Frage von Sagittarius1269, 97

Was tun bei Gruppendynamik im Großraumbüro?

Hallo,

Zur Erklärung meiner Situation: ich arbeite seit fast 20 Jahren in einem Großraumbüro, wo ich zu einer Gruppe von insgesamt 4 Mitarbeiterinnen angehöre, wir machen alle 4 die gleiche Tätigkeit. Die anderen 3 bilden eine Gruppendynamik und schließen mich aus. Ich habe Gespräche geführt seit 2013 mit Betriebsrat, Chef, Gruppenleiter, Gewerkschaft. Ich war aufgrund dessen 2 Mal in der Tagesklinik, leide inzwischen an schweren Depressionen und bin auf Medikamente eingestellt und habe einen GdB von 30. Den Job hinschmeißen kann und will ich nicht aus folgenden Gründen: 1. krieg ich mit meiner derzeitigen Diagnose keinen neuen Job 2. krieg ich nie wieder einern so gut bezahlten Job 3. sehe ich garnicht ein, dass ich den 3 anderen Kolleginnen den Gefallen tu (ich bin ein Kämpfer !!!) Mir wurde schon geraten Mobbingtagebuch zu führen usw. Das hat alles keinen Sinn, weil diese Dynamik sehr sporadisch stattfindet. Man muss sich das so vorstellen, dass sie zu dritt tuscheln und ich weiß nicht, ob es private Dinge sind oder etwas berufliches, was ich wissen müsste und einfach ausgeschlossen werde. Ich habe zig "Versöhnungsversuche" hinter mir, wo ich mich heute frage, wie doof ich eigentlich war. Als ich das letzte Mal aus der Tagesklinik kam, wo mein Rezidiv einer schweren Depression remittiert wurde, gab es ein großes Gespräch mit Betriebsrat, Chef usw. insgesamt 9 Leute. Da putzte mich mein Chef vor versammelter Mannschaft runter, ich würde die Firma nach außen dastehen lassen, als würden dort die Leute gemobbt, dass sie in die Psychiatrie müssen ... Also kurz und knapp, alles was bisher unternommen wurde, egal von welcher Seite, hat dieser Gruppendynamik nicht ein Haar gekrümmt und ich kann inzwischen nur noch dort arbeiten gehen, weil ich täglich 150mg Sertralin schlucke. Das macht mich angstfrei und ich hau inzwischen auch mal auf den Tisch. Es gab auch Diskussionen hin und her über die Definition Mobbing, bzw. wo mir erklärt wurde, es handelt sich nicht um Mobbing. In den Fachbüchern steht aber, dass Mobbing ganz einfach erklärt ist: nämlich das Ausschließen und Ignorieren einer Person aus der Gruppe. Ich habe jetzt den ganzen Text hier geschrieben, weil ich einfach mal eine außenstehende Meinung zu dem ganzen Thema haben möchte. Ich habe keine Lust mehr auf das Affentheater. Ich gehe aber auch nicht einfach so nach fast 20 Jahren, ich habe immer ordentliche Arbeit in der Firma geleistet. Für die Antworten bedanke ich mich im Voraus.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Utopiosus, 43

Was der Grund für das Geschehen ist tut mir sehr leid für dich, weil ich ähnliche Situationen schonmal erlebt habe, an mir und bei anderen.

20 Jahre den Beruf ausüben ist schonmal ein großer Brocken und da sollte auch ein Betriebsrat in seiner vorständigen Tätigkeit Probleme nicht nur ansprechen sondern auch lösen.

Der Chef sollte aufgrund seiner Stellung auch erkennen können, dass es nicht um das Image geht, was Du vielleicht nach außen hin schlecht darstellen lässt, aber im Umkehrschluss zeigt es seine nichtfähigkeit zuerkennen, dass das Problem ein soziales ist, kein finanzielles.

Daher wrsl. seine Art dich "herunter zu putzen".

Die Tatsache, dass Du deinem Körper Zusatzstoffe gehen musst ist widernatürlich und es sollte jedem auffallen, dass das Problem nicht bei dir allein steht.

