Frage von jovetodimama, 128

Was stört Euch an der Schule?

Was stört Euch als Jugendliche an der Schule, oder was hat Euch als Erwachsene früher an der Schule gestört? Das ist der Hintergrund meiner Frage: Ich selbst bin vom ersten Tag bis zur Abi-Feier immer gerne in die Schule gegangen und habe daher gewisse Probleme, mich in meinen Sohn (12 Jahre) hineinzuversetzen. Er möchte am liebsten gar nicht mehr zur Schule gehen! Wir suchen nach den Ursachen, um sie, wenn möglich, zu beheben oder die Umstände wenigstens ein bisschen zu verbessern, denn ein paar Jahre wird er ja noch hingehen müssen. Hänseleien und Rangeleien gibt es, Mobbing als Ursache können wir ausschließen. Woran könnte es liegen, dass ein Junge, der intelligent ist und seiner eigenen Aussage nach gerne lernt, trotzdem am liebsten überhaupt nicht mehr zur Schule gehen würde? Könnten familiäre Probleme der Auslöser dafür sein oder würden die sich eher so äußern, dass ein Kind gerne in die Schule geht, weil es froh ist, von daheim wegzukommen und mit Gleichaltrigen abzuhängen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Kuhlmann26, 58

Woran könnte es liegen, dass ein Junge, der intelligent ist und seiner
eigenen Aussage nach gerne lernt, trotzdem am liebsten überhaupt nicht
mehr zur Schule gehen würde?

Es liegt an der Schule!

Ja, das ist für jemanden, der gerne zur Schule ging, sehr schwer nachvollziehbar.

Die Schule ist genau der Ort, wo Deinem Sohn die Lust am Lernen ausgetrieben wurde und wird. In der Schule findet ja in Wahrheit gar kein Lernen statt. Das wirkliche Lernen ist immer selbstbestimmt. In der Schule erfüllt man als zum Schüler degradiertes Kind fortwährend die Erwartungen anderer Menschen. Man ist also fremdbestimmt. Die Lehrer haben einen Lehrplan, der vorgibt, was wann gelernt werden muss und damit kommt Dein Sohn nicht klar. Das eigentliche Problem ist, dass wir nichts anderes als diese Vorgehensweise kennen und sie deshalb für normal halten. Das ist sie aber nicht.

Mit Deinem Sohn ist alles in Ordnung. Das Umfeld ist es, was für verändert werden müsste.

Ich empfehle Dir dieses Interview mit einem Menschen, der nie in der Schule war und der auch sonst keinen (privaten) Unterricht erlebt hat. Er hat das "normale" also das selbstbestimmte Lernen erfahren.

Gruß Matti

Kommentar von Kuhlmann26 ,

Auch Moritz Neubronner wollte nicht in die Schule (sein Bruder übrigens auch nicht). Zum Glück haben die Eltern diese Wünsche ernst genommen. Sie waren selbst Schulgründer und verstanden anfangs nicht , was das Problem der Kinder war.

Ab der zweiten Klasse musste Moritz Neubronner nicht mehr in die Schule, obwohl die Eltern dadurch viel Ärger bekamen. Erst mit den Schulbehörden, später mit den Gerichten, weil sie sich durch alle Instanzen geklagt haben. Für sie stand das Kindeswohl an erster Stelle und nicht die Erfüllung des gesetzlichen Schulzwangs.

https://www.youtube.com/watch?v=u4t59MNBTzU

Kommentar von Kuhlmann26 ,

Ich habe noch ein Interview mit Dagmar Neubronner (Mutter des oben erwähnten Moritz gefunden, welches, lange bevor Moritz seine Schulabschlüsse gemacht hat, aufgenommen worden ist. Sie beschreibt so ein bisschen, woran es liegen könnte, dass Dein Kind keine Lust auf die Schule hat. Und vor allem: Sie ist eine Betroffene. Ihr ging es anfangs wie Dir.

https://www.youtube.com/watch?v=vvdgFNZOiKo

Kommentar von jovetodimama ,

Vielen Dank! Mein Sohn hat sich in Deiner Analyse auf Anhieb wiedergefunden.

Ich habe mir nun, da ich eine Leseratte bin, auf Deine Anregung hin das Buch von Dagmar Neubronner ("Die Freilerner - unser Leben ohne Schule") bestellt.

Vielleicht - hoffentlich - sehe ich nach der Lektüre, auf die ich mich freue, bereits klarer, wie ich entweder unseren Sohn durch die missliebige Schulzeit begleiten kann oder, was ihm natürlich lieber und wahrscheinlich auch objektiv betrachtet besser für ihn wäre, es ihm ermöglichen kann, ohne Schule gebildet und erwachsen zu werden.

Dass das geht, mag ich schon glauben. Aber wie es geht und ob es auch für uns als Familie geht, das weiß ich eben noch gar nicht.

Kommentar von Kuhlmann26 ,

Es freut mich sehr, dass Du bereit bist, Dich auf dieses Thema einzulassen. Meistens treffe ich auf Ablehnung, was für mich nachvollziehbar ist, weil wir seit Generationen nichts anderes als den Schulzwang kennen und es für die Leute so unvorstellbar ist, wie freies Lernen funktioniert. Außerdem finde ich toll, dass Du mit Deinem Sohn auf einer gleichwürdigen (nicht gleichberechtigten) Ebene sprichst und nicht (nur) ÜBER ihn und seine Probleme.

