Frage von nike1983, 84

Was tun bei einem schlechten Arbeitszeugnis?

wer kann weiterhelfen? Habe leider ein nicht so gutes Arbeitszeugnis erhalten - es gab einige Probleme - an einigen dieser Probleme bin aber nicht ich schuld. Die Bewertung meiner Arbeit ist laut Zeugnis die Note 2 bis 3, was da steht stimmt und damit kann ich leben. Die Bewertung zum Sozialverhalten ist nicht so prickelnd - aufgrund Differenzen. Meine Anwältin versucht was zu machen aber der Arbektgeber stellt sich quer. Ich war knapp 4 Jahre in der Firma beschäftigt.

Würdet ihr das Zeugnis im Bewerbungsprozess weglassen? Bekommt man direkt eine Absage, wenn das Zeignis nicht mitgeschickt wird?

Ich bin wirklich total verzweifelt und weiß nicht, was ich machen soll! Kann jemand helfen?

Antwort
von GanMar, 29

Um das Zeugnis beurteilen zu können, müßte man es vollständig analysieren.

Mir kommt bei der ganzen Geschichte folgender Gedanke:

Ich war knapp 4 Jahre in der Firma beschäftigt.

Es kam zu Spannungen zwischen Dir und mindestens einer anderen Person im Betrieb. Dennoch hat man Dich fast vier Jahre lang in diesem Unternehmen beschäftigt. Wenn Du ein unerträglicher Quertreiber gewesen sein solltest, hätte man sich vermutlich schon in der Probezeit von Dir getrennt. Also kann es nicht nur an Dir allein gelegen haben, sondern es wurde erst problematisch, als eine bestimmte Situation eintrat. Ein neuer Abteilungsleiter? Eine attraktive Kollegin, die nichts von Dir wissen wollte?

Wäre ich nicht vollständig abgeneigt, Dir in meiner Firma eine Anstellung zu geben, würde ich an genau diesem Punkt ansetzen und Dich nach Deiner Darstellung der Situation fragen. Wüßtest Du, was Du nun zu antworten hättest, um meinen Eindruck nicht sofort negativ werden zu lassen?

Kommentar von nike1983 ,

Du hast es auf den Punkt gebracht! Ich habe gute Arbeit geleistet. Ich schreibe dir mal den Grund, warum es so gekommen ist - in einem Gespräch könnte ich das so nie ausführen und ich würde in einem schlechten Licht da stehen. Ich wurde nach 2 Jahren von einer männl Führungskraft aus dem Außendienst belästigt und habe das gemeldet. Mein Vorgesetzter ist mit der Führungskraft befreundet und auch mit dem GF. Die Person durfte bleiben, jedoch in anderer Stellung und alles wurde unter den Teppich gekehrt. Gerichtlich habe ich nichts unternommen, es war mir alles zu peinlich. Bin selbst schwul und wollte mich nicht in der gesamten Firma outen. Nun geht meine "alter" Chef in Rente, ein neuer kommt und legt meine und eine andere Abteilung zusammen. Ich war natürlich seit dem Tag, an dem ich gesagt habe was passiert ist ein Problem, denn die lieben sind ja alle "befreundet" oder haben sich in der Hand. Ich habe damit gerechnet, dass ich mal fliege, denn es gab schon große Spannungen. Ich muss mich nun aber erklären und das kann man in einem Gespräch ja nicht anbringen bis dahin, das es bestimmt auch noch personaler gibt, die glauben, ich würde lügen. Das ist alles so schwierig für mich. Was kannst du mir raten ? 

Kommentar von GanMar ,

Miese Situation - und erklären möchte oder sollte man auch nicht.

Leider habe ich dafür auch keine Lösung. Selbst die knappe Aussage "nach Wechsel des Abteilungsleiters stimmte die Chemie nicht mehr" wird man so auslegen, als wenn Du nicht teamfähig wärst oder ein Problem mit Autoritäten haben würdest.

Möglicherweise findet sich ja hier doch noch ein Tipp, wo die Hintergründe nun offenbar sind.

Kommentar von nike1983 ,

Aber war ja 4 Jahre dort, das spricht ja eher dafür, dass ich Teamfähig etc bin. Wie gehst du mit solchen Bewerbungen um oder noch nie solche Fälle mit einer Kündigung gehabt. Der nächste Punkt ist natürlich auch, dass meiner Meinung nach der exakte Grund den pot. neuen AG ja auch nichts angeht - sonst würde er da ja stehen. Im Grunde wird dem Bewerber immer alles negativ ausgelegt. Hast du gekündigt wirst du gefragt warum, bei Aufhebung das selbe und bei einer Kündigung wird immer das schlimmste vermutet nur wenn es betrieblich war ist immer alles ok. Ich finde das blöd, denn die reale Arbeitswelt besteht nun mal aus Kündigungen und auch aus solchen, weil es morgen einfach nicht mehr passt. Wichtig ist doch nur, dass man bereit ist zu arbeiten, das Zeugnis an sich ganz gut ist und was vorher und woanders war spielt doch keine Rolle. Wie in meinem Fall hat der AG erhebliche Mitschuld an den Umständen aber ich muss mich rechtfertigen.... Ich habe mittlerweile null Ahnung was ich noch machen soll oder wie ich mich verhalten soll und normalerweise bin ich nicht auf den Kopf / Mund gefallen 

Antwort
von Vyled, 54

Der Arbeitgeber muss ein Zeugnis ausstellen was stimmt und kann dich aus seiner Sicht bewerten, wie er das Arbeitsverhältnis mit dir empfunden hat.

