Frage von IrinaAskYou, 156

Was tun, wenn ich einen aggressiven Hund habe?

Hallo, ich habe zwar einen kleinen, aber dafür sehr aggressiven Hund (Pekinesen). Unsere Lili wird bald 5 und sie ist extremst aggressiv. Sie greift Familienmitglieder, Freunde, Kinder, Babys, Fremde, Hunde und alle möglichen Tiere an. Es kommt oft zu blutungen, innere blutungen und manchmal sogar zu Knochenbrüchen (an den Händen). Bis zum 2. Lebensjahr war alles inordnung und vom Monat zu Monat wurde sie immer schlimmer und aggressiver. Manchmal legt sie sich auch mit Schäferhunden, Boxern oder Pitbulls an...obwohl sie viel kleiner ist als alle anderen. Wir haben auch schon versucht sie wieder auf den richtigen Weg zu bringen mit Trainern, aber dies ergibt keinen Sinn, denn sie lässt sich nichts gefallen. Sie beißt jeden... es gibt keine einzige Person in der Familie, die noch nicht gebissen wurde. Wir wissen nicht mehr weiter...es wäre nett, wenn hier jemand ratschläge gibt (NUR SINNVOLLE) ob einschläfern die richtige lösung ist.. Danke schonmal.

Expertenantwort
von Naninja, Community-Experte für Hund, 98

An Deiner Stelle würde ich das Problem von zwei Seiten angehen und sowohl auf ein Verhaltensproblem, als auch auf ein medizinisches Problem prüfen.

Wenn eine Erkrankung vorliegt, beißt sich ein Trainer an Deinem Hund die Zähne aus. Wenn ein Verhaltensproblem vorliegt, kann Dir ein Tierarzt nicht helfen. Eine Möglichkeit ist, dass Du Dir einen Tierarzt und einen Trainer suchst, die eng kooperieren. Das sind allerdings doppelte Kosten.

Sinnvoller würde ich es finden, einen Tierarzt mit der Zusatzqualifikation "Verhaltenstherapie" aufzusuchen, der alle möglichen Ursachen aus beiden Bereichen systematisch eingrenzt und abklopft.

Hier ist eine Liste mit Tierärzten, die die entsprechende Zusatzausbildung haben: http://www.gtvmt.de/10/verhaltenstieraerzte-in-ihrer-naehe.htm

Und hier findest Du weitere Informationen: http://www.gtvmt.de/15/informationen-zu-hunden.htm

Antwort
von FrauFriedlinde, 108

Wenn der Hund bis zwei Jahre in Ordnung war und es dann erst auftrat, gehe ich nicht davon aus, dass es sich hier um Erziehungsfehler handelt. Es passt auch nicht zur Rasse. Pekinesen sind durchaus nicht die freundlichste Rasse, aber sie werden auch nicht so aggressiv , wie du es beschreibst. So ein Hund kann wirklich nicht in einer Familie leben. Ich vermute, dass dahinter eine Krankheitsursache steckt. Wenn man diese nicht herausfindet, hilft es nur das Tier gehen zu lassen. Damit meine ich nicht, einfach irgendwo hingeben , sondern einschläfern! Es ist in machen Situationen, und die Situation die Du beschreibst ist echt krass, einfach das beste. Vor den Einschläfern braucht ihr sowieso ein Gutachten eines Hundepsychologen. Vereinbart also Termine ( nicht nur einen, sondern mehrere) und hört darauf, was er sagt! Habt ihr mal ein MRT vom Kopf und Wirbelsäule gemacht? Tumor vielleicht?

Kommentar von IrinaAskYou ,

Nope, alles gecheckt, Körperlich ist sie schonmal gesund. Aber ich weiß nicht, wieso sie so aggressiv wurde... wir haben sie mit ca. 2 Monaten bekommen und sie war echt der liebste Hund in der Nachbarschaft und mit ca. 2 Jahren wurde es immer schwieriger mit ihr :/

Kommentar von FrauFriedlinde ,

Dann müsst ihr jetzt entscheiden....

Antwort
von Ninni381, 98

Hi Irina, das hört sich nach einem wirklich extremen Fall an! 

In welchen konkreten Situationen beißt sie denn zu? Droht sie vorher an(steifer Körper, Nackenhaare hoch, Zähne gefletscht...) oder/und Knurren, oder beißt sie ohne Warnung voll zu? Gibt es Unterschiede zwischen Schnappen und richtig Beißen?

