Frage von Maximilian112, 164

Was tun bei riechendem Fusbodenbelag?

Die Mietwohnung wurde vom Vermieter hergerichtet und ua auch neuer Fußbodenbelag aus PVC verlegt. Dieser riecht nach 4 Monaten so stark das sogar die Mieter danach riechen. Am Anfang war dieser Geruch nicht oder nicht so stark vorhanden. Auch ein 2 jähriges Kind wohnt in dieser Wohnung.

Die Mietgesellschaft hat vor einem halben Jahr diesen Belag schon einmal wechseln lassen und hat dabei auch die Umzugskosten getragen.

Welche Ansprüche kann der Mieter durchsetzen? Könnten diese Dämpfe auch giftig sein??

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von albatros, Community-Experte für Mietrecht, 118

Verdunstende Lösungsmittel aus Belägen aus PVC  sind ein erheblicher Mietmangel (gesundheitsschädigend!) mit Berechtigung zur Mietminderung. Zunächst den Vermieter schriftlich informieren (Einwurfeinschreiben zum Zweck des Nachweises) und eine Frist von 4 Wochen (Datum festlegen) zur Abstellung des Mangels stellen. Danach, wenn nix veranlasst wurde, nochmals abmahnen und Nachfrist von zwei Wochen setzen. Wenn erneut nix passiert, darfst du selber eine Firma mit dem Auswechsel des Belages beauftragen und diese Kosten ab übernächstem Monat mit der Miete aufrechnen.

Allerdings dürfte das für dich zunächst recht kostspielig werden. Du hättest  die Alternative, zusätzlich zur Mietminderung (diese dürfte gut und gerne 20% der Bruttomiete betragen) zusätzlich das Zurückbehaltungsrecht über das Zweifache des Minderungsbetrages auszuüben. Das wären dann zusammen 60% der Bruttomiete. Der Zurückbehalt ist nach Mangelbeseitigung nachzuzahlen.

Am Besten wäre, zuerst mit dem Vermieter zu sprechen und einvernehmlich das Problem anzugehen.. Ist er bockig, mach's wie oben stehend.

Antwort
von imager761, 78

Natürlich sind Ausdünstungen von Weichmachern und Lösungsmitteln gesundheitsschädlich. Hier geht es zunächst um die Frage, was dir vordringlich wichtiger wäre; Geld oder Gesundheit (des Kindes).

Bei  letzterem gilt:

  1. Unverzüglich den Belag einrollen, lagern und selbst wechseln. Und bei der Neuanschaffung im Interesse eines Kleinkindes auf schadstroffreie Ware achten
  2. Bei Auszug dem Nachmieter den in Plastikfolie eingewickelten "Stinkebelag" aus dem Keller widerverlegt anbieten oder den selbstangeschafften zum Kauf :-)

Bei der ersten Variante:

  1. Einen Gutachter mit Immissionsmessung beauftragen und Gutachten erstellen lassen. Hierfür den gut geheizten Raum verschlossen halten.
  2. Den Vermieter per Einwurfeinschreiben mit Gutachten in Kopie auffordern, "den gesundheitsbelastenden Bodenbelag unverzüglich, spätestens innerhalb von 5 Tagen nach dokumentiertem Zugnag der Mängelbeseitigungsaufforderung zu entfernen und durch einen nachweislich schadstoffreien Belag zu ersetzen sowie die Gutachterkosten zu erstatten" und anzukündigen, "nach fruchtlosem Fristablauf in Ersatzvornahme die geschuldete Tauglichkeit zum vertragsgemäßen Gebrauch herzustellen und die notwendigen Aufwendungen ab der übernächsten Fälligkeit mit Mietzahlungen zu verrechnen".
  3. Und bis zum Wechsel auf Querlüftung achten, um die Belastungen gering zu halten.


G imager761

Antwort
von Harald2000, 101

Lösungsmitteldämpfe sind auf jeden Fall schädlich. Es haften auch die Hersteller und Verleger (wenn es am unsachgemäßen Einsatz von  Klebstoff liegt).

Antwort
von DerHans, 60

Das kann man ohne Gutachten nicht sagen. Auch wenn es "riecht" muss das ja noch nicht gesundheitsgefährdend sein.

Leder in einem neuen Auto riecht auch.

Antwort
von ErsterSchnee, 91

Der Mieter kann doch zuerst mal mit dem Vermieter REDEN, bevor er gleich über seine Rechte nachdenkt...

Kommentar von Pitpit1234 ,

Damit der noch schön Zeit schinden kann. HAAA!

Kommentar von ErsterSchnee ,

Nicht jeder Vermieter ist ein schlechter Mensch. Nicht immer direkt von dir auf andere schließen! 

Kommentar von bwhoch2 ,

Nur leider, was soll man von einem Vermieter halten, der solchen Sch...dreck in einer Wohnung verlegt, die er nicht selbst bewohnt, sondern für das Bewohnen durch andere auch noch Geld verdienen will. Bin selbst Vermieter und würde so etwas auf keinen Fall mehr verlegen. Es gibt so viele gute, also weit bessere Materialien, als dieses PVC-Zeugs. Natürlich kostet das mehr, aber mehrmals Boden raus und anderen wieder rein und der Ärger mit den Mietern ist auch nicht gerade billig.

Kommentar von ErsterSchnee ,

Zum einen gibt es auch "gute" PVC-Beläge und zum anderen steht ja in der Frage, dass der Geruch mit der Zeit immer schlimmer wird. Da drängt sich doch die Vermutung auf, dass bei Anschaffung noch nichts zu riechen war bzw. beim Verlegen Fehler gemacht wurden.

Kommentar von Saurier61 ,

also erst einmal gilt... sich über Rechte zu informieren...dann mit dem Vermieter reden... man sollte schon wissen welche Rechte man hat..denn sonst hat man keine Argumente...und ohne diese keine Basis für Forderungen..

Kommentar von Maximilian112 ,

Davon abgesehen ist die Mieterin schon beim Vermieter vorstellig geworden.

Erst reden dann zur (Rechts)Keule greifen! Da geb ich Dir schon recht. Aber man sollte sich schon informieren was Sache ist.

Die Mieterin ist abgewiegelt worden.

Kommentar von ErsterSchnee ,

Und du meinst nicht, dass solche Infos vielleicht schon in der Frage erwähnt werden könnten?

Antwort
von Pitpit1234, 92

Da liegst Du nicht falsch. Wenn die Ausdünstungen, aus dem "neuen" Bodenbelag so stark sind, dann können die Einfluss auf die Gesundheit haben! Es kommt auf as Material an. Stiftung Warentest wird sich dafür SICHER interessieren. Der ist in Frankfurt, in einer Seitenstrasse der Zeil.  Die TelNr. bekommst Du übers Telefonbuch raus. Sowas sollte man nicht unterschätzen. Ich bin Bodenleger.

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