Frage von magika7, 108

Was tun wenn eigentlich nette Kollegen zu viel über den Krankenstatus wissen möchten?

Hallo liebe User,

ich habe ein Problem das sich zu einer Zwickmühle entwickelt hat...:

ich habe teilweise wirklich sehr nette kollegen, mit 2-3 verstehe ich mich besonders gut, jedoch fängt es langsam an zu nerven das immer wenn ich krank bin sie sich besonders danach erkundigen was ich denn hätte... das wäre an sich ja nicht das problem wenn es gut gemeint wäre, jedoch hab ich die erfahrung gemacht das es an die führungsetage weitererzählt wird womit ich natürlich nicht einverstanden bin (im sinne welche diagnose ich genau habe). jetzt war ich seit der 2ten woche vom januar 3 wochen krankgeschrieben wegen einer ernsten kehlkopfentzündung mit atemnot und klinikaufenthalt. nach den 3 wochen habe ich versucht wieder reinzufinden aber ich muss sagen ich habe angst davor meine arbeit zu erledigen (ich bin zugbegleiter und als zugbegleiter ist man starkem psychischen druck ausgesetzt wenn man sowieso schon labil ist, so wie ich es bin, da ich auch schon in meiner jugend mit depressionen zu kämpfen hatte) nun ist es so dass ich gestern meinen dienst abbrechen musste weil ich mich nicht getraut habe durch den zug zugehen und die fahrgäste zu kontrollieren, da ich auch schon dieses jahr mehrere negative erfahrungen machen musste mit 3 polizeieinsätzen in einer woche. der arzt hat die diagnose gestellt depressive episode... daraufhin hat mich eine kollegin übers internet heute morgen gefragt was ich den hätte unser diensteinteiler hätte sie angerufen. daraufhin habe ich ihr geschrieben dass ich nicht darüber reden möchte. dann am nachmittag eine andere kollegin was denn der arzt gesagt hat was ich denn hätte.

natürlich könnte ich sie ignorieren und einfach so tun als hätte ich die nachrichten nicht gelesen, aber wie gesagt es sind so freundschaftliche kollegen beziehungen, die mir aber langsam auf die nerven gehen, wenn man nur gut ist um miteinander zu lachen oder eben um den krankenstand zu erfahren um beim boss zu punkten (vielleicht für eine beförderung?) und nicht seine probleme/gedanken schildern kann weil es den anderen nicht wirklich interessiert und auch keine zeit für einen da ist aber der andere immer meine zeit fordert ihm zuzuhören und zu helfen...

ich habe eben hauptsächlich angst das sich das rumspricht wenn ich nichts mehr von den genannten kollegen wissen möchte, da das unternehmen eher unter familiärer atmosphäre agiert.

die frage ist etwas länger geworden als ich dachte aber vielleicht macht sich ja trotzdem jemand die mühe und liest es durch :)

LG und danke magika7

Antwort
von Schokolinda, 43

man kann ausweichend antworten, je nach sonstigen gesprächsinhalten.

wird eher geplaudert, dann kann man sagen "ach, lass uns doch von schöneren dingen reden!" - am besten gleich eine konkrete frage nachschieben.

wird man direkt danach gefragt, kann man freundlich sagen "ach, die sache geht mir auf den wecker. darüber möchte ich nicht sprechen".

oder gegenfragen: "warum willst du das wissen?" - die antwort kommentiert man nicht viel, vielleicht mit "ach so".

und ganz direkt: wie du es schon gemacht hast, sagen, dass man darüber nicht reden möchte, grundsätzlich nicht. muss man vielleicht 100x machen, kommt vielleicht komisch an- aber man braucht sich nicht um jedes problem kümmern, dass dem gegenüber aus dem gespräch erwächst. wenn es denjenigen vor neugier umbringt, ist es sein problem.

Antwort
von lehrerin123, 55

Sag es doch genau so, wie es ist: Sag, dass du dich über ihre Anteilnahme freust, aber du über die Hintergründe/Diagnose nicht sprechen möchtest, weil du private Dinge auch gern privat halten möchtest. Für den Wunsch nach einer Trennung von privaten und dienstlichen Angelegenheiten sollte jeder Kollege Verständnis haben.

