Frage von asdfghj2, 112

Was tun bei "schlechtem" Ausbildungszeugnis?

Hi @all,

ich habe nun das Arbeitszeugnis von meinem Arbeitgeber während meiner Ausbildung bekommen. (Ich habe nach meiner Ausbildung in eine andere Firma gewechselt)

Ich bin mit meinem Zeugnis etwas unzufrieden. Es ist nicht komplett schlecht, allerdings habe ich sehr viele Rechtschreibfehler gefunden. Außerdem steht darin der Satz "die Leistungsbereitschaft war konstant gut". Ich habe im Internet mehrfach gelesen, dass "konstant gut" gar nicht so schlecht sei. Allerdings steht bei einem (Ex-)Kollegen an dieser Stelle "mit der Leistungsbereitschaft waren wir stets außerordentlich zufrieden". Ich weiß nicht warum meine Leistungsbereitschaft so schlecht bewertet wurde.

Kann ich dagegen was tun oder muss ich das so hin nehmen?

Antwort
von DarthMario72, 46

Schon allein wegen der Rechtschreibfehler solltest du das Zeugnis beanstanden, denn Rechtschreibfehler haben dort nichts verloren! Schick das Zeugnis im Original (keine Kopie!) zurück.

Wenn du mit der Leistungsbeurteilung nicht einverstanden bist, kannst du auch das anmerken. Allerdings musst du bedenken, wenn du ein Zeugnis haben willst, das besser als "befriedigend" ist, musst du belegen, dass du das verdient hast. Umgekehrt wäre der AG beweispflichtig, wenn er dir ein schlechteres Zeugnis geben wollte.

Antwort
von kiara36, 23

Je nachdem wie ihr Euch getrennt habt:

Im Unguten:
Du solltest das umgehend in die Firma zurückbringen und Dir ein Schreiben aufsetzen mit Fristsetzung, das Schreiben lässt Du Dir bei der Zurückgabe schriftlich bestätigen bzw. stempeln.

Im Guten:
Dann würde ich um ein Termin bitten zwecks Rücksprache mit dem damals zuständigen Ausbilder. Ihn bittest Du um Erklärung des Zeugnisses und
bittest um eine fehlerfreie Ausfertigung.

Wenn ein Gespräch nicht in Deinem Sinne ist, dann kannst Du das Original Zeugnis auch so per Post schicken und freundlichst auf die Rechtschreibfehler hinweisen.

Zwiespältig:
Dann das Zeugnis mit der Bitte um Korrektur hinbringen und bestätigen lassen. Evtl. um ein klärendes Gespräch mit dem Vorgesetzten bitten

Ich kann Dich verstehen, zwar hast Du bereits einen neuen Arbeitgeber gefunden und wirst hoffentlich lange dort bleiben, dann zählt das Zeugnis nicht unbedingt noch was.
Aber es ist das "Ausbildungszeugnis" und das wäre mir auch wichtig.
Nicht unbedingt die Bewertung, aber auf jeden Fall das diese korrekt und fehlerfrei ist.

Kommentar von asdfghj2 ,

Ich hatte einen einzigen Vorgesetzten, mit dem ich etwas meine Schwierigkeiten hatte. Ansonsten haben wir uns auf jedenfall im Guten getrennt.

Kommentar von kiara36 ,

Dann würde ich auf jeden Fall die "Im Guten" Variante nehmen.
So kannst Du mit einem hoffentlich klärenden, positiven Gespräch die Ungereimtheiten klären und um ein, auf Rechtschreibfehler korrigiertes Zeugnis, bitten.

Antwort
von DODOsBACK, 38

Schon mal auf den Gedanken gekommen, dass dein Bekannter noch "leistungsbereiter" war als du? Soll tatsächlich vorkommen...

Du hast einen Anspruch auf eine Verbesserung der Rechtschreibfehler, einen Anspruch auf hervorragende Bewertungen gibt es aber nicht.

Sprich mit dem AG und bitte höflich um Korrekturen/ eine andere Formulierung.

