Frage von Missguilty, 123

Was tue ich wenn meine Mitbewohnerin weder GEZ Gebühren zahlt noch die Nebenkosten?

Zur Zeit lebe ich mit einer "bekannten" in einer Wohngemeinschaft (WG), da es in der Vergangenheit Ärger gegeben hat, ist ihre Konsequenz mit der Situation umzugehen diese, dass sie keine GEZ Gebühren an mein Konto zahlt und jetzt seit neustem nicht einmal mehr die Nebenkosten wie Strom/Gas. Ich habe auch schon mit der GEZ und den Stadtwerken telefoniert, eine Trennung, so dass ich nur meine Anteil zahle, ist nicht möglich. Da ich natürlich zum einen nicht ihre Beiträge zahlen will und mir dafür auch das Geld fehlt, möchte ich rechtlich dagegen vorgehen. Das Problem ist da nur, wie und was?! Ich habe leider keine Rechtsschutzversicherung und weiß nicht wo ich genau anfangen kann. Hat jemand eine Idee oder Tipps? Die Eltern und sie selbst habe ich schon mehrere Male angeschrieben, mit Belegen über die Abbuchen von meinem Konto etc.. hat alles nichts gebracht..Ich brauche also dringend Hilfe!

Expertenantwort
von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 40

Du bist praktisch Schuldner gegenüber den Rundfunkanstalten und en Stadtwerken.

Auch wenn Du keinen schriftlichen Vertrag mit Deiner WEG-Mitbewohnerin hast, worin die Kostenteilung geregelt ist, läßt sich ihre Verpflichtung zur 50%-igen Aufteilung auch daraus herleiten, dass sie auch 50 % der Miete und 50 % der weiteren Nebenkosten - wenn auch direkt an den Vermieter - zu zahlen hat.

Schreib eine Rechnung, stelle sie zu und setze eine Zahlungsfrist. Weise auch darauf hin, dass Du als nächsten Schritt einen gerichtlichen Mahnbescheid erwirken wirst. Zeige ihr auf diese Weise, dass Du Deine Ansprüche notfalls auch gerichtlich und mit Pfändung durch setzen wirst. Das dauert zwar, aber am Ende zahlt sie nicht nur die ausständigen Gebühren und Abschläge, sondern auch noch eine Menge für Gerichts- und ggf. Anwalts-, sowie Gerichtsvollzieherkosten.

Du kannst im Internet nachrecherchieren, wieviel das gerichtliche Mahnverfahren bis hin zum Vollstreckungsbescheid und Zwangsvollstreckung kosten wird. Ebenso evtl. Prozessgebühren.

Kommentar von Missguilty ,

Eine schrifliche Mahnung mit dem Hinweis das ich rechtlich dagegen vorgehen werde, hat sie und ebenso ihre Eltern schon bekommen, nur leider kam keine Reaktion. Brauch ich dafür so etwas wie eine Rechtsschutzversicherung? Habe natürlich finanziell auch nicht sonderlich viele Mittel..

Kommentar von bwhoch2 ,

Eine schriftliche Mahnung, die Du selbst verfasst, ist zwar nicht verkehrt, aber leider hat sie keine rechtliche Auswirkung, was den Zahlungsverzug anbelangt. Jeder Betrag, der durch eine Rechnung oder ein ähnliches Dokument, aus dem eine Zahlungsverpflichtung hervor geht, von einem Schuldner bezahlt werden muss, ist nach 30 Tagen ab Entstehen der Forderung fällig, sofern nicht vertraglich oder durch Angabe eines bestimmten Zahlungsziels auf der Rechnung etwas anderes bestimmt ist.

Für einen gerichtlichen Mahnbescheid brauchst Du keine Rechtsschutzversicherung. Sie würde sowieso nicht mehr bezahlen, wenn Du jetzt noch eine abschließen würdest, da der Grund für einen Rechtsfall bereits entstanden ist.

Recherchiere mal im Internet nach "gerichtliches Mahnverfahren". Die Kosten sind tragbar und der Effekt für einen privaten Schuldner meist wie ein Schuss vor den Bug, der durchaus eine schnelle Zahlung auslösen kann.

