesenheit von Glauben!"
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Atheismus ist genauso ein Glaube, wie eine Glatze eine Frisur ist, oder Nichtrauchen eine Sucht!
Ich komme nämlich als Atheist noch nicht mal zu dem Punkt, an dem ich Euren abrahamitischen Gott überhaupt eine Position einnehmen lasse, an welcher er durch meinen Glauben oder Nicht-Glauben geadelt wird. Seine Voraussetzungen und seine Beschreibungen sind dafür zu grotesk.
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Wenn ich nun sage es gibt eine klassisch-normale Imbissbude in einem Wohnwagen auf dem Saturn, GLAUBT Ihr dann, dass das nicht stimmt??
Nein.
Die These, diese Behauptung, ist nämlich derart albern und grotesk, dass man auf rationaler Ebene dies noch nicht mal in die engere Wahl derer Informationen nimmt, die entweder zu glauben, oder nicht zu glauben sind und man diese Stante Pedes verwirft. Dieser Blödsinn mit Pommes rot-weiß auf dem Saturn ist freilich so ein Quatsch, das man es zu Recht noch nicht mal "Nicht Glaubt".
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Und genauso verhält es sich mit einem Wesen, welches die Frauen dieser Welt, aus den Rippen der Männer dieser Welt geschaffen haben will, welche wiederum aus Dreck geschaffen wurden.
Verhält es sich mit einem Wesen, das eine Ewigkeit mit einem Himmel und einer Hölle konstruiert haben will, in welches es uns schickt auf Basis dessen was wir Menschen glauben oder nicht glauben.
Verhält es sich mit einem Wesen welches einen Tag lang die Sonne aufgehalten haben will, damit sein Volk ein anderes Volk noch länger und umfassender in einer Schlacht abschlachten, Völkermord betreiben kann.
Verhält es sich mit einem Wesen, welches die ganze Erde mit Wasser geflutet haben will, es aber vorher noch ein Pärchen einer jeden Tierart auf ein Holzboot verfrachtet.
Usw., etc.
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Ich GLAUBE ja auch nicht, dass das Ungeheuer von Loch Ness, die Zahnfee, Einhörner, der Nikolaus, Trolle, der Yeti und der Osterhase nicht existieren.
Das hat nichts mit Glauben zu tun.
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"Glauben" heisst:
jeden Irrtum auszuschliessen
Widersprüche gänzlich zu ignorieren
auf Beweise zu verzichten
anderen voll und ganz und ungeprüft zu vertrauen
den kritischen Verstand auszuschalten
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Und das ist aber exakt und genau das Gegenteil von dem, was Atheisten tun!
Darum kann man nicht behaupten, Der Atheist würden glauben.
Wir glauben das, was wir auf rationaler Ebene zu einem ausreichenden Maß überprüfen und nachvollziehen können.
Wir glauben zu glaubende Prämissen, wenn sie sich auch mit der Realität potentiell decken könnten und nicht das, was irgendjemand behauptet, es sei einfach so und basta.
Wir glauben das, was wir durch Sehen, Denken, Prüfen, durch kausale Zusammenhänge erschließen und durch forschen, arbeiten, lernen, erfahren können. Aber wir akzeptieren, dass dieses Wissen nur vorläufig, relativ, beschränkt und lückenhaft ist. Wir sind jederzeit bereit unseren Wissenstand neueren Erkenntnissen anzupassen.
Das ist gelebte Geistesfreiheit! Und diese steht einem jeden Menschen zu.
Wenn zwei Theorien in Widerspruch stehen, glauben wir derjenigen mit den besseren Argumenten, derjenigen, die einer Überprüfung standhält, derjenigen, die beweisbar, die sinnhaftiger ist.
Dabei akzeptieren wir niemals, dass eine Theorie von sich behauptet, die absolute Wahrheit zu sein! Absolute Wahrheiten gibt es für vernunftbegabte Menschen nicht, und wenn es sie gäbe, hätten wir kein Kriterium mehr, um das überprüfen zu können.
Ebenso akzeptieren wir niemals eine Theorie, die der Logik widerspricht, wie eben z.B. gerade umfassend beschrieben, das Christentum.
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Andererseits lässt sich durch Logik und Psychologie wunderbar erklären, warum soviele Menschen in die Religionsfalle tappen, sich daraus nicht mehr befreien können und den lieben langen Tag lang mit den unsinnigsten Thesen hausieren gehen.
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"Denken überzeugt Denkende. Darum überzeugt denken selten"
Karlheinz Deschner