Antwort
von FeeGoToCof, 42

Bitte um Veständnis dafür, dass Du nicht mit den Kollegen über Deine Diagnose(-n) sprechen möchtest.

Und für die Zukunft: vermische nicht Privates mit Beruflichem.

Kommentar von Hefti15 ,

Warum soll man das nicht vermischen? Ich weiß ja nicht, wo und wie du arbeitest bzw. was du für Kollegen hast.

Es gibt ja nicht ohne Grund den Spruch bei Verabschiedungen in der Rente:.... und er hat in mehr Zeit mit seinem Kollegen verbracht, als mit seiner Ehefrau....

Und so abwegig ist das gar nicht, wenn man mal die tatsächlichen Stunden (also nicht schlafen o.ä.) betrachtet.

Ich will ja nicht behaupten, man findet in jedem Arbeitsumfeld einen Freund. Aber z.B. jahrelang mit einem Kollegen zusammenzuarbeiten und sich dem verschleißen, weil man eben zusammen arbeitet und ansonsten sehr gute Freunde geworden wäre... Also, das halte ich auch für sehr abwegig.

Kommentar von FeeGoToCof ,

Glücklicherweise bin ich keinen Kollegen ausgesetzt ;) - - -

 

Ich halte es so, wie ich schrieb und fahre/fuhr damit gut.

Es hat auch viel mit Professionalität zu tun, was ich von mir bereit bin, preiszugeben.

Deinen Rat kann ich teilweise nachvollziehen, größtenteils jedoch nicht.

Skepsis ist keine schlechte Herangehensweise, im Zeitalter von Mobbing & Co.

Kommentar von Hefti15 ,

Keinen Kollegen ausgesetzt? Wie soll man das verstehen?

Und du fährst damit gut? Woher willst du dass denn wissen? Du hättest in deinem beruflichen Umfeld ev. einen Freund haben können, der dich jahrzehntelang begleitet und ein wichtiger Teil deines Privatleben hätte sein können. Pauschal Menschen auszuschließen, nur weil man mit denen zusammenarbeitet, macht m.M. keinen Sinn.

Und es was soll die Sache mit "Professionalität"? Ergibt doch keinen Sinn! Jeder Mensch handelt doch so. Er überlegt sich, was er wem mitteilt. Seiner Ehefrau, seinen Geschwistern, seinen Kindern, seinen Eltern, seinen Freunden, seinen Bekannten,... mit denen wird man ja nie allen das gleiche offene Verhältnis haben. Also, das hat m.M. nichts mit Professionalität zu tun, sondern ist die normalste Sache der Welt.

Wir leben auch nicht im Zeitalter des Mobbing. Das hat es schon immer gegeben. Und zwischen skeptisch sein und alle ausschließen liegen doch Welten.

Ich würde es sogar anders sagen: Typen wie du, die sich allen verschließen, die keine persönliche Bindung zu seinen Arbeitskollegen aufbauen... Ja wer wird denn da wohl der Außenseiter sein?

Also, ich kann dir sagen, der absolute Großteil der Menschen verhält sich nicht so wie du und führt auch nicht so ein trostloses Arbeitsleben.

Kommentar von FeeGoToCof ,

Mein Leben ist kein "trostloses Arbeitsleben". Ich arbeite, um leben zu können, nicht umgekehrt...

Offensichtlich gehörst Du zu der Kategorie, dass Du immer jemanden brauchst, bei dem Du Dich rückversichern und anlehnen kannst.

Ich suche mir diese Leute völlig frei aus und wähle sie nicht im Arbeitsumfeld.

Aber jeder so, wie er`s braucht...wünsche Dir ein schönes WE ;)

Antwort
von klausbacsi, 45

Na da würde ich evt. eine tolle Storry erzählen, von Operation, Blut, der Arzt war nervös, die Krankenschwester hatte .....

Kommentar von Hefti15 ,

Wie alt bist du? 13?

Arbeitskollegen die einen mögen (oder auch nicht) anlügen? Ohne, dass man damit auch nur den geringsten Vorteil hat (was an sich auch kein Grund wäre), aber wenn es rauskommt unten durch wäre?

