Frage von Zischelmann, 138

Was tun Mormonen ,wenn sie ein intersexuelles Kind haben? Mir sagte mal eine Mormonin das Operationen streng verboten sind, da das Kind selbst schuld wäre?

Antwort
von JTKirk2000, 89

Erstens stellt sich mir die Frage, was ein intersexuelles Kind ist und zweitens sind bei Mormonen Operationen nicht prinzipiell verboten. Ich bin selbst Mormone und wurde operiert, aber (nur um das klarzustellen) nicht zum Zwecke einer Geschlechtsumwandlung. Es ist bei Mormonen auch kein Problem, wenn jemand homosexuell orientiert ist. Erst eine entsprechende Lebensweise ist nicht mit Tempelbündnissen vereinbar, aber auch dahingehend hat niemand das Recht, der betreffenden Person Vorhaltungen zu machen, denn die betreffende Person selbst versagt sich einigen Möglichkeiten von Bündnissen und Verheißungen.

Kommentar von Zischelmann ,

Intersexuelle wurden früher als Zwitter bezeichnet. Ansonsten findet man sehr viel zum Thema Intersexualität; da gibt es verschiedene Ausprägungen .Ich  erhielt die  Info, das Mormonen glauben das solche Menschen (nenne sie intersexuell oder Zwitter)

selbst an ihrem Schicksal schuld sind ,da sie im vorgeburtlichen Leben Schuld auf sich luden und als Buße dann in einen Körper kamen, der mit seelischen Belastungen verbunden ist.

Kommentar von JTKirk2000 ,

Sorry, aber diese Info wäre mir neu und ich bin schon seit annähernd 10 Jahren aus eigener Entscheidung als Erwachsener bei den Mormonen. Allerdings ist so etwas auch keine alltägliche Frage. Dennoch gibt es in den Heiligen Schriften (auch in denen, welche eher nur von Mormonen als solche angesehen werden) dazu keine Äußerung, wer, was, wann und wieso.

Folglich kann niemand etwas dafür, mit welchen Eigenschaften jemand geboren wird, aber viele dieser Eigenschaften erweisen sich in der Regel als Gaben oder Herausforderungen - nicht immer nur für den Betreffenden selbst, sondern oft auch für die ihm nahestehenden Menschen.

Wenn jemand beispielsweise mit geistigen oder physischen Behinderungen geboren wird, dann dem Glauben der Mormonen nach weniger deshalb, weil der Betreffende im Vorherdasein etwas falsch gemacht hat, als vielmehr deshalb, weil er bei geistigen Beeinschränkungen manche Erfahrungen gar nicht mehr sammeln braucht, oder bei physischen Einschränkungen, weil andere in seinem Umfeld vielleicht dadurch eine bessere Gelegenheit bekommen, sich in Sachen Nächstenliebe weiter zu entwickeln, und die betreffende Person aus eigener Nächstenliebe anderen gegenüber diese Einschränkung auf sich genommen hat.

Was nun diese intersexuellen Menschen angeht, so sehe ich darin weder eine Einschränkung, noch etwas verwerfliches und ebenso wenig etwas, wofür man diesen Menschen Vorhaltungen machen sollte. Ich glaube auch nicht eine Sekunde daran, dass jemand, der wirklich dem Glauben nach Mormone ist, dahingehend eine andere Sichtweise hat.

Kommentar von PlueschTiger ,

Was nun diese intersexuellen Menschen angeht, so sehe ich darin weder eine Einschränkung, noch etwas verwerfliches und ebenso wenig etwas, wofür man diesen Menschen Vorhaltungen machen sollte.

Was ist aber im Zusammenhang mit Sexualität? Zweigeschlechtliche Menschen können ja mit beiden Geschlechtern, eine Beziehung eingehen und wenn beide Geschlechter Funktionieren, Vater und Mutter werden.

Kommentar von JTKirk2000 ,

Und? Ich sehe da dennoch kein Problem damit. Zunächst einmal sehe ich persönlich auch Homosexualität weder als Krankheit noch als Sünde an. Ob man dieser Neigung selbst folgt, ist jedem selbst überlassen und sollte niemanden sonst interessieren, außer jene, mit denen die betreffende Person entsprechende Intimitäten teilt.

