Frage von Abdulmuhsin, 80

Was tun wenn der kleine Sohn nicht mehr mit will ohne die Mutter bzw Exfrau?

Ich bin nun seit über zwei Jahren geschieden und habe einen gemeinsamen Sohn, der jetzt fast drei Jahre alt ist. Wir haben uns darauf geeinigt, dass der kleine bei seiner Mutter lebt und ich jedes Wochenende Ugangszeiten habe, zu denen ich ihn für mehrere Stunden(ca. 5-6 Std.) zu mir nehme.

Es lief auch alles sehr gut. Er hat sich immer gefreut mich zu sehen und ist mir entgegen gelaufen bis ich ihn in den Arm genommen habe. Wir hatten immer Spaß. Und er hat bei mir nie nach seiner Mutter gefragt oder wollte nicht mit mir kommen.

Vor drei Monaten dann wollte er plötzlich nicht mehr mitkommen. Wenn ich mit ihn die Mutter in den Park oder zum Spielplatz bringt, ist alles gut und wir spielen ein paar Stunden zusammen. Nur in den Wagen steigen und mit mir kommen will er nicht mehr. Er weigert sich vehement, selbst wenn die Mutter ihm sagt, er solle mit mir mitkommen. Das geht nun seit über drei Monaten so. Mittlerweile mache ich mir Sorgen, dass die Beziehung langfristig schwächer wird und gar völlig abbricht. Das macht mir natürlich große Angst. Ich vermute, er will seine Mutter einfach nicht verlassen und hat nicht mehr genügend Vertrauen zu mir. Warum auch immer. Ich verstehe die Situation selbst nicht.

Bislang will ich ihn auch nicht zwangsweise mitnehmen, wenn er sich vehement weigert. Da befürchte ich, er würde sich weiter verschließen.

Meine Frage ist nun, was kann ich tun, dass der kleine wieder mitkommt? Kann ich professionelle Beratung / Hilfe in Anspruch nehmen? Wo gibt es gute Anlauf Stellen?

Bevor ich zum Jugendamt gehe möchte ich Erfahrungsberichte hören, weil ich befürchte, dass das auch kontraproduktiv sein könnte.

Hat jemand Erfahrungen oder einen Ratschlag?

Antwort
von Dahika, 42

Du solltest ihn nicht zwingen. Aber die Mutter sollte dem Kleinen klarmachen, dass er mit muss. Nicht du, sondern die Mutter!!! Die Handelnde sollte die Mutter sein. Dann bist du nicht der Buhmann, sondern sie. Und der Kleine kann sich dann leichter von ihr trennen.

Ihr könnt einen Kompromiss eingehen. Die Mutter fährt ein Stück mit und steigt dann aus. Nicht überraschend für das Kind, versteht sich. Sondern nach Vorankündigung natürlich.

ansonsten geh mal auf

www.bke-elternberatung.de

Kommentar von kiniro ,

Ach - es ist also fürs Kind besser, wenn die Mutter die "Böse" ist?

Hinterfotziger geht es ja wohl nicht mehr.

Damit wird nur dafür gesorgt, dass das Vertrauensverhältnis zwischen Mutter und Kind einen Riss bekommt.

Ich würde zudem ein Kind nicht zwingen, mit einer anderen Person (auch wenn es der Vater ist) mitzugehen.
Es sollte seinem persönlichen Empfinden folgen können.

Kommentar von scharrvogel ,

es geht doch nicht darum was du möchtest oder tun würdest. wenn die mutter den umgang nicht durchsetzt, ist die frage ob sie bindungstoleranz hat und ob sie überhaupt noch erziehungsfähig ist. wenn ein dreijähriger schon nicht durch sie zu beherrschen ist, was macht sie mit  einem kind das 6 wird oder gar 10? wenn sie es nicht durchsetzt, wird es irgendwann ein richter durchsetzen oder sie hat kein sorgerecht mehr und das kind geht zum vater.

Antwort
von habakuk63, 36

Gab es in der zurückliegenden Zeit eventuelle Änderungen in deinem Umfeld? hatte dein Sohn ein negatives Erlebnis bei oder mit dir?

Solche Entwicklungen kann es geben und Zwang ist die schlechteste Lösung.

Ich würde den Kontakt zum Jugendamt aufnehmen, auch in Absprache oder Begleitung deiner Ex, damit dokumentierst du Interesse an weiterem Kontakt zu deinem Sohn und es wird klar, dass du und deine Ex nicht im (Rosen)krieg lebt.

Meine Ex und ich leben im Rosenkrieg, ich sehe die gemeinsame Tochter nur noch sehr selten (Weihnachten und ihr Geburtstag), aber ich habe das Jugendamt frühzeitig eingeschaltet. Bei mir war / ist der Auslöser meine neue Frau, die von meiner Ex und zwangläufig von der Tochter total abgelehnt wird.

