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Was tun als Mutter wenn ein Kind in der Schulklasse gemobbt wird?

gefragt von KarminaB am 05.06.2007 um 19:57 Uhr

Der Sohn einer fast-Nachbarin geht in die gleiche Klasse wie mein Sohn, sie sind beide 7 Jahre und viel zusammen aufgewachsen. Der Nachbarjunge wächst nur bei der Mutter auf und sie hatte den Lehrer schon mal angesprochen, daß ihr Sohn von vielen Schülern gemobbt wird. Entweder er nimmt es nicht ernst oder macht nichts. So scheint es. Sie ist nun etwas ratlos und ich möchte da auch was machen, da mein Sohn ja auch unter dem mobbing leidet, wenn ein Junge, mit dem er eigentlich gern spielen würde ausgegrenzt wird. Was kann man machen?



Reply


anonym
beantwortet von kiramarie am 5. Juni 2007 21:28
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Ich kenne das Problem, mein Sohn wurde ab der 7.Klasse 2 Jahre lang sehr stark gemobbt.Das ist ein sehr schwieriges Thema.Meinem Sohn half nur sitzen bleiben, seine Noten waren durch die schlimme Situation in der Klasse so herunter gegangen, das er die Klasse wiederholen musste.Das beste was ihm passieren konnte, heute fühlt er sich sehr wohl in der Klasse, die Noten sind top. Aber soweit braucht es bei deinem Nachbarsjungen nicht zu kommen.Auf jeden Fall den Lehrer ansprechen u. evtl.auch einen Elternstammtisch einberufen u. das Thema dort ansprechen.Ausserdem wäre noch zu überlegen, die mobbenden Kinder aus der Klasse vielleicht einmal zu sich nach Hause einzuladen. Ich weiß, dass kostet Überwindung aber manchmal muss man vielleicht einmal über seinen Schatten springen.Aber ich denke, gerade bei Grundschülern in dem Alter bringt das vielleicht was, wenn sie sehen, der ist ja garnicht so doof u.der hat auch tolle Spielsachen. Wenn alles nichts bringt,u.auch der Lehrer nicht helfen kann, dann wendet euch an den Schulleiter.Es kann ein langer harter Weg werden für alle Betroffenen.Ich hatte in der Zeit schon Bauchschmerzen, kurz bevor mein Sohn aus der Schule nach hause kam.Jeden Tag war etwas anderes, es war eine furchtbare Zeit. Daher weiß ich nur zu gut, wie man als Mutter mitleidet u.oft hilflos danebensteht u. nicht weiß, was man machen soll.In allerletzter Konsequenz, wenn alles nichts bringt, sollte wirklich überlegt werden, den Jungen aus der Klasse zu nehmen oder notfalls sogar eine andere Schule auszuwählen.Denn nichts ist schlimmer für ein Kind,als täglich mit Angst zur Schule zu gehen.Ich wünsche euch ganz viel Kraft!!!


ewuudo
beantwortet von ewuudo am 5. Juni 2007 20:08
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Wenn es beim Lehrer nichts bringt, dann würde ich es mal mit dem Verbindungslehrer (gibt es an vielen Schulen) oder dem Schulleiter versuchen.


UlfDunkel
beantwortet von UlfDunkel am 5. Juni 2007 20:11
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Auf Dauer hilft nur, den oder die Anführer der "vielen Schüler" ausfindig zu machen, dessen oder deren Eltern ausfindig zu machen und mit ihnen über das Thema zu sprechen.

Oft sind die Eltern dieser recht rabiaten Kinder hilflos und würden sich freuen, wenn ihnen jemand Hilfe gibt, ihre Kinder "wieder" in den Griff zu kriegen.


saphira
beantwortet von saphira am 6. Juni 2007 02:58
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Wenn früher ein Kind im Kindergarten oder in der Schule gehauen wurde, sagten die meisten Eltern: "Hau zurück". Grundschüler gehören noch zu den kleineren Kindern, und unter ihnen herrscht noch eine gewisse urbane Härte (entweder du kannst oder du kannst nicht). Meldet eure Kinder in einem Sport- und Judoverein an, damit sie sich ihrer eigenen Kraft bewußter werden. Denn meist liegt das Problem im Kinde selbst, weil es sich schwach und hilflos glaubt. Andere Kinder können dafür einen einen "Riecher" haben und schon beginnt ein Kreuzfeuer das nichts anderes als bloße Kraftmeierei ist. Als Mobbing kann man das noch nicht nennen, dafür sind die Grundschüler noch zu unreif. Es geht ihnen nur um reine Muskelprotzerei.


