Frage von rainbowwcookie, 60

Was tun bei nicht endender Traurigkeit?

Hallo zusammen. Als ich in die Pubertät gekommen bin, ist es mir phasenweise immer schlechter gegangen. Ab 14/15 war es dann so schlimm, dass ich keine positiven Emotionen mehr empfinden konnte. Das Leben war teilweise eine riesige Last für mich. Ich habe mir auch oft gewünscht, dass ich einfach nicht mehr aufwache oder so.
Ich dachte, meine "Depression" oder wie ich das nennen soll, lag immer daran, dass ich in der Pubertät in einer schlechten schulischen und sozialen Situation war. Ich war unglücklich verliebt, meine guten Freundinnen wandten sich plötzlich von mir ab und von meinen Eltern gab es oft Schimpfe, weil sie dachten, ich vernachlässigte die Schule oder sowas. Dem war nicht so, aber aus lauter Traurigkeit kam ich ift einfach nucht nach in der Schule.
Auf jeden Fall bin ich jetzt raus aus dieser Schule, studiere was Tolles und habe auch einen lieben Freund. Trotzdem fühle ich positive Emotionen nur schwach, werde sehr schnell traurig oder wütend, fresse alles in mich rein. Was ist bloss los mit mir? Ich sollte mich doch nach diesem Wechsel glücklich fühlen! Und ich bin schon seit mehr als einem Jahr getrennt vom Negativen. Denke oft über die Vergangenheit nach, bereue. Ist das vielleicht mein Fehler? Ich fühle mich totsl unglücklich, weil ich endlich wieder Glück empfinden möchte, aber es einfach nicht kommt. Mein Freund versteht das nicht. Ich auch nicht :( Ich habe doch jetzt ein besseres Leben. Habe ich eine schlechte Einstellung? Sollte ich zu einem Psychologen? (Das wäre zwar mit Schwierigkeiten verbunden, weil meine Eltern das als schwach ansehen, aber ich kann nicht einfach dasitzen und nichts tun, es belastet mich mega 😔) Bitte helft mir!
Danke an alle, die sich das bis hier durchgelesen haben und antworten ❤️

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Schlauchmayer, 2

Hallo rainbowcookie,

hätt ich jetzt nicht gedacht, dass du so drauf bist. Ich hab es mir aber trotzdem mehrmals durchgelesen und darüber nachgedacht.

Als erstes solltest du dich mal entspannen. Das heißt, dich mit der Situation zu arrangieren. Wenn du in der Vergangenheit über mehrere Jahre diese Probleme hattest, dann kann sich das auch nicht von heute auf morgen auflösen. Du solltest dem ganzen erst mal Zeit geben. Du bist ja noch jung, das Leben liegt ja noch vor dir.

Dann solltest du deinen momentanten Zustand akzeptieren. Das heißt gerade nicht, dass du resignieren solltest. Akzeptieren bedeutet, die Situation so zu sehen, wie sie ist. Um das an einem Beispiel zu verdeutlichen: Um dein Zimmer aufzuräumen, musst du auch erst erkennen und akzeptieren, dass es unordentlich geworden ist.

Ich weiß, dass das etwas schwer zu verstehen ist. Im Prinzip soll dich dieser Schritt davor bewahren, dass du dich noch zusätzlich dafür unglücklicher machst, weil du eben nicht glücklich bist.

Vorstellungen vom perfekten Glück sind ja ohnehin eher eine Illusion der Medien und insbesondere der Werbung und daher als Vergleich mit deiner eigenen Situation nicht brauchbar. Und auch als Maßstab andere Menschen zu nehmen ist ungeeignet, weil du auch nicht weißt, wie es hinter der Fassade aussieht. Der einzige Mensch, mit dem du dich vergleichen kannst, bist du selber.

Von daher gesehen denke ich auch, dass nicht nur du schwierige Jahre hinter dir hast, sondern viele, viele andere Jugendliche hatten auch Probleme, wenn nicht sogar schlimmere.

Die Relevanz für das spätere Leben zeigt sich darin, wie die Leute damit umgehen:

Mit deiner Vergangenheit solltest du dich nur selektiv befassen. Das heißt zum einen :

Schreib dir die schönen, glücklichen Momente der letzten Jahre auf und denke nur an die.

Was alles andere angeht: Interpretiere es um. Fang an, das Gute in diesen schlechten Erfahrungen zu suchen. Wenn sich beispielsweise deine Jugendfreundinnen von dir abgewandt haben, dann hast du eben jetzt Zeit für bessere Freundinnen. Und ein Studium sollte doch Gelegenheit genug geben, neue Leute kennen zu lernen.

Ansonsten denk einfach an deine Zukunft. Du bist doch ein fantasievoller, imaginativer Mensch. Weil ich das von dir weiß, hat mich deine geschilderte Lage überrascht.

Mal dir deine Zukunft aus, wie sie sein soll. Du wirst am Ende das Kriegen, woran du immer denkst. Wenn deine Gedanken ständig um die Probleme der Vergangenheit kreisen, wirst du nicht aus diesem Sumpf herauskommen. Stell dir stattdessen eine positive Zukunft vor!

Vorstellen allein reicht aber nicht, sonst bleibt es Träumerei. Du musst auch was tun!

Betätige dich! Engagier dich! Mach was neues! Mach Sport, Theater, schließ dich einer Studentengruppe an, sing, lern eine Sprache, geh ins Ausland, nimm einen Studentenjob an, wenn dir danach ist, probier dich einfach aus, leb dich aus!

