Frage von hubalaa, 65

Was steht in der Bibel oder was gibt es im Christentum zu dem Thema Selbstbestimmung?

Antwort
von Viktor1, 47

Nichts. Die Autoren der Schriften haben damals solche modernen Themen (Begriffe) als Selbstzweck nicht gekannt.
Das Christentum (die Botschaft Jesu) setzt dafür Selbstverantwortung.
Diese wird eigentlich schon von den Autoren der Genesis dem Menschen zugedacht.

Kommentar von RudolfFischer ,

Gut so! Damit ist kurz und treffend alles Wesentliche dazu gesagt.

Kommentar von GFBen ,

Die dem Menschen von Gott geschenkte völlige Freiheit beim eigenen Handeln ist nichts anderes als grenzenlose* Selbstbestimmung. Also ist die Selbstbestimmung die Grundlage der christlichen Lehre!

*Der Mensch wird vor Gefahren/Konsequenzen gewarnt, darf die Warnungen aber sogar ignorieren und sich Schaden zufügen.

Kommentar von Viktor1 ,
Also ist die Selbstbestimmung die Grundlage der 
christlichen Lehre!

Dem könnte ich (fast) zustimmen, aber ich muß davon ausgehen, daß der Fragesteller hier den Begriff mehr als die (moderne !) egoistische Variante der  Selbstverwirklichung versteht.
Aus "christlicher"  Sicht ist wohl  die Selbstbestimmung mehr mit Verantwortung auch für das eigene "Heil" verknüpft - aus katholischer Sicht .
Die Heilslehre aus der Reformation lehnt diese Selbstbestimmung (Verwirklichung) ab. Dort kann der Mensch nichts selbst für sein Heil bewirken außer "glauben", irgendwie, was aber mit verantwortlicher Selbstbestimmung nichts gemein hat.
Auch kennt diese Irrlehre nur die Vorbestimmung für den Menschen, in extremer Form (Calvinismus) sogar die, welche den Mensch von Anfang an für das "Heil", oder die "Hölle" bestimmt ist.
Freier Wille ist da a priori ausgeschlossen.
Wie du siehst, ist es nicht so einfach die "Selbstbestimmung" als Grundlage der chrsitl. Lehre zu verstehen, wenn man z.Bsp. auch noch "bibelgläubig" ist oder eben eine reformatorische Heilslehre vertritt.
Natürlich impliziert die christl. Botschaft die (richtig verstandene)
Selbstbestimmung, ohne sie explizit zu benennen.

Kommentar von GFBen ,

Bis auf den letzten Absatz bin ich ganz bei dir. Der letzte Absatz zeigt dein Bemühen, ein einheitliches Bild des Christentums zu konstruieren. Dies wäre aber Synkretismus: niemandem von Nutzen und auch nicht gut. Du scheinst zu wissen, dass die katholische Position mit der der Urkirche übereinstimmt. Dann präsentiere sie auch als die christliche. Wir sind der Wahrheit verpflichtet, nicht der Political Correctness.

Kommentar von Viktor1 ,
Der letzte Absatz zeigt dein Bemühen, ein 
einheitliches Bild des Christentums zu
konstruieren.

Tut mir leid, aber ich verstehe deine Hinterfragung meiner Aussage nicht. Die christl. Botschaft (für mich immer die von Jesus) wird leider von vielen Konfessionen ignoriert. Ich sprach davon.
Diese Konfessionen nennen sich aber auch christlich und sind es in der Praxis meist auch.Das ist auch die Wahrheit.
Mit Synkretismus hat dies nichts gemein.

Kommentar von GFBen ,

Vielleicht so: Du hast meine Aussage, die Selbstbestimmung sei die Grundlage der christlichen Lehre, so nicht gelten lassen, weil du unterstellst, dass der Fragesteller eine modernere Antwort hören will. Du bist also offensichtlich so freundlich, dass du an meiner Stelle sagen würdest: "Schau mal, Fragender, es gibt da auch noch andere Meinungen. Wir wissen zwar, dass es Irrlehren sind, aber sie sind im christlichen Millieu entstanden und deshalb kannst du sie für deine Meinungsbildung als zur christlichen Lehre zugehörig betrachten." Dies ist für mich aber Synkretismus (Erweiterung der echten christlichen Lehre um diverse Irrglauben). Wenn man mich nach "christlich" fragt, sehe ich mich nicht verpflichtet, bei der Antwort Irrlehren zu integrieren, damit es für den modernen Menschen "erträglich" wird - ganz im Gegenteil.