Das mit dem Mobbingtagebuch finde ich trotzdem gut, ich würde es einfach machen, denn je mehr Wahrheiten du aufschreibst, desto mehr drängst du eventuelle Falschaussagen zu Rückfragen, was die Mitarbeiterinnen denn da gemacht haben in die Ecke - und die Maske fällt ab.

Die Definition von Mobbing sollte nochmal aufgefrischt werden, denn jeglicher Ausschluss und die Fahrlässigkeit den Kollegen Fehler machen zu lassen ist genauso unterste Schublade.

Natürlich denkt dein Chef an die Firma und die Probleme eines jeden belasten ihn, wenn der Betriebsrat eine außerordentliche Versammlung einberuft, ABER:

Die Tatsache dass Du darunter mehr als leidest ist schlimm. Ich weiß leider nicht wie lang das schon geht, noch wie das angefangen hat, ... das wäre zwecks Analyse sehr hilfreich zu erfahren.

Ich habe meine Probleme auf dem schmerzhaftesten Weg versucht zu lösen, ich habe lange darauf gewartet, dass diejenigen, welche mich denunzieren bereit sind hinter ihren Aussagen zu stehen und mir Aug-in-Aug zu erklären, warum ich was wie gemacht haben soll.

Ich habe u.a. durch diese Probleme zu Gott bzw meinen Glauben (wieder)gefunden welcher mich stärker macht und mir ging es schlagartig besser.

Ich wünsche dir, dass du mindestens ähnliche Erfolge erzielen wirst.

Kommentar von Sagittarius1269 ,

Hallo, erstmal Danke für diese sehr treffende Analyse :-). Das Ganze hat sich schleichend entwickelt, geht seit ca. 2011. 2013 war ich das 1. Mal in der Tagesklinik wegen einem Konflikt mit einer Kollegin (eine von den dreien). Danach wurde auch diskutiert usw., nichts gelöst. Wenn sie halt Bock hat mal wieder, ignoriert sie mich wieder und treibt ihre "Psychospielchen" mit mir. Und beim Gruppengespräch nach dem 2 Tagesklinikaufenthalt sagte sie, ja bei ihr geht das Ganze auf Hautkrankheiten mit den Mobbingvorwürfen usw. und sie würde sich doch mit mir gut verstehen. Mein Chef hat mir in dem Gespräch auch vorgeworfen, ich würde immer nur von mir ausgehen (das habe ich aber in zig Therapien so gelernt). Durch das Sertralin juckt mich das Ganze nicht mehr so, aber es triggert trotzdem weiter, immer ein bißchen mehr jeden Tag.

Kommentar von Utopiosus ,

Ignoranz ist meist eine sehr subjektive Sache - von beiden Seiten. Ignorieren muss aktiv passieren und wenn jemand sehr konzentriert arbeitet geht das nicht.

Ist die Person aber gelangweilt geht das recht gut.

Hab ich das jetz' richtig verstanden, dass es 2011 angefangen hat. 

2013 warst du (nach zwei Jahren Stress) das erste mal in einer Klinik. Du hast dich dann auch mit ihr ausgesprochen? Wie verlief das? Hast du deinen Klinikbesuch angesprochen? War sie es? Einzelheiten...

Dann gab es den zweiten Klinikbeusch und SIE sagt, sie hat Hautkrankheiten (bekommen)?

Wenn sie sagt sie würde sich gut mit dir verstehen, versuche mal etwas anderem: Versuche alle ihre Tätigkeiten professionell zu sehen. Sprich: 

Wenn Du meinst sie täte dir wieder weh oder unrecht, überlege was sie gerade macht, was sie leistet und welche Aspekte davon (also von ihrer Tätigkeit) nichts mit dir zu tun haben.

Wichtig ist auch, höflich, diskret und ebenso professionell zu handeln und sich dem anderen nicht aufzudrängen. Frauen können da (wie Männer übrigens auch) recht empfindlich sein, wenn der Gesprächspartner sich aufdrängt. 

(Ich kenne mittlerweile alle Beispiele) :)

Sag ihr, dass auch du kein arbeitstechnisches Problem mit ihr hast, sondern dass Du glaubst, sie würde dich ausschließen.

