Selbts Tchibo vertreibt jetzt Riester-Renten, aber was steckt denn jetzt genau dahinter? Für wen ist solch eine Altersvorsorge interessant, was kostet es und was sind evtl. Nachteile? Wer kennt sich damit aus und kann ein paar Ratschläge geben?

Ich denke , wenn du das gelesen hast ist deine Frage beantwortet http://de.wikipedia.org/wiki/Riester-Rente
Prinzip der Riester Rente:
Man zahlt einige Jahre Beträge ein.
Zum Anfang der Auszahlung hat man dann einen Betrag inkl. Zinsen oder Wertsteiegerung angespart.
Dieser wird jetzt anhand von Sterbetafeln umgewandelt in eine monatliche Rente. Diese Rente wird bis an das Lebensende bezahlt.
Ein Drittel dieses Betrages darf man sich einmalig bei Rentenbeginn auszahlen lassen. Die monatlichen Rentenbeträge mindern sich dadurch natürlich.
Das interessante an der Riester Rente sind die staatlichen Zuschüsse zu der Ansparphase.
Ansonsten gilt wie bei jeder Rente. Wer länger lebt als der Altersdurchschnitt hat eine Überrendite, wer jünger stirbt hat draufgezahlt.
Aus Gründen der "Gleichberechtigung" unterscheidet man bei der Riester Rente seit 2005 nicht mehr zwischen der Lebenserwartung für Frauen und Männer. Das benachteiligt die Männer deutlich, da sie statistisch früher sterben. Ist also in Wirklichkeit eine Ungleichbehandlung.

Die Riester-Rente wurde geschaffen, weil das Rentenniveau langfristig von derzeit 70% auf 68 % sinken wird. Die Riester-Rente dient also nur dazu, diese Differenz in der Zukunft zu kompensieren.
Als Zusatzversicherung in Schicht 2, ist die Rente bei Rentenbezug zu 100% zu versteuern. Als Ausgleich gibt es während der Ansparphase staatliche Zulagen.
Der Gesamtbeitrag beträgt ab 2008 4 % des Einkommens.
Wer diesen Gesamtbetrag aufwendet, erhält auch die maximale Förderung.
Die Förderzulage sinkt anteilig mit der Höhe des Eigenbeitrages.
Gesamtbeitrag = Eigenbetrag + Grundzulage + Kinderzulage
Der Mindesteigenbetrag beträgt 60 €.
Die maximale Zulage für Alleinstehende beträgt 114 € pro Jahr bzw. 154 € pro Jahr ab 2008.
Die Kinderzulage beträgt in 2007 , 138 € und ab 2008 , 185 €pro Kind.
Ein besonderer Schmankerl kann der Sonderausgabenabzug nach § 10 a EStG sein. Hier kann in 2007 ein Betrag von 1.575 € und ab 2008 ein Betrag von 2.100 € in Abzug gebracht werden. Das Finanzamt führt ein Günstigerprüfung für den Steuerzahler durch. Geprüft wird, ob Zulagen oder Steuerabzug günstiger ist. Den Vorteil erhält der Steuerzahler.
Edgar Niklaus am 28. September 2007 09:41 Zu bevorzugen ist eine Riesterförderung auf Investmentfondsbasis.

Hallo.
Riester-Rente = Möglichkeit f.d. Staat sich zu einem kleinen Teil aus seiner Rentenverpflichtung zu stehlen
Riester-Rente = Möglichkeit f.d. Staat sich aufgrund kleiner Förderung an den viel größeren (weil verzinsten) Ansparvermögen der Riestersparer zu beteiligen.
Riester-Rente = Möglichkeit f.d. Staat den Geldfluß der Kleinsparer im Alter zu reglementieren und zu beeinflussen (keine Kapitalleistung sondern nur Rentenbezug, Rückzahlung der Förderung bei Rentenbezug im Ausland usw.)
Riester-Rente = Geniales Komplott zwischen Staat und Finanzwirtschaft mit einer "Scheinförderung" möglichst viele unwissende Bürger in diese Altersvorsorge-Falle zu saugen. Die Förderung bekommt nämlich in Wirklichkeit nicht der Bürger sondern diese fließt in Form von Kosten WÄHREND DER ANSPARPHASE UND DER RENTENPHASE zum größten Tei direkt an die Finanzkonzerne und Versicherungen (besonders die Kosten während der Rentenphase werden bei Beratungen nur zu gerne verschwiegen, damit der Bürger/Kunde nicht zum Nachdenken kommt).