Die Einwände der Verfechter der Irrlehren, übrigens, kommen von ganz allein. Da braucht man nicht nachzuhelfen.

Ansonsten, sehe ich, dass wir hier am gleichen Strang ziehen. Es freut mich sehr.

Kommentar von Viktor1 ,
Ansonsten, sehe ich, dass wir hier am gleichen 
Strang ziehen.

Aber selbstverständlich - und dies erfreut mich ebenfalls.
Mir war auch von Anfang an klar, was du Selbstbestimmung zuordnest. Aber wie das hier auf der Plattform (und auch anderes wo) so ist - Begriffen werden oft verschiedene Inhalte zugeordnet und wenn nicht, dann sind Sichtweise und Wertung meist unterschiedlich. Mir war wichtig, Selbstbestimmung von (moderner) Selbstverwirklichung abzurücken, obwohl ja auch darin für den Christen die Chance echter "Selbstverwirklichung" (Heiligung, Vervollkommnung) gegeben und erwünscht ist.

Antwort
von Dhalwim, 16

Naja, Gott gab uns den freien Willen. Das sollte eigentlich schon reichen, das ist mehr selbstbestimmung als nötig.

LG Dhalwim

Antwort
von aicas771, 32

Die Bibel formuliert eine "Frohe Botschaft", eine "Siegesbotschaft"  (="Evangelium"). Diese beinhaltet ein Angebot Gottes an uns Menschen. Wir können selbst bestimmen, ob wir es annehmen wollen oder nicht:

Offenbarung, Kapitel 3, Vers 20: "Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, so werde ich zu ihm hineingehen und das Mahl mit ihm essen und er mit mir." (aber nur wenn wir ihn lassen. Wenn nicht, dann nicht.)

Allerdings sagt die Bibel auch, dass unsere selbstbestimmte Entscheidung auch Folgen hat (z.B. Lk. 13,22-30):

http://www.bibleserver.com/text/SLT/Lukas13

Manche sehen das als Drohung an, obwohl da nur festgestellt wird, dass Gottes Angebot an uns befristet ist, wie so viele andere Angebote auch.

Antwort
von Zischelmann, 20

Die Stelle "Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst"

"Meinen Frieden gebe ich Euch ,Euren  Frieden lasse ich Euch"

Antwort
von Ichthys1009, 11

In der Bibel ist viel von Selbstbestimmung im Sinne von Freiheit die Rede, zum Beispiel im Johannes-Evangelium 8, 34-36:

"Wer Sünde tut, der ist der Knecht der Sünde .... Wenn euch nun der Sohn (Christus) frei macht, so seid ihr recht frei."

Selbstbestimmung gibt es in der Bibel auch in dem Sinne von Entscheidungen zu verkehrtem Handeln, zum Beispiel bei Adam und Eva (Genesis 3). Selbstbestimmt, wenn auch von der Schlange verführt, essen sie von dem verbotenen Baum.

In vielen Fällen ist Selbstbestimmung im Einklang mit dem Willen Gottes. Zum Beispiel kam der Erzengel Gabriel zu Maria, um ihr zu verkünden, dass sie Jesus gebären soll. Maria antwortete aus freier Zustimmung: "Mir geschehe wie du gesagt hast."(Lukas-Evangelium 1)

Oder Christus selber, der sich entschieden hatte, als Mensch auf der Erde zu leben und für uns zu sterben, verbindet freie Zustimmung ebenfalls mit Gehorsam: Philipper 2, 8: "...er wurde gehorsam bis zum Tod am Kreuz..."

Und als Christus kurz davor war, zum Tode verurteilt zu werden, betet er zu Gott, dass dieser ihn vor dem Leiden verschonen möge. Danach ist Christus aber innerlich so frei und selbstbestimmt, dass er dann doch zu Gott sagt: "nicht mein, sondern dein Wille geschehe." (Lukas-Evangelium 22,42)

...es gibt noch eine Menge anderer Bibelstellen, wo Menschen sich selber bestimmen, eigene Entscheidungen treffen, frei zu einem  ja oder nein sind.

Antwort
von fricktorel, 15

Was verstehst du unter "Selbstbestimmung" ?

Du kannst den Weg zu Gott tatsächlich "selbst bestimmen" (5.Mose 30,19; Offb.22,14-15).

Kommentar von KaeteK ,

Dennoch hängt Seine Gnade davon ab:

Epheser 2,8
Denn durch die Gnade seid ihr errettet, mittelst des Glaubens; und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; 9 nicht aus Werken, auf daß niemand sich rühme


lg

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