Frage von NewgateEd, 530

Was spricht gegen die Öffnung der Ehe, auch für Homosexuelle Paare?

Warum wird das hier in Deutschland und allgemein in Europäischen Ländern nicht eingeführt, welche Gründe sprechen eigentlich dagegen?

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Antwort
von scorpion87, 175

Warum wird es nicht eingeführt?

Weil die politische Situation es seit Jahren nicht zulässt. Die CDU/CSU als größter Gegner der Ehe für alle hat stets genügend Macht gehabt, bzw. Koalitionspartner, denen der Koalitionsfriede wichtiger war, als das Einstehen für die eigenen Wahlversprechen (siehe FDP und SPD). 

Eine offene Abstimmung im Bundestag hätte Problemlos genügend Stimmen, um das zu ändern, aber auch diese offene Abstimmung wird von der großen Koalition blockiert. 

Was spricht dagegen?

Dass unsere Politiker nun einmal aus einer anderen Generation stammen. Man kann jedes, aber auch jedes Argument sachlich widerlegen, das für ein Verbot der Ehe für alle spricht. Der einzige Grund ist in Wirklichkeit, dass es eben genügend Menschen in der Politik gibt, für die Schwule und Lesben irgendwie "igitt" sind und deswegen sollen die nicht wie andere Menschen heirate. Punkt. 

Insofern war Angela Merkels Argument 2013 im TV mit "Ich habe damit eben ein schlechtes Bauchgefühl" zwar argumentativ eine Nullrunde, aber tatsächlich die ehrlichste Antwort, die sie hätte geben können. Ich finde ihre Einstellung zumindest zu dem Thema bedauerlich, aber rechne es ihr hoch an, sich nicht in Pseudoargumentationen zu verwickeln und einfach die Wahrheit zu sagen.

Hier noch ein recht guter Link, welche Argumente dagegen angeführt werden, und wie man sie widerlegen kann:

http://www.queer.de/detail.php?article_id=25710

Kommentar von Jordh ,

Es gab vor gar nicht so vielen Jahren bereits eine offene Abstimmung über die Öffnung der Ehe. SPD, Grüne und Linke stimmten geschlossen dafür, die CDU geschlossen dagegen und die FDP als Zünglein an der Waage halb-halb. Ende vom Lied: Mehrheit knapp verfehlt, war wohl nix.

Hoffentlich ändert sich das bald...

Kommentar von spaeschel85 ,

Danke für den Link.

Du sagst es scorpion87. Nur, ich bin mir sicher, dass die Opposition nicht nur unter Politikern sondern auch in der Bevölkerung noch zu groß ist, um eine Homo-Ehe umzusetzen.

Wir haben einerseits noch zu viele radikale Christen und Schwulengegner in der Gesellschaft. Aber vor Allem haben wir genug festgefahrene Alte die ihre persönlich-allerliebste Idealvorstellung der Ehe nicht verlieren wollen. Da bricht einem ja das Weltbild zusammen, wenn Lesben plötzlich richtig heiraten können, weil sie sich lieben. Wo kommen wir denn da hin.

Dein Link ist gut. Auch wenn die Widerlegungen etwas kürzer hätten sein können.

Ich habe auch mal ein Interview mit Angela Merkel gesehen in dem sie auf die Homo-Ehe angesprochen wurde. Ich hatte den Eindruck, dass sie persönlich gar nichts dagegen hat, sondern nur Rücksicht auf ihre Parteimitglieder nimmt. Ihr fehlt einfach der Rückhalt um das Ganze umzusetzen.

Kommentar von Lennister ,

sondern auch in der Bevölkerung

In der Bevölkerung unterstützen ca. 70% die Öffnung der Ehe, mal ein bisschen mehr, mal ein bisschen weniger. Aber immer eine stabile und klare Mehrheit. 

Kommentar von spaeschel85 ,

Dann sind 30% dagegen, was zum Glück keine Mehrheit aber leider immer noch ein einflussreiches Völkchen ist.

