Was tut ihr bei schlimmen Depressionen?

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9 Antworten

Hallo bonemoon,

als erstes ist es für Dich wichtig zu wissen, dass eine Depression zwar eine schwere Erkrankung ist, die jedoch behandelbar und sogar heilbar ist. Du brauchst also nicht zu verzweifeln! Außerdem kannst Du selbst eine Menge tun, damit Deine Depression irgendwann besiegt ist.

Nachfolgend möchte ich Dir verschiedene Behandlungsmöglichkeiten aufzeigen:

In der Regel verschreibt der Arzt Antidepressiva, die stimmungsaufhellend und antriebssteigernd wirken und nicht abhängig machen. Besonders in der ersten Einnahmephase muss man mit Nebenwirkungen rechnen, die in der Regel jedoch nach 2-3 Wochen abnehmen. Viele empfinden die Einnahme eines Antidepressivums als sehr wirkungsvoll, da es außerdem dabei hilft, Konzentrationsprobleme zu überwinden.

Beachte bitte: Die medikamentöse Behandlung sollte unbedingt von einem Facharzt (Nervenarzt oder Psychiater) durchgeführt werden, da er sich am besten mit der Wirkung und Anwendung von Psychopharmaka auskennt. Es kann auch sein, dass nicht gleich das erste Medikament anschlägt oder nicht gut vertragen wird und auf ein anderes gewechselt werden muss. Daher ist es es wichtig, dem Arzt immer wieder Rückmeldungen zu Wirkung und Nebenwirkungen des Medikaments zu geben. Solltest Du Dich mit einem bestimmten Medikament absolut nicht wohlfühlen, dann ist die Rücksprache beim Arzt unbedingt notwendig. Alles Weitere kann er dann entscheiden.

Was bei leichten bis mittelschweren Depressionen als pflanzliches Mittel sehr gut hilft ist Johanniskraut. Es ist nebenwirkungsarm und wird von den meisten gut vertragen. Allerdings sollte man sich ein entsprechend hochdosiertes Präparat vom Arzt verschreiben lassen - die frei verkäuflichen Präparate in Drogeriemärkten sind dagegen zu schwach in der Dosis.

Da Medikamente allein nicht dazu geeignet sind, eine Depression zu heilen, könntest Du Dich auch an einen Psychotherapeuten überweisen lassen. Ein sehr gutes und bewährtes Verfahren zur Behandlung einer Depression ist die sog. "kognitive Verhaltenstherapie", bei der Du lernen kannst, negative Gedanken und Gefühle zu überwinden. Sie wird in der Regel von einem psychologischen Psychotherapeuten durchgeführt. Allerdings musst Du mit einer gewissen Wartezeit rechnen, bis Du mit der Therapie beginnen kannst.

Über die eben beschriebenen fachlichen Hilfen hinaus, kannst Du selbst einiges tun, um Deine Depression zu überwinden. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass es nicht leicht für Dich ist, aktiv zu werden, da die Depression Deine Kräfte lähmt. Sich überhaupt zu irgendetwas aufzuraffen erfordert enorme Kraftanstrengungen, doch Du wirst sehen, es lohnt sich! Es gehört eben zum Wesen einer Depression, das Gefühl zu haben, nicht in der Lage zu sein, in irgendeiner Weise aktiv zu werden. Doch höre nicht auf Dein Gefühl! Dieses Gefühl betrügt dich, da es Dich nur noch tiefer in die Depression treibt. Fang doch mit ganz kleinen Schritten an, z.B. mit einem kurzen Spaziergang.

Es ist ganz verständlich, dass Du so schnell wie möglich wieder aus Deiner Depression herauskommen willst und Du machst Dir womöglich Vorwürfe, dass Du nicht mehr so leistungsfähig bist wie früher. Vielleicht sagst Du Dir innerlich immer öfter: "Ich bin doch zu nichts mehr zu gebrauchen". Doch mit solchen Selbstvorwürfen raubst Du Dir nur Dein Selbstwertgefühl und Du verschlimmerst Deine Depression.

