Ich (30 J.) bin mit meiner aktuellen Situation einfach am verzweifeln und weiß auch nicht an wen ich mich wenden soll, deshalb nutze ich nun auch mal das Internet! Ich habe seit meiner Pubertät Epilepsie, mittlerweile relativ gut eingestellt, dadurch aber schon mal eine Schwerbehinderung von 50%.Letztes Jahr habe ich noch die Diagnose MS bekommen,worüber ich "froh" bin, denn nun weiß ich wenigstens woran ich bin und auf welchem Wege ich weiterkämpfen muß. Dazu kommt noch Schuppenflechte und immer wiederkehrende Depressionen. Diese Kombination treibt mich leicht zur Verzweiflung was das Thema Arbeit betrifft. D.h. das ich also durch Arztbesuche oder Krankentage relativ oft auf Arbeit fehle und dies macht natürlich kein Arbeitgeber lange mit. Ich bin nun schon auf 30Std runtergegangen,aber auch dies hilft nicht wirklich. Langsam denke ich schon über das Thema Frührente nach, mit einem 400 Euro Job gekoppelt, denn irgendwie muß ja etwas Gled reinkommen. Gibt es Leute denen es ähnlich geht oder die mir einen Ratschlag geben können? Würde mich sehr über Antwort freuen!

Als Schwerbehinderte kann Dir Dein Chef nicht einfach so kündigen. Frührente zu bekommen, ist auch nicht so einfach. Bedenke auch, wenn Du Frührente bekommen solltest, darfst Du nur einen bestimmten Betrag dazu verdienen. Soviel ich weiß, max. 390 Euro. Wäge wirklich gut ab, was besser ist. Erkundige Dich genau. Und ob Du dann mit diesem Geld auskommen kannst.

Frührente wird wohl nicht klappen, aber Erwerbsunfähigkeitsrente könnte uU. Sprich mal mit Deinen Ärzten, ob die das unterstützen würden.
Wenn ja, wovon ich ausgehe, wende Dich an den VDK Sozialverband, nimm die entsprechenden Atteste mit, die sollten alles weitere für Dich erledigen. Mußt allerdings Mitglied werden kostet so 5 € im Monat.
Erwerbsunfähigkeitsrente sagt mir jetzt noch gar nichts (Rente an sich ist halt ein neues Thema für mich), werd aber direkt mal meinen Hausarzt nachher drauf ansprechen. Damit ich da mal rechnen kann:wie wird die denn errechnet? Liebe Grüße und danke für den Kommentar!
erweh am 3. August 2009 13:42 Hast Du schon mal einen Rentenbescheid bekommen? Da steht alles drin was Du in welchem Fall an Rente zu erwarten hast. Falls nicht fordere einfach einen bei Deinem Rententräger an. DRV-Bund oder Land.
Bisher noch nicht. Hab aber die Seite des DRV-Bunds gefunden und werd mich nun mal schlau machen. Wenn es nun zu so einer Erwerbsunfähigkeitsrente kommt, darf ich denn da noch nebenbei geringfügig arbeiten (z.B. "Mini-Job" o.ä.)?
Anni70 am 3. August 2009 13:51 Frührente ist, wenn man nicht mehr oder nur eingeschränkt arbeiten kann. Das ist die Erwerbsunfähigkeitsrente.
Anni, Du verwirrst mich! :)
Frührente = Erwerbsunfähigkeitsrente
oder wie nun?
erweh am 3. August 2009 14:22 Mich auch, @Anni verstehe jetzt nicht mehr was Du uns damit sagen willst. Frührente ist nach meinem Verständniss, das vorgezogene Altersruhegeld.
Und ansonsten gilt diese Grenze von 360 €, soviel darf zumindest eine Freundin von mir dazuverdienen. Die bekommt auch EU-Rente.

In der gesetzlichen Rentenversicherung gilt Folgendes: "Frührente" heisst heute Erwerbsminderungsrente. Damit Du die erhalten kannst, musst Du die Wartezeit erfüllen (5 Jahre Beitragszeiten), innerhalb der letzten 5 Jahre 3 Jahre Pflichtbeitragszeiten haben (da gibt's auch Ausnahmen, das würde jetzt aber zu weit führen) und erwerbsgemindert sein (das beurteilen die Gutachter). Die Rente wird dann in der Regel max. 3 Jahre bewilligt - wenn sie denn bewilligt wird. Bei Deinen Krankheiten bestehen durchaus Chancen, ich gehe aber davon aus, dass ohne Klageverfahren nix geht (das ist jetzt einfach ein Erfahrungswert). Achte darauf, dass Du vor Antragstellung eine Rechtsschutzversicherung abschließt (Wartezeit beachten!!!). Der rentenunschädliche Hinzuverdienst liegt derzeit bei 400,- €.
Ob Du's alleine angehts oder Dir Hilfe suchst musst Du selbst überlegen. Alleine kostet's gar nix, beim VdK geringe Mitgliedsgebühr und bei freien Rentenberatern oder Anwälten für Sozialrecht entsprechend mehr. Aber hier noch eine echte Begebenheit: Kürzlich kam zu mir ein Mandant, der bis dato vom VdK vertreten wurde. Nachdem sein erster Rentenantrag scheiterte, hat er's jetzt mit VdK zum zweiten Mal versucht; er ist nun im Klageverfahren zu mir (Rentenberaterin, Prozessagentin) gewechselt, da ihm sein Schwiegervater, der bei einem Rentenversicherungsträger arbeitet (!!), empfohlen hat, sich von einem freien Rentenberater vertreten zu lassen. Dies nur mal so zum Nachdenken - eine qualitativ hochwertige Leistung gibt's selten umsonst.
Glaub es sind sogar nur 360 €.
Das mit dem "als Schwerbehinderte kann Dir Dein Chef nicht einfach so kündigen" ist einfach gesagt, das hör ich immer wieder. Da ich aber in den letzten Jahren immer nur befristete Verträge bekommen habe war danach dann halt einfach Schluss. Irgendeinen Grund finden sie schon wenn sie wollen ("keine Gelder mehr", etc.) und da hilft auch seltenst der Betriebsrat, die Erfahrung mußte ich leider schon machen... die Frührente selber wäre 30% meines letzten Nettogehaltes, richtig?
Das käme auf Deine Frührente an. Wieviel Jahre Du schon Rente eingezahlt hast. Das kann man bei der Rentenstelle nachfragen.