Frage von Alilupo, 116

Was tun mit antriebslosem Sohn?

Für sachliche Beiträge danke ich schon vorab sehr herzlich!

Ich (m, 52) habe seit August eine neue Freundin (43). Sie ist seit 6 Jahren getrennt/geschieden. Ihr Sohn (21) wohnt noch bei ihr, ist aber seit seinem Realschulabschluss im wesentlichen untätig. Kein Hartz 4, da das nicht bewilligt würde.

Sein Onkel (ca. 45) hat im Gegensatz zu seiner Mutter noch ein wenig Einfluss auf ihn. Er selbst hat als Ausrede, dass er durch die Scheidung eben traumatisiert sei. Schuld hätten also seine Eltern an seinem Zustand. Er raucht Joints und hat Kumpels, die er meist nachts trifft. Was die dann genau machen, wissen wir nicht.

Jobs schmeißt er meist schon nach wenigen Tagen. Einen Job, der auch gut bezahlt war, übte er länger aus. Da er aber der arbeitsjüngste war, wurde er bei Jobabbau auch als erster wieder entlassen. Zu einer Lehre hat er keine Lust. Am liebsten möchte er gleich viel Geld haben.

Nun lässt sich also von seiner Mutter durchfüttern, bewaschen und bebügeln, erhebt auch noch Anspruch, dass ein Freund seiner Mutter in der Wohnung, in der er lebt, ja wohl nichts zu suchen habe (einmal kam er von seinen nächtlichen Streifzügen früh zurück und merkte an der geschlossenen Schlafzimmertür, dass seine Mutter nicht allein war). Er selbst tut jedoch nichts. Sogar, als wir noch nicht zusammen waren, war er kaum zum Abendessen mit ihr bereit, woraufhin sie dann irgendwann das abendliche Kochen einstellte.

Es gibt auch gemeinsame Termine mit seiner Mutter beim Psychologen. Allerdings dauert so etwas lange, und die Termine sind auch nicht so oft.

Was sind Eure Ratschläge, damit er in die Spur kommt?

Antwort
von hourriyah29, 38

Hallo A.,

es ist schon mal gut, dass die zwei zum Psychologen gehen. Am Besten geeignet wäre wohl einer mit systemischer Ausbildung und eigentlich sollten die Termine einmal wöchentlich stattfinden, maximal einmal alle zwei Wochen.

Falls ihr es Euch finanziell leisten könnt könntet ihr auch zu einem Therapeuten für Privatzahler gehen. Langfristig lohnt sich die Investition ;)

(Wenn man sie aufrechnet mit dem Geld, dass ihr für den Sohn ausgeben müsst, weil er nicht arbeitet).

Dann sollte die Mutter überlegen, was sie von ihrem Sohn erwartet und entsprechende Konsequenzen planen und einhalten.

Z.B. Ich will nicht, dass Du Drogen nimmst - so lange Du Drogen nimmst gibt es von mir kein Geld.

Plan für Mithilfe im Haushalt erstellen und Konsequenzen planen - Du hilfst nicht mit beim Wäsche waschen, ich wasche nicht für Dich

Du kaufst nicht ein - ich kaufe nichts mehr für Dich mit ein.

Vielleicht hat der Sohn Interesse an einem Auslandsjahr (Infos dazu gibt es z.B. beim Arbeitsamt? Oder einer Abenteuerreise (z.B. Interrail, Hiking)? Oder ehrenamtliche Mitarbeit in einem Naturschutzprojekt gegen Kost und Logis (z.B. National Trust).

Welche speziellen Interessen oder Fähigkeiten hat der Junge? Kann man da etwas fördern oder anregen?

Das sollte aber von der Mutter ausgehn! Du als neuer Partner kannst Dich noch so sehr abstrampeln, Du bist der Konkurrent und der Böse der sich zwischen ihn und seine Mutter drängt ;)

LG und alles Gute!

Hourriyah

Kommentar von Alilupo ,

Danke erst mal für Deine Antwort!