Stichwort: Ausschluss - Ist es wichtig für den Arbeitserfolg dass ihr eure Tätigkeiten im Arbeitsbetrieb koppelt, oder hat jeder andere Bereiche? 

Du hast geschrieben ihr macht das gleiche, schon, aber vll. hat der eine Kunden A-F der andere G-L usw. 

Versuche das mal für dich in Erfahrung zu bringen.

Gegenfrage: Hast Du Hobbies, machst du Sport? Wenn ja welche und wie oft?

Kommentar von Sagittarius1269 ,

Danke für die Antwort, hat mir sehr weitergeholfen. 2013 hat mich Kollegin A auf Toilette verbal angegriffen mit den Worten, ich würde mein Stundenkonto künstlich aufbauschen und mir die Arbeit zusammenkratzen. Ende 2015 kam dann Kollegin B dazu, die mich vor mehreren Kollegen wegen einer Sache abgekanzelt hat, wobei sie mir gegenüber gar nicht weisungsbefugt ist. Kollegin A hat seit Jahren Hauterkrankungen und nicht erst seit diesem Jahr. Mit Kollegin C verstand ich mich "eigentlich" gut, aber sie hat eine Art, schleichend immer wieder private Fragen zu stellen, die mit der Arbeit nichts zu tun haben. Das haben sie mir auch in der Klinik 2016 erklärt, dass meine Ebenen im Kopf privat und beruflich vermischt sind. Deshalb sage ich, obwohl es blöd klingt, Kollegin C macht das "absichtlich", mich nach meinen Therapien an der Arbeit immer wieder aufs Neue mit privaten Fragen zu "triggern". Die Gruppendynamik unter den Kolleginnen A, B und C ist deshalb sehr komplex. Ja, ich mache Sport (Stepaerobic), 1 Mal pro Woche und habe auch keine familiären Konflikte. Hobbies habe ich auch. Das alles macht aber das Arbeitsplatzproblem nicht wett, denn da bin ich nunmal 8 Stunden pro Tag. Sie alle wissen das mit meiner Erkrankung und den Klinikaufenthalten Wir sind 4 technische Zeichnerinnen, die in der Firma unter der Gruppe "Detaillierung" gehandelt werden. Es gibt auch die Gruppe "Konstrukteure" alle männlich, wo es niemals solche Dynamiken gab oder gibt. Ich dränge mich niemandem auf. Mehr als Guten Morgen gibt es zwischen und vieren nicht mehr, nachdem was alles passiert ist die letzten Jahre.

Kommentar von Utopiosus ,

Schlage doch mal vor, ob Du zwecks Leistungsoptimierung oder firmeninternem Wechsel in einer anderen Gruppe hospitieren kannst.

Vielleicht bringt das ja was.

Antwort
von kabbes69, 12

Ich will deine Situation jetzt nicht  bewerten, nur mal aus einer anderen Perspektive betrachten. Ich arbeite selbst im Großraum und weiß wie schwer es ist, dort den respektvollen Umgang miteinander zu wahren . Ich wurde mit dem Rest meiner 9 Kollegen auch schon mal beschuldigt 1 Kollegen zu mobben. Ich war mir dessen nicht bewusst, die Vorwürfe kamen  auch nicht von dem Kollegen, sondern unserem gemeinsamen Abteilungsleiter. Nun dieser Kollege ist inzwischen in der 5. Abteilung innerhalb von 6 Jahren und wurde immer wieder als "Mobbing Opfer" versetzt. Das gibt mir zu denken. 

Aktuell habe ich eine Kollegin, die als "Mobbing Opfer" mit Burnout und Depressionen neu in unsere Gruppe versetzt wurde, nun sie hat keinerlei Interesse sich in den internen Ablauf einzubinden, führt ihre eigene Ordnung und will dem Rest der Gruppe diese Ordnung ebenfalls aufdrücken. In einer Abteilungsbesprechung wurde ihr die Möglichkeit gegeben, ihr System vorzustellen, wurde erörtert und vom Chef für unseren Bereich als nicht sinnvoll abgelehnt. Seitdem bringt sie sich überhaupt nicht mehr ein. Nun in der Folge hat auch niemand mehr Interesse, fachliche Gespräche mit ihr zu führen. Wird Sie jetzt ebenfalls von mir und meinen 8 Kollegen, die alle über 20 Jahre Berufserfahrung mitbringen, gemobbt.? Oder hängt ihr Verhalten an ihrem Krankheitsbild? Ich kann es nicht beurteilen. Nur wenn ich jemand 10 mal sage, der Vorgang gehört in Ablage X und er wird dann doch in Y gemacht, dann resigniere ich als Mitarbeiter und überlasse den Rest dem Chef. Ich begnüge mich mit der normalen Höflichkeit, die sich auf Guten Tag und Auf Wiedersehen beschränkt.  