anonym
beantwortet von oldpaed am 6. Juni 2007 15:14
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Das "Mobben" ist ein "klassischer" Fall für den Klassenleiter/die Klassenleiterin. Hier ist die Schule echt gefordert. Wenn das Mobben den Lehrpersonen bislang nicht aufgefallen ist, was durchaus passieren kann, müssen die Eltern die Klassenleitung umgehend informieren. Einer ersten Befragung des Kindes, bei der die Namen der Beteiligten festgehalten werden, folgt eine schriftliche Äußerung aller (!) Beteiligten zu dem Mobbingfall. Die Klassenleitung sammelt die schriftlichen Äußerungen. Sodann findet ein Beratungsgespräch mit allen Beteiligten statt; es ist ratsam, zu diesem Gespräch den Beratungslehrer/die Beratungslehrerin des Jahrgangs hinzu zu ziehen oder eine andere Lehrperson, die in der Klasse unterrichtet. Das Beratungsgespräch wird mit dem Ziel geführt, die Hintergründe aufzuzeigen, das unsoziale Vorgehen des Mobbings klar heraus zu stellen und eine sofortige Verhaltensänderung herbei zu führen. Am Ende des Beratungsgesprächs werden Vereinbarungen getroffen, wie das Mobben abgestellt werden kann. Diese Vereinbarungen werden schriftlich in einem Vertrag festgehalten und von allen Beteiligten unterschrieben; es kann auch sein, dass einzelne Schül. Sonderbestimmungen zu unterschreiben haben. Selbstverständlich unterschreiben auch die beteiligten Lehrpersonen den Vertrag ("Beurkundung"). Es gehört zum pädagogischen Geschick der Lehrpersonen, einen solchen Vertrag tatsächlich zu erreichen. Das geschieht während der normalen Unterrichtszeit (ohne Stundenausfall!) z. B. während einer "Klassenstunde". Nicht immer kann das in e i n e r Stunde erledigt werden, also müssen vielleicht noch ein oder zwei Stunden folgen. Wichtig ist: unmittelbares, sofortiges Angehen des "Mobbingfalls", also Nichts "auf die lange Bank schieben"; konkrete Verhaltensregeln bei allen Beteiligten und deren Überprüfungsmöglichkeiten und: klare Aussagen zu den Folgen, wenn der vereinbarte Vertrag nicht eingehalten wird (Erzieherische Maßnahmen, Ordnungsmaßnahmen). Ich persönlich halte das Angehen von mobbing-Fällen wichtiger als Unterricht, denn hier zeigt sich die Bildungs- und Erziehungsarbeit der Schule in besonderem Maße. (Das Schulministerium mag da anderer Meinung sein.) Es ist doch klar, dass mobbing das Lernverhalten des Kindes stört, und darum muss unverzüglich (!) gehandelt werden. Zum Thema "Mobbing" in der Schule sind übrigens in der letzten Zeit viele Veröffentlichungen erschienen, von denen einige in der konkreten Schule auch angekommen sein müssten.




Kommentar von 304c9c2bc0e059c4ee7068a62717e3d4smallUlfDunkel am 6. Juni 2007 20:30

Hallo oldpaed.

Tolle Geschichte, aber in welcher Galaxie gibt's die denn? Hier bei uns wird Mobbing an der Grundschule von den Lehrerinnen und dem Direktor regelmäßig ausgesessen, heruntergespielt und ignoriert.

Kommentar von kiramarie am 6. Juni 2007 22:13

Gibt es auch bei uns an verschiedenen Grundschulen sowie weiterführenden Schulen.Das ganze nennt sich Anti-Bulling-Programm. Ist meiner Meinung/Erfahrung nach aber auch nicht der Bringer.