Ja, dass ich der Böse bin und daher die Klappe halte, sehe ich auch so.

Du hast gute Vorschläge gemacht!

Antwort
von Gimpelchen, 55

Das ist eine ganz ganz schwierige Kiste. Da gibt es leider nicht den Mega- Ratschlag. Entweder er bekommt in den nächsten Jahren von ganz alleine die Kurve, oder er wird ewig ein Versager bleiben. Und das natürlich zu Lasten der Mutter und selbstverständlich auch zu Lasten des dazugehörigen Partners.

Wenn die Mutter schlau ist, hat sie in zwei oder drei Jahren die Schnauze so voll, dass sie ihn vor die Tür setzt. Und dann muss er halt zusehen wie er selber in seinem Leben zurecht kommt. Für manche junge Menschen ist das dann das große Aha-Erlebnis, denn zur Zeit befindet er sich ja noch in der wohligen Fürsorge seiner Mama. Ich glaube der junge Mann wird sich erst dann ändern, wenn in seiner Lebenssituation eine große Veränderung eintritt. Und in meinen Augen wäre das dann idas Hinausstoßen aus dem warmen Nest.

In unserem Freundeskreis hatte sich eine Jugendliche vehement gegen den neuen Partner der Mutter gewährt. Es kam so schlimm, dass die Mutter dann drohte für die Tochter eine Jugendwohnung zu suchen. Daraufhin wurde sie ein ganzes Stück handzahmer. Und die Mutter ist heute immer noch mit ihrem Partner,der mittlerweile Ehemann geworden ist ,zusammen.

Für dich als neuer Partner ist das natürlich ebenfalls eine unglaubliche Belastung, da kannst du auch wenig auf die Mutter einwirken ,sondern nur versuchen sie zu unterstützen.

 Den entscheidenden Schritt zur Trennung (sollte es soweit kommen) muss aber dann die Mutter machen.Ohne deine Beeinflussung . ...damit es später keine Vorwürfe gibt.

Kommentar von Alilupo ,

Danke erst mal für Deine Antwort!

Besonders gut: "Ohne Deine Beeinflussung ...".

Jugendwohnung: Kannte den Begriff nicht, habe nach so etwas gesucht!

Antwort
von Goodnight, 21

So hart es Klingt den Sohn  ohne Diskussionen vor die Tür setzen. 

Eine Ansage machen und durchziehen. Der Sohn weiss doch ganz genau, dass die Mutter zu weich ist. Wenn Kinder die Ablösung nicht machen, müssen es die Eltern tun.

Ein "Kind" das so drauf ist, kannst du mit Sanftheit nicht auf den rechten Weg bringen. Es gibt Nachwuchs, der sich komplett weigert Eigenverantwortung zu übernehmen.

Der Sohn beherrscht das Instrument emotionale Erpressung hervorragend. 

Was der Sohn betreibt ist Selbstzerstörung und dabei sollte die Mutter auf keinen Fall helfen. Der Sohn schafft es wunderbar seiner Mutter ein schlechtes Gewissen zu machen. Sie schadet ihm massiv, wenn sie keine Konsequenzen zieht.

Letztlich lohnt für dich eine Beziehung mit der Mutter gar nicht, du wirst dabei mit in den Abwärtsstrom gezogen. Du wirst selbst ein Co- Abhängiger.

Die Einzige die etwas ändern kann ist die Mutter, wenn sie dann mal in die Hufe kommt.

Es wird darauf hinaus laufen, dass du die Beziehung abbrichst.

Antwort
von Matzesmaus, 55

Der junge Mann wurde von seiner Mutter lange weichgespült. So lange er Quartier und Verpflegung hat, wird er sich nicht um Arbeit bemühen. Da nützt nur eine klare Ansage. Frist setzen, Dienstleistungen einstellen (Wäsche etc.) und Geldhahn zudrehen. 

Antwort
von EdnaImmers, 50

Ich möchte Dir nicht zu nahe treten, aber Du fragst ja ausdrücklich um Rat!

Vergiss es. 