Ganz wichtig ist es gerade jetzt, dass Du nachsichtig und geduldig mit Dir selbst bist. Mach Dir immer wieder klar, dass es eben Zeit braucht, aus Deinem Tief wieder herauszukommen und dass eine Depression nicht ewig dauert. Du kannst sie überwinden und wieder völlig gesund werden! Vergiss das nie!

Da die Depression vorübergehend Deine Leistungsfähigkeit hemmt, solltest Du Dir nie zu viel an einem Tag vornehmen. Lerne es, immer nur kleine Aktivitäten durchzuführen und belohne Dich , wenn Du sie geschafft hast.

Wenn man eine Depression hat, dann saugt man negative Gedanken quasi wie ein Staubsauger in sich auf. Außerdem drehen sich Deine Gedanken wahrscheinlich ständig um Deine eigene schlimme Situation und immer wieder kommt Dir Negatives in den Sinn. Was könntest Du gegen die Negativspirale tun, in der Du gefangen bist?

Versuche doch einmal ganz bewusst über Folgendes nachzudenken: Gibt es etwas in Deinem Leben, wofür Du dankbar sein kannst? Welche Menschen sind für Dich da und lieben Dich? Gibt es weitere Menschen, die Dir helfen könnten? Gibt es etwas, was Dir guttun würde, um Dich für eine gewisse Zeit von Deinen negativen Gedanken abzulenken?

Manchen hilft es, wenn sie im Laufe des Tages mehrmals etwas Schönes und Angenehmes tun und es ganz bewusst wahrnehmen. Ein Beispiel: die geliebte Tasse Tee oder Kaffee in Ruhe trinken und versuchen, die damit verbundene Freude bewusst wahrzunehmen. Oder: In einer sonstigen angenehmen Situation verweilen und das Schöne daran eine ganze Zeitlang bewusst auf sich wirken lassen. Das wirkt wie Streicheleinheiten für Deine Seele! Probiere es doch einmal aus!

Bei der Behandlung einer Depression hat es sich sehr bewährt, sich möglichst mehrmals am Tag körperlich zu bewegen. Anfangs kann das ein kurzer Spaziergang sein, den Du im Laufe der Zeit etwas ausdehnen könntest. Das Laufen schafft das Gefühl, etwas geleistet zu haben und baut Dein Selbstwertgefühl auf. Ganz abgesehen davon, was die frische Luft und das Licht in Deinem Körper bewirken, wirst Du feststellen, dass beim Laufen Deine Grübeleien über Negatives nachlassen oder sogar ganz verschwinden. Andere Möglichkeiten der Bewegung wären z.B. Radfahren, Schwimmen oder Gartenarbeiten. Auch wenn es Dich anfangs große Überwindung kostet Dich in Bewegung zu setzen, wirst Du feststellen, dass sich Deine Stimmung mehr und mehr aufhellt.

Wenn man depressiv ist, dann sucht man verständlicherweise Hilfe und Trost bei anderen. Leider sind in unserer hektischen Zeit viele mit ihren eigenen Problemen und Sorgen beschäftigt und haben nicht immer die Gedanken frei, einem anderen mitfühlend und geduldig zuzuhören. Wenn Du das schon erlebt hast, dann kann das für Dich sehr verletzend sein.

Da ich in meinem Leben auch schon viele schlimme Dinge erlebt habe und nicht immer jemand da war, der mir hilfreich zur Seite stand, konnte ich dennoch erfahren, dass es jemanden gibt, der um den Schmerz des Herzens weiß und auf jeden Fall mit den Leidenden mitfühlt. Ja, ich spreche von Gott. Heutzutage haben viele den Gedanken an ihn verloren und erwarten keine Hilfe aus dieser Richtung. Wenn man sich jedoch mit seinem Wort, der Bibel, ein wenig beschäftigt, findet man dort viele sehr trostreiche Gedanken, die einem echt wieder Auftrieb geben können. Ein Text, der mir besonders gut gefällt und mir sehr zu Herzen geht ist dieser: "Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir. Blicke nicht gespannt umher, denn ich bin dein Gott. Ich will dich stärken. Ich will dir wirklich helfen. Ja, ich will dich festhalten mit meiner Rechten der Gerechtigkeit" (Jesaja 41:10). Gott wird die Depressionen zwar nicht durch ein Wunder zum Verschwinden bringen, doch er kann einem helfen, die richtigen Behandlungsmöglichkeiten zu finden und auch besser mit der Krankheit umzugehen.