Kommentar von oldpaed am 7. Juni 2007 08:28

Hallo Ulf Dunkel. Gibt es an der Grundschule keine Mitwirkungsgremien? Ich würde mir das als Vater oder Mutter nicht gefallen lassen. Wenn ich mein Kind einer Schule anvertraue, muss ich davon ausgehen, dass mein Kind keinen Schaden davon trägt. Also: Ich würde der Schule so lange "auf die Nerven gehen", bis etwas passiert. Das ist übrigens ein grundsätzliches Problem an allen Schulformen. Ich wundere mich immer, warum Eltern trotz schulgesetzlicher Regelungen manchmal so inaktiv sind. Und zu kiramarie: Es ist doch besser, überhaupt etwas zu tun als gar nichts zu unternehmen!

Kommentar von kiramarie am 6. Juni 2007 22:16

Hört sich in der Theorie toll an, lässt aber in der Praxis zu wünschen übrig.

Kommentar von Bb904a70a750c5fdc16c32511c9b26basmallWieselchen1 am 18. Juni 2007 08:47

@ kiramarie: Die Praxis, wegzulaufen oder sein Kind sitzenbleiben zu lassen, ohne den Gründen auf den Grund zu gehen, lässt meines Erachtens aber auch zu wünschen übrig.

Ich halte es lieber mit dem Grundsatz "es ist besser zu scheitern als es nie versucht zu haben!"

@oldpaed: tolle Sache, dieses Anti-Bulling-Programm, werde mir das mal für die Zukunft merken. Allerdings ist es für alleinerziehende Mütter oft sehr schwer, an Mitwirkungsgremien teilzunehmen: - teilweise wird man wirklich ausgegrenzt, als nicht vollwertiges Mitglied der Gesellschaft angesehen (leider heutzutage immer noch) - es ist schwer, immer wieder einen Babysitter für solche Zeiten zu bekommen - oftmals sind Aktivitäten wie Basteln und Co. nachmittags angesetzt, was bedeutet, dass ein Großteil der berufstätigen Alleinerziehenden da gar nicht teilnehmen können.


Wieselchen1
beantwortet von Wieselchen1 am 6. Juni 2007 07:27
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Die Frage für mich ist: Warum wird der Nachbarsjunge gemobbt? Meistenst gibt es da einen richtigen Grund für, nicht nur die Tatsache, dass die Mutter alleinerziehend ist. Nach Hause einladen würde in diesem Falle nichts bringen, denn ich habe (zeitweise auch alleinerziehend) die Erfahrung gemacht, dass Kinder erst dann auf die Idee kommen, dass sie Kinder von Alleinerziehenden mobben, wenn deren Eltern sich abfällig darüber äußern. Im schlimmsten Falle kämen die Kidz dann gar nicht erst, weil die Eltern es nicht wollen und das auch als "Anbiedern" sehen würden. Elternrat ist da auch sehr schwer, wenn die Gründe wie oben beschrieben sind.

Ich würde als Erstes mit meinem Sohn sprechen und ihm klar machen, dass er bloß zu seinem Freund halten soll, egal was kommt. Dann würde ich für meinen Sohn und seinen Freund in der Klasse unter den "Neutralen" Verbündete suchen, damit er und sein Kumpel eben nicht mehr alleine da stehen. Und dann gibt sich das meistens schnell, denn nur wer allein da steht wird gemobbt. Wenn andere für ihn eintreten sieht es wieder anders aus.

Kommentar von kiramarie am 18. Juni 2007 08:20

Es gibt keinen Grund, andere zu mobben!

Kommentar von Bb904a70a750c5fdc16c32511c9b26basmallWieselchen1 am 18. Juni 2007 08:30

Das, liebe Kiramarie, denke ich, ist so nicht richtig. Es gibt für alles einen Grund. Es ist nicht richtig, jemanden zu mobben, aber die Menschen, die mobben, haben durchaus ein Motiv dafür. Wenn man nicht klein beigeben will und vielleicht sogar in eine andere Stadt, nur um dann festzustellen, dass das ganze von vorne beginnt, würde ich versuchen, dieses Motiv herauszubekommen. Erst dann machen - in meinen Augen - alle anderen Maßnahmen einen Sinn.


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