Frage von anonymgirl200, 42

Was tun wenn der Vater ein Alkoholproblem hat?

Heii mir ist bereits seid einigen Jahren aufgefallen das das Konsum verhalten meines Vater nicht gerade positiv entwickelt. Vor 2 Jahren war es noch täglich ein Bier, dann täglich 2. Heute ist es leider so, dass er 3 Flaschen Bier und 1-2 Gläser vodka+Cola trinkt. Also ich stemple das eindeutig als Sucht ab, aber wenn ich meine Mutter darauf anspreche ist ihre einzige Aussage, dass ich ja noch ein Kind sei und das es mich nichts angeht. Ich finde es geht mich sehrwohl was an und so klein bin ich nun auch nicht das man mich so ausschliessen muss. Ich bin bereits 15 und bin mir sehrwohl bewusst was eine sucht ist. Ich weiß nicht wie ich ihm helfen soll oder helfen kann. Ich kann einfach nicht weiter einfach nur rumsitzen und Zuschauen das er immer mehr und mehr trinkt.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Merkantil, 6

Zuerst fasse ich ein paar Punkte zusammen, die bereits genannt worden sind:

  • Werde Mitglied einer Selbsthilfegruppe für Angehörige von Alkoholikern (schau im Internet, wo es in Eurer Gegend so etwas gibt). Und besonders wichtig: Versuch, Deine Mutter dahin mitzuschleppen.
  • Falls Du nicht genug Unterstützung erhalten solltest, insbesondere nicht von Deiner Mutter: Suche Hilfe beim Allgemeinen Sozialen Dienst im Jugendamt.

Außerdem: Dein Vater befindet sich in einer Grauzone. Ganz objektiv betrachtet steckt er in der Sucht schon drin, aber sie ist wohl noch nicht so stark, daß er sich das Problem eingestehen würde. Und solange der Süchtige sein Problem nicht erkennt, kann man ihm schwer helfen.

Du hast außerdem recht: Besser, ihm jetzt helfen, wo es zwar schon bedenklich, aber noch nicht richtig schlimm ist. Deshalb der Tip bezüglich der Selbsthilfegruppe: Die haben Erfahrung mit derartigen Situationen.

Deine Mutter hat mit ihrer Argumentation einerseits recht, andererseits unrecht.

Sie hat insofern unrecht, als Du ein Recht auf Deine Gefühle hast: Erstens hast Du ein Recht auf Eltern, die so stark sind, daß sie Dich unterstützen können. Wenn nun Dein Vater (bildlich gesprochen) an dem Ast sägt, auf dem nicht nur er, sondern auch Du und Deine Mutter sitzen, so hast Du ein Recht darauf, Dir Sorgen zu machen.

Zweitens liebst Du Deinen Vater und kannst es schon allein deshalb nicht ertragen, wenn er sich kaputt macht.

Deine Mutter hat allerdings auch in gewissem Sinn recht: Es geht nicht darum. daß Du zu jung wärst, um gewisse Dinge zu kapieren. Es sollte Dich in anderem Sinne nichts angehen: Auch wenn Du in einem Alter bist, wo man immer selbständiger wird und immer mehr Verantwortung übernehmen kann, darf man sich mit der Verantwortung nicht überfordern: In Deinem Alter hast Du ein Recht darauf, daß Deine Eltern in gewissem Ausmaß noch Verantwortung für Dich übernehmen (und Dich so entlasten), und auch darauf, noch keine Verantwortung für Deine Eltern übernehmen zu müssen. (Wenn Deine Eltern mal 80 oder 90 Jahre alt sind, sieht das anders aus.)

Du hast ein Recht darauf, von Deinen Eltern zu erwarten, daß sie ihre Probleme selbst lösen. Du hast in Deinem Alter genug alterstypische Lebensaufgaben (insbesondere die Aufgabe, zwischen den Pflichten sowie anderen ernsten Seiten des Lebens und den lockeren und fröhlichen Lebensbereichen eine für Dich passende Balance zu finden), sodaß Du nicht meinen solltest, auch noch die Lebensaufgaben Deiner Eltern schultern zu müssen. (Es gibt genug Kinder und Jugendliche, die tatsächlich in der Situation stecken, daß die Kinder ihre unfähigen Eltern schützen müssen: Dies ist aber viel zu belastend für die Kinder.)

