Frage von Happy2312, 76

Was tun bei eventuellem Satteldruck und Schmerzen an der Gurtlage?

Hallo ihr Lieben (und weniger Lieben)

Vorab: ich will KEINE Bemerkungen von wegen:

"Ist doch nur ein Schulpferd" - "Als RB kannst du sowieso nichts machen" etc.

Es geht mir in erster Linie um das Pferd und ich möchte einfach konstruktive Rückmeldungen und keine "blöden" Bemerkungen.

Kali ist eine ältere Dame, aber für ihr Alter noch sehr fit (21).

Ich bin erst seit einem Jahr in dem Stall, aber ich reite sie schon von Anfang an und seit einiger Zeit habe ich auf Kali eine Reitbeteiligung. Mir ist schon immer aufgefallen, dass sie beim Satteln "rumspinnt". Also ausweicht. Ich dachte immer, sie wäre einfach unruhig und verarsch mich. Ist aber in den letzten Wochen irgendwie ein wenig schlimmer geworden und mittlerweile schnappt sie beim Gurten nach mir.

P.s: Ich "schmeiße" den Sattel NIE! auf den Rücken, sondern lege ihn vorsichtig auf. Beim Gurten achte ich auch immer darauf, dass der Gurt anfangs immer durchhängt und erst nach ein paar Schrittrunden in der Halle beim Führen gurte ich nach und nach den Gurt nach.

Heute bin ich dem Ganzen mal Genauer auf den Grund gegangen und habe ihren Rücken und so ziemlich alle Druckstellen abgetastet. Kali hat Schmerzen, die nicht ganz Ohne sind. Nicht direkt neben dem Widerrist, wo der Sattel aufliegt, sondern ein wenig weiter dahinter und weiter unten. Ca. eine Hand breit vom Widerrist entfernt und dann noch eine Hand breit nach unten. Also quasi direkt am Rücken. Wenn ich da drauf drücke, weicht sie sofort mit angelegten Ohren aus. Wenn ich mit der Hand am Bauch entlangfahre, mit leichtem Druck, (Da, wo der Gurt anliegt), dann peitscht sie mit dem Schweif und legt die Ohren an.

Ich habe den Sattel geholt und ihr nur gezeigt. Sie hat die Ohren angelegt und mich skeptisch angesehen. Ich habe den Sattel sinken lassen, sie beobachtet und sie hat kurz abgekaut, dann habe ich den Sattel angehoben (Andeutung gemacht, ihn ihr auf den Rücken zu legen) und sie ist gleich wieder ausgewichen. Jetzt weiß ich immerhin, warum.

Nun, ich bin nur zwei Mal die Woche im Stall. Außer mir gibt es noch eine andere RB, die 3x in der Woche kommt, sich aber nicht wirklich drum kümmert, wie es dem Pferd geht.

Was kann ich als Reitbeteiligung machen? Meine Vosätze wären jetzt erst einmal gewesen:

  • Nicht reiten und viel Bodenarbeit an der Longe (um Rückemuskulatur ein wenig aufzubauen)

  • Sattler den Sattel anschauen lassen und Ratschläge holen

  • Evtl den Sattel richten lassen, sofern ich das Geld dafür habe.

  • Einen neuen Sattelgurt kaufen (evtl. mit Fellüberzug und nen Gummigurt?!)

Ich weiß, dass mich Pferdebesitzer vermutlich für blöd verkaufen oder mir den Vogel zeigen würden, weil Kali ja nicht mein Pferd ist sondern eine Reitverein gehört, aber sie ist trotzdem ein LEBEWESEN. Egal wem sie gehört, wie alt, Schulpferd oder Privatpferd.

Habt ihr Tips für mich, mit denen ich in den 2 Tagen in der Woche etwas ausrichten kann?

LG H.

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Urlewas, Community-Experte für Pferde & reiten, 34

Bist Du denn schon mal auf die Idee gekommen, mit dem Verantwortlichen darüber zu sprechen?

Wenn man ohne anzuklagen oder rum zu mäkeln und zu jammern, seine Beobachtungen sachlich vorträgt, hat man doch meist gute Chancen dass mal jemand danach schaut. Auch, wenn dann nicht gleich 3 Wochen Pause und ein neuer Sattel herkommen, wird dem Pferd zumindest ein wenig Linderung verschafft - manchmal (!) können schon Pads helfen. Auch, wenn das natürlich nicht  die optimale Lösung ist.