Kommentar von Sagittarius1269 ,

Hallo. Bei uns ist die Hierarchie etwas anders. Meine eine Kollegin hat nach dem Ausscheiden einer anderen Kollegin durch Geburt ihres Kindes die Macht über das SAP sozusagen "weitervererbt" bekommen, dadurch hatte sie von vornherein einen Status und man war in Fragen, was das SAP angeht, von ihr abhängig. Es war auch jahrelang unter uns 4 techn. Zeichnerinnen so ein komisches Verhalten angesagt, wie: wir machen alles gleich, nach einer gewissen Hierarchie, die sich jemand von den 4 ausdenkt und meint, es sei das "Beste". Dieses: wir machen alles gleich hat der Gruppenleiter dann nach zig Gesprächen aus der Welt geschafft, um jeder von uns 4 eine gewisse "eigene Kreativität" innerhalb des Jobs zu wahren, denn wir arbeiten alle über 10 Jahre dort und sind erwachsen und selbstständig und ich brauche keine Kollegin, die 5 Jahre länger da ist wie ich und die meint: ich mach das aber so und so und warum hast Du das und das nicht so gemacht? Es gab Zeiten, da wurden von den 3 anderen Kolleginnen während meiner Abwesenheit meine Stücklisten kontrolliert. Das Problem ist, dass diese Gruppendynamik raus muss. Ich bin ein ganz normaler Mensch, offen, zugänglich, lustig, mit meinem Leben zufrieden. Es gibt da so ein "Zusammenklönen" wo irgendwelche Dinge übers SAP beredet werden, die kein Händchen und kein Füßchen haben, nur dass die Dynamik aufrecht erhalten wird, wenn Du verstehst was ich meine. Und diese theoretischen Diskussionen (SAP ist sehr umfangreich) kann eh keiner umsetzen. Ich bin dann bei Nachfragen zum SAP immer schon regelrecht so abgeschwartet worden, dass ich mich alleine durchs SAP "kämpfe und ausprobiere oder mich an die Mitarbeiter im Hauptstandort wende, nur um nicht vor den restlichen Kollegen "abgeschwartet" zu werden und wir klein Dööfchen dazustehen. Deine Antwort ist sehr gut und ich danke Dir dafür.

Antwort
von Spediteur1953, 31

1. Geld ist nicht alles.
2.Ein Gespräch mit 9 Personen über eine derartige schwierige Integrstion ist sinnlos.
Beschwere fich auf der Grundlage des Betriebsverfassungsgesetzes Para.84 beim Betriebsrat und fordere ihn auf für dich tätig zu werden.Ein guter BR kann einiges bewirken.Es gibt aber leider auch viele Gekaufte die man vergessen kann.Wurde Ein Betriebliches Eingliederungsmanagement auf Grundlage Para.84 SGB 9 nach deiner Wiederkehr aus der Krankheit durchgeführt? Wenn nein, du kannst es auch beantragen, wenn du länger als 6 Wochen krank warst.Mache eine Therapie und kurier dich richtig aus.78 Wochen gibt es Krankengeld.Danach BEM mit dem Ziel einer Versetzung in ein anderes Team, das geht und bringt was.