Kommentar von Abdulmuhsin ,

Das tut mir Leid für dich. Ich hoffe es wird bald besser. Vielleicht holst du dir nen guten Anwalt und machst dich über deine Rechte schlau. Ich hatte anfangs sogar zwei Anwälte und musster mich zusätzlich selber einlesen. Deine Situation ist meiner Meinung nach nicht hinnehmbar. Darunter leidet deine Tochter genauso wie du.

Ich wünsche dir Kraft und ne gesunde Beziehung zu deinem Kind!

Antwort
von MamaKnopf, 35

Du könntest Dir ja mal beim Kinderarzt Rat holen, wie Du weiter vorgehen sollst.

Vielleicht holst Du Dir Deine Exfrau mit ins Boot.

Zur Info: wir leben nicht getrennt aber ...hatten auch mal ein Problem mit Sohnemann wo er 3 Jahre alt war und unser Kinderdoc hat uns eine super Adresse von einem Kinderpsychologen gegeben.

Dort musste aber nicht mein Sohn hingehen, sondern mein Mann und ich durften uns dort beraten lassen, wie wir uns gegenüber dem Kind verhalten sollen.

Wir haben uns Rat geholt, wie wir am Besten professionell vorgehen.

Sohnemann war nur einmal dabei, damit er ihn kurz kennenlernt.

Wir waren insgesamt 3 x dort ...das hat gereicht.

Vielleicht ist das ja auch was für euch?

Frag doch mal Euren Kinderarzt, schilder ihm die Situation und sag, dass Du (ihr) keinen Fehler machen wollt und dass Du auf keinen Fall möchtest dass der Kontakt zwischen Deinem Sohn und Dir abbricht.

Antwort
von kiniro, 11

Ich empfehle dir vor allem Geduld.

Der Junge wird älter und bekommt mehr mit.
Auch wird ihm bewusst, dass er entweder nur bei Mama oder nur bei dir sein kann.
Wobei er vielleicht doch viel lieber bei euch beiden zusammen wäre.

Die Sache kann in ein paar Wochen oder Monaten wieder ganz anders aussehen, weil er dann wieder Vertrauen zu dir gefasst hat.
Dann wird er wahrscheinlich auch mit dir alleine die Zeit verbringen.

Das Jugendamt kann diese "Phase" auch nicht beschleunigen.

Antwort
von teafferman, 12

Dein Sohn befindet sich in der Ich-Entwicklungsphase. Diese ist sehr anstrengend. Denn nun löst er sich sowohl bezogen auf seine Wahrnehmung als auch seine Gefühlswelt von seiner Mutter ab. 

In dieser Entwicklungsphase fremdeln manche Kinder gerne. Phasen vergehen. 

Manches Jugendamt weiß, ob es vor Ort oder in erreichbarer Nähe einen sogenannten Elternkurs gibt. Diese sind sehr empfehlenswert. Bei mir vor Ort sind sie vor allen Dingen von den Vätern stark nachgefragt. Denn da kann erlernt werden, die verschiedenen Entwicklungsphasen eines Menschen zu verstehen. Aber auch Austausch tut sehr gut. 

Jugendamt ist eine Hilfe heutzutage und keine Strafe. Bitte bedenkt diese Tatsache beide als Eltern. Die Aufgaben des Amtes sind im Artikel auf Wikipedia gut nachlesbar. Bitte öffne auch alle Links im Artikel. 

Nein. Ein Fall für den Kinderarzt ist eine natürliche Entwicklungsphase auf keinen Fall. Solches Fremdeln ist auch aus sehr intakten Familien bekannt. 

Holt Euch Unterstützung. Ist schließlich so eine kleine Seele

Ich liebe Text und Lied. :)))

Antwort
von Dontknow0815, 25

Kannst du als Ursache deine exfrau ausschließen?

Hey auch wenn es hart klingt aber vll versucht sie dich ja von den kleinen loszubekommen.

Ansonsten frag ihn einfach mal was los ist. Er ist ein Kind er wird die keine fette Lüge auftischen. Betrunkene und Kinder lügen nicht.

Kommentar von Abdulmuhsin ,

Ich will den Teufel nicht an die Wand malen. Und der Kleine redet noch nicht in ganzen Sätzen.

Kommentar von Dontknow0815 ,

Natürlich solltest du davon nicht ausgehen. Aber man sollte auch nicht zu naiv sein. Aber ich kann das natürlich nicht sagen da ich keine Ahnung habe was zwischen dir und deiner ex passiert ist.

