Frage von sadil13, 83

Was tue ich,wenn ein pferd steif läuft?

hallo, eine Haflingerstute die ich kenne, läuft sehr steif. Ich gabe keine Ahnung ob sie schmerzen hat, aber gesund sieht es nicht aus. Letztens bin ich mit ihr gelaufen und ihre Hinterbeine waren sehr steif. Sie steht auch auf einer sehr unebenen Weide und Hufrehe hatte sie auch schonmal. Hat jemand einen Rat für mich? Oder kennt jemand eine Salbe dagegen? LG sadil13

Expertenantwort
von Baroque, Community-Experte für Pferde, 22

Wenn es ein fremdes Pferd ist, trägt jemand anders die Verantwortung dafür, insofern wirst Du, wenn Du einwirken willst, nur zum Lästerer, Einmischer oder gar Ahnungslosen gestempelt.

Man muss heute davon ausgehen, dass nahezu alle Pferde mit 10 Jahren bereits diverse Arthrosen haben. Natürlich nicht, weil die Leute wissentlich ihre Pferde überlasten, sondern eher, weil es aus Unwissenheit passiert.

Als die Pferde noch ein wichtiges Wirtschaftsgut waren, als man erheblichen Schaden erlitt, vielleicht sogar sein Geschäft / seine Landwirtschaft aufgeben musste, wenn eines zu früh in Rente gehen musste, seine Leistung nicht mehr erbringen konnte, wurden die Pferde gesünder alt. Rente ist natürlich ein weit gespannter Begriff. Wer es sich leisten konnte, stellte es seinen Kindern zum üben zur Verfügung, damit die genug Pferdekenntnis hatten, bis sie dran waren, mit ihnen selbst den Lebensunterhalt verdienen zu müssen. Die anderen Pferde gingen zum Metzger.

Heute verschleißen Pferde unter anderem, weil ...

... kaum mehr jemand beurteilen kann, was ein guter Huf ist und was nicht. Man stellt sie einem Schmied hin und hofft, den richtigen ausgewählt zu haben. Sehr viele Arthrosen kommen aber aus unphysiologischen Hufen.

... kaum jemand weiß, wann ein Pferd körperlich so weit ist, Arbeitsaufgaben aufnehmen zu können und wie man es dahin führt, alle Pferde werden nach einem Schema F ausgebildet.

... man auch keine Ahnung hat, wie Pferde an größere Leistungen herangeführt werden sollen / können / dürfen ... man fordert sie oft das ganze Jahr zu wenig, um sie dann auf einen Schlag zu überfordern.

Wenn es jetzt ein eigenes Pferd wäre:

Barhuf gehen lassen, damit auf die geschädigten Gelenke nicht auch noch die Schläge des Eisens bekommt. Da hilft ein Kunststoffbeschlag übrigens auch nicht oder eine Einlage. Das mildert vielleicht 10% dessen ab, was man dem Pferd durch überhaupt Beschlag an weicher Fußung nimmt. Und das eben auch noch mit einem Bearbeiter, der für eine physiologische Hufstellung sorgen kann. Das ist insbesondere bei einem Pferd, das bereits einen Reheschub hatte, wichtig. Leider sehe ich sehr viele Hufbearbeiter, die das nicht hinbringen.

Ständig in Bewegung halten, keinerlei erzwungene Stehzeit, möglichst keine einzige Stunde am Tag. Am besten Aktivstallhaltung o.ä. Die unebene Weide tut schonmal gut, um dem Pferd ein gewisses Grundtraining zu geben, weil es in seiner Freizeit durchaus besser entscheiden kann, wieviel es gehen möchte als wenn der Mensch das entscheidet. Aber die Frage ist, ob es in reiner Weidehaltung lebt oder mir vom Stehen steifen gelenken da raus kommt.

Und dann gibt es natürlich auch noch andere Möglichkeiten, das Leben mit Arthrosen zu verbessern. Das reicht vom Zufüttern von Hagebutten, die durch die enthaltenen Galaktolipide Entzündungen endämmen können über Physiotherapie bzw. korrekte Gymnastizierung, die die Muskeln so stärkt, dass diese das Pferd besser unterstützen können bis hin zum Medizinschrank des Tierarztes. Ich rate immer dazu, von der nebenwirkungsfreiesten Methode her zu beginnen und nur dann zu Eindecken oder Medizin zu greifen, wenn alles andere ausgeschöpft ist, denn ab Eindecken habe ich Nebenwirkungen und möglicherweise sind diese gar nicht nötig.

Aber, wie eingangs erwähnt: Jeder trifft die Entscheidungen, die er für richtig hält, für sein Pferd. Kommt plötzlich jemand, der einem erklären will, das sei nicht richtig, mag man das schwer annehmen, denn es macht einem ein schlechtes Gewissen. Leichter tut man sich, wenn man selbst drauf kommt ;-)

Antwort
von Punkgirl512, 32

Dadurch, dass es nicht dein Pferd ist, wird das etwas schwierig, weil du nicht einfach den TA verständigen kannst, einen anderen Hufbearbeiter holen kannst, nicht einfach irgendwelche "Salben" drauf schmieren kannst.

Wie wird das Pferd denn gearbeitet? Ich tippe mal darauf, dass es nicht gerade vernünftig über den Rücken geritten wird. Vielleicht steckt es auch gerade in einem Rehe-Schub, den du schlichtweg nicht erkennst.

