Frage von PTK131996, 123

Was tun nach Rauswurf der Eltern?

Guten Tag, Ich befinde mich zurzeit in einer recht misslichen Lage und weiß nicht mehr weiter und wollte deshalb fragen ob mir jemand helfen kann oder sowas ähnliches schon selbst miterlebt hat. Ich hatte bis vor kurzem eine Wohnung welche mir meine Eltern bezahlt wurde. Ich habe meine erste Ausbildung für welche mir meine Wohnung bezahlt wurde, aus persönlichen Gründen(starke Depressionen) abgebrochen. Nun möchte ich mich wegen einer neuen Ausbildung umsehen jedoch habe ich keine Unterkunft mehr. Die Wohnung wo ich lebte war von einem Freund der Familie und somit wurde ich sofort Rausgeworfen. Ich habe nun auch bei meinem Zuständigen Jobcenter nachgefragt und dieses hat mir gesagt ich könnte einen Antrag auf alg2 stellen aber bis dieser durch wäre, wäre ich auf der Straße. Somit hat mir meine SB auch gesagt das meine Eltern für mich noch Unterhaltspflichtig sind da ich noch u25 bin und das Jobcenter versuchen wird das Geld von meinen Eltern zu bekommen. Zurzeit bin ich noch mit meinen Restlichen Ersparnissen in einem günstigen Hotel. Mit meinen Eltern habe ich nochmals versucht in Verbindung zu treten jedoch Erfolgslos. Mir läuft die Zeit davon und ich habe um ehrlich zu sein keine Ahnung wie weiter machen. Kennt sich jemand mit dieser Situation aus oder könnte mir möglicherweise einen Anlauf geben was ich nun tun könnte?

Antwort
von bwhoch2, 62

Suchst Du Ausbildung in einem bestimmten Beruf? Oder wäre es Dir schon recht, wenn Du einfach nur mal Arbeit und Unterkunft hättest?

Kurzfristig hätte ich da folgende zwei ernst gemeinte Tipps:

In den bayerischen Alpen, Österreich und Südtirol beginnt gerade die Urlaubssaison. Nächste Woche sind schon die Pfingstferien. Ich kann mir gut vorstellen, dass man dort über jede Arbeitskraft sehr froh ist und Unterkunft gibt es in der Regel auch gleich noch dazu. Recherchiere im Internet nach den einschlägigen Arbeitsvermittlungen und Verbänden des Hotel- und Gaststättengewerbes. So könntest Du in kurzer Zeit Arbeit und Unterkunft haben und vielleicht bald auch eine Ausbildung beginnen.

In den Spargelanbaugebieten ist gerade Hochsaison. Auch dort gibt es Arbeit und Unterkunft. Zumindest bis ca. Mitte Juni wäre man da auch schon mal versorgt.

Zeig Deinen Eltern, dass Du auch ohne sie gut klar kommst!

Kommentar von PTK131996 ,

Ich suche einen bestimmten Beruf und mir wäre es schon recht wichtig in Deutschland zu bleiben wenn es nicht gerade anders geht, aber danke für deine tips

Kommentar von bwhoch2 ,

Dann lass doch mal raus, welchen bestimmten Beruf Du anstrebst. Ansonsten: Das Leben ist kein Wunschkonzert. Nicht immer klappt es, dass man genau das bekommt oder machen kann, was man will.

Dennoch: Der Wille ist ein guter Motor und hilft häufig auch, dass man ein Ziel, das man nicht direkt ansteuern kann, auf Umwegen, die gar nicht so kompliziert sein müssen, am Ende doch noch erreicht.

Ausbildungen fangen üblicherweise immer im Sommer oder Herbst an. Bis dahin sind es noch ein paar Monate, die man auch möglichst sinnvoll überbrücken sollte. Nur rum zu sitzen und über die eigene schlechte Situation zu jammern verstärkt höchstens noch die Depression.