Also: Du hast ein Recht darauf, Dich soweit einzumischen, daß Du von Deinen Eltern verlangen darfst, daß sie ihre Probleme selbst lösen. (Und wenn Dein Vater, wie die meisten Alkoholiker, nicht einsichtsfähig ist, so ist das die Aufgabe Deiner Mutter.) Aber lade Dir darüber hinaus nicht noch mehr Verantwortung auf, sondern sorge dafür, daß sich (ehrenamtliche oder professionelle) Experten darum kümmern.

Das Problem ist nämlich zu vielschichtig, als daß es ein Nichtexperte, der eben dadurch, daß er Angehöriger ist, einfach so in die Situation hineingeschliddert ist, richtig durchschauen und überblicken könnte. Wenn jemand zu trinken anfängt, sitzt das Problem tiefer, ob das jetzt Probleme im Beruf, in der Familie, in der Vergangenheit oder sonstwo (z.B. allgemeine Sinnkrise, fehlende Hobbys) sein mögen.

Im Grunde reicht es also nicht, das Alkoholproblem anzugehen; es muß auch gleichzeitig die tiefergehende Problematik behandelt werden.

Und für Dich: Versuch zwar, Deinen Anteil zu der Lösung beizutragen, versuch aber ansonsten, Dein Leben so weit wie möglich trotz allem zu genießen. Auch eine positive Atmosphäre, die von Dir ausgeht, weil Du mit Dir zufrieden ist, kann schon einen kleinen Baustein im Mosaik der Lösungsansätze bilden.

Kommentar von Merkantil ,

Danke für den Stern!

Ich wünsche Euch allen zusammen alles Gute. Und Dir persönlich wünsche ich, daß Du aus all dem Belastenden positive Lebensenergie schöpfen kannst.

(Ich hatte mal eine gute Freundin, der genau das gelungen ist, obwohl das Alkoholproblem ihres Vaters noch viel gravierender war. Ich weiß nicht, wie ihr das gelungen ist: Sie hatte und hat einfach ein sonniges Gemüt.)

Antwort
von piadina, 21

Helfen kannst Du Deinem Vater nicht, nur versuchen mit ihm darüber zu reden, dass Du Dir Sorgen um seine Gesundheit machst.

Ansonsten kannst Du nur für Dich was tun, indem Du eine Selbsthilfegruppe für Angehörige von Alkoholikern besuchst und Dir dort Rat und Hilfe holst.

Antwort
von TorDerSchatten, 4

Du kannst ihm deine Hilfe nicht aufzwingen. Solange er sein Problem nicht erkennt und selbst Hilfe sucht und annehmen will und sein Verhalten ändern will, hilft alles Verändern-Wollen von Dritten rein gar nichts. Null.

Antwort
von derhandkuss, 3

Dein Vater muss erstens selbst erkennen, dass er ein Problem mit dem Alkohol hat. Zweitens muss bei ihm der Wille vorhanden sein, etwas ändern zu wollen. Ist beides nicht vorhanden, hast Du (leider !) kaum eine Möglichkeit, etwas ändern zu können.

Antwort
von Dog79, 14

Schnapp dir beide und rede mit ihnen über deine Sorgen und Gefühle.

Das große Problem ist halt das Alkohol eine in der Gesellschaft akzeptierte Droge ist und den allermeisten gar nicht bewusst ist das sogar der Konsum einer Flasche Bier täglich bereits eine Suchtform (Gewohnheits Alkoholismus) darstellt.

Antwort
von di123, 3

Werfen Sie das Bier weg und die Flasche mit Apfelsaft füllen. Aber Vorsicht das er dich nicht erwischt 

Antwort
von LovelyShiba, 11

Jugendamt, Selbsthilfegruppe für Angehörige.... 

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