Kommentar von IrinaAskYou ,

Also manchmal knurrt sie davor, aber dan gibt es Tage wo sie sich auf den Rücken hinlegt und auf süß macht und sich dan ca. 1 Minute streicheln lässt und von einem Moment auf den anderen zubeißt, obwohl man ihr nichts getan hat. Z.B vor 2 Tagen habe ich sie am Brustkorb/Bauch massiert und sie hat es auch genossen und plötzlich hat sie mir so stark in den Ringfinger gebissen und mein Finger wurde an den Bissstellen erst schwarz und ich konnte es halt einige Stunden nicht bewegen. Und verletzungen (Tumor, Brüche ect.) hat sie nicht, sie ist ein eigentlich gesunder Hund. Also wir lieben sie wirklich, aber sie ist zu aggressiv geworden...

Kommentar von Ninni381 ,

Hi Irina, sorry für die verspätete Antwort. Deine Lage ist wirklich total vertrackt, leider. Es gibt vielleicht doch Lösungsansätze für dich, aber bitte kläre das unbedingt auch mit Profis ab.

Irgendwann hat sie ja in einer ihr unangenehmen Situation zum allerersten Mal zugeschnappt, zum Abwehren und zum Austesten "was passiert". Damit hat sie dann diese Situation wahrscheinlich auch beendet, und durch dieses und folgende Erfolgserlebnisse hat sie das Beissen nach und nach ritualisiert. In ihrem Köpfchen wurden dann die kräftigsten Bisse als die erfolgreichste Abwehrtechnik gespeichert, und das klappt ja auch sehr gut.

Ausgehend von dieser Theorie dachte ich sofort an ein professionelles Verhaltenstraining nach den Methoden von Cesar Millan. In seinen Programmen wird auf Körpersprache von Mensch und Tier, auf klare Strukturen in der Mensch-Hund-Beziehung und auf direkte Korrekturen gesetzt. Ich möchte hierbei unbedingt erwähnen, dass Cesar Millan allerdings in der Fachwelt sehr polarisiert und auch einige Kritiker hat.

Sieh dir vielleicht einfach ein Paar Videos zu seinem Training mit aggressiven Hunden wie Lili an, bilde dir deine eigene Meinung und suche gegebenenfalls gezielt nach Hunde-Trainern in deiner Umgebung, welche entsprechende Verhaltenstherapie anwenden.

Zudem gibt es eine weitere Methode, welche ebenfalls unbedingt im Vorfeld mit einem Profi abgeklärt werden muss. Das wären dann Erziehungshalsbänder mit "Füll-Patronen"; zur Wahl gibt es welche mit Spritzwasser oder mit unangenehmen Duftnoten. Um negatives Verhalten dann ohne direkten Körperkontakt zu bestrafen, muss man das Halsband mit einer Fernbedienung im richtigen Moment auslösen.

Diese Geschichte ist wirklich nicht ohne, doch deine Geschichte ist es ja nun einmal auch nicht... Es ist eine technische Variante von Martin Rütters Wasserflaschen-Einsätzen, und ebenfalls wie diese nur bei darauf sensiblen Tieren überhaupt einsetzbar.

Ganz dringend solltest du Lili aber schnellstens an einen Maulkorb gewöhnen, um euch alle zu sichern!!! Es gibt so eine Schlaufen-Technik von oben, mit der du nicht in die Nähe der Zähne kommen musst.

Bitte hol dir bei diesen Tipps UNBEDINGT im Vorfeld Rat und Hilfe bei Profis; jeder Hund ist anders und muss entsprechend seiner individuellen Voraussetzungen behandelt werden. Keinesfalls darf Lili traumatisiert werden und das Vertrauen in Menschen komplett verlieren.

Ich wünsche dir alles erdenklich Gute mit Lili!!!

Antwort
von DoOoO, 75

Allgemein gesagt solltet ihr euch einen Hundetrainer suchen. Bei den meisten ist die erste Stunde kostenlos und dabei kann der Trainer euch schon sagen woran es liegt und was ihr dagegen tun könnt.