Noch einige Hinweise. Es gibt in Deutschland eine Freilernergemeinschaft. http://schulfrei-community.de

Außerdem empfehle ich Dir weitere Literatur und einen Film:

  • "Das Wahren der Einzigartigkeit" von Bruno und Doris Gantenbein. Eine schweizer Familie mit einer sehr langen Freilernererfahrung und einer Sicht, die das Thema "Lernen" sehr umfassend beleuchtet. www.ataraxis.ch
  • Der Tologoverlag hat einige Bücher zu diesem Thema veröffentlicht.
  • Wenn Du die Gelegenheit haben solltest, den französische Film "Being and Becoming" in einer öffentlich organisierenten Filmveranstaltung mit anschließender Diskussion anzuschauen, unbedingt nutzen!

http://www.freilern-blog.de/interview-mit-regisseurin-clara-bellar-being-and-bec...

Du wirst merken, dass Dir die Informationen nur so zufliegen, wenn Du in das Thema einsteigst. Sollte Euch das Leben als Freilerner- Familie nicht gelingen, bleibt Deinem Kind immer noch die Möglichkeit, eine demokratische Schule - ja, so etwas gibt es tatsächlich - zu besuchen. Fragt sich nur, ob es eine solche in Eurer erreichbaren Umgebung gibt.

http://www.eudec.org/EUDEC+Mitgliedsschulen&no_bl=y

Aber ich finde die Aussage von André Stern zu diesem Thema so schön. Wenn man sich einmal für diese Art des Lernens entschieden hat, dann schafft man die Bedingungen, dass es funktioniert. Erst die Entscheidung, es zu tun. Dann der Weg dahin.

VIEL GLÜCK!

Kommentar von Kuhlmann26 ,
Kommentar von Kuhlmann26 ,

Ich danke Dir für den Stern.

Gruß Matti

Antwort
von Vaniz, 37

Bei mir war es damals so, dass die Schule einen schlechten Ruf hatte! Es waren meist nur arrogante Schüler und Schlägertypen auf dieser Schule. Es wurden zu der Zeit wo ich auf dieser Schule ging, immer wieder Schüler gemobbt, dazu hab auch ich gehört. Die Lehrer haben meist nie geholfen oder haben es aufgegeben, weil sie dachten, man kann den Schülern nicht mehr helfen. So viel ich weiß hat sich diese Schule bis heute nicht geändert.
Ich finde es einfach nur schlimm, das es manchen Kindern so ergeht, aber die Jugend heutzutage hat einfach keinen Respekt und Anstand mehr! Traurig :-/
Und ich denke nicht das es an der Familie liegt, es gibt vielleicht Ausnahmen aber meistens liegt es einfach an den Lehrern oder an den Schülern!

Antwort
von janos139, 10

also viele ratschläge braucht es sicher nicht um das problem zu erkennen wenn man vom kind ausgeht, dann merkt man nähmlich dass die schule wie sie ist gewalt ist.

wenn man nicht davon ausgeht dass die schule ein unumstöhsliches naturgesetz ist. dann würde man sagen achso du willst da nicht hin? na dan ist das wohl ein missverständnis das du da überhaubt in die schule gegangen bist dann geh eben nichtmer hin wenn es dier nicht gut tut. an der stelle bekomt man gesagt du darfst dich den schädlichen umständen nicht endziehen. das ist eindeutig gewalt die wesendlich ernster zu nehmen ist als mobbing und so weiter das es ohne die erste gewalt nicht geben würde

Antwort
von frageesteller, 52

Also das soll jetzt nicht eingebildet oder so klingen, aber ich schreibe in meinen Hauptfächern nur Einsen und das bekommen natürlich auch meine Mitschüler mit und deswegen wollen sie mit mir befreundet sein und neben mir sitzen. Ich werde meistens von jedem benutzt und sie bekommen auch gute Noten ohne dass sie etwas dafür tun mussten (außer mir sagen, dass ich ihnen gefälligst die Lösungen geben soll). Ich als Person werde gar nicht mehr beachtet. Das stört mich an der Schule.

Antwort
von xxxTEDDYxx, 54

- Probleme mit den Lehrern
- vielleicht fühlt er sich nicht wohl
- kein gutes Klassenverhältnis
-zu viel Druck

Da gibt es viele Möglichkeiten rede doch mal in Ruhe mit ihm

Antwort
von annisimoni, 39

Du solltest eine außenstehende Person bitten, deinem Sohn "auf den Zahn" zu fühlen. Tatsächlich glaube ich, dass er ausgerechnet dir seine Probleme nicht schildern wird. Besser wäre, eine ihm nahe stehende Person zu bitten, ein Gespräch mit ihm zu führen. Idealerweise jemand, der ihm altersmäßig nahe steht. Es wird in der Schule ja irgend etwas vorgefallen sein, was er dir nicht erzählen will. 

Antwort
von Fragee1456, 36

Ich denke, viele stören die Lehrer oder werden gemobbt! Und manche mögen es einfach nicht wenn sie nicht zuhause sind und nicht zocken können. Kann ich selber auch nicht verstehen ich liebe die Schule zwar nicht aber mir ist klar dass man zur Schule gehen muss um was zu lernen und nen Job zu bekommen. Aber leider ist es ja heutzutage auch relativ schwer nen Job zu finden, wenn man nicht sonderlich gut in der Schule war schwerer als früher denke ich (Meine Meinung). PS: Bin 14 c:

Kommentar von thomsue ,

Ja ohne Fleiß kein Preis. Daran hat sich nichts  geändert.

Antwort
von Claraaaaa, 15

Bei mir auf der Schule sind / waren alle einfach assozial :/

Kommentar von jovetodimama ,

Wie äußerte sich dieses Asozial-sein?

Kommentar von Claraaaaa ,

Mobbing, Verspotten, Lästern

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community