Frage von Viktor0089, 51

Was tun gegen Konzentrationsprobleme bzw. Gedächtnisprobleme?

Schon fast mein ganzen Leben habe ich die oben genannten Probleme. Ich brauche viel länger um Informationen zu verarbeiten als meine Klassenkameraden, Kollegen usw. Z.B. erklärt mir ein Lehrer etwas und er will nach 2 Minunten von mir hören was er gerade bei gebracht hat, kann ich nur ein Bruchteil davon was sagen, weil ich mir nicht alles merken konnte. Auch z.B. den Führerschein habe ich fast 1 Jahr gebraucht um den zu bekommen obwohl ich wie verrückt gelernt hab. Vor kurzem war ich bei einer Seelsorge. Der sagte ich habe einfach nur Konzentrationsprobleme. Was kann ich dagegen tun? Danke im vorraus.

Antwort
von Translateme, 43

Konzentrationsprobleme können die Ursache eines Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms (kurz ADS) sein. In meiner Familie hatten wir das. Wurde durch eine spezielle Mischung von Globuli (Homöopathie) innerhalb von 6 Mo in den Griff gebracht.

Bei Gedächtnisproblemen muss man unterscheiden. Grundsätzlich lässt sich in ein Kurzzeitgedächtnis (Arbeitsgedächtnis) und ein Langzeitgedächtnis unterscheiden. Das Kurzzeitgedächtnis befindet sich in Teilen des Stirn- und Scheitellappens des Gehirns; seine Speicherkapazität ist begrenzt. Die Informationen gehen nach kurzer Zeit wieder verloren, weil sie zB unwichtig sind, oder man auf etwas anderes konzentriert ist (siehe oben). 

Um Information langfristig zu speichern, müssen sie ins Langzeitgedächtnis übergehen. Voraussetzung dafür ist, dass du für die Information oder das Thema sog. Brücken, also Zusammenhänge schaffst um sie in Erinnerung zu rufen. In einer Datenbank wären das sog. Meta-Tags, also Schlüsselwörter. ZB was denkst du, wenn du an das Wort Schule denkst? Dein Gehirn hat all deine Eindrücke und Erfahrungen zum Thema Schule gespeichert und dir fällt es leicht, das "Gelernte" abzurufen. Schwieriger wird es bei Themen, die einen überhaupt nicht interessieren. Hier muss man sich mit Tricks helfen, als das Thema so aufbereiten, dass es einem "schmeckt". Oft hilft ein Praxisbezug oder ein Ereignis aus dem eigenen Leben, um die "Brücke" zu schaffen.

Das Langzeitgedächtnis ist komplexer organisiert. Beteiligt sind unter anderem der Stirn- und Schläfenlappen, das limbische System (dient der Verarbeitung von Emotionen) und der Hippocampus – er ist wichtig für die Überführung von Gedächtnisinhalten aus dem Kurzzeit- in das Langzeitgedächtnis. In diesem sind das Wissen über Fakten, Bedeutungen, Bewegungsvorgänge und Handlungen gespeichert. Das Langzeitgedächtnis ermöglicht es, das Gesicht des Nachbarn wiederzuerkennen, die eigene Adresse richtig anzugeben, die Bedeutung eines Satzes zu verstehen, den Herd zu bedienen und Formulare richtig auszufüllen.

Jeder Mensch lernt anders. Dem einen reicht ein simpler Text, der andere benötigt Bilder, ein anderer hört es lieber oder fühlt es gerne, ist also haptisch veranlagt. Finde heraus, wie du am besten lernst. 

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