Kommentar von Lennister ,

30%? Das ist eine klare Minderheit. Wenn wir immer auf jede rückständige Minderheit Rücksicht nehmen würden, würde ja nie etwas vorwärts gehen. 

Kommentar von Zeigefingerr ,

Ich weis nicht in welcher Bevölkerung du lebst aber ich kenne kein einzige/n der sowas möchte.

Kommentar von scorpion87 ,

jede Umfrage in der Bevölkerung ergibt das gleiche Stimmungsbild von 60-70%, die nichts gegen eine Öffnung der Ehe für alle hätten. Fakt. Wenn man keinen einzigen kennt, der so etwas befürworten würde, dann lebt man entweder als Mönch im Kloster, als Funktionär bei der AfD oder es ist ein ganz brenzliges Zeichen dafür, dass man die Meinung seiner Mitmenschen zu dem Thema nicht wirklich kennt. 

Kommentar von Lennister ,

Du wirst dir deinen Freundeskreis schon entsprechend zusammenstellen. 

Kommentar von spaeschel85 ,

Ich kenne einen einzigen der dagegen ist. Der ist schwul, was keine Entschuldigung ist, wenn er anderen Schwulen ihre Freiheiten verweigern will. Das zeigt aber, dass solche Leute auch heute noch existieren. Wenn scorpion87 schreibt, dass 60-70% dafür sind, sind immer noch 30-40% dagegen. Was zwar nicht die Mehrheit aber eine bedeutende Menge ist. Traurig aber wahr.

Kommentar von scorpion87 ,

Willkommen in der Demokratie. Da sind 60-70% eine ganze Menge und ein klares Signal. Für manche traurig - aber Wahr!

Antwort
von Lennister, 105

Sagen wir mal so: Es gibt schon "Argumente", die man auch recherchieren kann. Aber sie alle sind leicht zu widerlegen und/oder haben in einem säkularen Staat keine Rolle zu spielen.

Denkbar wäre:

- zur Definition von "Ehe" gehört, dass Kinder daraus "auf natürliche Wege" hervorgehen-> erstens dürfen auch zeugungsunfähige Menschen heiraten, obwohl aus ihrer Ehe keine Kinder ohne Hilfsmittel(Samenspende, Leihmutter etc.) hervorgehen können. Zweitens ist es völlig willkürlich, Kinder durch Samenspende, Leihmutterschaft etc. anders zu bewerten als Kinder, die auf "natürlichem Wege" gezeugt werden

- wenn die Ehe geöffnet wird, dann wird vielleicht bald auch die Legalisierung von Polygamie oder Inzest gefordert-> erstens wäre zu klären, was daran schlimm sein soll; zweitens ist in keinem der Länder, die die Ehe geöffnet haben(erstes Land: Niederlande, 2000) so etwas zu beobachten

- Homosexualität ist moralisch verwerflich und sollte daher nicht gefördert werden-> diese Auffassung ist gegen jede vernünftige Ethik

- Gott ist dagegen-> der vermeintliche Wille irgendeines rein hypothetischen Gottes hat in der Gesetzgebung einer säkularen Gesellschaft keine Rolle zu spielen.

- Homosexuelle sollten keine Kinder adoptieren dürfen-> Stand der wissenschaftlichen Forschung ist, dass es keinen Einfluss auf die Entwicklung von Kindern hat, ob sie bei Homos oder Heten aufwachsen

- Die Öffnung der Ehe wäre verfassungswidrig-> die meisten Verfassungsrechtler sind anderer Meinung, auch das BVGer hat klar gesagt, dass der Schutz der Ehe im Grundgesetz an das Eheverständnis der Gesellschaft gebunden ist. Außerdem wäre in so einem Fall ja wohl eher das GG entsprechend zu ändern.

Du siehst, es gibt eine Menge "Argumente", die dagegen vorgebracht werden. Valide ist keines davon. 

Expertenantwort
von Kajjo, Community-Experte für Liebe, Sex, Sexualitaet, 87

Umgekehrt gefragt: 

1) Was spricht dafür, es zu tun?

2) Warum sollte man einem Ehepaar Vorteile gegenüber Singles einräumen? Ganz egal ob hetero- oder homosexuell?