Kommentar von PlueschTiger ,

Mir ging es eigentlich mehr um die Offizielle Mormonen Regelung. Würde das ausleben von Sex zwischen einem Mann und einem Zwitter als ausgelebte Homosexualität angesehen oder gleichgestellt, mit Mann und Frau?

Denn wie du sagst ist Homosexualität nicht verboten, aber das Sexuelle ausleben diese schon. daher würde mich das mal Interessieren wie das bei Mormonen gesehen wird.

Kommentar von JTKirk2000 ,

Wie Mormonen das offiziell sehen, weiß ich nicht. Es hat sich bisher auch nie die Frage danach gestellt, da ein solcher Fall doch relativ ungewöhnlich ist. Es würde auch recht wenig bringen, entsprechend nachzufragen, da eine solche Anfrage über kaum übersehbar viele Instanzen weiter gestellt werden müsste, bis eine Antwort aus entgegen gesetzter Richtung folgen würde.

Klar ist aber, dass nach der Vorstellung der Mormonen sexuelle Handlungen nur im Rahmen der Ehe geschehen sollten und auch dann eigentlich nur im Interesse der Fortpflanzung. Letzteres macht deutlich, dass es sich um einen bestimmten Zweck zum GV handelt, der im Normalfall zwischen einem Mann und einer Frau stattfinden sollte, die miteinander verheiratet sind, zu dem Zweck, Kinder in die Welt zu setzen. 

Wenn ein intersexueller Mensch nun in männlicher Form zeugungsfähig ist, jedoch in Bezug auf Eizellen unfruchtbar, würde dies bedeuten, dass es vorzuziehen wäre, dass ein solcher mit einer Frau entsprechend zusammen ist. Verhält es sich bei einem intersexuellen Menschen genau umgekehrt, ist also in Bezug auf Eizellen fruchtbar, aber in Bezug auf Samenzellen unfruchtbar, dann wäre dies wohl in Bezug auf einen Mann vorzuziehen. Wenn dieser intersexuelle Mensch in beider Hinsicht fruchtbar ist, wäre jede Form der Einschränkung aufgrund des Zwecks der Fortpflanzung unsinnig, und allein die Treue zum Ehepartner relevant, egal ob dieser männlich oder weiblich ist. Letzteres gilt ebenso wenn diese intersexuelle Person in Bezug auf beide Geschlechter unfruchtbar sein sollte. Allerdings ist das hier geschriebene lediglich eine Schlussfolgerung dessen, wozu und in welchem Umfeld als einziges der GV in Betracht gezogen werden sollte - darüber hinaus ist dies in eigener und in jedem Fall zwischen dem Paar einvernehmlicher Entscheidung. Von daher ist es nicht sicher, ob eine offizielle Haltung ebenso aussehen würde. Nur ist es eben so, dass ich es für eher fruchtlos halte (Begründung siehe erster Absatz in diesem Kommentar).

Antwort
von bobby68, 67

Auch ich bin ein Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) und habe noch nie davon gehört, dass Menschen im vorirdischen Dasein Schuld auf sich geladen hätten und deshalb in diesem Leben seelische Belastungen tragen müssten. Entweder ist das ein Missverständnis oder die Mormonin hatte keinen blassen Schimmer der Kirchenlehre.

Wenn ich als Vater ein intersexuelles Kind geschenkt bekäme würde ich auf keinen Fall eine geschlechtsangleichende Operation machen lassen, solange die Gesundheit des Kindes nicht gefährdet wäre. Der Grund dafür liegt nicht in der Kirchenlehre sondern im Wissen, dass gerade intersexuelle Kinder eine Entwicklung durchmachen und später selber entscheiden sollen / müssen, mit welchem Geschlecht sie leben möchten. Diese Entscheidung sollte ihnen nicht von einem Erwachsenen abgenommen werden. Dies ist in der Vergangenheit zu oft passiert und lebenslange Leiden der Opfer waren die Folgen. Erst dann wäre es Zeit für geschlechtsangleichende Operationen, im Einverständnis des / der Betroffenen. 