Kommentar von Sagittarius1269 ,

Erstmal vielen Dank für diese sehr hilfreiche Antwort. Ich bin nach meinem 2. Tagesklinikaufenthalt ohne Wiedereingliederung an die Arbeit zurück. Ich hatte schon ein Gespräch mit unserem Schwerbehindertenbeauftragten, wo auch das Wort BEM fiel. Ich habe ihn jetzt nochmal angeschrieben, dass das stattfindet. Nun bin ich aber seit 9.5. wieder an der Arbeit. Nichts desto trotz war ich wegen dem ganzen Theater dieses Jahr erneut 10 Wochen krank. Die Firma, wo ich arbeite besteht aus mehreren Standorten und der Betriebsrat vorort hat keinen Mobbingbeauftragten. So einen Mobbingbeauftragten gibt es nur am Hauptstandort unserer Firma. Der Betriebsrat vorort hat bisher nicht viel erreicht, jedenfalls nicht für mich. Ich kann den Mobbingbeauftragten auch nochmal anschreiben (der kennt die Geschichte von 2013 bereits), dann "übergehe" ich aber den Betriebsrat vorort. Allerdings ist mir das inzwischen fast egal. Mein "Problem" ist, ich sehe absolut nicht ein, auf Kosten anderer, die mir das Leben an der Arbeit schwer machen, auf Krankengeld leben zu müssen. Ich kann in kein anderes Team, weil es vorort nur dieses einzige Großraumbüro mit 30 Leuten gibt.

Antwort
von Anni478, 32

Was du beschreibst, ist eine rein subjektive Sichtweise.

Um die Situation also Außenstehender beurteilen zu können, muss man vermutlich die Situation erlebt haben oder zunächst beide Seiten gehört haben oder mit der objektive Betrachtungsweise eines weiteren Außenstehenden konfrontiert worden sein.

Geringes Selbstbewusstsein kann z.B. dazu führen, dass die Fremdwahrnehmung sehr stark von der Selbstwahrnehmung abweicht. Wenn man sich beispielsweise lange genug einredet, dass alle gegen einen sind, dann manifestiert sich diese Überzeugung.

Auch die andere Seite sollte man betrachten. Menschen, die aufgrund eines Guppenrückhaltes mobben, sehen scheinbar keinen anderen Weg als durch solch ein Verhalten ihr eigenes Ego zu pushen. Traurig aber sie verdienen eigentlich nur Mitleid.

Letztendlich geht es natürlich darum, wie dein Körper auf diesem psychischen Stress umgehen kann und das kann er ja offensichtlich nicht, bzw. nicht ohne entsprechende Medikamente. Somit bleibt dir nur die Option, dich nebenbei nach anderen Stellen umzusehen und sobald du etwas gefunden hast, deinen Job zu kündigen.

Zudem musst du dir sagen: "Das passiert alles nur in meinem Kopf, ich darf meine Gedanken nich überbewerten."

Antwort
von Schewi, 48

Ich an deiner Stelle würde mir überlegen ob es wirklich Wert ist sich den Stress anzutun. Man lebt nur einmal. Ich kann verstehen das du nach 20 Jahren eine Gewisse Bindung hast, aber überleg dir was für dein Seelenheil wichtig ist und nicht für dein Ego.

Meine Frau hat auch ihren Job gewechselt. Verdient jetzt zwar weniger hat aber wesentlich weniger Stress und ist glücklicher.

Kommentar von Sagittarius1269 ,

Ja, da hat sie Glück gehabt. Ich bin alleinstehend und auf mein Gehalt angewiesen. Und wer sagt mir, dass es nicht woanders genauso ist ? Die Gedankenspiralen habe ich alle schon durch.

Antwort
von napoloni, 35

Frauen...^^

Du schreibst von Depressionen. Mir stellt sich da als erstes die Frage, ob die dann wirklich durch die Arbeit ausgelöst wurden, oder ob die nicht schon vorher bereits vorhanden waren. Bevor Depressionen diagnostiziert werden, hat man oft schon jahrelang mit ihnen und ihren Vorformen gelebt. Unbegründete Stimmungstiefs, plötzliche Stimmungsschwankungen. In diesem Szenario kann ich mir - aus eigener Erfahrung - vorstellen, dass da Situationen aufgetreten sind, bei denen sich deine Kolleginnen ungerecht angegangen fühlten. Vielleicht, weil sie versuchten, positive Stimmung zu machen und an dir und deiner zu diesem Zeitpunkt schlechten Laune abperlten. Eine einzige Situation mit einer einzelnen Kollegin kann da durchaus ausgereicht haben, um für den Rest des Lebens bei allen dreien untendurch zu sein. Wenn du launisch bist, bist du nicht berechenbar. Und niemand kann in dich hineinsehen und den Grund für eine Abfuhr/Ablehnung erkennen.

