Was tun gegen dauerhafte leere im Kopf?

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5 Antworten

Die leere im Kopf, die Antriebslosigkeit und das Gefühl der Gefühlslosigkeit sind klassische Symptome einer Depression und auch einer Borderline-Persönlichkeitsstörung. Sozialer Rückzug ist die logische Konsequenz davon.

Ich habe mich in den schwierigsten Zeiten meiner Depression auch sozial zurückgezogen. Alles war mir zuviel. Dieser Zustand ist der absolute Horror.

Dass deine Therapeuten auf Tagesstruktur, Bewegung und gesunde Ernährung pochen macht absolut sind. Ohne Tagesstruktur wird das Ganze immer schlimmer. Man igelt sich nur noch in seinen 4 Wänden ein. Es gibt sehr viel verschiedene Arten von Depressionen und Borderline, doch ich habe noch niemand getroffen (auch nicht in der Klinik) dem sozialer Rückzug geholfen hat. Ich war jedoch nicht mehr fähig mir eine Tagesstruktur zu geben, war einfach zu abgekämpft und leer. Hast du es schonmal mit einer Tagesklinik probiert?

Bewegung und Ernährung sind auch sehr wichtig. Gemäss diversen wissenschaftlichen Studien wirkt Sport bei mittelschweren Depressionen gleich gut wie Psychopharmaka. Als besonders effektiv haben sich Ausdauersportarten herausgestellt. Voraussetzung sind 4 Trainingseinheiten an 20-30min die Woche. Das Problem ist einfach, wenn man ohnehin müde und leer ist, kann man sich kaum zum Sport aufraffen. Da hilft nur eiserner Wille (falls möglich).

Noch zu deinen Medikamenten: Ich habe bei anderen Beiträgen gelesen, dass du zurzeit Aripiprazol (Abilify) und Sertralin nimmst. Ich bin zwar kein Arzt, doch das mit dem Abilify macht durchaus Sinn. Es ist das einzige Neuroleptika, welches antriebssteigernd und nicht sedierend wirkt. Das mit dem Sertralin hingegen verstehe ich weniger. Bei Antriebsstörungen würde ein SSNRI mehr Sinn machen als ein SSRI. Duch die Wiederaufnahme-Hemmung von Noradrenalin kann die Antriebslosigkeit meist verbessert werden. Zu erwähnen ist z.B. Duloxetin (Cymbalta, http://deprimed.de/duloxetin/ ). Im Gegesatz zu Venlafaxin (Trevilor) hemmt es das Noradrenalin bereits in kleineren Dosen.

Was du also machen kannst:

  • Strukur von aussen organisieren (z.B. Tagesklinik). Es ist einfacher Termine warzunehmen als sich selbst eine Struktur zu schaffen.
  • Sport falls möglich. Mind. 4x 20-30min Ausdauertraining die Woche
  • Medikamentenwechsel, z.B. auf Duloxetin aber auch Ergänzungen finden, z.B. mood-stabilizer wie Lamotrigin ( http://deprimed.de/lamotrigin/ )
  • Das wichtigste: Durchhalten!

PS: Ich leide selbst seit 5 Jahren an einer schweren Depression mit allem drum und dran. Bin mittlerweile auch Arbeitsunfähig.

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Kommentar von JanaPa
14.10.2016, 10:50

Dankeschön ,die Medis die du genannt hast habe ich schon alle durch .Tagesklinik darf ich nicht wegen borderline .Und die 13 Therapie stationär ist nicht in Erwägung zu ziehen .Hab echt schon alles durch ,am schlimmsten ist wie gesagt die Müdigkeit ,hast du Erfahrung mit psychsomatik ?
Weil das genannte hab ich alles versucht ,Vollkorn Produkte ,Bewegung,jeden Tag was vornehmen ,jeden Tag Freunde treffen und Familie ,hab ne Menge Programm. Bin auch seitdem ich 16 bin in Betreuung

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Über 18 Jahre leidete ich unter Depressionen, Borderline usw. Ich nahm Medis und nichts half wirklich gut. Es war einfach besch... zum Teil hatte ich such eine starke Müdigkeit und konnte fast nur schlafen.
Vor rund 6 Monaten machte ich eine Darmreinigung und seither ist vieles besser. Nicht 100% aber viel besser als jede Therapie und Medis.
Ich bekann zu lesen und erkannte die Zusammenhänge zwischen Darm und Depressionen.
Lohnt sich den das Serotonin wird zb grösstenteils im Darm und nicht im Hirn gebildet. Schade nur, dass dies die meisten Ärzte nicht erkennen.
Gibt ein klasse Video zu diesem Thema, wenn es Dich interessiert dann schreib mir eine PN. Darf dieses Video leider nicht öffentlich teilen.
So oder so wünsche ich dir von Herzen, dass es Dir bald besser geht.

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Kommentar von karin23245
14.10.2016, 08:11

Interessantes Buch zu diesem Thema: Scheissschlau von Dr. David Perlmutter

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Ich würde mir mal eine Zweitmeinung von einem anderen Psychologen einholen. Diese Medikamente sollten ja genau den Zustand den du beschreibst verhindern. Vielleicht wirken sie einfach nicht mehr so stark wie vorher und du hast eine Toleranz aufgebaut oder es sind Nebenwirkungen von deinen Medikamenten. 

Genau kann ich es dir leider nicht sagen, deswegen komme ich wieder auf meinen ersten Punkt zurück, Zweitmeinung einholen.