Riester-Rente = also eine geniale Geldmaschine für Staat und Finanzwirtschaft. Wer draufzahlt, brauchen wir wohl nicht zu fragen: 1x wegen "Rentensenkung" und 1x wegen "Rentenbesteuerung" und 1x wegen "Förderungsumwandlung in Kosten der Anlage". Noch besser rentiert sich die Riesterrente für den Staat, weil etwa 30% der Riestersparer die Förderung gar nicht beantragen (von den Bedingungen und Schriftkram überfordert). So spart sich der Staat in 2 Jahren etwa 10 Mio. Euro. Bravo!
Aus diesen Gründen wurden die Riesterregelungen so verklausuliert und kompliziert gestrickt, daß kaum jemand wirklich komplett durchblickt. Der Bürger hat darauf reagiert und kaum Riester-Verträge abgeschlossen. Da Staat und Finanzwirtschaft aber das Geld der Bürger "einsaugen" wollen, wurde jetzt eine Geldbeschleunigungsmaschine ins Leben gerufen: http://www.wmd-brokerchannel.de/bc/bcref.php4?id=62009&pd=30496&rf=92282...
Gratuliere! Wer auf diesen Nepp herein fällt, ist selbst schuld.
Gruß justii
Edgar Niklaus am 28. September 2007 09:55 Mit Sicherheit ist die Riester-Rente nicht einfach. Aber ein kompetenter Berater sollte sie schon verstehen und seinem Kunden einfach erklären können. Deine Argumente kenne ich aus vielen Vorträgen von den Menschen, die sich nicht damit beschäftigen wollen. Aufgrund der demographischen Verhältnisse in Deutschland, wurde es langsam Zeit, das wenigstens ein Teil der Altersvorsorge kapitalgedeckt wird. Das die Riester-Rente nicht unbedingt optimal ist, ist auch bekannt. Aber so schlecht wie du sie dahinstellst, ist sie nicht. Sicherlich hängt es auch ganz davon ab, in welcher Form man riestert. Die Investmentfondslösung halte ich persönlich für die rentabelste und kostengünstigste. Deine Aussagen über die Rendite sind schlicht weg falsch. Wenn ein Alleinstehender jährlich 1575 € einbezahlt, dann erhält er eine Grundzulage von 114 €. Dies entspricht einer risikolosen Rendite von 7,23 %. Was da schlecht daran ist, weiß ich nicht. Ab einer bestimmten Steuerprogression wirkt sich unter Umständen noch die Günstigerprüfung für ihn aus. D.h. eventuelle Steuereinsparungen während der Ansparzeit. Es steht mir nicht zu dich zu kritisieren. Aber ich persönlich meine eine Antwort sollte nicht rein subjektiv geprägt sei, wenn es um solche Sachverhalte geht.
Robert seb. Grafetstetter am 28. September 2007 10:44 Falsch!
Ich habe mich sehr, sehr intensiv damit beschäftigt und spreche aus diesem Grund sehr negativ darüber.
Nehmen wir Dein Beispiel bei dem Du von einer Rendite von 7,23% sprichst. Rendite ist das, was am Ende, nach Abzug aller Kosten und aller Steuern übrig bleibt und nicht das, was die Gesellschaften auf ihren unverbindlichen Musterberechnungen ausweisen oder Vater Staat "vorgaukelt".
Nehmen wir doch mal diesen Vertrag und eine Laufzeit von 20 Jahren = Beitragssumme (1.575.- + 114.-) x 20 = 33.780.-Euro
Und jetzt reden wir darüber was allein an Provisionsbelastung auf das 1te Jahr entfällt (weitere sonstige Kosten noch gar nicht mitgerechnet).
Hoppla, da sind 7,23% plötzlich gar keine 7,23% mehr... Jetzt rechnen wir die sonstigen Kosten noch ab und berücksichtigen, daß auch nach der Ansparphase (sprich in der Rentenphase) erhebliche Kosten anfallen und schwupps....
Ist die Förderung schon fast weg. An der Förderung verdient der Anleger also überhaupt nicht sondern fast ausschließlich an den von ihm zusätzlich einbezahlten Beiträgen. Und trotzdem muß er sich zahlreichen Reglementierungen, Regeln und Vorschriften des Staates bezüglich seiner Anlage gefallen lassen.