Deinem Text entnehme ich, dass du nicht aktiv gemobt wirst, eher aktiv gemieden. Das ist die Form, in der auch ich mit unliebsamen Personen umgehen würde. Erschlagen darf man niemanden, also versucht man so wenig wie möglich mit ihm zu tun zu haben. Du kannst niemanden zwingen, dich zu mögen. Und du kannst niemanden zwingen, mit dir intim zu werden. Und Freundschaft ist eben etwas Intimes, weil man dort Dinge von sich preisgibt, sich verletztbar macht.

Dein Text macht auf mich auch den Eindruck, dass du die Schuldigen auf der anderen Seite siehst. Überspitzt: Sie sind schuld am Missverhältnis, an den Depressionen und sie sollen dich gefälligst mögen. Und wenn nicht, wenigstens dafür bestraft werden. Alle drei. An diesem Punkt verstehe ich dich dann auch nicht.

Am Arbeitsplatz schuldest du deinem Arbeitgeber Arbeit. Und unter Kollegen sollte man nicht aktiv gegeneinander vorgehen. Also guten Morgen, berufs-/sachbezoge Gespräche, das reicht. Lässt sich das bewerkstelligen, dann sehe ich kein Problem. Es sei denn, du machst eines.

Deine Aufgabe: Befrei dich von deinen Emotionen und sei sachlich. Wenn jemand mit mir nichts zu tun haben will, dann verfall ich doch nicht in wehklagen, wäh, der soll mich gefälligst mögen. Ich denke mir, pfff, der kann mich mal und... dann leben wir halt nebenher statt miteinander. Das tut doch niemandem weh!

Kommentar von Sagittarius1269 ,

Das mit den Ursachen meiner Depressionen wurde alles geklärt. Ich habe zig Gruppentherapien mitgemacht mit Feedback usw. Es geht hier um die fachliche Ebene, um nichts anderes. Mich soll auch keine von denen "mögen". Ich suche auch keine Schuldigen auf der anderen Seite. Du kannst die Situation garnicht beurteilen, denn Du wertest in Deinem Text mich ab und die Gegenseite auf, also nix neutrales, von vornherein Antipathie vorhanden gegen mich, obwohl Du mich garnicht kennst ! Wo bitte ist das bitte sachlich ? Garnichts ist das. Narzissmus ist das, weiter nichts. Dann bin ich halt unliebsam, Pech gehabt. Ich bin ich und ich werde mich wegen anderer Leute definitiv nicht ändern, denn die tun ja auch nichts dafür.

Kommentar von napoloni ,

Das ist dann das, weshalb jemand anders schrieb:

Wollte dir erst helfen aber dann hab ich den Text gesehen also nope;-)

Ich kenne dich selbstverständlich nicht. Ich kann nur aus deinem Text lesen. Und der sagt mir, du bist unreflektiert, jähzornig, du suchst die Schuld bei anderen.

Dein Kommentar hier ist nicht dazu geneigt, mir einen anderen Eindruck zu vermitteln. Du teilst grundlos aus.

Aber auch hier verstehe ich dich nicht. Du schreibst:

Dann bin ich halt unliebsam, Pech gehabt. Ich bin ich und ich werde mich wegen anderer Leute definitiv nicht ändern, denn die tun ja auch nichts dafür.

Wenn du diese Einstellung hast, was bitteschön hast du dann im Büro für Probleme? Wenn dir die anderen egal sind, dann können sie dir doch nichts? Du solltest dann doch unangreifbar sein!

Kommentar von Sagittarius1269 ,

Ich bin nicht jähzornig, ich bin wütend, weil selbst nach jahrelangen Gesprächen sich immer wieder diese Gruppendynamik bildet und ich aus diesem Grund Medikamente nehmen muss und lange Ausfallzeiten wegen Krankheit hatte und vom Krankengeld existieren musste. Du kannst mich garnicht richtig verstehen, das Ganze geht seit 2011.