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Es kann sein, dass die Antidepressiva oder die anderen Medikamente die Du nimmst, zu diesen Nebenwirkungen die Du beschreibst führen können. Also mal beim Arzt nachchecken ! 😉

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Kommentar von JanaPa
14.10.2016, 04:15

Hab ich ihm auch gesagt aber er will nix mehr ändern weil ich andauernd da sitze und was geändert haben will

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Kommentar von ToNicCi
14.10.2016, 04:26

Ich glaub du übertreibst ein bisschen. 9 Jahre nicht arbeiten und als Ausrede Borderline und mittelschwere Depression?? come on ich kenne viele die borderline haben und die arbeiten trotzdem und sind auch manchmal Depressiv

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Hey..

Hiermit möchte ich mir ein wenig Zeit für dich nehmen, weil mir das grad wichtig ist..

Versteh ganz gut wie es dir geht. War selber eine Zeit lang sehr Depressiv. Überhaupt als ich in Haft kam und von einem Tag auf den anderen von der Außenwelt abgeschirmt war und die erste Zeit weder Kontakt zu meiner Familie noch sonst wem und nicht mal Zigaretten hatte. In Haft habe ich dann das Buch "Glück ist kein Zufall" gelesen (von Dr. Joseph Murphy und Dale Carnegie). Darin wird im Großen und ganzen beschrieben wie man im Alttag damit umgeht wenn man ständig mit negativer Energie konfrontiert wird. Der Schlüssel dazu ist schlicht und einfach immer Positiv denken. Denkst du positiv, ziehst du positive Energie an. Denkst du negativ, ziehst du negative Energie an. Hab das ausprobiert und es hat mir um ehrlich zu sein sehr geholfen. Man bedenke, ich war 4 Monate in U-Haft und habe dann 2 Tage vor Weihnachten 3 Jahre Strafhaft ausgefasst. Ich war kurz vor einem Suizid um ehrlich zu sein. Hat mir aber dann im großen und ganzen geholfen. Mittlerweile bin ich auch schon auf Fußfessel drausen. Habe aber zu der Zeit sämtliche Medikamente verweigert. Weil es einen nur noch mehr Kaputt macht. Der Körper gewöhnt sich daran und irgend wann ist man an dem Punkt wo man die Dosis erhöhen muss. Für die Leute die sich jetzt denken "warum war/ist der in Haft".. wurde in §28 ABS 4 Schuldig gesprochen (Suchtgifthandel) Strafmaß in meinem Fall: 1-15 Jahre. Schluss endlich habe ich nichts andres gemacht als Speed/MDMA/XTC in nicht all zu großen Mengen aus dem Internet bestellt. Aber egal..

Mein damaliger bester Freund aus der Schulzeit, war auch sehr Stark depressiv und sogar in Psychischer Behandlung. Der wurde sogar von einem Tag auf den anderen zum Bettnässer (Alter 25), hat viel mit machen müssen mit seiner Mutter damals in der Kindheit.. Denke der hat das einfach mitgenommen alles von damals. Ist aber nie irgend wie aufgefallen oder so.. Hatte nen Job und alles.. traute man dem nie zu.. Naja, jedenfalls hatte sich der vor 6 Wochen aufgehängt bzw. Suizid verübt. leider sehr traurig.. Aber ja. Habe mir gerade Gedanken gemacht ob ich so etwas überhaupt ansprechen soll.. Aber ich denke es ist ganz gut, um zu sehen was die Folgen sein könnten. Mir tun solche Menschen sehr leid, die unter Depressionen leiden, weil ich wie gesagt selbst schon an dieser Stelle war.

Was ich dir sagen kann:

Versuch irgend einem Hobby nach zu gehen, irgend etwas das du gerne machst und dir Freude bereitet. Man muss eben an irgend etwas Freude finden. Wenn man depressiv ist fehlt es im Gehirn an Endophine bzw. Glücksgefühlen. Halte dich von depressiver Musik fern oder von irgend welchen Substanzen die dich kurze Zeit glücklich machen dir dannach aber den kompletten Endophin Spiegel senken. Versuch dich für irgend etwas zu Interessieren, selbst wenn es Münzen sammeln ist oder sonst was. Mach etwas was du gut kannst, denn wenn man etwas gern macht, macht man es gut. Wenn man etwas gut macht dann baut das, das Ego auf (eigene Schulter klopfen). Meist sind Leute mit ADS oder Leute mit Depressionen jene die nie genug oder wenig Anerkennung bekommen haben. Versuch nicht aus irgend jemand etwas zu beweisen. Leute die mit dir nicht richtig umgehen oder dich ignorieren sind sowieso die falschen Leute. Halte dich fern von solchen Enttäuschungen. 

..und am wichtigsten -> Denk immer positiv!

Kannst mir gerne jeder zeit schreiben wenn du etwas brauchst. Helfe gerne.

Liebe Grüße

Mike

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Kommentar von JanaPa
14.10.2016, 04:59

Danke für deine Antwort :)
Ja ich hab ungefähr 12 Therapien shinter mir von 4 Wochen bis 9 Monaten .Dbt etc .Mir macht einfach nix Spaß außer diese selbstschädigenden Dinge .Erst wars ritzen ,dann Medikamenten Missbrauch bis hin zu Suizid versuchen ,dann kaufsucht und jetzt halt Amphetamine .Mir ist klar das das nicht gut ist ,aber Depressionen hab ich so oder so ,das macht alles keinen Unterschied .

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Kommentar von nedulassmal
14.10.2016, 05:05

Bin leider kein Arzt und jeder Mensch ist verschieden. Bei dir scheint es sich nach einer ausgeprägten Depression an zu hören.  Kann es vll sein, dass du dich in einem finanziellen Tief befindest oder von Menschen verachtet fühlst die dir nahe stehen? Ich finde man sollte der Ursache erstmal auf den Grund gehen und dann versuchen das Problem zu lösen. Absofort würde ich jedoch den Konsum von Amphetamin einstellen. Wär jedenfalls mal ein guter Anfang in diese Richtung.

Liebe Grüße

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