Mit der Kirche sehe ich insofern kein Problem, da ja Gott selbst das Kind so speziell geschaffen hat. Es geht nicht um eine Geschlechtsumwandlung (was eine Sünde wäre) sondern um eine Geschlechtsanpassung, wenn überhaupt. Das ist ein grosser Unterschied. 

Kommentar von Zischelmann ,

Ich finde es nicht okay, das man Transsexualität als Sünde ansieht und Intersexuelle als "unschuldig". Keiner von beiden ist was Besseres oder Schlechteres!!!Seelische Belastungen haben oft beide und Spott und Diskriminierung in der Gesellschaft.

Transsexualität hat genau wie Intersexualität mit Genen und Chromosomen zu tun sowie mit einem Gehirn, welches sich anders als der Körper gebildet hat.

Transsexuelle sind genauso Gefangene in ihrem Körper wie Intersexuelle! Nur das die Intersexuellen das Glück haben ,das  man ihr Anderssein  körperlich besser beweisen kann.(Jedoch auch das ist bei jedem anders .Intersexuelle  gibt es auch in den verschiedensten Ausprägungen.)

Übrigens gibt es bei Intersexuelle auch verschiedene Menschen-da kann auch eine Intersexuelle ohne Gebärmutter sein oder einen winzigen Penis haben.

Zeugungs  - oder gebärfähig sind manche ,andere  nicht.

Ich finde Ihre Meinung sehr traurig-Vergessen Sie bitte nicht ,das auch Intersexuelle früher als "Teufelswesen" angesehen wurden und im Mittelalter verbrannt wurden.

Ich bin ein Mensch ,der sich bezüglich Trans sowohl auch Intersexualität SEHR gut auskennt. Eigenes Leid.

Und weiß wieviel seelisches Leid auch viele andere Transsexuelle durchleben.

Und es gibt auch Intersexuelle die gar keine Operation wollen und offen sagen, das sie ein Zwitter sind und damit leben wollen.

Stellen SIE sich mal bitte vor, wie belastend es ist, wenn SIE

mit einem männlichen Gehirn UND einem weiblichen Körper leben müssten.

Überall -verspottet werden

Ausgegrenzt sind, einsam-schon in der Schulzeit abgestempelt

Mit höhnischen Anreden wie  "Gnädige Frau" mit Grinsen verspottet

Es ist eine himmelschreiende Schande ,das man Intersexuelle gegen Transsexuelle regelrecht ausspielt.

Jeder der beiden hat sein Päckchen zu tragen

Keiner ist an seinem Anderssein schuld!

Transsexuelle haben auch ein Recht auf OP-

und vor allem auf ein menschenwürdiges Leben in dem sie ihre individuelle Persönlichkeit leben dürfen.

Ich gehöre der Neuapostolischen Kirche an. Dort werden nicht intersexuelle besser behandelt als Transsexuelle. Da ist schon mehr Gerechtigkeit)

Gott sieht das Herz an

Jeder Körper wird eines Tag entweder in den Sarg kommen oder in das Krematorium. Und wegen eines Körpers soll eine SEELE leiden?? Nein, das glaube ich nicht!!

Schauen Sie sich grad mal den Balian Buschbaum an.

Schauen sie sich mal dann Intersexuelle an-Vom optischer her gibt es überall männliche und weibliche.

Die SEELE und die Gehirnstruktur macht den Menschen

nicht ein Penis oder Gebärmutter

oder 1 Eierstock oder ein Mikropenis !!!

Wenn Intersexuelle entscheiden dürfen in welcher Rolle sie leben

dann dürfen es Transsexuelle ebenso.

Wer schon streng religiös sich gibt, (und man nichts ändern darf)dann dürfte gar keiner eine

Geschlechtsanpassung(Geschlechtsangleichung machen lassen.

Auch die Zwitter nicht!

Außerdem heißt es bei Transsexuellen nicht Geschlechtsumwandlung-da heißt es ebenfalls Geschlechtsangleichung(Anpassung.

WIESO sollte ein Intersexueller mehr das Recht auf ein glückliches menschenwürdiges Leben haben dürfen als ein Transsexueller?

Bei dem einen passt nicht der Körper zur Identität, bei dem anderen auch nicht.

Geschrieben in Traurigkeit.

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