Deshalb mein Vorschlag: Mach irgendwas in der Art, was ich vorgeschlagen habe und wenn es nur mal zur Überbrückung ist. Mach also was, wo Du sowohl Unterkunft, wie Arbeit und damit Einkommen hast. Auch wenn es mal ein paar Monate stressig ist, kann das erst einmal die Rettung aus der Situation sein, in der Du steckst und zwar nicht nur materiell, sondern auch psychisch und dabei vor allem auch, um Deinen Eltern zu zeigen, dass Du Deine Situation selbst gemeistert hast und damit unabhängig bist.

Wenn Du nicht nach Österreich gehen willst (Was ist daran Ausland?), bleiben immerhin noch die touristischen Gebiete Bayerns, Baden-Württemberg und Nord- und Ostseeküste, wo teilweise Massentourismus stattfindet mit entsprechendem Arbeitskräftebedarf.

Kommentar von PfeilundBogen44 ,

Als Ausland bezeichnet man das Gebiet/Länder die außerhalb der BRD Grenze liegen. Innerhalb Eu ja. Aber außerhalb Deutschlands und in jedem Land gibt es andere Gesetzgebungen auch wen sie im EU Rahmen sind. 

Man spricht da zwar "Deutsch", aber man versteht es nur so viel, wie wenn der Schweizer Italienisch spricht..

Kommentar von bwhoch2 ,

@PfeilundBogen44: Danke für die Belehrung. Die hättest Du Dir glatt sparen können. Wo Deutschland zu Ende ist und Österreich oder die Schweiz anfangen, darüber weiß ich bestens Bescheid. Gerade, was die Gesetzgebung anbelangt, sind diese Länder jedoch in etwa auf gleichem Niveau, wie Deutschland. Teilweise sogar besser. Das Deutsch, das die Österreicher sprechen, versteht jeder Deutsche, zumal es gerade die österreichischen Arbeitgeber längst gewohnt sind, dass sie in ihren Hotels und Restaurants Leute beschäftigen, die den teilweise extremen Dialekt nicht sprechen und sich darauf einstellen. Die gleichen Erfahrungen habe ich auch in der Schweiz gemacht. Wo also ist das Problem? Es gibt Probleme, die macht man sich nur selbst und dienen häufig nur der Unterstützung der eigenen Trägheit.

Antwort
von Micha1983xm, 27

Hallo,

normalerweise solltest du mit dem jobcenter sprechen und einen Antrag auf Soforthilfe stellen. Hierbei erhältst du sofort Bargeld. Das habe ich einmal in einem Tv Bericht gesehen. Da du andernfalls ja obdachlos wirst. Im schlimmsten Fall würde ich mal nach einem Obdachlosenasyl suchen.

Desweiteren, der freund deiner Familie kann dich eigentlich nicht einfach vor die Türe setzen. ganz gleich ob die Eltern die Miete nicht bezahaen oder nicht. Dafür gibt es Kündigungsfristen. Auch in dem Fall wenn du mit dem Herrn keinen ofizellen Mietvertrag haben solltest gilt dies. Du bist dort gemeldet und der Herr bekam Geld. Dies ist im Gesetz aus genau diesem Grund so verankert. Dem Schutz vor Obdachlosigkeit. 

Ich wünsche dir ganz viel Glück!

Antwort
von autmsen, 45

1. Beim örtlichen Amtsgericht nach "kostenloser" Rechtsberatung schauen. Die Bedingungen erfüllen und hingehen. 

2. Den behandelnden Facharzt konsultieren. Depression ist ja nun mal eine Erkrankung die von einem Facharzt gestellt wird. Mit ihm besprechen ob Du aus Gesundeitsgründen abgebrochen hast oder nicht. Sorge bitte dafür dass diese Fragestellung geklärt ist BEVOR Du "kostenlose" Rechtsberatung beim Amtsgericht beanspruchst. 

3. ALGII beantragen. Hast Du. 

4. Jugendamt aufsuchen und um Beistandschaft bitten. Kommt drauf an ob sie diese gewähren oder nicht. 

5. Sozialer Dienst der Gemeinde. Hier damit Deine Obdachlosigkeit abgewehrt wird. Schaue auf der Seite der Gemeinde / Stadt nach diesem Dienst. 