Ich wünsche Dir, dass es Dir gelingt, Deine schweren Depressionen eines Tages zu überwinden, damit Du wieder unbeschwerter leben kannst! Falls Du weitere Hilfe zum Thema Depressionen brauchst, kannst Du mich gern jederzeit anschreiben. Alles Gute!

LG Philipp

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Kommentar von Philipp59
01.10.2016, 04:32

Vielen Dank für den Stern!

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- Wichtigster Punkt: Bist du bereits in Therapie? Als langfristiges Ziel solltest du dir eine Psychotherapie vornehmen, falls du noch nicht in Behandlung bist.

- Letztens habe ich über eine so genannte Mental Health Box gelesen, die einem in schwierigen Situationen helfen soll. Leider ist dazu vieles auf Englisch. Du kannst so eine Box selbst erstellen und dort legst du Dinge rein, die dich aufmuntern.

- Erstelle in guten Zeiten eine Notfallliste, was dich in depressiven Phasen aufmuntern könnte. Das könnte sein: Sport machen, zeichnen, Musik hören, einen besonderen Film schauen, Serie schauen, sich mit Freunden treffen oder nur einem sehr guten Freund, mit dem du darüber reden kannst, spazieren gehen, ... Je nachdem was deine Hobbys sind :) Versuche in depressiven Phasen dich aufzuraffen und die Liste auszuprobieren. Teste mal, ob du etwas findest, was dir in schwierigen Situationen am meisten hilft.

- Schreibe dir die Ängste und deine Gefühle von der Seele. Fange an ein Tagebuch zu schreiben oder schreibe mit einem sehr guten Freund darüber. Mir helfen auch sehr gute Internetbekanntschaften, mit denen ich einen E-Mail-Kontakt pflege. Vertraue dich jemanden an, das hilft sehr :)

- Vorbeugend kannst du auch etwas machen. Versuche dir alle paar Tage mal etwas vorzunehmen, auch wenn das nur kleine Dinge sind wie einen Spaziergang zu machen. Ich weiß nicht, was deine jetzige Situation ist, ob du arbeitest oder nicht. Aber gerade wenn du jetzt nichts machst, dann ist es umso wichtiger, mal das Haus zu verlassen und etwas zu unternehmen. Bei mir wurde meine Laune dadurch besser :)

LG :)

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Ich gehe bei meiner Antwort davon aus, dass du in Behandlung bist und bei dir schwere Depressionen diagnostiziert wurden.

Ich persönlich habe eine mehrgleisige Strategie in Situationen, in welchen es ich wirklich überhaupt nicht mehr aushalte:

  • Notfallmedikamente, allen voran Lorazepam (http://deprimed.de/lorazepam/). Lorazepam ist ein Benzodiazepin, welches stark beruhigend wirkt. Es macht die Depressionen nicht weg, nimmt dir jedoch den Leidensdruck. Lorazepam darf jedoch nur in Extremsituationen angewendet werden, da es bei längerer und regelmässiger Einnahme (nach ca. 4-8 Wochen) abhängig macht. Für den Notfallgebrauch ist es jedoch ein Segen.
  • Den Körper spühren. Es hilft sich manchmal auf seinen Körper zu konzentrieren (sofern dies möglich ist) als auf seine Psyche. Dazu gehe ich Spazieren und konzentriere mich auf meine Füsse, die ich korrekt abzurollen versuche. Auch hilft kalt duschen, Eiswürfel zerbeissen, scharf essen usw.
  • Soziale Kontakte. Ich bin in Extremsituationen nicht fähig aus dem Hause zu gehen. Dennnoch helfen soziale Kontakte mit Menschen die man gut kennt und vertrauen hat. Meistens lade ich diese Menschen zu mir nach hause ein im Sinne von "ich habe mal wieder einen Notfall, kommt bitte vorbei".
  • Ruhige Aktivitäten. Es hilft sich auf etwas anderes zu konzentrieren. Desshalb habe ich z.B. über youtube Tutorials Photoshop und Wordpress gelernt. Es können jedoch auch praktische Sachen sein wie Speckstein schleifen etc.
  • Kognitiver Verstand trainieren. Auch wenn es sich nicht so anfühlt, man weiss ja rein kognitiv, das wieder bessere Zeiten kommen werden. Dies muss man sich immer vor Augen halten. Ich habe mir auch gesagt, dass ich noch nicht alles probiert habe und kämpfen werde (bzw. alles probieren werde) bis zum Schluss. Unzählige Medikamente, Alternativmedizin, lange Psychotherapie, EKT, Botox usw.