So überwindest du meines erachtens am besten die Vergangenheit und findest eine glücklichere Zukunft.

Kommentar von rainbowwcookie ,

Danke vielmal für deine Antwort 😊 Habe sie erst jetzt gesehen und zuvor bereits (lustigerweise) genau mit dem angefangen, was Du in deiner Antwort beschrieben hast. Es wird immer besser :) Als ich diese Frage gestellt hatte, da war ich  wieder in einem "Tief", aber seitdem ist das zum Glück nicht mehr vorgekommen. Ja, ich bin ein sehr fantasievoller Mensch, wie sagt man so schön: Fantasie ist Engel und Dämon zugleich. (Irgendwie so). Ich habe sie leider mehrheitlich als meinen "Dämon" benutzt, wenn man so will, das war auch ein Grund, warum ich Dinge, welche eigentlich nicht sooo schlimm sind, schwer genommen habe. Aber ich habe bereits selber bemerkt, dass es mir viel besser geht und mich entlastet, wenn ich sie zu meinen Gunsten nutze. Vielen Dank für deine Antwort, habe mch sehr gefreut, als ich gesehen habe, dass du geantwortet hast 😀 Übrigens: Vor einem Jahr hatte ich eine Frage gestellt, weil ich nicht so recht wusste, ob ich mit einem Jungen eine Beziehung eingehen soll, oder nicht. Dein Tipp hat mir viel Klarheit gegeben und nun sind wir seit über einem Jahr zusammen :) Und es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung :D

Antwort
von NoHumanBeing, 23

Sollte ich zu einem Psychologen? (Das wäre zwar mit Schwierigkeiten verbunden, weil meine Eltern das als schwach ansehen, aber ich kann nicht einfach dasitzen und nichts tun, es belastet mich mega 😔) Bitte helft mir!

Du schreibst, dass Du studierst. Soweit ich weiß bietet jede Universität psychologische Beratung an. Das ist kostenlos und unverbindlich und auch die Psychologen dort unterliegen der Schweigepflicht. Deine Eltern würden nichts davon erfahren.

Und es ist auch nicht "schwach", so etwas in Anspruch zu nehmen. Ich habe so etwas auch schon in Anspruch genommen. (Und es hat selbstverständlich auch niemand davon erfahren.) Gerade junge Menschen haben häufig Probleme, auch psychischer Natur, gerade wenn sie durch das Studium noch so stark belastet werden. Deswegen gibt es diese Angebote ja.

Kommentar von rainbowwcookie ,

Danke, ich hatte ganz vergessen zu erwähnen, dass ich bei Studienbeginn bereits dort gewesen war. Der Mann meinte, ich solle mir einen Plan machen und neue soziale Kontakte suchen. Dank diesem Tipp habe ich tatsächlich meinen Freund kennen gelernt, weil ich danach auf die Erstsemestrigenparty gegangen bin - also perfekt. Jedoch wollte er, dass ich nicht mehr als zwei mal komme und das tönt blöd, aber ich hatte das Gefühl, er nähme mich nicht richtig ernst 🙈 Das kann aber daran liegen, dass ich sehr unsicher bin, was Hilfe holen angeht, weil ich mir immer selber sage: Jetzt tu doch nicht so, ist ja niemand aus deiner Familie gestorben oder sowas." Vielleicht sollte ich mich nochmal getrauen, dort hin zu gehen 🙊. Dürfen sie Leute für eine Zeit behandeln, also Therapie oder geht das nicht?

Kommentar von NoHumanBeing ,

Soweit ich weiß, dürfen sie Dich nicht (im engeren Sinne) "therapieren", weil sie den Psychologen, die explizit als Psychotherapeuten tätig sind, keine Konkurrenz machen dürfen. Faktisch kann Dich ein Uni-Psychologe aber auch über einen längeren Zeitraum "begleiten".

Wo genau die Grenzen liegen, weiß ich nicht. Ich war bisher siebenmal zu jeweils einstündigen Sitzungen dort, über einen Zeitraum von etwa einem Jahr. Wenn der Psychologe halbwegs etwas von seinem Fach versteht, sollte er die Lage aber einschätzen können und die Sache "eskalieren" und Dir eventuell sogar einen Therapeuten vermitteln, wenn er der Ansicht ist, dass mehr erforderlich ist, als er selbst leisten kann und darf.

Allgemein kann die Qualität der Ausbildung an den Unis aber ziemlich schwanken. Soweit ich weiß, absolvieren viele Psychologie-Studenten dort ihr Praktikum. Dort sitzen also nicht unbedingt nur "fertige" Psychologen, sondern auch solche, die das alles noch lernen. Vielleicht hilft es Dir auch, explizit mit einer Frau zu sprechen. Eventuell berücksichtigt die Uni auch das.

Antwort
von AlexandraCeline, 19

Ich habe B3 Tabletten genommen
Sind natürlich und regen die Glücks hormone an. Hat bei mir geklappt :o

Sonst hab ich noch
Zwing dich zu nichts !
Umgebe dich mit Menschen mit denen du lachen kannst
TU Dinge die du magst
Probiere etwas aus was du immer mal machen solltest :D

Antwort
von Namra, 9

hii 

das war bei mir auch so in der pubertät also das ist nur ne phase.

hoffe konnte dir helfen. :)

Antwort
von GreenPlanet, 34

Stelle doch einmal deine Ernährung um. Ernähre dich gesünder und mach Sport, wo du richtig deine Kraft rauslassen kannst. Tanzen würde bestimmt zu dir passen.

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