Manchmal ist es aber nicht mal Satteldruck , sondern Verspannungen, die dann nach dem reiten besser werden, wenn du gut reitest...

Ach, und noch was - bei älteren Pferden ist oft das Vrustbein empfindlich. Da hilft dann kein neuer Gurt, sondern generell nicht so fest anziehen. Muss man im Felände dann avwägen, weil ein rutschender Sattel beim bergauf bergab reiten auch wieder Druckstellen macht. Aber auf dem Platz ist es ja anders.

Kommentar von Happy2312 ,

Hallo,

ja, ich habe E. (die vom Vorstand) gestern angeschrieben, weil man sie im Stall fast nie antrifft. Also ich bin jedenfalls immer zu anderen Zeiten dort als sie. Ich habe ihr erst einmal nur das mit dem Gurt erklärt. Habe gesagt, dass ich glaube, dass Kali Schmerzen hat und ihr geschildert, wie sie reagiert, wenn ich gurte und als ich abgetastet habe. Darauf alleine schrieb sie dann schon zurück: Liebe H., Du kannst davon ausgehen, dass wir schon auf unsere Schulpferde aufpassen und schauen, dass alles passt. (auf meinen Vorschlag mit Fellbezug): Fellbezüge sind ganz schlecht, weil da eine zusätzliche Möglichkeit besteht, dass Falten entstehen. Aber ich werde mir den Gurt morgen nochmal ansehen. Sie hat keine Schmerzen, sie mag es nicht, wenn man sie satteln möchte, muss man einfach langsam machen, dann geht es. 

Ich lege ihr den Sattel IMMER langsam auf den Rücken. Ich bin nicht dieser "Schmeißer". Bei keinem Pferd! 

Jedenfalls habe ich dann geantwortet, dass das nicht als Anschuldigung gemeint war und dass mir das heute lediglich aufgefallen ist und ich dachte, das wäre vielleicht wichtig.

Darauf antwortete sie: Es klang aber als Anschuldigung - sorry" Dann meinte sie noch, dass Kali wohl bei ihren Vorbesitzern schlechte Erfahrungen gemacht hätte beim Satteln. "Denn erstens ist es schon besser. Als sie neu war hat sie sich immer umgedreht und gebissen und an guten Tagen, wenn sie zB nicht alleine ist und merkt alle müssen arbeiten (die anderen Pferde), dann macht sie gar nichts" (noch ein Zitat von E.) Na ja,  dass sie immer noch nach mir schnappt, wenn ich sie gurte und dass sie die Ohren anlegt und ausweicht, wenn man ihr den Sattel sanft(!) auf den Rücken legt... das sieht für mich nicht nach einer großen Besserung aus.

Aber was solls. Es bringt nichts, mit ihr zu diskutieren. Und da habe ich gerade einmal das mit dem Gurt angesprochen, nicht einmal was mir beim Sattel aufgefallen ist... diese UNeinsichtigkeit und das Verharmlosen machen mich nicht nur ärgerlich, sondern vor allem auch traurig.

Kommentar von Urlewas ,

Erst mal danke für den Stern 💫 , 

Ja, das siehr nicht sehr einsichtig aus, aber da Du ja vernünftig Deine Sicht der Dinge geschildert und dess vorwurfsvoll erscheinende abgemildert hast, kannst Du davon ausgehen, dass man sich zumindest Gedanken macht. Natürlich ist es in so einem Schulbetrib meist nicht möglich, alles für die Pferde optimal zu machen, und natürlich will jeder die Kompromisse, die er da als Verantwortlicher eingeht, nicht gerne vorgehalten bekommen...

Aber Du tust, was Du kannst - mach  nur weiter so! Den Schulpferden gewisse Macken abzugewöhnen, ist aber leider oft wirklich kaum möglich. Manchmal haben sich auch einfach Gewohnheiten verfestigt, die auch bestehen bleiben, wenn der Mußstand abgestellt wurde.

Grade das giftig sein beim Satteln habe ich schon bei vielen Pferden erlebt - auch bei welchen, die seit Jahren für gehandelt werden, und für die alles getan wird.

Was mir noch einfällt: ich habe es mal als hilfreich erlebt, so einem Pferd ganz sanft und langsam mir der flachen Hand vom Hals Richtung Gurtlage zu streichen und immer anzuhalten, wenn das Pferd unruhig werden wollte. So dass das Pferd neugierig wurde und ruhiger bei der Berührung.

