Frage von XXXPatriciaXXX, 89

Was kann ich tun bei einer Kündigung in der Ausbildung?

Hallo, Ich habe meine Ausbildung als MFA am 01.09.2015 angefangen und wurde heute morgen (20.11.15) fristlos und schriftlich gekündigt, was ich mir einfach nicht erklären kann, denn ich hab mein bestes gegeben... Mein Chef meinte zu mir, dass sie höhere Ansprüche haben, weil ich zu lange an der Anmeldung brauche um Patienten aufzunehmen... Wir haben 3 Abrechnungsziffern, jeder Patient hat ein anderes Problem, und wir entscheiden meistens an der Anmeldung ob wir die Patienten Vorröntgen oder ob sie erstmal mit dem Arzt reden und das dauert nun mal etwas. Wir haben 3 PC´s an der Anmeldung und ich soll als Azubi im 3ten Ausbildungsmonat alle Patienten alleine Aufnehmen und das noch in ein paar Minuten?... In der Schule war ich bisher auch sehr gut, ich hatte in jeder Geschriebenen Arbeit eine 1,1 - 1,4... Jetzt ist die Frage wie ich weiter machen soll.... vielleicht hatte jemand ja ein ähnliches Problem und könnte mir erzählen wie er/sie weiter gemacht hat(:

Antwort
von marcussummer, 89

Eine fristlose Kündigung aus Leistungsgründen ist bei Auszubildenden sicherlich nicht statthaft und damit unwirksam. Diese Unwirksamkeit kann vor dem Arbeitsgericht geltend gemacht werden. Mit einer solchen Begründung wird der Ausbilder vor Gericht ziemlich auf die Nase fallen...

Allerdings kann im Ausbildungsvertrag eine Probezeit von bis zu vier Monaten vereinbart worden sein. Innerhalb dieser Frist ist eine Kündigung ohne Angabe von Gründen möglich - allerdings nur eine ordentliche. Ob in deinem Vertrag eine Probezeit vereinbart ist, kannst du selber nachlesen. Falls ja, könnte zumindest die Einhaltung der Kündigungsfrist gerichtlich geltend gemacht werden.

Kommentar von marcussummer ,

Sorry, das mit der Frist bei der ordentliche Kündigung in der Probezeit war Quark! Habs grad noch mal nachgeschaut, §22 Berufsbildungsgesetz...

Antwort
von blackforestlady, 62

In der Schule waren Deine Noten tadellos, aber in der Arbeitswelt sagen die Noten nichts über Deine Fähigkeiten aus. Wenn der Chef sagt, Du bist zu langsam  und bekommst es nicht auf der Reihe, musst Du an Deine Arbeitsweise arbeiten. Da hilft jetzt nur ein, Bewerbungen schreiben und nicht den Kopf in den Sand stecken.

Antwort
von Hexle2, 64

Sorry, hier wird Dir wohl niemand helfen können.

Während der Probezeit kann ein Ausbildungsvertrag nach § 22 BBiG (Berufsbildungsgesetz) von beiden Seiten fristlos ohne Angabe von Gründen gekündigt werden.

Dies hat Dein Ausbildungsbetrieb getan und das ist gesetzeskonform.

Wende Dich doch mal an die zuständige Kammer (IHK), vielleicht kennen sie einen Betrieb, bei dem Du die Ausbildung weiter machen kannst.Frag auch mal bei der Arbeitsagentur nach, ob sie Dir helfen können.

Ansonsten bleibt nur, sich für nächstes Jahr einen neuen Betrieb zu suchen. Viel Glück

Kommentar von Carlystern ,

Die IHK ist für MFA nicht zuständig, sondern die Landesarztekammer. Im übrigen kann sie gegen dir rechtmäßig erteilte Kündigung während der Probezeit nichts machen. Die Fragesteller in ist auf sich alleine gestellt und muss sich jetzt eben neu bewerben und überdenken ob diese Berufswahl fur sie überhaupt passend ist.

Kommentar von Hexle2 ,

@Carlystern

Die IHK war in Klammer als Beispiel. Ich habe ansonsten von der zuständigen Kammer geschrieben.

 Im übrigen kann sie gegen dir rechtmäßig erteilte Kündigung während der Probezeit nichts machen

Habe ich etwas anderes behauptet? 

Lies mal in meiner Antwort:

Während der Probezeit kann ein Ausbildungsvertrag nach § 22 BBiG (Berufsbildungsgesetz) von beiden Seiten fristlos ohne Angabe von Gründen gekündigt werden.

Dies hat Dein Ausbildungsbetrieb getan und das ist gesetzeskonform.