Anleitung zum Gottesglauben
Sechs einfache Schritte
von Sam Harris
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Erstens müssen Sie an Gott glauben wollen.
Zweitens müssen Sie einsehen, dass es besonders erhaben ist, an Gott zu glauben, weil es keine Belege für seine Existenz gibt.
Dann müssen Sie drittens erkennen, dass die menschliche Fähigkeit, an Gott zu glauben, weil es keine Belege für seine Existenz gibt, selbst ein Beleg für Gottes Existenz darstellt.
Nun müssen Sie viertens jeden Drang nach weiteren Belegen (sowohl für sich selbst als für andere) als eine Form der Versuchung ansehen, die spirituell ungesund ist und den Intellekt verdirbt.
Beziehen Sie sich fünftens auf die Schritte 2-4 als Akte des „Glaubens“.
Beginnen Sie wieder bei 2.
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Es sollte klar sein, dass es sich hier um ein Perpetuum Mobile des Wunschdenkens handelt – und es notwendigerweise zu einer geringeren Selbsterkenntnis und einem verringerten Kontakt mit der Realität führt. Aber es soll angeblich viele Vorteile mit sich bringen und sobald Sie es angeworfen und am Laufen haben, befinden Sie sich in guter Gesellschaft. Tatsächlich sieht es so aus, als wären Sie niemals wieder einsam.
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Viel Spaß!

ich habe lange darüber nachgedacht und hier kommt se nun, meine Antwort:
Atheismus bedeutet für mich, mein Leben leben zu können/dürfen, ohne irgendeinen Gott oder höhere Macht untertänig zu sein. Es bedeutet, dass ich nach MEINEN Moralvorstellungen leben kann, ohne dabei Gewissensbisse zu verspüren und meine Moral auch vor der Welt vertreten und vor allem begründen kann.
Ich bin damit frei von irgendwelchen Glaubensrichtungen, die mich einengen und mich zu Handlungen zwingen, die meinen persönlichen Wünschen und Gebräuchen widersprechen.
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Das alles insgesamt bedeutet für mich Glücklichsein!

Atheismus ist für mich einfach eine Weltsicht, die keinen Gott braucht. Dabei sind die Gründe verschieden, warum man nicht an Gott glaubt, aber ich kenne niemanden, der das wie eine Ersatzreligion oder -glaube lebt. Wie soll so was auch funktionieren?

atheismus kommt aus dem altgriechischem und bedeutet an keinen Gott glaubend!
Solipsist am 22. Mai 2009 10:27 Und weshalb optierst Du dann unsinnigerweise für Religion?
InaDorner am 22. Mai 2009 10:50 weil die Konfessionsfragen zur religion gehören. Prinzipiell kann man sie auch anderswo ansiedeln - da gebe ich dir recht - das ist jedem selbst überlassen - je nachdem wo er den Atheismus verknüpft sieht - subjektive Meinung und Empfinden
Solipsist am 22. Mai 2009 10:55 Die Fragen vielleicht, die Antwoten aber nicht alle.
Gehör ich als Nichtraucher zu einer Untergruppe der Raucher?
Wohl kaum.
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Atheismus hat keine Glaubenssätze, Glaubensinhalte, Dogmen, Gebete, nichts. Also keine Religion.
InaDorner am 22. Mai 2009 11:04 also wenn man mal geraucht hat und es dann aufgab, dann gehört man wohl zu einer Untergruppe der Raucher...wenn man nie geraucht hat...auch entfernt, denn man hat ja passiv geraucht - du auch denn bestimmt bist du nicht in einer Glasglocke durch die Gegend gelaufen - du siehst es ist alles auslegungssache - es ist alles miteinander verbunden, weil alles eins ist...
Solipsist am 22. Mai 2009 11:08 Atheismus ist per Definition keine Religion und auch nicht mit "Auslegungssache" einzufangen.
Die Bezeichnug "Religion" ist voll umfassend falsch. Die Religion des Nicht-Glaubens, oder was?
Was betet der Atheist denn an? Nichts.
Unchrist am 22. Mai 2009 12:10 Klar ist es auslegungssache. Ich lege es so aus: Religionen sind untergruppen von Atheismus. Christen sind zum Beispiel Atheisten, wenn es um Allah geht. Moslems und Christen sind Atheisten was Pan, Zeus, Mars etc. angeht. Also sind alle Gläubigen eine Sonderform von Atheisten.
Solipsist am 22. Mai 2009 12:16 :-)) Chapeau!
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Es hat ca. 120.000 Götter und Nebengötter in der Menschheitsgeschichte.
Du glaubst nicht an 119.999 davon, Unchrist und ich sind Dir lediglich einen voraus.