Expertenantwort
von Baroque, Community-Experte für Pferde & reiten, 16

Eine kurze Randbemerkung: 21 ist NICHT ALT! Wenn Pferde in diesem Alter nicht mehr topfit sind, dann ist in aller Regel der Mensch schuld, der so viele Fehler gemacht hat, dass dieses Pferd einfach körperlich verschlissen ist. Das ist als wurde bei einem jugendlichen Leistungssportler nicht aufgepasst, was zu seinem Wachstumsstatus passt an Übungen und nun kann jemand mit 30 schon nicht mehr alles machen, weil ihm ständig die Knie weh tun.

Pferde mit Rückenschmerzen gehören definitiv nicht geritten, sondern zuerst vom manuellen Therapeuten besucht und die Probleme lokalisiert und gelöst, dann am Kappzaum die Muskulatur wieder soweit normalisiert und dann muss der Sattler den Sattel anpassen. Wenn man nicht so fit ist in der Einschätzung, ob er passt, muss der Sattler jedes Quartal zur Kontrolle kommen. Wer fit ist und wirklich eine Aussage treffen kann, ist auch gut beraten, wenn er wenigstens einmal im Halbjahr den Sattler drauf schauen lässt, ob er mit seiner Vermutung richtig liegt. Alles andere ist grob fahrlässig.

Nur ist das Problem, ob Du eine Chance hast, Deine Sache zu Gehör zu bringen, denn auch wenn sie es einsehen: In Schulbetrieben ist oft das Geld knapp und dann wird daran gespart. Und wenn sie Dir jetzt nachgeben, wann kommt dann der nächste, der was bewirken will? Auf diese Sorge trifft man immer wieder.

Antwort
von LyciaKarma, 21

Du bist in einer Zwickmühle. 

Das Tier tut dir leid und zwar zu Recht. 

Aber wenn du das bezahlst, unterstützt du den Verein, der seine Pferde so behandelt. Möchtest du das? 

Ich würde dort kündigen. Wenn irgendwann die Leute wegbleiben, müssen sie handeln.

Antwort
von VeraLu, 36

super dass du dich ds drum kümmern willst. aber es wäre vielleicht besser wenn du die besitzerin auch mit in die sache einspannst. ein ostheopath und sattler kann da abhilfe schaffen.

Antwort
von Handballplay, 30

Hey,

Ja solche Fälle gibt es leider oft in Schulbetrieben.

Aufjedenfall würde ich mit dem Besitzer reden das dieser aufjendfall den Sattler holt. Aber so sind die Rückenschmerzen noch nicht weg. Aufjedenfall einen osteopaten oder einen pferde Physiologe drüber schauen lasse . Der kann das massieren und einrenken.

Aber die Rückenschmerzen müssen noch nur von Sattel kommen. Falsches reiten ist auch oft die Ursache. Wenn das Pferd den Kopf nicht unten hat (also falsch geritten wird) und das auf längere zeit, bekommt das Pferd auch oft schmerzen. Wenn das Pferd ja von mehreren geritten wird kann diese Ursache auch sein. Vielleicht sezt ihr euch alle mal zusammen und redet was zu tun ist.

Wegen des satteldruckes musst du dir mal einen zweiten holen und den Sattel mit etwas poutiven verbinden. Und bei jeder kleinen annäherung belonen, wenn die ohren angelegt weden gehst du wieder einen schritt zurück. Dies Dauer etwas klappt aber gut. Muss aber von allen gemacht werden und dann darf der Sattel erst wieder drauf wenn die schmerzen weg sind und das Pferd es zulässt.

Hoffe das hilft dir weiter...

Antwort
von Isildur, 32

Hallo,

auch wenn du die Antwort vermutlich nicht hören möchtest: Wenn du dort weiterhin dein Geld hinträgst unterstützt du genau diese Behandlung der Schulpferde. Ähnlich wie mit den "Wühltischwelpen" die aus Mitleid geauft werden. Ich bezweifel das dir erlaubt wird, die Ausrüstung mittels Sattler zu verändern. Du wirst auch nichts an den Schmerzen ändern können, wenn das Pferd weiterhin 4 mal die Woche mit unpassender Ausrüstung geritten wird.

Kommen wir zudem was dir evtl. lieber ist.

Je nachdem ob der Sattel zu weit oder zu eng ist, bzw. einfach nie richtig gepolstert wurde, könnte ein Korrekturpad helfen, vllt. wird dass dann ja auch von der anderen RB verwendet. Massagen oder gymanstizierende Handarbeit kann auch Verspannungen lösen

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