Antwort
von beangato, 51

Wenn Du nicht auf der Straße sitzen willst, wird Dir bis zur Bewilligung von ALG II nichts weiter übrigbleiben als in eine Obdachlosenunterkunft zu gehen.

Antwort
von xzexyz, 52

Vorerst muss ich sagen, dass ich im jetzigen Stand 19 bin. Damals, ca vor 2 Jahren war ich in der selben Lage wie Du. Ich war ende 17. Ich hatte keine Ausbildungsstelle, keine Weiterführende Schule (Berufsschule), einfach nichts. Ich lag 24h im Bett oder dauerhaft draußen. Nach einiger Zeit wurde ich auch von meinem Vater (alleinerziehend) rausgeschmissen. 

Da stellte sich mir auch die Frage: Was nun?

Da wir keine Verwandten hier haben (alle in der Türkei) wusste ich erstmals nicht weiter. Ich wollte auch zum Jobcenter und zum Amt usw. usw. Irgendwo Geld rauskriegen, wo ich noch das Recht für hab. Ich hatte schließlich nichts in der Tasche. Kein Dach übern Kopf, nichts.

Freunden wollte ich nicht Fragen, war mir schon etwas unangenehm (wie gesagt, erstmal 17 und unreif im Kopf). Allerdings hatte ich von heute auf morgen eine Gehirnwäsche und habe nachgedacht. Über meine Fehler. Ich wollte Buße zahlen. Wollte meine Fehler korrigieren. Tage lang schlief ich draußen (manchmal auch in unserem Keller, Vater hat mich micht bemerkt :p). Ich habe mich persönlich beworben (weil kein Geld für Papiere) und wie es das Schicksal so will habe ich etwas gefunden. Bin dann schließlich mit dem Vertrag zum Vater gegangen und er hat mich wieder heim genommen. 

Was ich dir damit sagen will; Tu alles damit dich deine Eltern akzeptieren. Denn man hat nur einen Papa und eine Mama. Manchmal, auch wenn es so nicht zuscheinen mag, tun Eltern echt grauenhafte Dinge für unseren Wohl und Hab ^^

Antwort
von Bitterkraut, 30

Bis der Antrag druch ist, hast du Anspruch auf Sozialhilfe, geh hin und erkläre, daß du Mittellos bist.

Wie du einfach aus der Wohnung gekündigt werden konntest, ist mir auch nicht klar. Einfach rauswerfen ist nich, bei Mietwohnungen.

Antwort
von Gingeroni, 39

Ich war ml in einer ähnlichen Situation.
Hab damals einfach einen Minijob angefangen und hier und da noch was gemacht und mir ein WG Zimmer gesucht. Das war zwar leider neben der Schule so hart das ich diese kompett verkac*t hababer lieber auf der Straße schlafen wollte ich dann doch nicht.

Antwort
von SirRamic, 49

Grundsätzlich hast du als Mieter erstmal gewisse Rechte (auch wenn nur ein mündlicher Mietvertrag besteht). Fristlos aus einer Wohnung geworfen werden darfst du also nicht. Dazu müsstest du mietwidriges Verhalten begangen haben und selbst dann kannst du in der Wohnung auf die Räumungsklage warten.

Nun bist du, so wie es klingt, aber bereits aus der Wohnung draußen. Meine Verlobte arbeitet in Stuttgart in der Wohnungsnotfallhilfe. Wenn es bei dir eine ähnliche Stelle in der Nähe gibt, solltest du diese aufsuchen. Dort wird dir rechtlich geholfen und auch geschaut, ob du Anspruch auf eine Sozialwohnung hast oder auf die Unterbringung in einem Sozialhotel, etc.

Ansonsten gibt es andere kostenlose Beratungsstellen in deiner Umgebung, die dir hoffentlich weiterhelfen können.

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