Frage den Besitzer danach, frage ob man eine Ostheopathen, TA, gescheiten Hufbarbeiter dran lassen kann.

Gegen allgemeine Steifheit hilft vor allem ansonsten Gymnastizierung - aber ohne zu wissen, woher die Steifheit kommt, kann man da nicht vernünftig ansetzen.

Antwort
von miriamkelzer, 28

Rede mit dem Besitzer. Mehr kannst du nicht machen, da es nicht dein Pferd ist. Wenn du die Erlaubnis hast, daran was zu machen würde ich da trotzdem erst den Tierarzt drüber schauen lassen, bevor du irgendwelche Salben drauf gibst. Es könnte wirklich alles mögliche sein und da bringen manche Salben mehr oder weniger viel. Daher würde ich hier auch nicht irgendwelche Salben, die hier genannt wurde , einfach ausprobieren! Würde jemand einfach an meinem Hund rumhantieren, dann würde ich aus der Person kleinholz machen. Auch bei meinen reitbeteiligungen probiere ich nicht einfach ohne Absprache irgendwas aus, auch wenn ich die Pferde seit Jahren mit versorge und die Besitzerin mir blind vertraut.

Antwort
von Boxerfrau, 1

Wie alt ist denn das Hotti. Wenn es steif läuft dann hatt es sicherlich schmerzen. Woher das kommt und was man dagegen machen kann, kann nur ein Tierarzt oder sonst jemand vom Fach beantworten. Alles andere bringt nichts. Niemand hier sieht das Pferd oder kann es Untersuchen.

Expertenantwort
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde, 7

zum einen - rehe heilt nicht ab.

sie kann zwischenzeitlich symptomfrei sein, aber sie heilt nicht.

wenn die leichte bewegung dem pferd gut tut und die steifigkeit nachlässt dabei, dann ist es gut, weiterhin mit dem pferd spazieren zu gehen.

jede medizinische behandlung überlasse bitte dem besitzer. ebenso das füttern. also keine karotten oder äpfel oder sowas mitbringen. 

Antwort
von HolzGaragen, 39

Entweder Tierarzt kontaktieren, Tamme Hanken verständigen oder eine Salbe besorgen ( z.B. Busse REFRESHING oder Kräuterhof Pferdebalsam )


.


Kommentar von sadil13 ,

Danke für die Salben.

Kommentar von Dahika ,

Die Bemerkung über den Scharlatan und Tierquäler Hanken ist jetzt aber hoffentlich als Witz gedacht.

Kommentar von Punkgirl512 ,

Aber nicht bei einem Pferd, das einem nicht gehört.

Und erst recht nicht ohne Befunde einfach irgendwelche "Salben" empfehlen - ein absolutes No-Go.

Kommentar von sukueh ,

Bis auf den Rat "Tierarzt" definitiv alles eher dazu gedacht, den Zustand zu verschlechtern.

Ich finds auch ziemlich bedenklich, jemanden, der sich um ein fremdes Pferd kümmert, eine Salbe zu empfehlen, die nur Geld kostet, aber keinen echten Nutzen haben dürfte.

Die erste Ansprache wäre der Besitzer des Pferdes und dann muss man weiter sehen, was der Besitzer bereit ist, auszugeben, um dem Pferd gesundheitlich zu helfen (wenn denn überhaupt was machbar oder notwendig ist).

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 30

Wie alt ist sie? Gibt es außer der Rehe auch noch Arthrosen - ist sehr oft der Fall. Läuft sie besser nach einer gewissen Einlaufzeit?

Kommentar von sadil13 ,

Ich weiß leider sehr wenig über sie, aber ich glaube sie ist jetzt um die 20 Jahre alt. Nach einer gewissen Zeit wird es nicht besser, sie wird nur langsamer und schnauft laut.

Kommentar von friesennarr ,

Nur jetzt wärend es warm ist, oder immer? Es wäre duchaus möglich, das sie ein Herz bzw. Lungenproblem hat.

Ich tippe drauf, das die Rehe noch aktiv ist und eben noch nicht abgeheilt - TA.

Kommentar von Weymez ,

Jetzt etwas darauf sagen ist schwierig...Ich kenne das Pferd nicht.. Es Giebt keine Vorgeschichte...  Es kann vieles sein...  

Ich würde dir raten mit der Besitzerin zu sprechen..  

Eine meiner Stuten jetzt 24 läuft auch mal sehr steif auf ihrer Wiese Rum..  Häufig bei kühleren Wetter...  Sie hat spat seit ca 8 Jahre... Hufrehe seit sie drei ist und Ton...  Daher hörte man jetzt im Alter öfters mal den Atem wenn sie doch mal aktiv über die Wiese galoppiert... 

Wie gesagt es kann vieles sein... Sprich mit der Besitzerin bevor du iwas tust.. Sonst kann es zu ziemlichen ärger kommen. 

Expertenantwort
von Dahika, Community-Experte für Pferde, 21

Tierarzt !!!

Antwort
von somi1407, 45

Wenn es nicht dein Pferd ist, wirst du da nicht viel machen können, bzw. dürfen.

Wenn jemand Salben auf mein Pferd schmieren würde, dann würde ich demjenigen die Hölle heiß machen.

Sprich mit dem Besitzer, ob da gesundheitlich was vorliegt und ob du helfen kannst/darfst.

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