Frage von Onlinedachs, 17

Was unterscheidet einen teuren UKW-Empfänger von einem Billigen?

UKW-Empfänger ist ja nicht gleich UKW-Empfänger. Es gibt qualitative Unterschiede und der Empfang kann bedeutend besser sein. Aber was unterscheidet einen guten von einem schlechten UKW-Empfänger? Was ist es, dass den guten Empfänger teurer macht?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von bit77, 9

Der Unterschied zwischen einem einfachen und einem hochwertigen UKW Empfängerteil ist das Empfängerprinzip.

Ganz egal, ob die Frequenz durch eine PLL mit Quarrzoszillator oder nur mittels LC-Schwingkreisen erzeugt wird, ist die Anzahl der Kreise wichtig. Die besten Prinzipien sind der Doppelsuperhet oder der einfache Superhet.

Bei diesen Empfängersystemen werden zwei Oszillatoren verwendet, die gegeneinander um den wert der sogenannten Zwischenfrequenz verstimmt sind. In der Regel beträgt diese ZF 10,7 MHz.

Am Ausgang des Mischers bekommt man dann die modulierte ZF, welche dann diversen Bandfiltern zugeführt werden kann. Der Vorteil liegt darin, das Festfrequenzfilter verwendet werden können, die nicht auf die Empfangsfrequenz abgestimmt werden müssen, sondern lediglich auf die 10,7 MHz.

Nachteil des einfachen Superhets sind sicherlich Spiegelfrequenzen, die ein ganzzahliges der ZF betragen und sehr störend sein können.

Dies umgeht man mit dem Doppelsuperhet. Hier werden zwei ZF verwendet, die möglichst weit auseinanderliegen. Auch hier sind bestimmte Frequenzen sehr populär geworden: 10,7 MHz (wie bereits erwähnt) und 455 kHz.

Beim Doppelsuperhet wird die ZF 10,7 und 455 kHz zur Mischung herangezogen, es braucht zwei Mischer und einen Demodulator. Auch hier wird nach den Abstimmkreisen nur noch mit Festfiltern gearbeitet. Der Vorteil liegt hier besonders auf die Steilflankigen Durchlasskurven, welche mit verschiedenen Keramikfiltern auch noch schmäler oder breiter abgestimmt werden können.

Die ganz einfachen Empfängerprinzipien sind der Superregenerativ bzw. Rückkopplungs/Mittkopplungsempfänger. In denen eine Mitkopplung zur Bandbreitenbegrenzung verwendet wird. Wird diese zu stark angezogen, dann wird der Empfänger zum Sender. Neuere Konzepte mit IC-Technik verhindern dies.

Ein wirklich guter FM-Empfänger benötigt nunmal einen recht großen Schaltungsaufwand. Das kostet Zeit und natürlich Geld. Leider gibt es heutzutage keine wirklich guten Radios mehr. Allenfalls versierte Bastler, die sich nicht scheuen etwas selbst zu bauen, erfreuen sich an guten Empfängerkonzepten.

Mein eigenbau-Tuner ist inzwischen 35 Jahre alt und schlägt jedes neu gekaufte Radio um Längen. Das Ding dudelt von früh bis spät störungsfrei in der Werkstatt.

Antwort
von nordlyset, 9

Bei hochwertigeren Empfängern kannst du zum Beispiel die Frequenz genauer einstellen, als bei billigen, wo du nur in 0,05MHz-Schritten gehen kannst. Du kannst die Frequenz über eine Tastatur direkt eingeben, einige haben RDS, einen Eingang für eine externe Antenne und diverse Einstellmöglichkeiten. Bei den guten kann oft auch der Signalpegel genau angezeigt werden.

Sie sind trennschärfer, als ein billiges Radio und der Empfang ist deutlich besser. Mit meinem Radio kann ich hier am Niederrhein (Hochhaus) z.B. fast täglich Sender aus Bayern und Baden-Württemberg empfangen, außerdem über Scatter (sehr instabil) einen Sender aus dem äußersten Süden Bayerns. Draußen kann man zeitweise täglich den BBC empfangen. Das alles war mit meinen bisherigen billigen Radios nicht möglich, da war bei ca. 140 bis allerhöchstens 180km bei gutem Wetter in Hessen Schluss.

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