Gruß justii
Edgar Niklaus am 28. September 2007 12:47 Wieviel betragen denn die Kosten? Weißt du es? Wie sieht es steuerlich aus. Hast du schon mal die Günstigerprüfung durchgerechnet?
Robert seb. Grafetstetter am 28. September 2007 13:36 Bei den Gesellschaften und Unternehmen die heute schon bereit sind über Kosten zu sprechen, dort kenne ich diese.
Viele schreiben aber lapidar in die Verträge "Kosten während der Rentenphase werden zu gegebenen Zeitpunkt nach Anfall festgelegt" oder ähnliches.
Ein Skandal, daß so etwas zertifiziert wird.
Und speziell bei den Riester-Versicherungen hat z.B. auch Morgen & Morgen festgestellt, daß die Kosten aufgrund der vielen Kleinstverträge deutlich höher sind als bei vergleichbaren konventionellen Verträgen.
Im Fondsbereich spiegelt sich das Kleinstverträgeproblem z.B. der Riesteranlagen in den VL-Fondsanlagen wieder. Auch von diesem Geschäft sind die Fondsgesellschaften nicht begeistert, weil geringen Beiträgen der gleiche Aufwand gegenüber steht, der bei konventionellen Normalverträgen mit viel höheren Beiträgen anfällt. Warum denkst Du machen nur einige wenige Investment-Gesellschaften beim Riestergeschäft mit und die ausländischen Fonds-Gesellschaften lassen dieses Geschäft vollkommen links liegen?
Günstigerprüfung? Diese berücksichtigt weder die Kosten noch die steuerliche Situation im Rentenalter. Kann diese gar nicht berücksichtigen. Diese ist also kein Mittel um die Qualität zu beurteilen. Wir haben hier ein Mittel um dem Kunden "Honig um den Mund zu schmieren". Wie gesagt, der Staat ist gar nicht interessiert, den Bürger in dieser Sache optimal zu informieren. Die Intention von Vater Staat und der Finanzwirtschaft ist eindeutig nachvollziehbar.
Gruß justii
Edgar Niklaus am 28. September 2007 21:39 Union Invest Riester Förderung 5,5 % Kosten DWS Premium Rente 6 %
Edgar Niklaus am 28. September 2007 22:08 Was sagst du deinem Kunden, wenn der dich in 15 Jahren fragt wieso er keine Riesterrente hat und damit mehrer Tausend Euro Zulagen nicht erhalten hat. Oder was sagst du dem Kunden, der dich fragt wieso er keine rein steuerfinanzierte Rürup-Rente hat. Dann wirst du deine VSH brauchen.
Robert seb. Grafetstetter am 28. September 2007 22:54 In 15 Jahren werden viele ihren Entschluß zur Riesterrente & Rürupp bereits bedauert haben und die, welche keine abgeschlossen haben werden sich froh ins Fäustchen lächeln.
Die Masse wird festgesellt haben, daß die Produkte nicht rentabler sind als konventionelle Produkte, nur sehr viel komplizierter und viel starrer (weniger flexibel).
Es wird also auf meiner Seite keinen Grund geben, sich zu rechtfertigen. Aber Vermittler, die diese Produkte verkauft und empfohlen haben werden sich fragen lassen müssen (wie heute KLV-Verkäufer) warum sie Produkte empfohlen haben, deren Sinn von Anfang an in Frage gestanden hat.
Oh wie die Gier nach staatlichen Förderungen verblendet...
Gruß justii
Edgar Niklaus am 30. September 2007 09:41 Du weißt es mit Sicherheit nicht besser.
Robert seb. Grafetstetter am 30. September 2007 10:38 Ignoranz vor Tatsachen steht einem Berater nicht gut zu Gesicht, aber wie gesagt, es ist wohl leichter mit der Masse zu schwimmen und unkontrolliert das Vorgekaute von Vater Staat und Finanzwirtschaft wiederzugeben als sich mit der Sache WIRKLICH auseinander zu setzen. Ich erwarte deshalb bei vielen Beratern auch nicht mehr Verantwortungsbewußtsein als von früheren Verkäufern der Kapitallebens- und Rentenversicherung. Aber diese gibt es ja immer noch...