Kommentar von IrinaAskYou ,

Hundetrainer wird wohl nicht mehr, sie hat bis jetzt schon 2 angegriffen... egal auf welche weise man sie 'erziehen' möchte..sie lässt es einfach nie zu. Es ist wirklich kompliziert mit ihr

Antwort
von brandon, 61

So wie ich die Sache sehe hättet Ihr bei den ersten Aggressionen vor drei Jahren etwas machen müssen.

Du schreibst zwar das Ihr mit Trainern versucht habt sie zu erziehen.

Aber der Trainer hat doch nicht drei Jahre mit Euch gearbeitet oder?

Ich habe so das Gefühl das Ihr mit dieser Frage eine Bestätigung erhofft den Hund einzuschläfern.

Von mir bekommt Ihr die nicht. 

Gebt den Hund in erfahrene Hände die wissen wie man mit so einem Hund umgeht. Das wird nicht leicht werden aber Ihr solltet es wenigstens versuchen. Gebt ein Inserat auf in dem Ihr die Probleme des Hundes natürlich nicht verschweigen dürft. Vielleicht habt Ihr ja Glück und es findet sich jemand der für so einen Hund geeignet ist.

Ansonsten bleibt nur noch das Tierheim übrig. 

Das ist natürlich sehr traurig und ich hoffe Ihr wisst das Ihr daran nicht ganz unschuldig seid.

Kommentar von IrinaAskYou ,

Also wir wollen sie jetzt auch nicht wirklich einschläfern, wir wollten nur wissen, was andere Leute denken. Als es mit den aggressionen angefangen hat, haben wir auch echt alles versucht, aber es klappt mit ihr einfach nicht, sie ist wirklich kompliziert, es ist zwar schwer zu erklären was los ist und  viele Leute denken sich auch immer 'achwas, da kann man was dagegen tun' aber wen man es erstmal selber erlebt/gesehen/gespürt hat, dan wissen die Leute was ich meine..es hört sich vielleicht so an, alsob man da was machen kann, aber wie gesagt, wenn man es mal selber erlebt, dan bemerkt man, dass es bei ihr nicht geht, da sie sich nichtmehr trainieren lässt, sie ignoriert trainer und wenn man mit der Hand zu nah kommt, beißt sie zu.

Antwort
von MiraAnui, 69

Der Hund sollte zuerst mal tierärztlich untersucht werden.

 

Wurde der Hund je erzogen und hat regeln kennen gelernt .

Für mich klingt das nach einem erwachsenen Hund, der nie Grenzen kennen gelernt hat. Und gelernt hat mit seinen Angriffen sich durchzusetzen.

Einschläfern würde ich nicht. Maulkorb gewöhnen, tierärztlich Durchchecken lassen und am besten in Fähige Hände geben.

Kommentar von IrinaAskYou ,

Eigentlich hatten wir regeln und grenzen, aber es ist für uns immernoch unklar, wieso sie so geworden ist. Wir gehen mit ihr oft am Tag spazieren, sie hat genügend Spielzeuge, sie hat viel liebe bekommen und hatte auch trotzdem regeln. Ihr Leben war/ist eigentlich echt schön, aber naja..was passiert ist, weiß ich nicht. Ich persönlich traue mich nicht, ihr ein Maulkorb anzuziehen, da ihre Beißkraft echt stark ist und wirklich extreme Verletzungen verursacht für ihre größe..Es tut mir selber weh, zu sehen wie sie geworden ist, da ich sie noch als ein echt nettes Hündchen im Kopf habe..

Kommentar von MiraAnui ,

Wurde der Hund tierärztlich auf den kopf gestellt? 

Antwort
von achherjesoists, 72

also im grunde tanzt euch die minnitöle auf der nase rum. ihr müsst wissen ob ihr strickt mit dem tier trainieren könnt und wollt. mit der richtigen menge an konsequenz und dem RICHTIGEN training bekommt ihr das hin. da müsst ihr euch aber zusammen reissen. wird ein steiniger weg eurem schützling beizubringen dass er nichts mehr zu melden hat.

habt ihr euch aber ganz schön unterbuttern lassen :(

drück euch die daumen

Kommentar von IrinaAskYou ,

Naja, training wird wohl auch nicht mehr, sie lässt sich nichtmal sowas gefallen, sie beißt wirklich jeden, sie geht sogar auf die Tierärzte los und ich muss sie dan halt richtig an mich drücken und sie dan beruhigen und dies geht dan auch meistens schief.. :/

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