Kommentar von napoloni ,

Ich bin nicht jähzornig, ich bin wütend

Unterschied?

weil selbst nach jahrelangen Gesprächen sich immer wieder diese
Gruppendynamik bildet und ich aus diesem Grund Medikamente nehmen muss

Da sind drei Leute sich gegenseitig Freund, und du musst davon Medikamente nehmen? Logik?

Das macht alles vorn bis hinten keinen Sinn. Statt Medikamenten wäre möglicherweise eine Psychotherapie keine üble Idee, die dich erdet, dir einen Spiegel vorhält und dir mal aufzeigt, wo oben und unten ist.

Du machst dir das Leben doch selbst zur Hölle.

Kommentar von Sagittarius1269 ,

Ich mache seit 2013 Psychotherapie. Ich weiß, wo oben und unten ist !!! Und Du bist das Letzte, was ich hier gebrauchen kann, Du hast nämlich Null Ahnung !

Kommentar von napoloni ,

Warum so jähzornig? Gehst du so mit Menschen um?

Vielleicht mal die Therapeutin oder den Therapeuten wechseln. Wenn es nach drei Jahren keinen Fortschritt gibt, ist der Versuch sicherlich statthaft.

Kommentar von Sagittarius1269 ,

Danke für die klugen Ratschläge. Ich bin kein kleines Doofchen. Und ich bin Dir keine Rechenschaft schuldig, ich kümmer mich schon selber ganz gut um mich ;-)

Kommentar von napoloni ,

Ach so!^^

Kommentar von Sagittarius1269 ,

Ja mach ich, und ich glaube, Du schätzt mich völlig falsch ein. Ich habe es mit 3 Frauen zu tun, davon sind 2 mit Ü40 noch kinderlos, die eine wohnt noch bei den Eltern. Die schleppen ihren Frust mit an die Arbeit und lassen dann ihre Launen aus. Man weiß nur nicht, wann sie mal wieder einen schlechten Tag haben. Die 3. ist über 30 Jahre verheiratet. Ich war verheiratet, bin trotzdem locker drauf, werde bald Oma ... das haben die anderen alle nicht ... und ich habe das Gefühl, ich kann machen was ich will, es ist in deren Augen immer "falsch". Ich glaube, es ist viel Neid dabei.

Kommentar von napoloni ,

Und du bist denen überlegen, fühlst dich denen überlegen, bist mit dir zufrieden, willst nicht so sein wie diese drei anderen. Und wie genau können die dich nun verletzen? Wie genau können die nun bei dir Krankheiten und einen Bedarf an Medikamenten auslösen? Wieso können die dich so stark affektieren, wenn du doch so stark und die doch so schwach sind?

Du schriebst selber, du bist mir keine Rechenschaft schuldig. Das stimmt. Deshalb ist es auch nicht nötig, mir irgendwas vorzuspielen. Ich bin hier auch nur ein Haufen anonymer Buchstaben auf deinem Monitor. Es ist egal, was ich von dir denke. Aber du verschwendest nun große Energie darauf, dich mir gegenüber stark zu reden. Wozu? Brauchst du nicht! Wenn du stark bist, benimm dich auch so!