Akzeptiere aber auch, dass du nicht perfekt bist. Wer sich mit einem Spitzenzeugnis bewirbt und hinterher nur mittelmäßige Leistungen bringt, übersteht oft die Probezeit nicht.

Größte Leistungsbereitschaft bedeutet z.B. auch Überstunden, Mehrarbeit, Weiterbildung in der Freizeit usw. Bist du dazu bereit?

Kommentar von asdfghj2 ,

Natürlich bin ich zu Überstunden und Mehrarbeit bereit.

Und Weiterbildung in der Freizeit ist in meinem Beruf eigentlich zwingend notwendig, wenn man mit anderen mithalten will.

Ich vermute, dass diese Bewertung zustande kam, da mich ein Vorgesetzter auf dem Kicker hatte, nachdem ich gesagt hatte, dass ich nach meiner Ausbildung nicht in dem Unternehmen bleiben möchte (obwohl ich übernommen worden wäre). Ich wurde von diesem Vorgesetzten auch als faul und unzuverlässig betitelt, weil ich unmittelbar vor meiner mündlichen Abschlussprüfung seine E-Mails nicht beantwortet hatte.

Kommentar von DODOsBACK ,

"Arme, unschuldige Opfer" sind im Arbeitsleben genauso unbeliebt wie "perfekte Superhelden".

Wahre Größe bedeutet, auch Fehler und Schwächen zugeben zu können und nicht neidisch zu sein oder sich ungerecht behandelt zu fühlen, wenn etwas nicht ganz nach Plan läuft...

Aber das wirst du vielleicht auch noch lernen.

Und schlag mal "auf dem Kieker haben" nach...

Antwort
von LiselotteHerz, 66

In einem Arbeitszeugnis haben keine Schreibfehler zu sein, das ist ganz schlechter Stil.

Wenn Du inhaltlich damit nicht einverstanden bist, geh zu Deinem AG und sprich ihn darauf an. Führe die einzelnen Punkte auf, wo Du der Ansicht bist, dass Du hier nicht korrekt beurteilt wurdest.

Du hast ja nichts zu verlieren, schlechter werden kann es nicht.

Viel Glück. lg Lilo

Antwort
von Kuestenflieger, 23

Da stehst nicht allein , viele normale ,mittelmäßige Lehrlinge möchten bessere Benotung .

Allerdings sollten die " Schreibfehler" mal kontrolliert werden , laß die erst einmal vom Ex- Berufsschullehrer prüfen .


Antwort
von mairse, 39

Du kannst die Punkte, mit denen du nicht einverstanden bist, entsprechend verbessern und den AG darum bitten die Punkte zu korrigieren.

Wenn dein Chef einverstanden ist, kannst du dein Zeugnis auch selbst schreiben.

Kommentar von Messkreisfehler ,

Wenn dein Chef einverstanden ist, kannst du dein Zeugnis auch selbst schreiben.

Was in der Regel vollkommen in die Hose geht wenn man nicht regelmäßig damit im Berufsleben zu tun hat...

Antwort
von teutonix1, 69

Nein, schon gar nicht mit Rechtschreibfehlern. Bei der Neuausfertigung würde ich auf Nachbesserung dringen.

Antwort
von Skibomor, 51

Ich würde das mal reklamieren, z.B. eine Kopie des Zeugnisses an den AG zurückschicken, auf der du alle Rechtschreibfehler markierst, dazu ein freundliches Schreiben, was du inhaltlich geändert haben willst. Vielleicht ist damit das Problem schon gelöst. Falls nicht, musst du überlegen, ob es sich lohnt, hierzu einen Anwalt einzuschalten.

Kommentar von DarthMario72 ,

z.B. eine Kopie des Zeugnisses an den AG zurückschicken,

Nein, man schickt das fehlerhafte Original zurück.