Wenn er sagt, das war nicht so gut, dann kann er das natürlich auch so darstellen.

Du wirst da nicht viel machen können und er ist auch nicht dazu verpflichtet etwas zu ändern. Warum auch, wenn das stimmt was er da schreibt?

Kommentar von nike1983 ,

Das ist aber etwas einfach, oder? Meine Arbeit ist ja mit der Note 2 bis 3 bewertet worden, also alles gut. Das man mein soziales Verhalten schlechter bewertet hängt nun mal mit Differenzen zusammen aber der AG ist hieran ja nicht unschuldig. Kann es denn die Lösung sein. Ich wollte da zum Beispiel eh weg, weil es nicht mehr zum aushalten war, nun sind die mir zuvorgekommen. Ich habe ja leider auch nicht die Möglichkeit das Verhalten von Verantwortlichen aus der Firma zu beurteilen und darf in einem Vorstellungsgespräch nur das "beste" sagen. Im Leben und auch im Arbeitsleben läuft nicht immer alles rund aber bloß weil es Probleme zwischenmenschlicher Natur gab soll ich jetzt der Sündenbock sein ?

Kommentar von Vyled ,

Na klar hängen damit immer zwei Leute zusammen aber was willst du dagegen tun?

Selbst wenn du dagegen angehst, dann würde irgendwann die anderen Mitarbeiter gefragt werden und diese stellen sich doch bestimmt nicht dem Chef in den weg...

Kommentar von nike1983 ,

Das mit den anderen Mitarbeitern verstehe ich in der Aussage nicht und ich denke die tun hier auch nichts zur Sache. Was haben andere mit meiner Leistung oder mit meinem Zeugnis zu tun? Die Frage ist, was kann ich tun?

Kommentar von Vyled ,

Man könnte natürlich dagegen angehen, allerdings ist es so, wenn er sich Quer stellt und es weiter geht, das dann auch andere dazu befragt werden könnten, wie du warst... und dann müssen die das sagen und ich vermute kaum, das sich dort einer von denen gegen den Chef stellt.

Kommentar von nike1983 ,

Kann mir nicht vorstellen, dass andere "Kollegen" eine Bewertung vornehmen dürften, das macht ja keinen Sinn, weil wie du sagst, können sie ja befangen sein oder mich zB nicht mögen. Das wäre ja fatal. 

Kommentar von Vyled ,

In dem Fall dann aber notwendig. Was soll man sonst machen, wenn der Arbeitgeber sich dagegen stellt und sagt, das es so bleibt?

Die werden ja nicht sagen "Bewertet mal Kollege XY" sondern die werden einfach fragen ob es mit Kollegen XY gut war oder nicht...

Und das wird ja nicht dann einfach so aufgenommen sondern nur verglichen.

Wenn dann Beispielsweise JEDER sagt, du warst Sehr gut, und den Chef sagt du warst schlecht, dann wird man merken das nur dein Chef schlecht bewertet hat, obwohl alle sagen das es gut war.

Kommentar von nike1983 ,

Da hast du recht. Die Arbeit ist ja gut bewertet. Sozualverhalten wird von einem Chef wohl vermutlich anders bewertet als von Kollegen - vor allem, wenn man sich mit denen versteht. 

Antwort
von DODOsBACK, 25

Wie du deine Frage hier formulierst, würde mir als Arbeitgeber viel mehr zu denken geben als ein fehlendes oder nicht so gutes Zeugnis.

Man spricht nicht schlecht über ehemalige Arbeitgeber. Wenn man es doch tut, sollte man unbedingt sachlich bleiben und die Tatsachen schildern, statt sich hinter Allerweltsandeutungen zu verstecken!

Für mich klingt das nach einer Mischung aus Selbstmitleid ("einige Probleme", "nicht so prickelnd", "Differenzen", "bin nicht schuld") und Rachsucht (Anwältin) - solche Mitarbeiter will keiner!

Kein Mensch kann dir sagen, welche Auswirkungen dein Zeugnis hätte - weil wir es nicht kennen!

Und wir können dir auch nicht sagen, was passiert, wenn du keines mitschickst - wir wissen NICHTS über dich, den alten Job, den neuen Job, die Anforderungen, deine "Karriere" vor der letzten Firma usw.!

Du kannst es nicht mitschicken und hoffen, dass der neue Arbeitgeber einfach davon ausgeht, dass du (noch) keines bekommen hast. Oder du schickst es mit, zusammen mit früheren, besseren Zeugnissen als "Gegenbeweise".

Viel wichtiger: sei zuversichtlich! Du suchst jetzt schon nach Gründen, warum dir ein "nicht so prickelndes" Zeugnis den Rest deines Lebens versauen soll! Mit der Einstellung schadest du dir weit mehr als es dein Ex-Chef je könnte!!!

Kommentar von nike1983 ,

Tolle Antwort !

Antwort
von HuiPeng, 46

Schlechte Zeugnisse sind nie gut.

Und wenn du die ganze Zeit beschäftigt warst, ist es ein muss sein arbeits zeugnis mit zu schicken. Darum wenn das Ergebnis nicht rechtens ist, würde ich dagegen angehen.. jedoch ist das halt seine Sicht über sie.

Kommentar von Vyled ,

Wird aber sehr schwer dagegen anzugehen.

Du musst es ja beweisen können, das es so nicht stimmt. Und sicher wird er andere Mitarbeiter haben, die seine Meinung unterstützen... 

Denke damit wirst du leben müssen

Kommentar von HuiPeng ,

Wäre auch dumm wenn die Mitarbeiter gegen den Arbeitgeber angehen, wegen einem ehemaligen Mitarbeiter.

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