Gruß justii
Hallo justii, Ich denke, dass Du Dich noch zu vorsichtig ausgedrückt hast. Rister ist in 90% der Verträge Betrug. Auffallend, was Der Spiegel oder RTL dazu sagte: Die Schattenseiten der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge: 1. Wer sein Alter im sonnigen Süden verbringen möchte, kann nicht auf die Riester-Rente bauen. "Wer als Rentner ins Ausland geht, muss die gesamte staatliche Zulage zurückzahlen", sagt Wolfgang Scholl vom Bundesverband der Verbraucherzentralen. Grund: Da ein "Riester-Rentner" mit Wohnsitz Mallorca seine Rente nicht in Deutschland versteuert, fordert der Staat als eine Art ausgleichende Gerechtigkeit seine Zulagen zurück. 2. Bei vorzeitiger Vertragsauflösung, die laut Gesetzgeber "zulagenschädlich" ist, müssen Sparer sämtliche staatliche Zulagen und alle Steuervorteile an den Staat zurückzahlen, erklärt Thomas Bieler, Anlage-Experte der Verbraucherzentrale NRW. Außerdem muss die gesamte, vorzeitig ausgezahlte Summe voll versteuert werden. Im schlimmsten Fall bleibt dann nur ein kläglicher Rest vom mühsam angesparten Vorsorgevermögen. Außerdem: Die Anbieter der privaten, steuerlich geförderten Altersvorsorge nach dem Riester-Modell garantieren keine Rückzahlung bereits eingezahlter Beiträge, wenn der Vertrag vorzeitig gekündigt wird. Zudem könnten sie bei vorzeitiger Kündigung höhere Gebühren verlangen. Und: Wenn der Sparer stirbt, muss die Förderung komplett zurückgezahlt werden - auch wenn der Vertrag eine Kapitalauszahlung an Hinterbliebende vorsieht. Ausweg: Im Riester-Vertrag sollte bei Vertragsabschluss vereinbart werden, dass das angesparte Kapital im Todesfall auf einen anderen zertifizierten Vertrag eines Hinterbliebenden übertragen werden kann. Nur dann bleiben die Förderbeiträge zugunsten des Hinterbliebenden unangetastet. 3. Wenn Sparer die Zahlungen für den Riester-Vertrag für einen Zeitraum, in dem sie knapp bei Kasse sind, herunterfahren oder aussetzen wollen, werden sie Opfer der oft kritisierten eingeschränkten Verfügbarkeit des Riester-Geldes. Verbraucherschützer Bieler erklärt, dass Sparer wenigstens den prozentualen so genannten Sockelbeitrag regelmäßig in den Riester-Vertrag stecken sollten, um den Anspruch auf die staatlichen Zulagen nicht ganz zu verlieren. Der Sockelbeitrag ist der Betrag, der mindestens eingezahlt werden muss, um staatliche Förderung zu bekommen. Der Sockelbeitrag beträgt je nach Jahr und Familienstand zwischen 30 und 90 Euro pro Jahr. Tipp: Grundsätzlich gilt, dass die Regelmäßigkeit der Zahlungen nicht ausgesetzt werden kann, ohne den Anspruch auf die Zulage zu verlieren. Wer mit der Riester-Vorsorge wieder neu anfangen möchte, sollte am besten einen neuen Vertrag abschließen.
Edgar Niklaus am 28. September 2007 21:43 Viele Propheten hat das Land.
Edgar Niklaus am 28. September 2007 22:04 Zumindest hast du schon mal nachgelesen. Was ist daran falsch, wenn der Staat Zulagen zurückfordert, von denen, die hier Zulagen aus Steuern bekommen haben aber kein Steuern mehr hier zahlen. Ist das dein Verständnis von Gerechtigkeit.
Robert seb. Grafetstetter am 28. September 2007 22:57 Ist es gerecht, wenn der Staat 7,..% des Beitrages zahlt (dein Beispiel), dafür aber zu 100% das Vermögen des Sparers reglementiert?
Auf welcher Seite stehst Du eigentlich? Auf der von Staat und Finanzwirtschaft oder auf der Seite des Kunden? Stellt sich mir an dieser Stelle die Frage...
Wenn ich über 90% der Beiträge bezahlt habe, dann bestimme ich auch, ist zumindest meine Meinung.
Edgar Niklaus am 28. September 2007 23:22 Ich stehe immer auf der richtigen Seite. Auf der Seite des Kunden. Deshalb gibt es bei mir eine umfassende Beratung über alle drei Schichten.