Frage von 57EF1E53D77A, 39

Was tun wenn Mieter eigenständig einen angeblichen Mangel an mitgemietetem Möbel repariert, in dem er ein größeres und besseres kauft?

Hallo zusammen,

Untermieter M hat sich bei Untervermieter V beschwert, dass ein mitgemietetes Sofa sich nicht zum Bett ausziehen lässt. Das geschah 6 Monaten nach Einzug. V wusste von dieser Funktion nicht, daher steht im Mietvertrag nur "Sofa".

V hat sich bei dem Hauptvermieter erkündigt, und der hat gemeint, das Sofa hat er so gekauft. Es ist auch offensichtlich gebrochen und unbrauchbar. Es gibt aber lediglich eine Email vom Verkäufer, sonst keinen Beweis.

V hat M geschrieben, Mangel war beim Einzug bereit Vorhanden und daher hat M keinen Anspruch auf Ersatz oder Reparatur. M hat dagegen gesagt, das Sofa sei ok gewesen, und mit der Zeit habe sich die Lage verschlechtert.

M hat eine kurze Frist gesetzt und nach ihr Ablauf sich ein gebrauchtes gekauft, und meinte dass er die Kosten von der Miete abziehen wird.

Jetzt hat V festgestellt, dass das neue Sofa auch größer ist (für 3 personen) und (wahrscheinlich) auch teurer.

V Meinung nach ist diese Selbstvornahme unberechtigt, findet aber keinerlei Informationen dazu im Internet.

Was sollte jetzt V tun?

Muss V auf die Minderung sofort reagieren? oder reicht es wenn später ein Mahnbescheid erstellt? Kann V die fehlende Miete von der Kaution abziehen?

  • Mängelanzeige und Fristsetzung wurden per Email erledigt. Notfalls kann V bestreiten dass hat diese Emails bekommen hat (Sie sind nicht digital unterschrieben und V hat auf sie nicht geantwortet)
  • Eine kündigung ist aus verschiedenen Gründen nicht möglich
Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 34

Handelt es sich bei dem Untermieter um ein Familienmitglied, weshalb eine Kündigung nicht möglich sein soll?

Selbstvornahme ist immer dann berechtigt, wenn sich der Vermieter nicht bemüht, einen Mangel innerhalb vernünftiger Frist zu beheben. Bei Einrichtungsgegenständen kann diese Selbstvornahme darin bestehen, dass das beschädigte Teil raus genommen und durch ein anderes ersetzt wird.

Das heraus genommene Teil darf aber nicht ohne Zustimmung des Vermieters einfach entsorgt werden, sondern muss ggf. eingelagert werden, um es bei Auszug wieder zurück zu stellen.

Die Kosten für das "neue" Möbelstück können auch nicht einfach von der Miete einbehalten werden, denn die Entscheidung, wieviel Geld ein Vermieter für was ausgibt, muss ihm schon selbst überlassen werden.

Als Vermieter solltest Du nun schriftlich (nicht elektronisch) reagieren. Teile dem Mieter mit, dass Du zwar einverstanden bist, dass das Sofa ausgetauscht wurde, jedoch verlangst Du einen Nachweis über den Verbleib des raus genommenen Sofas. Außerdem teilst Du mit, dass Du das "neue" Teil nicht erwerben wirst und daher die rückständige Miete bist zum ... nachzuzahlen ist.

Sollte das bis zu der Frist nicht erfolgen, könntest Du zwar einen Mahnbescheid beantragen. Wenn der Mieter diesem jedoch widerspricht, müßtest Du klagen und das lohnt sich vermutlich wirklich nicht. Anstatt Mahnbescheid, hältst Du Dich dann am besten an die Kaution (nach Mietende). Zusätzlich erhöhst Du die Miete kräftig, sodass Dein Ärger wenigstens finanziell einen gewissen Ausgleich findet.

Kommentar von 57EF1E53D77A ,

Es handelt sich nicht um eine normalle Untermiete, also erleichterte Kündigung geht nicht. Auch Mieterhögung.

Kommentar von bwhoch2 ,

Dann hast Du hoffentlich wenigstens eine Kaution.

Kommentar von bwhoch2 ,

Danke für die Auszeichnung.

Antwort
von andie61, 39

Dir wurde doch auf Deine vorherige Frage vom 11,2 schon ausführlich dazu geantwortet,und da nicht speziell ein Schlafsofa im Mietvertrag angegeben wurde hat der Mieter auch keinen Anspruch darauf,somit erledigt sich auch das Recht auf Ersatzvornahme durch den Mieter.

Kommentar von 57EF1E53D77A ,

Ja, die Frage war aber was jetzt zu tun ist.

Kommentar von andie61 ,

Wenn er einen Teil der Miete für die Ersatzvornahme einbehält dann must Du mit Fristsetzung mahnen,die Kaution darf dafür nicht verwendet werden,zahlt der Mieter trotz Mahnung nicht kannst Du ein Mahnverfahren einleiten,oder wenn es eine Monatsmiete,da die Nettokaltmiete übersteigt ist eine Kündigung des Mietverhältnis auch möglich.

http://anwalt-im-netz.de/mietrecht/fristlose-kuendigung.html

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