Frage von llollopop, 25

Was unterscheidet Gerechtigkeit von Fairness?

Antwort
von Anonymous221, 23

Hallo,

ich Zitiere einfach mal einen anderen Gutefrage User namen Albrecht

John Rawls hat eine Theorie vorgelegt, in der Gerechtigkeit als Fairness verstanden wird.

Gerechtigkeit ist ein grundlegender zentraler Wert in der Ethik und gehört zu den Tugenden. Inhaltlich kann die Bedeutung des Begriffs mit einer ungefähren Annäherung angegeben. In ihm steckt sowohl die Richtigkeit des Rechts als auch die Rechtschaffenheit von Personen. Der Begriff bezieht sich umfassend auf das Miteinander von Personen und die Verteilung von Gütern.

Duden, Das Fremdwörterbuch. 9., aktualisierte Auflage. Herausgegeben von Dudenredaktion. Mannheim ; Leipzig ; Wien ; Zürich : Dudenverlag, 2007 (Duden ; Band 6), S. 310 zu fair:

a) anständig, ehrlich, gerecht

b) (Sport) den [Spiel]regeln entsprechend, sie beachtend, kameradschaftlich

zu Fairness:

1) (Sport) ehrliches, anständiges Verhalten in einem sportlichen Wettkampf

2) a) gerechtes, anständiges Verhalten [im Geschäftsleben]

b) ehrliche Haltung anderen gegenüber

John Rawls hat Wissen über unterschiedliche Gerechtigkeitstheorien besessen. Der Begriff Gerechtigkeit wird in diesen nicht immer als Fairness verstanden bzw. mit Fairness gleichgesetzt, wie ihm klar war. John Rawls selbst hat aber Gerechtigkeit als Fairness verstanden und dieses Konzept vertreten. Dabei handelt es sich um eine Vertragstheorie.

In seinem Werk „A Theory of Justice“ („Eine Theorie der Gerechtigkeit“), Kapitel 1, § 3 erklärt er es zur leitenden Idee, daß die Prinzipien der Gerechtigkeit für die Grundstruktur der Gesellschaft Gegenstand einer ursprünglichen Übereinstimmung/Vereinbarung sind. Die Prinzipien würden freie und rationale Personen, die sich um die Förderung ihrer eigenen Interessen kümmern, in einer Ausgangslage der Gleichheit als Bestimmung der grundlegenden Bedingungen ihrer Vereinigung/ihres Zusammenschlusses akzeptieren. Diese Prinzipien regeln weitere Vereinbarungen. Diese Betrachtungsweise (seine Auffassung) der Prinzipien der Gerechtigkeit nennt John Rawls Gerechtigkeit als Fairness („This way of regarding the principles of justice I shall call justice as fairness.“).

John Rawls, Gerechtigkeit als Fairness : ein Neuentwurf. Herausgegeben von Erin Kelly. Aus dem Amerikanischen von Joachim Schulte. Frankfurt am Main : Suhrkamp, 2001, S. 24: „Die Rolle der (zu einer politischen Auffassung der Gerechtigkeit gehörenden) Gerechtigkeitsprinzipien besteht darin, die fairen Bedingungen der sozialen Kooperation zu bestimmen […]. Diese Prinzipien geben die von den wichtigsten politischen und sozialen Institutionen festzulegenden Grundrechte und –pflichten an, außerdem regulieren sie die Aufteilung der aus einer sozialen Zusammenarbeit hervorgehenden Vorteile und weisen die zur Erhaltung der Kooperation nötigen Lasten zu. Da die Bürger in einer demokratischen Gesellschaft vom Standpunkt der politischen Konzeption als freie und gleiche Personen gesehen werden, können die Prinzipien einer demokratischen Gesellschaft als Grundsätze betrachtet werden, die angeben, welche Modalitäten der Kooperation zwischen so aufgefaßten Bürgern als fair gelten.“

