Frage von LauneDerNatur, 56

Was tun, wenn man zu wenig Wohngeld bekommt, das Wohnungsamt aber im Recht zu sein scheint?

Was kann eine u-25-jährige Einzelperson, die über 500 km vom Wohnort der Eltern entfernt lebt, tun, wenn sie zu wenig Wohngeld bekommt?

Sachlage stellt sich wie folgt dar: Es wurde eine (erste) Berufsausbildung angefangen, die nun für mindestens 1 Jahr unterbrochen wurde aufgrund von Krankheit. Ausbildungs- und Arbeitsunfähigkeit wurde auch in einem amtsärztlichen Gutachten festgestellt. Die Leistungen nach § 27 SGB-II des Jobcenters wurden demnach eingestellt und es wurde aufstockend ALG-II beantragt und bewilligt. Im neuen Jahr hat sich beim Wohngeld jedoch das Gesetz geändert. Nach der neuen Wohngeldreform sollten a) mehr Menschen wohngeldberechtigt sein und b) alle Wohngeldberechtigten mehr Wohngeld erhalten.

ALG-II wurde nun nicht erneut weiter beantragt, sondern es wurde Wohngeld beantragt und bewilligt. Das Wohnungsamt bewilligte jedoch nur einen sehr geringen Betrag und hat bei der Berechnung das Kindergeld in Höhe von 190 € als Einkommen angerechnet. Dies tun sie aber nur deshalb, weil der Vater Kindergeldberechtigter ist. Wäre das Kind selbst kindergeldberechtigt, was unter Umständen möglich sein kann, würde es nicht als Einkommen angerechnet werden. Die Begründungen/Erklärungen sind in dem Widerspruchsschreiben jedoch recht undurchsichtig. Einen Abzweigungsantrag, so informierte die Familienkasse am Telefon, kann das Kind nur stellen, wenn die Eltern keinen Unterhalt zahlen würden. Die Eltern zahlen allerdings Unterhalt. Dieser geht praktisch komplett für die Miete drauf. Der Rest, der übrig bleibt, das sind einmal das Wohngeld und das Kindergeld bleiben dann noch zum Leben.

Beides zusammen ergibt aber nicht annähernd so viel, wie ein Hartz-4-Empfänger hat! So viel ich weiß, darf in Deutschland generell niemand schlechter gestellt werden als ein ALG-II-Empfänger, welcher aktuell 404,00 € zur Verfügung hat.

Und Sinn und Zweck der Wohngeldreform war ja, dass mehr Leute Anspruch haben und auch mehr bekommen. Und Wohngeldbezug schließt SGB-II Leistungen aus. Man kann nicht beides gleichzeitig bekommen!

Was tun?

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Hartz 4 & Kindergeld, 32

Das Wohngeld soll eine kleine Unterstützung zu den Mietkosten sein und dient nicht dazu deinen Lebensunterhalt zu decken !

Du hättest dir aus dem Internet leicht einen kostenlosen Rechner für Wohngeld suchen können und da deinen evtl.Anspruch berechnen können,dann hättest du gesehen das du weniger als vom Jobcenter bekommst und hättest deinen Weiterbewilligungsantrag stellen können.

Kindergeld zählt wie der Unterhalt selbst als Unterhalt,denn das wird auf deinen Unterhaltsanspruch angerechnet und gilt als Einkommen.

Berechtigt für das Kindergeld sind immer nur die Eltern,du könntest es also demnach nur sein wenn du eigene Kinder hättest,dass Kindergeld könnte dann per Antrag auf Abzweigung an das Kind übergeleitet werden,wenn das Kind von den Eltern nicht min. Unterhalt in Höhe des Kindergeldes bekommen würde.

Aber auch das würde dann nichts an der Tatsache ändern,dass dann dieses Kindergeld als Unterhaltszahlung der Eltern gelten würde,weil die Eltern eben die einzigen Berechtigten sind und somit zählt es als Einkommen des Kindes,wenn es an das Kind ausgezahlt / überwiesen wird.

Hat man dich denn nicht darauf aufmerksam gemacht,dass du beim Jobcenter mehr Anspruch hättest ?

Du kannst also nur versuchen das dein Bescheid vom Wohngeld aufgehoben wird und du wieder einen Antrag beim Jobcenter stellst.

Antwort
von TreudoofeTomate, 24

Hm... eine Frage zur Anrechnung des Kindergeldes im Wohngeldbescheid. An wen zahlt die Kindergeldkasse aus, an dich (weil du dort als Zahlungsempfänger eingetragen bist - das hat nichts mit einer Abzweigung zu tun) oder an deinen Vater?

Wenn dein Vater der Zahlungsempfänger ist und das Kindergeld nicht losgelöst vom Unterhalt an dich weiterreicht, stellt sich nämlich die Frage, ob das Kindergeld nicht als Bestandteil der Unterhaltszahlungen deiner Eltern ist. Was wiederum dazu führt, dass es quasi doppelt als Einkommen berücksichtigt worden ist, wenn es die Wohngeldbehörde extra angerechnet hat.

Du verstehst, worauf ich hinaus will?

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