Expertenantwort
von Gerhart, Community-Experte für Mietrecht, 31

Eine Lösungsvariante wäre die ordentliche Kündigung des aktuellen Mietvertrag durch beide Mieter. Will Frau Nassauerin nicht kündigen, dann musst du sie auf Zustimmung zur Kündigung verklagen. Die aufgelaufenen Schulden hat sie dennoch an der Backe. Hier Rechnung sofort stellen, Zahlungsfrist 10 Tage (Datum), danach Mahnung mit Zahlungsfrist, danach gerichtliches Mahnverfahren. Zustellung durch persönliche Übergabe bzw. Briefeinwurf unter Zeugen oder Einwurfeinschreiben.

Lass sie einen Schuldschein unterschreiben, sozusagen Darlehen mit Laufzeit bis ...., Ratenzahlung vereinbaren? Mitteilung an die Eltern des Früchtchens? Aber bitte nicht Finger brechen.

Antwort
von baddy105, 34

Hallo

da hast Du ein grosses Problem.

Fakt - Ihr beide seit Hauptmieter und teilt euch Miete und Nebenkosten und überweist die Beträge separat. Richtig

Dann droht euch die fristlose Kündigung , wenn zwei Monaten Mietrückstände aufgelaufen sind.

Zur GEZ und den Stromkosten.

Schicke Ihr eine Rechnung über die offenen Rückstände( Strom/GEZ), mit Belegen der von dir getätigten Zahlungen. ( Per Einschreiben mit Rückschein)

Hiermit läst Du dir die Tür offen über das Gericht an Sie heranzutretten, das gleiche kannst Du auch mit den Nebenkosten machen um eine fristlose Kündigung zu umgehen.

Vorausgesetzt Du hast Ihren Kostenanteil beglichen.

Kommentar von bwhoch2 ,

( Per Einschreiben mit Rückschein)

Niemals: Wenn es unbedingt mit der Post gehen soll, um einen Zustellnachweis zu haben, dann allenfalls per Einwurfeinschreiben. Da hast Du dann eine Quittung über rechtssicheren Zugang und nicht die Annahme- oder Abholverweigerung der Empfängerin.

Antwort
von thepascal, 68

Um dir weitere Tipps zu geben, sind mehr Informationen möglich. 

Auf wen läuft der Mitvertrag? Habt ihr schon mit dem Vermieter geredet?

Unter wessen Namen läuft das Beitragskonto?

Kommentar von Missguilty ,

Hallo, Entschuldigung. Wir beide sind Hauptmieter, also beide gleich berechtigt und zumal auch verpflichtet.. die GEZ Gebühren laufen unter meinem Konto, ziehen dir also immer für 3 Monate ein, bei den Stadtwerken ist es so, dass sie sich nie direkt dafür angemeldet hat, heißt quasi das es den Stadtwerken egal ist wer zahlt, Hauptsache es tut einer. Und um das komplett auf ihren Namen laufen zu lassen muss das schriftlich vereinbart werden und sie muss natürlich auch unterschreiben, was sie nicht tun wird. Wie kann ich rechtlich vorgehen?

Antwort
von ThomasAral, 59

nicht die gemeiide, sondern der vermieter ist für die getrennte abrechnung verantwortlich, wenn die ursrpüngliche gemeinsame abrechnung nicht mehr funktioniert -- dies betrifft jetzt Strom/Gas.

Allerdings bei GEZ (bzw. Rundfunkgebührenpflicht) ist das anders. Da muss wirklich nur ein Bewohner einer WG bezahlen. Solange die einen Zahler haben, ist es der GEZ egal (ich nenn sie mal GEZ auch wenns jetzt anders heisst) wer da noch mitwohnt. Das musst du mit ihr privat klären.  Eine Teilung des Betrags Seitens GEZ kommt hier nicht in Frage.


wenn der vermieter sich weigert getrennt abzurechnen, liegt das daran dass meist der einbau der zähler in keinem verhältnis steht zu den kosten für einfach halbierte trennung.   dann einfach verlangen, dass die nebenkosten halbiert pauschel je zur hälfte von unterschiedlichen konten eingezogen werden.

Kommentar von Gerhart ,

GEZ hui, BK pfui.

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