Alles Wesentliche dazu steht schon im Beitrag von Soli deshalb ohne weitere Worte.
Für mich hat Atheismus etwas mit einer Weltanschauung zu tun, aber nur, weil es so verdammt viele fundamentalistische Gläubige in unserer Gesellschaft gibt. Prinzipiell bin ich Humanist!

Atheist sein bedeutet einfach nur "nicht gläubig" sein. Oder wie es Wikipedia ausdrückt:
"Atheismus bezeichnet nach üblichem Sprachgebrauch die weltanschauliche Grundauffassung, dass es keinen Gott gibt."
Eine tiefere Bedeutung des Wortes "Atheist" gibt es nicht. Der Atheist glaubt schlicht und einfach nicht an einen Gott/Götter.
Und deswegen ist Atheismus auch keine Religion, weil man als Atheist eben nicht "glaubt, dass es keinen Gott gibt", sondern "nicht glaubt, dass es einen Gott gibt".
Unchrist am 22. Mai 2009 10:45 Hey, ich habe nur deinen Avatar gesehen und gedacht: "hä? habe ich gestern so viel getrunken, dass ich nicht mehr weiß, auf diese Frage schon geantwortet zu haben" :-)
Complex am 24. Mai 2009 21:50 Hehe, ging mir ganauso :) Scrolle gerade hier die Seite nach unten um deinen Kommentar zu lesen und denke mir: "Hö ? Das hab doch nicht ich geschrieben ... oder doch ?? Hö ?" :D

Atheismus ist ein nicht glauben an etwas Göttliches, aber durchaus ein Glauben in etwas anderes, wie zB Medizin, Wissenschaft. Ein glauben an absolut gar nix bezeichnet man als Nihilismus.

Ich würde den Atheismus unter Weltanschauung einstufen. Ein Atheist glaubt "an nichts".
Wiki sagt dazu: „Unter Atheismus versteht man im weiteren Sinne die Abwesenheit der Auffassung, dass es göttliche Wesen gibt“.
Ich allerdings glaube an einen "Schöpfer aller Dinge", wie immer man den auch nennen mag :-)
playswithwolves am 22. Mai 2009 00:25 Ich bezeichne mich selbst als Atheisten. Ich glaube jedoch nicht an Nichts, sonst wäre ich ein Nihilist.
Muß noch einen Nachtrag machen: Ich bin nicht gläubig im religiösen Sinn. Ich bin aber auch kein Atheist, denn das ist eine Bezeichnung für einen, dem das Nichtglauben wichtig ist. Mir ist das Nicht-Gläubig-sein unwichtig, ich stehe ihm neutral gegenüber. Ich lasse alle Menschen glauben oder nicht glauben, was sie wollen ohne sie missionieren zu wollen oder sie in irgendeiner Form umstimmen zu wollen. Atheisten mache das aber manchmal.

bzw. Glaube
Seltsam am 22. Mai 2009 00:11 Ich will eine Sekte aufmachen!!!! :)
GrueneFee am 22. Mai 2009 00:12 Auja! :D
Seltsam am 22. Mai 2009 00:14 Ich weiss noch nicht genau worum es gehen soll, aber auf jeden Fall gibts FREIBIER!!! :D
GrueneFee am 22. Mai 2009 00:19 Ja, das ist ein Plan. Aber nur guten Stoff ;)
Seltsam am 22. Mai 2009 00:38 behave yourself, muffin ;)
Unchrist am 22. Mai 2009 12:07 Du meinst wohl Biervulkan!!!!

a-theis = griechisch für ohne Gott, Nicht-Gott. Atheisten glauben nicht an die Existenz Gottes.
Solipsist am 22. Mai 2009 10:04 Nein. Es FEHLT der Glaube an Gott.
Einen Glauben gegen etwas zu haben, oder diesen glauben nicht zu haben, ist ein fundamentaler Unterschied.
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"Religion" ist eie grundfalsche Antwort.
Atheismus hat keine Glaubenssätze, Glaubensinhalte, Dogmen, Gebete, nichts.

Atheisten verwechseln sich selbst manchmal mit Agnostikern.

...jetzt mal so auf die Schnelle, so wie ich es mal hörte..

So würde ich es am ehesten umschreiben.
You nailed it!
Besser hätte ich es kaum formulieren können. Diese Umfrage sollte mir einen kleinen Eindruck davon verschaffen, wie viele Leute nach wie vor meinen, A-Theismus sei ein Glaube.
Oh ich hab noch ein Beispiel: Wenn "Atheismus" ein "Glaube" ist, dann ist "Nicht Briefmarken sammeln" ein "Hobby".
Vielen Dank für den Beitrag. Dies ist meine Frage gewesen, daher wollte ich mich ausnahmsweise mal nicht äußern. Dank dir ist das auch nicht nötig.