Frage von krassdodel, 27

Was stellt eine Indifferenzkurve dar?

Mir wurde gesagt, dass die Indifferenzkurve anzeigt, wieviel der Konsument von bestimmten Gütern haben möchte. Angeblich ist sie unabhängig davon, wie groß sein Budget ist. Aber wieso würde dann die Kurve fallen? Wieso würde ich von einem Gut weniger haben wollen, nur weil ich von einem anderem Gut schon etwas habe? Klar, wenn man sagt "weil er dann weniger für das andere Gut ausgeben kann" würde das eigentlich Sinn machen, aber wenn es nur darum geht wieviel der Konsument HABEN WILL und nicht wieviel er mit seinem Budget kaufen kann/will verstehe ich das nicht. Also was stellt eine Indifferenzkurve dar? Wirklich wieviel ich kaufen will, also wieviel ich kaufen würde wenn ich unendlich viel Geld hätte?

Antwort
von wictor, 8

Weder noch. Die Indifferenzkurve ist die Kurve gleichen Nutzens. Das heißt, auf jedem Punkt dieser Kurve verspürt der Konsument das gleiche Niveau an Wohlbefinden. Mit dem verfügbaren Budget hat die Indifferenzkurve gar nichts zu tun. Die Kurve hat diesen "fallenden" Verlauf, weil sie einen Trade-Off zwischen den beiden Gütern darstellt um den Nutzen abzubilden. Wenn man zum Beispiel Äpfel und Birnen gegeben hat, dann verzichtet der Konsument auf einige Äpfel, um mehr Birnen zu konsumieren und umgekehrt. Denn wenn er es nicht tun würde, dann würde der Nutzen steigen (3 Äpfel + 2 Birnen ist strikt besser als 3 Äpfel + 1 Birne) und das ist gegen das Prinzip der Indifferenzkurve - der Nutzen aller Güterkombinationen auf dieser Kurve ist konstant.

Anders gesagt, gibt die Kurve an, zwischen welchen Güterkombinationen der Konsument indifferent ist (= sich nicht entscheiden kann).

Antwort
von AnglerAut, 10

Du hast Hunger, du kaufst etwas zu Essen, verspeist es, dann sinkt dein Interesse an Essen.

Du willst am PC spielen, du kaufst ein tolles Spiel, dann ist es dir nicht mehr so wichtig ein anderes zu kaufen.

Du kaufst eine Wohnung, du fühlst dich wohl, warum solltest du dann noch eine zweite kaufen ?

Kommentar von wictor ,

Das hat was mit abnehmendem Grenznutzen zu tun, nicht mit der Indifferenzkurve.

Kommentar von AnglerAut ,

Nein, gleiches Prinzip, anderer Name.

Du nimmst verschiedene Speisen, aber aus der Gruppe der Nahrung, schon bist du bei deinen Kurven.

Du nimmst verschiedene Unterhaltungsmittel, schon bist du bei deiner Kurve.

Das gleiche System, nur nicht auf genau das selbe Objekt.

Volkswirtschaftler hatten noch nie viel drauf ...

Kommentar von wictor ,

Was du da beschrieben hast, ist die Nutzenfunktion. Diese hat für gewöhnlich einen degressiv steigenden Verlauf. Die Indifferenzkurven sind degressiv fallend und bilden Schnittpunkte mit der Nutzenfunktion. Du verwechselst da was.

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