Otfried Höffe, Einführung in Rawls’ Theorie der Gerechtigkeit. In: John Rawls, Eine Theorie der Gerechtigkeit. Herausgegeben von Otfried Höffe. Berlin : Akademie-Verlag, 1998 (Klassiker auslegen , Band 15), S. 9: „Generell bestimmt Rawls die Gesellschaft als jene „Kooperation zu wechselseitigem Vorteil“, die sich mit Konflikten mischt. Kooperativ ist eine Gesellschaft, insofern sie für jeden ein besseres Leben ermöglicht, konfliktuell, weil jeder einen möglichst großen Nutzen sucht, sich vor den anfallenden Lasten dagegen drückt. In dieser Situation obliegt der Gesellschaft die Aufgabe, die Vorteile und Lasten der gemeinsamen Arbeit festzulegen. Nach Rawls soll der um die Lasten verminderte Nutzen der Gesellschaft, ihr Per-Saldo-Vorteil, jedem gleicherweise zugute kommen. Und in diesem Sinn eines Vorteils für jeden gilt die Gerechtigkeit als Fairneß.“

Wolfgang Kersting, John Rawls zur Einführung. 1. Auflage. Hamburg : Junius, 1993 (Zur Einführung ; 92), 1993, S. 26 über Vertragstheorien, bei denen Verbindlichkeit von allgemeiner Zustimmungsfähigkeit abhängig ist: „Das systematische Rückgrat dieser modernitätsadäquaten Rechtfertigungstheorie ist der normative Individualismus, der das Individuum mit moralischer Autonomie ausstattet und die gesetzgebenden Autoritäten Gottes und der Natur durch das Recht jedes Individuums ersetzt, nur durch solche Gesetze in seiner Freiheit eingeschränkt zu werden, auf die es sich mit allen anderen im Rahmen fairer verfahren und auf der Grundlage der gleichberechtigten Teilhabe geeinigt hätte.

Freundliche Grüße

Anonymous221

Antwort
von implying, 23

gerechtigkeit ist nicht immer fair. fairness nicht immer gerecht.

man kann sich beispielsweise jemandem gegenüber fair verhalten, der es nicht verdient hat, weil er selbst unfair ist. dann ist das in den augen eines beobachters ungerecht, aber dennoch fair.

andererseits sind viele strafen für übeltäter vor gericht gerecht, weil jeder mensch gleich behandelt werden muss. im verhältnis zur tat und dem leid des opfers sind solche strafen aber oft unfair.

Antwort
von PWolff, 16

Fairness ist eine Eigenschaft des einzelnen Handelnden gegenüber einem einzelnen anderen (oder einer Gruppe).

Gerechtigkeit ist etwas, das von außen beurteilt oder angewendet wird.

Ein Fußballspieler, der einem Gegenspieler ein Bein stellt, ist unfair. Ein Fußballpieler, der ein Handspiel zugibt, obwohl es sonst keiner gesehen hat, ist fair. Der Schiedsrichter, der entsprechend Sanktionen verteilt oder auch nicht, ist gerecht bzw. ungerecht.

Antwort
von MarkusJaja, 9

Gerechtigkeit ist ein weitergehender Begriff und Umfasst einen Gesamtzustand, während Fairniss nur den Weg zu einem Zustand beschreibt.

Abgesehen davon dass es unterschiedliche Gerechtigkeitsbegriffe gibt (von Gleichheit bis "Leistungsgerechtigkeit") gibt die unterschiedliche Dinge als gerecht betrachten, bleibt Fairniss sehr vage und so können auch ungerecht empfundene Dinge trotzdem fair ablaufen.

Antwort
von diamantgamer, 20

Gerechtigkeit ist gesetzlich, fair (zb lebenslang bei Mord)

Fairness ist human, fair (zb von Person zu Person)

Antwort
von Vorgott, 25

Fair ist ein Sportsmann, wenn er einem Torward beim Handball unglücklicherweise aus 3 Metern den Handball voll ins Gesicht zimmerte mit über 100 Kmh. Gerecht ist jemand, wenn er an alle gleich verteilt, auch wenn er es nicht müsste, oder seinem besten Freund eine Strafe zu kommen lässt, obwohl er den Geschädigten nicht mag, seinen Freund aber schon.

Kommentar von Vorgott ,

und dem Torward dann die Hand schüttelt und ihm den Ball aus dem Netz in die Hand gibt - habe ich vergessen zu schreiben ^^

Antwort
von pbheu, 17

gerecht ist, wenn du einem eine ohrfeige gibst, der deine freundin geküsst hat.

fair ist, wenn du ihm vorher erlaubst, die brille abzusetzen

:D

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