Kommentar von Sagittarius1269 ,

Ich spiele nichts vor. Ich denke nach wie vor, dass Du einen falschen Eindruck von mir hast. Wenn Du jahrelang von einer Kollegin bei jeder Frage vor den anderen abgeschwartet wirst, was machst Du dann ? Du machst Dein eigenes Ding und so haben die 3 anderen, die sich voneinander abhängig fühlen automatisch eine Gruppendynamik. Wenn Du Dich mit Mobbing auskennst, dann weißt Du, dass das schleichend und wortlos passiert über Jahre und es ist nichts anderes, als eine Person aus einer Gruppe auszuschließen, mit der Hoffnung, wenn man diese Person erfolgreich aus der Firma gemobbt hat, haben die 3 anderen keine "Probleme" mehr, das allerdings ist ein Irrtum. Es gab bei uns in der Fa. viele Auf und Ab´s und es hängt immer mit der Angst um den eigenen Arbeitsplatz zusammen. Es ist ein Gefüge unter den 3 anderen, was sich mit 2-3 Worten schlecht beschreiben lässt. Wenn ich frühs meiner Kollegin Guten Morgen sage und höflich frage, ob man sie aus dem Urlaub geholt habe und ich bekomme zur Antwort: Ja meinste ich komm freiwillig hierher ? Was will ich dann mit ihr noch für Gespräche führen ??? Das kannste knicken. Ich war noch nie wie die 3 anderen. Ich bin aus dem "Osten" die anderen 3 aus dem "Westen" ... Ich bin frei, Single, kann machen was und wann ich will und von der einen Kollegin, die über 30  Jahre verheiratet ist, kommen da ab und zu neugierige Fragen nach meinem Privatleben. Dadurch (so Tagesklinik) sind bei mir die Ebenen privat und beruflich "vermischt". So, was will ich machen, wenn sie neugierige Fragen stellt ohne mit ihr in Konflikt zu kommen ? Ich kenne mich mit dem ganzen Psychokram aus, mit Abhängigkeiten, Gruppendynamiken usw. Mobbing macht krank, falls Du davon noch nichts gehört hast, vor allem wenn es über viele Jahre geht.

Antwort
von beangato, 45

Ich glaube echt, dass da nur ein Arbeitsplatzwechsel in eine andere Firma hilft.

Kommentar von Sagittarius1269 ,

Ok und da soll ich jetzt von selber kündigen oder wie soll ich aus der Nummer rauskommen ? Das sehe ich nicht ein, ich bin alleinstehend und auf mein Einkommen angewiesen. Ich sehe nicht ein, dass ich wegen 3 Kolleginnen wieder anfange, am Existenzminimum rumzukrebsen.

Kommentar von beangato ,

Such Dir erst was anderes, dann kannst Du kündigen.

Du bist jetzt das "Opfer" (das soll keine Beleidigung sein) und wirst es immer bleiben

ICH würde freiwillig da weggehen - das ist doch kein Arbeitsklima.

Und vlt. kannst Du irgendwie eine Abfindung rausschlagen.

Kommentar von Sagittarius1269 ,

Da muss ich erst vorher wieder in die Psychiatrie und krank sein und so weiter. Das bin ich aber im Moment alles nicht. Welcher Anwalt vertritt das ? Ich kann bei dieser sporadischen Gruppendynamik gar kein Mobbingtagebuch führen. Es kann ein halbes Jahr Ruhe vor dem Sturm sein und in der nächsten Sekunde geht's wieder los ...

Kommentar von beangato ,

Da muss ich erst vorher wieder in die Psychiatrie und krank sein

Wer sagt das denn?

Es gibt Anwälte für Arbeitsrecht. In einer Gewerkschaft bist Du wohl nicht?

Kommentar von Sagittarius1269 ,

Doch ich bin in der IGMetall, meine Firma aber nicht. Während meines letzten Tagesklinikaufenthaltes habe ich versucht, über die IGMetall eine Mediation machen zu lassen in der Firma. Der Termin fand nie statt, weil immer irgendjemand nicht da war von den Beteiligten. Deshalb blieb das Ganze dann irgendwie wieder "intern" indem es mein Chef versucht hat, mit dem Anschiss, den er mir erteilt hat.

Kommentar von beangato ,

Lt. § 27 der Satzung der IG Metall hast Du Anspruch auf Unterstützung durch Rechtsschutz. Ich hab die Satzung vor mir liegen.

Da kann doch der Betrieb erst mal aussen vor bleiben.

Kommentar von Sagittarius1269 ,

Ich war im Mai bei einer Juristin der IGMetall, die mir dann die Mediation vorschlug, welche die Vorsitzende der IGMetall führen sollte. Dieser Termin fand während meines Klinikaufenthaltes nie statt, weil immer irgendjemand der Beteiligten im Urlaub war. Nach der Klinik gab es das Gespräch mit 9 Leuten, was, wie sich jetzt herausstellt, nur 2-3 Monate ein bißchen was gebracht hat.

Kommentar von beangato ,

Geh halt noch mal, jetzt liegen doch ganz andere Voraussetzungen vor.

Kommentar von Schewi ,

Du kündigst erst wenn du eine neue Stelle hast...

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