Das, was  im Haus Deiner Freundin, mit ihrem Willen abgeht, geht Dich nichts an. Deine Freundin spielt das Spiel des jungen Mannes mit. Wie es aussieht spielt sie es seit Jahren gern mit. Da wird sich nichts ändern, es sei denn sie wird konsequent. 

Sie ist zB bereit ihr bisheriges Leben aufzugeben und allein  zu Dir zu ziehen. 

Dann, und nur dann kannst Du (einige) Regeln aufstellen( bezgl. wer darf wann wo ein und aus gehen)

wenn Deine Freundin sich aber für den jungen Mann weiterhin verantwortlich fühlt und ihn unterstützt ändert sich im Prinzip nichts und Du hast noch mehr Ärger.

Eure Lebenseinstellung zum Umgang mit erwachsenen Kindern ist zu unterschiedlich um eine für Dich erträgliche Beziehung mit der Frau zu führen.

Kommentar von Alilupo ,

Danke erst mal für Deine Antwort!

Ich will keine Regeln aufstellen, denn es geht nicht um meine Wohnung. 

Schmeißt sie ihn raus, geht er zur Stütze und bekommt sie vom Amt, jedoch unter Rückholung der Stütze bei ihr bis 25. Dann bezahlt sie aber letzten Endes viel mehr. Und zwar noch 4 Jahre lang!

Daher geht ein Rausschmiss nur bei einem verständigen Kind oder ab 25. Der Sohn würde aber dadurch an seinem Leben nichts ändern, weil aus seiner Sicht dann eben das Amt zahlt.

Kommentar von EdnaImmers ,

Es ist halt oft etwas "teurer" wenn man konsequent ist und sich nicht von einem erwachsenen Kind tyrannisieren lassen will. Da kommt es dann auf die Prioritöten an, die jeder selbst setzten muss. 

und genau das meinte ich: Solange Deine Freundin nicht die Bremse zieht ( und es drauf ankommen lässt) ändert der Sohn sich nicht. Die Situation bleibt wie sie ist und Du akzeptierst es - oder gehst.

Das wurde hier  auch von anderen "Antwortern" deutlich herausgearbeitet.

Dann mal viel Spaß in den nächsten 4 Jahren. 

Kommentar von EdnaImmers ,

Prioritäten ---->.  hat nix mit töten zu tun 🙊

Kommentar von Goodnight ,

Ach komm, dagegen kann man sich erfolgreich wehren, wenn man nachweist, dass das Kind von jedem Job rausfliegt und man sich redlich bemüht hat das Kind zu unterstützen.

Der Punkt ist, dass die Mutter gar nicht reagieren will und ausreden sucht damit sie nicht handeln muss und du tust das Gleiche.

Dann passt ja alles und ist könnt es so lassen wie es ist.

Das Prinzip "Wasch mich aber mach mich nicht nass" funktioniert nie in positiver Weise.

Nur muss man dann auch nicht jammern, auch nicht im Netz.

Kommentar von Alilupo ,

Ist ja schön und gut (auch danke für Deine direkte Antwort), aber wie schmeißt man jmd. tatsächlich und physisch raus? Schloss austauschen? In einer Wohnanlage dürfte der Austausch teuer werden.

Eine Wohnung kann man ihm aus unterschiedlichen Gründen nicht besorgen, weil man dann den Mietvertrag abschließen würde und dann letztlich auch zahlen müsste. Welcher Vermieter aber vermietet an jmd., der keine Sicherheiten bietet und im Zweifel sogar erkennen lässt, dass ihm schon der Erhalt (doppelsinnig) der Wohnung schnurzegal ist?

Ich mochte - selbst ohne Kind - ihr auf keinen Fall vorschreiben, dass sie ihre Mutterliebe (er ist einziges und Scheidungskind) zu meinen Gunsten einzustellen hat. Aber ok - anscheinend muss Härte dann wohl sein.

Der Schwager hatte wohl in beider Anwesenheit schon vorgeschlagen, dass er zu Januar ausgezogen sein muss. Bislang fehlt es aber an möglichen Sanktionen.