Antwort
von hertajess, 27

Ich zitiere mal aus diesem Link hier 

http://aerztekammer-berlin.de/20mfa/65_Recht_Tarife/04_Verordnungen_MFA/50_VOBer...

MedFAngAusbV § 6 Ausbildungsplan

Die Ausbildenden haben unter Zugrundelegung des Ausbildungsrahmenplans für die Auszubildenden einen Ausbildungsplan zu erstellen.

MedFAngAusbV § 7 Schriftlicher Ausbildungsnachweis

Die Auszubildenden haben einen schriftlichen Ausbildungsnachweis zu führen. Ihnen ist Gelegenheit zu geben, den schriftlichen Ausbildungsnachweis während der Ausbildungszeit zu führen. Die Ausbildenden haben den schriftlichen Ausbildungsnachweis regelmäßig durchzusehen.

Kommentar von hertajess ,

So. Ja, ich tue mich mit den Zitaten etwas schwer wenn es mehrere sein sollen in einem Text. - 

Die Frage steht also im Raum ob Du einen solchen Ausbildungsnachweis bisher geführt hast und ob die Ausbildenden / die ausbildende Person im Betrieb diesen schriftlichen Ausbildungsnachweis regelmäßig durchgesehen hat. Wenn ja steht die Frage im Raum warum Dir bisher nicht vermittelt wurde schneller zu arbeiten bzw. warum Dir nicht entsprechende Hilfen gezeigt wurden. Wäre ja immerhin zu erwarten. Dann wärest Du jetzt nicht so vor den Kopf geschlagen wie es sich liest. 

Und dann fällt mir aus folgendem Link dieser Absatz ins Auge

http://www.gesetze-im-internet.de/bbig_2005/__22.html

4) Eine Kündigung aus einem wichtigen Grund ist unwirksam, wenn die ihr zugrunde liegenden Tatsachen dem zur Kündigung Berechtigten länger als zwei Wochen bekannt sind.

So. Und da beißt sich meiner Ansicht nach die Katze in den Schwanz. Denn wenn regelmäßig ein Ausbilder den schriftlichen Ausbildungsnachweis angesehen hat: Warum wurde dann nicht auf die Arbeitsgeschwindigkeit eingegangen?

Ich würde jetzt online nachsehen wann die nächste "kostenlose Rechtsberatung" beim örtlichen Amtsgericht unter welchen Bedingungen angeboten wird und da mit den Papieren im Falle einer Berechtigung hingehen. Ergibt sich aus den genannten Bedingungen keine Berechtigung würde ich mir einen Anwalt nehmen.

Kommentar von hertajess ,

Es ist sicher richtig dass während der Probezeit auch ohne Nennung von Gründen jederzeit fristlos gekündigt werden kann. Ich würde mir dennoch rechtlichen Rat einholen um mit den dort erhaltenen Informationen gegenüber der zuständigen Ärztekammer besser auftreten zu können. Denn dass Du langsam arbeitest war sicherlich nicht erst an diesem Tag bekannt. Es muss laut Ausbildungsordnung Gelegenheiten gegeben haben Dich auf diese Tatsache aufmerksam zu machen, mit Dir Abhilfe zu besprechen. 

Antwort
von lohne, 81

Ich vermute deine Probezeit ist noch nicht abgelaufen und du hast schon eine Abmahnung aus dem beschriebenen Grund erhalten. Sprich noch mal mit deinem Chef, vielleicht nimmt er die Kündigung zurück?

Kommentar von Familiengerd ,

du hast schon eine Abmahnung aus dem beschriebenen Grund erhalten

Wie kommst du denn zu solch einer "Vermutung"?!?!

Außerdem wäre eine solche Abmahnung das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben stünde!

Kommentar von Carlystern ,

In einer Probezeit musd keine Abmahnung vorher erfolgen

Antwort
von Brot454, 66

Im Prinzip musst du es hinnehmen da du ja wahrscheinlich noch in der Probezeit bist.

Du könntest dich mit deinem Chef zusammen setzten und das ausdiskutieren aber ein Rechtsanspruch wirst du nicht haben.

Antwort
von atzef, 29

Hast du eine fristlose Kündigung erhalten? Die muss eigentlich den Grund benennen... Oder schlicht eine Kündigung im Rahmen der Probearbeitszeit? Das macht eigentlich einen großen Unterschied...