Vielleicht hat er auch nur zu wenig Bezug zu dir und fühlt sich ohne Mama alleine. Ist in dem Alter ja nicht so abwegig.

Antwort
von Elfi96, 18

Ich gehe aufgrund  von  Erfahrungen davon aus, dass die Kindesmutter dich als Bestrafung hinstellt. (Wenn du jetzt nicht artig bist, bringe ich dich zu Papa!). Das ist genauso fatal wie: 'Wenn du lieb bist, darfst du nach Papa).

1. solltest du mit der KM redrn und nachhaken, was der Grund sein könnte.

2. solltest du auf andere Art versuchen, das Vertrauen  zu deinem Sohn zurückzubekommen. Unternehme meinetwegen was zu dritt und bleibe bis nach dem Abend bei dem Kind und der KM. Dann bringst du deinen Sohn zu Bett und liest ihm noch eine Gute- Nacht- Geschichte vor, ohne dass die KM dabei ist...  Wenn du deinem Kind gegenüber  Versprechungen machst, halte sie strikt ein! LG und alles Gute 

Antwort
von scharrvogel, 8

du solltest ein gespräch mit der mutter führen und den umgang erweitern. in der regel wird bei kindern diesen alters das komplette maß genommen:

- 2-3 nachmittage die woche mit einer übernachtung

- jedes zweite we von fr-so/mo

- hälftige ferien und feiertage (nimm den schulferienkalender des bundeslandes wo das kind lebt)

- drei wochen sommerurlaub/winter

das gießt ihr in eine umgangsvereinbarung und setzt die um. der mutter muss klar gemacht werden, dass sie sich durchsetzen muss. kind ins auto setzen, klare ansage und los gehts. wenn du das 2-3 mal richtig machst, wird es auch kein problem mehr geben.

vermutlich versucht das kind gerade neue grenzen auszutesten und zu gucken wie weit es euch pushen kann. von daher ist jetzt einheit gefordert von euch beiden und ihr müsst da am gleichen strang ziehen. es könnte auch sein, dass die mutter kein interesse an umgang zwischen kind und dir hat und daher die sache schleifen lässt. wirke auf die mutter ein, auch ein mediationsgespräch kann hier beim jugendamt helfen um zwischen euch als eltern zu vermitteln.

wenn garnichts hilft und die mutter sich da wirklich sperrt, hilft nur der gang zum gericht und die durchsetzung per beschluss.

Antwort
von nettermensch, 18

schwierig, jetzt da eine konkrete antwort zu geben. das weiss nur der junge. hat er was gesagt, warum er sich jetzt weigert. hat er was negatives erlebt. könnte jetzt viele Möglichkeit sein.

Kommentar von scharrvogel ,

der junge ist drei jahre alt

Antwort
von gunnar90, 29

Als Vater von drei Kindern kann ich dir sagen, dass das Verhalten deines Kindes völlig normal ist. In diesem Alter haben Kleinkinder verschiedenen Phasen, die auch mit Verlustängsten einhergehen. Du solltest dein Kind auf gar keinen Fall dazu drängen, mit dir zu kommen, sonst verspielst du sein Vertrauen. Du solltest jetzt auch mal etwas weniger an dich denken, sondern mehr an dein Kind. Es sollen primär mal nicht DEINE Bedürfnisse erfüllt werden, sondern es sollte das Wohl des KINDES im Vordergrund stehen. Und wenn der Kleine jetzt nicht mitkommen will, dann lass ihn und finde einen anderen Weg der Gemeinsamkeit (mit der Mutter zusammen, auch wenn du da keinen Bock drauf hast). Das wird sich auch wieder ändern. Aber deinen Egoismus solltest du mal ganz schnell hinten an stellen.

Kommentar von MamaKnopf ,

Hätte irgendwie dann auch Angst an Stelle von
Abdulmuhsin, dass der Kontakt ganz abbricht...

Kommentar von gunnar90 ,

Da wird Abdulmuhsin sich auch mal etwas mehr bemühen müssen und einige Kompromisse mit der Mutter eingehen, um den Kontakt aufrecht zu erhalten. Ein Kleinkind ist eben kein Spielzeug, das man abholt und wieder zurückbringt, wenn man fertig ist. 

Das Kleinkind entwickelt jetzt seine eigene Persönlichkeit und kann seine eigenen Wünsche äußern. Die müssen nicht zwangsläufig mit den Wünschen der Eltern übereinstimmen.

Kommentar von Abdulmuhsin ,

Danke für deinen Ratschlag. Ich hoffe auch dass es nur eine Phase ist. Dieser Gedanke beruhigt mich.

Ich verstehe nicht ganz worin sich mein Egoismus zeigt. Aber naja, das ist ja auch nicht das Thema.

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