Kommentar von Skibomor ,

Dann wäre es aber ganz blöd, wenn sie hinterher überhaupt kein Zeugnis mehr hätte, weil der AG es vielleicht einbehält. Du glaubst gar nicht, wie zickig manche AG mit Kritik umgehen. Die müssten es eh neu schreiben, dann reicht eine Kopie als "Vorlage" völlig aus.

Kommentar von DarthMario72 ,

Dann wäre es aber ganz blöd, wenn sie hinterher überhaupt kein Zeugnis mehr hätte, weil der AG es vielleicht einbehält.

Das könnte man dann gerichtlich durchsetzen.

Du glaubst gar nicht, wie zickig manche AG mit Kritik umgehen.

Das hast du leider Recht.

Die müssten es eh neu schreiben

Es gibt da so eine neumodische Erfindung, die man PC nennt. Da kann man ein Zeugnis sogar abspeichern. Mache ich auch immer für den Fall der Fälle.

Kommentar von Skibomor ,

Smile -

zu 1.): Vielleicht möchte sie die gerichtliche Auseinandersetzung vermeiden

zu 3.) Ich habe von der Erfindung des PCs gehört, mit "neu schreiben" meinte ich: das Dokument aufrufen, Änderungen vornehmen, abspeichern, ausdrucken...

Antwort
von Halbammi, 49

Wenn du schon eine neue Stelle hast wird niemand mehr irgendwann nach deinem Ausbildungszeugnis des Betriebes fragen. Ich denke die Rechtschreibfehler darin werden eh für sich sprechen.

Ein Zeugnis muss wohlwollend und nicht schlecht geschrieben sein. Auf eine bestmögliche Bewertung hast du keinen Anspruch. Du kannst die Schreibfehler ändern lassen, gegen eine gute Formulierung kannst du nichts machen.

Kommentar von DarthMario72 ,

Ich denke die Rechtschreibfehler darin werden eh für sich sprechen.

Richtig - allerdings anders als du meinst. Man könnte vermuten, dass der AG nicht wirklich zufrieden war und sich deshalb nicht mehr Mühe gegeben hat, ein vernünftiges Zeugnis zu erstellen.

Insofern sprechen in dem Fall die Rechtschreibfehler ihr eigenes Urteil.

Kommentar von Halbammi ,

Du meinst also wenn ich sowas als neuer Betrieb lese das ich dann denke die sind absichtlich eingebaut worden um zu zeigen das der Bewerber ein Idiot ist? das halte ichdoch für sehr weit hergeholt, Ich würde eher denken das der Schreiber des Zeugnisses wohl nicht so wirklich ernst zu nehmen ist

Kommentar von kiara36 ,

Tatsächlich drückt ein Zeugnis voller Fehler entweder ein total inkompetenten "Zeugnisschreiber" aus,
oder es ist gewollt und es wird damit ausgedrückt, wie wenig man denjenigen geschätzt hat und Respekt entgegenbringt.

Das drückt sich aber auch hauptsächlich dadurch aus, das z.B. der Name falsch geschrieben wurde, das Ausstellungsdatum verkehrt ist oder die Bezeichnung verkehrt ist (also weibliche Anrede statt männliche).... weitere fallen mir gerade nicht ein

Kommentar von DarthMario72 ,

 das ich dann denke die sind absichtlich eingebaut worden

Das habe ich nicht gesagt. Bei einem guten AN gebe ich mir mehr Mühe als bei einem unzuverlässigen Vollhonk. Je mehr Mühe ich mir bei der Erstellung eines Zeugnisses gebe, um so weniger Fehler baue ich ein.

Ich würde eher denken das der Schreiber des Zeugnisses wohl nicht so wirklich ernst zu nehmen ist

Das ist natürlich auch möglich. Dann würde ich mich allerdings fragen, wieso der AN so ein schlampiges Zeugnis nicht beanstandet hat. Auch das wirft letztlich ein schlechtes Bild auf den Bewerber.

Antwort
von Herb3472, 40

Kann ich dagegen was tun

Einen Versuch wär's zumindest wert, Verlieren kannst Du ja nichts.

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