Hoffe konnte dir ein bisschen weiterhelfen...

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Hey bonemoon,

wenn ich nachhacken darf. Was genau hältst du denn nicht aus?

Erstmals musst du dich beruhigen, versuche anstatt wahnsinnig zu werden, dich zu schonen. Denke dir einfach "Mir geht es jetzt nicht so gut, aber das Gefühl ist vergänglich.".

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Mir Gesellschaft suchen, Musik hören, weinen, ein Bad nehmen, lesen, zeichnen..

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Versuchs mal mit Bananen und Schokolade, da ist Serotonin drin, denn davon hast du deutlich zu wenig.
Ansonsten musst du Tabletten - Antidepressiva nehmen, die sind am wirksamsten. Dauert aber eine gewisse Zeit, bis die richtig wirken

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Ersteinmal Hilfe suchen!

Wenn du das schon getan hast, dann könntest du dich in einer ganz schlimmen Situation an deinen Therapeuten wenden und ihn um einen Notfall Termin bitten.

In ganz schlimmen Situationen hilft mir ein heißes Bad und Musik sehr viel.

Oft bringt es auch etwas, wenn man das Radio einschaltet. Das soll das Gefühl von Einsamkeit mindern und das wirkt teilweise schon enorm hilfreich!

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Sind deine Depressionen eine Selbst Diagnose? Wenn ja bringt das nichts. Such einen Therapeuten auf und lass es erstmal diagnostizieren bevor du dir über eine Krankheit den Kopf zerbrichst, die du nicht mal hast. Wäre ziemlich Schade..

Ansonsten : Beschäftige dich mit deinen Lieblingshobbies.

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Hallo,

Medikamente/Psychopharmaka helfen NICHT gegen Depressionen - im Gegenteil, das Risiko, Suizid zu begehen, steigt um das bis zu Achtfache an (insbesondere bei Fluoxetin), außerdem machen Antidepressiva abhängig (auch, wenn das Ärzte noch immer leugnen). Die Wirkungsweise dieser Pillen ist bis heute nicht bekannt. 

Was dagegen hilft:

* Psychotherapie!! Hierzu wendest du dich an einen Psychologen (nicht Psychiater). Zunächst hast du 5 Probestunden und kannst dann entscheiden, ob du dich bei dem Therapeuten wohl fühlst und eine Therapie machen möchtest

* Sport!!! Wirkt erwiesenermaßen antidepressiv. Dabei spielt es keine Rolle, welche Sportart man betreibt - es sollte dir in erster Linie Spaß machen! Reiten, Joggen, Tanzen, Schwimmen, ....... 

* sich selbst etwas Gutes tun: ein warmes Bad nehmen, ein schönes Buch lesen, Film schauen, sich mit Freunden treffen, ... 

* Tagebuch schreiben! Das Aufschreiben von Sorgen, belastenden Gedanken wirkt sich erleichternd auf die Seele aus. 

* Es gibt online Beratungsmöglichkeiten. Außerdem diverse Foren zum Thema. Der Austausch mit anderen Betroffenen kann helfen.

Vertraue dich evtl auch einem Lehrer an, den du magst (falls du noch zur Schule gehst), rede mit Freunden, bzw triff dich mit ihnen um auf andere Gedanken zu kommen...


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