Antwort
von Ontario, 47

Wenn die Kündigung innerhalb der Probezeit erfolgt, hätte dein Chef wohl Recht dir zu kündigen. Allerdings erscheint mir der Anlass einer fristlosen Kündigung für einen Azubi der gerade mal 3 Monate in der Praxis ist, als zu grass. Ich würde dir dringend empfehlen, beim Arbeitsgericht gegen die fristlose Kündigung zu klagen. Da du gute Noten hast, wirst du sicher in einer anderen Arztpraxis aufgenommen , um deine Ausbildung weiter machen zu können. Bewirb dich also schnellstens. Die Klage beim Arbeitsgericht solltest du umgehend beantragen. Obwohl die Kündigung innerhalb der Probezeit ausgesprochen wurde, sehe ich gute Chancen für dich beim Arbeitsgericht. Fristlosen Kündigungen müssen Abmahnungen vorausgehen. Denke, solche hast du keine bekommen.

Kommentar von blackforestlady ,

Gute Noten haben nicht mit arbeiten zu tun, dass sind zwei unterschiedliche Dinge.

Kommentar von Chabella ,

Nur leider entscheiden meistens die Noten darüber, ob man eingestellt wird oder nicht.

Kommentar von J0eSpivy ,

Ist ärgerlich, aber in der Probezeit gibt es KEINE Kündigungsfrist, ist also rechtlich volkommen okay.
Wer weis wofür das gut ist wenn er wiklich so drauf ist. Am Ende wärst du dort evtl. nicht glücklich geworden. Melde dich wie schon gesagt bei der Kammer und der Arge, evtl haben die ne möglichkeit dich unter zu bringen, nachdem deine Noten auch nicht schlecht sind.

Kopf hoch und viel Glück

Kommentar von Familiengerd ,

@ Ontario:

Dein Rat, gegen die Klage zu kündigen, ist völliger Unsinn!

Während der Probezeit ist die fristlose Kündigung die nach dem Berufsbildungsgesetz BBiG § 22 vorgesehene "normale" Form der Beendigung des Arbeitsverhältnisses!

Kommentar von Carlystern ,

Das ist nicht zu krass, sondern normal

Antwort
von Carlystern, 22

Da du in der probezeit bist kann man dich ohne Begründung kündigen. Dein Chef hat dir wenigstens den gefallen getan einen möglichen grund anzudeuten was er nicht müsste. Doch kann man nicht von einer auszubildenden erwarten, dass sie gleich am Anfang richtig und schnell loslegt. Das lernt man erst in der Berufsschule und der uberbetriebliche Ausbildung. Daher musst du dir was neues suchen und überlegen ob du diesen beruf wirklich machen möchtest.

Antwort
von BoniCoca, 51

Du kannst da vor Gericht gehen. Hast da 3 Wochen Zeit. Ist das Arbeitsgericht, diese Leute sind immer auf deiner Seite und nicht deren vom Geschäftinhaber.

Deswegen ruf am besten vorort in deiner Stadt an. Hast du denn schon abmahnungen bekommen? sprich 3 Stk? Einfach so geht das nicht. Außer es wäre ein kräftiger Grund. Für mich scheint dieser aber nicht irrelevant 

Kommentar von XXXPatriciaXXX ,

Ich bin noch in der Probezeit gewesen.Da kann er mich einfach so von heute auf morgen kündigen ohne Grund... (leider)

Kommentar von BoniCoca ,

Ja, hab es gerade auch nochmal gelesen.

Tut mir leid für dich. 

Kommentar von marcussummer ,

Auch das Arbeitsgericht entscheidet nach Recht und Gesetz, und pauschal nicht zu Gunsten der Arbeitnehmer/Auszubildenden!

Und Abmahnungen braucht es nicht drei, damit eine Kündigung möglich ist. Für eine ordentliche verhaltensbedingte Kündigung eines Arbeitsverhältnisses reicht EINE einschlägige Abmahnung grundsätzlich aus.

Kommentar von Chiarissima ,

Während der Probezeit (die hier mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit vorliegt) gibt es keine Kündigungsfrist. Ausbilder können also von heute auf morgen ohne Kündigungsfrist die Kündigung aussprechen. 

Kommentar von Familiengerd ,

Hast du denn schon abmahnungen bekommen? sprich 3 Stk?

Schon wieder dieses anscheinend unausrottbare "Märchen von den 3 Abmahnungen", die ein Arbeitnehmer vor einer Kündigung erhalten haben müsse!

Woher habt ihr das bloß?

Antwort
von Tieremundengut, 45

du musst dir einen anderen ausbildungsbetrieb suchen

sollte aufgrund der noten eigentlich laufen, da du gute noten vorweisen kannst, kannst du sagen, dass der exbetrieb komisch war und es an ihm lag

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