Sinn macht das m.M. nur, wenn man 13 Jahre alt ist....

Kommentar von FeeGoToCof ,

Ja, "anzulügen" fände ich auch nicht o.k., aber die Problematik liegt in der Eigendynamik eines allzu freundschaftlichen, kollegialen Verhältnisses.

Zurückhaltung hätte dem Ganzen sicherlich beizeiten gut getan.

Kommentar von Hefti15 ,

Nein, hätte es eben nicht. Weil du was (wie einige hier) verwechselst. Der hat offensichtlich zu einigen Kollegen eine freundschaftliche Beziehung.

Und seine Kollegen verhalten sich doch exakt so, wie sich Freunde verhalten. Wenn einer krank ist, dann bemüht man sich um den, bietet Hilfe an, spricht sein Mitleid aus....

Deine Logik ist ja, wenn er sich "zurückgehalten hätte", dann wäre er jetzt krank, hat ev. Depressionen und kein Mensch (Kollege) würde sich dafür interessieren. Das würde ihn also "gut tun".

Wie schon mehrfach geschrieben, ich würde da einen ganz anderen Ansatz empfehlen: Ich würde mich freuen, dass es Menschen gibt, die sich um mich sorgen. Und wie es hier schon geschrieben würde, ich würde mir überlegen, ob ich denen alles erzählen möchte oder denen sagen würde "ich möchte nicht darüber sprechen". Weil Freunde dies dann auch verstehen.

Kommentar von FeeGoToCof ,

"ER" IST KRANK!!!! Kannst Du nicht lesen @Hefti?

Antwort
von Hefti15, 29

Na ja, vielleicht solltest du nicht überall eine Verschwörung sehen.

Ernsthaft, wenn mal länger krank ist, dann ist ja klar, dass sich Kollegen Sorgen machen bzw. überlegen was wohl die Ursache sein kann. Eine entsprechende Nachfrage ist da absolut üblich.

Das du da gleich eine Verschwörung siehst, ist m.M. vollkommen übertrieben. Gerade die Sache mit der Boss punkten bzw. Beförderung ist doch vollkommen absurd.

Ich denke du steigerst dich da in was rein. Schau dir die Sache mal aus der Sicht deiner Kollegen an... Du warst eine zeitlang krank, man ist mehr oder weniger befreundet, du erzählst nicht, was es war und du kommst wieder zur Arbeit und musstest "meinen dienst abbrechen". Weiterhin schreibst du was von "depressive episode".

Wie gesagt, es scheint wohl genau andersherum zu sein. Wenn deine Kollegen nicht vollkommen blind sind, dann werden die doch merken, dass dort was bei dir nicht stimmt.

Witzig an der Sache ist ja, dass du diese Nachfragen als Belastung empfindest (und sogar eine Verschwörung vermutest). Ich wage mal eine Prognose: Hätte niemand nachgefragt, würdest du jetzt vermuten, deine Kollegen wären alle kaltherzig. Kaum geht es dir schlecht, interessiert sich keiner für dich.

Ernsthaft, werde wieder gesund und fange nicht an, dir noch mit deinen "Vermutungen" noch mehr unnötige (psychische) Probleme zu schaffen.

Antwort
von TorDerSchatten, 52

Sag einfach, es ist deine Privatsache und du möchtest nicht darüber spreche. Wegen der psychischen Belastung solltest du dir ganz ganz schnell fachliche Hilfe holen!!

Kommentar von magika7 ,

ja ich war heute schon beim arzt und mache demnächst eine psychotherapie wenn ich so auf die schnelle jemanden finde...soll ja ganz schlimm sein mit terminen..bis zu 1 jahr wartezeit?

Kommentar von Hefti15 ,

Gebe dir vollkommen Recht, dass ist eine Privatsache und man muss es niemanden mitteilen.

Nur darf man sich dann auch nicht über die Kollegen beschweren. Einmal von freundschaftlicher Beziehung schreiben und wenn sich die Kollegen wir Freunde verhalten und nachfragen, denen gleich böses unterstellen.

Wie gesagt, fragt keiner nach, heißt es dann: ""arum mögen die mich alle nicht? Bin krank und keiner fragt nach.."

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community