Antwort
von nocheinnutzer, 53

Der Junge ist in einem Alter, in dem die Eltern nur noch wenig bis gar keinen Einfluss mehr haben.

Seine Entscheidungen sind eher vom Freundeskreis abhängig.

Wenn deine Lebensgefährtin dazu in der Lage ist, sollte sie ihn ins Kalte Wasser schmeißen und ihn aus dem "Hotel Mama" raus schmeißen.

Natürlich sollte ihm immer die Tür offen stehen, wenn er sich selbst bemüht  Verantwortung für sein Leben zu übernehmen.

Antwort
von QuincyMarket, 43

So hart es klingt, er ist erwachsen und für sich selbst verantwortlich. Natürlich ist es bequem nach Hause in ein warmes Nest zu kommen , wo alles für einen gemacht wird. Da denkt er sich sicher :"Super , ich brauche mich ja gar nicht anstrengen , es läuft ja auch so ! Also warum sollte ich einen Finger krumm machen ?" Meiner Meinung nach sollte das Hotel Mama schließen, damit er tätig werden MUSS.

Kommentar von Alilupo ,

Danke erst mal für Deine Antwort!

Aber wie schmeißt man jmd. raus? Wo geht der dann hin? Unter die Brücke? Hat das jmd. hier schon gemacht, und wo ist der Rausgeschmissene dann gelandet?

Kommentar von QuincyMarket ,

Wenn er sich eine eigene kl . Wohnung sucht gibt es evtl.die Möglichkeit, Wohngeld zu beantragen oder er spricht beim Jobcenter vor und beantragt Leistungen/ Mietzuschuss oder ich weiß nicht was alles möglich ist. Einfach mal vorsprechen und sich beraten lassen. Unter der Brücke schlafen muss in Deutschland eigentlich niemand.

Antwort
von Negiz, 33

Also ist denn von einem Psychologen ein Trauma diagnostiziert worden? Weil das kann ich nicht glauben. Bei einem diagnostizierten Trauma (eventuell sogar PTBS) wäre der junge nichtmal mehr in der lage freunde zu treffen. Und durch eine scheidung ein echtes trauma zu bekommen ist sehr unwahrscheinlich. Sowas entsteht durch Folter und andere Extremsituationen.

Also wenn das nicht diagnostiziert wurde ist es vmtl nur irgendeine ausrede und dann sollte man folgendes tun:

Am besten erstmal mit ihm reden und sagen entweder er bemüht sich um einen job innerhalb des nächsten monats oder ihr schmeisst ihn raus. Wenn ers dann immernocj nicht einsieht:
schloss austauschen
seine sachen packen und weg damit.
Aus dem haus schmeissen

Kommentar von Alilupo ,

Danke erst mal für Deine Antwort!

Dass es sich um kein Trauma handelt, weiß ich doch auch ... siehe Text: Wenn ein 21j. das behauptet, meint er was anderes.

Aus dem Haus schmeißen: Das einzige Kind? Als Mutter? Da muss sicher noch mehr passieren. Sie ist doch auch ein Mensch.

Kommentar von Negiz ,

Kinder lernen erst dazu wenn man sie für fehler bestraft. ansonsten wird der sohn nie nach einem job suchen glaub mir. die heutige jugend ist sturr wie ... und verwöhnt. Er muss lernen ein Mann zu werden und da hilft nur ihn auf die strasse zu setzen damit er mal dazulernt und sich nicht wie ein verwöhntes kind verhält

Antwort
von Herb3472, 58

Ultimatum stellen, Koffer packen, rausschmeißen. Haben meine Ex-Frau und ich mit ihrer arbeitsscheuen 23-jährigen Tochter gemacht.

Kommentar von XC600 ,

und wo ist die dann hingegangen ? nur mal so interessenhalber ..... irgendwo muß sie ja dann unterkommen .....

Kommentar von Herb3472 ,

In einer leerstehenden Wohung ihrer Tante.

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