Die Institution der Ehe gründet sich weit überwiegend auf religiöse Ideen, nicht auf faktische Notwendigkeit. Familiengründung und Zusammenleben sind ja ohne Ehe ganz genau so möglich.

Ich sehe absolut keinen Vorteil für die Gesellschaft, wenn man homosexuellen Paaren nun auch noch die Ehe gestatten sollte. Und die Lebenspartnerschaft gibt es ja bereits. Mehr als genug.

Antwort
von Skinman, 114

Dass die Kirchen tatsächlich in Deutschland mächtiger  und einflussreicher sind als in Irland.

Man soll es nicht glauben, aber die haben nach wie vor massenhaft Sonderrechte und Privilegien. Die Trennung von Kirche und Staat ist hierzulande keineswegs besonders gründlich gelungen.

Antwort
von Pramidenzelle, 243

Unter anderem das Christentum. Die Kirche ist eben dagegen, und dann sind es solche Parteien wie die CDU, an denen die Trennung von Kirche und Staat ja irgendwie vorbe gegangen ist, eben auch dagegen. Da kann man nichts anderes machen, als eben Parteien zu wählen, die das nicht so konservativ sehen.

Kommentar von Pramidenzelle ,

Wow, sind wir nicht nett, dass wir euch auch eine Pseudo-Ehe anbieten, die zwar nicht so heißt und auch nicht die gleichen Rechte mit sich bringt aber hey, ihr könnt zum Standesamt gehen und was unterschreiben!
*hust*

Stichworte Adoption und Ehegattenspiltting ...

Kommentar von Still ,

Typisch Gier! Lass doch der Gesellschaft mal!ein bißchen Zeit, sich zu entwickeln. Vor 50 Jahren war Homosexualität noch eine Straftat!

Kommentar von Pramidenzelle ,

Oh, immer diese gierigen Menschen - die bösen Frauen, die auch ein Wahlrecht haben wollen und die fiesen Schwarzen, die auch auf ihre Gleichberechtigung bestehen, hätten die nicht alle der Gesellschaft etwas Zeit lassen können, sodass die aktuelle Generation von Priviligierten sich noch in Ruhe in ihren hart ererbten Privilegien suhlen kann?

Ungerechtigkeiten hinzunehmen, nur weil es in der Gesellschaft, in der man lebt gerade so üblich ist führt doch nirgendwo hin.

Kommentar von Lennister ,

Wieso sollte die deutsche Gesellschaft(die mit einer Mehrheit von ca.70% die Öffnung der Ehe befürwortet) soviel mehr Zeit brauchen als z.B. die niederländische? 

Kommentar von Zeigefingerr ,

@still  das sollte man wieder einführen und nicht die homo Ehe.

Antwort
von Interesierter, 115

Die Institution der Ehe gibt es schon sehr viel länger als man über gleichgeschlechtliche Paare oder über Verhütung diskutiert.

Der ursprüngliche Sinn der Ehe war die Privilegierung einer Partnerschaft, die als Keimzelle der Familie und damit der aus ihr hervorgehenden Kinder angesehen wurde. Fakt ist nun mal, dass nur Mann und Frau zusammen Kinder zeugen können.

Dies geschah zu einer Zeit, als es noch keine Verhütung gab und Nachwuchs in der Ehe der Normalfall war. Weiter werden mit der Ehe auch versorgungsrechtliche Tatbestände wie Unterhalts- und Erbrechts-Angelegenheiten geregelt. Damit sind sich die Ehepartner sogar über die Ehe hinaus zu Beistand verpflichtet, was ebenfalls den Kindern zugute kommt.

Will man nun dieses Regelwerk auf homosexuelle Paare übertragen, darf man dabei nicht vergessen, dass es sich hier eben nicht um eine Familie mit versorgungsbedürftigen Kindern handelt sondern ausschliesslich um eine reine Partnerschaft zwischen zwei erwachsenen Menschen.

Im Bereich des Erb- und Versorgungsrechts sollte diese Partnerschaft der Ehe gleichgestellt werden. Der Tatsache, dass aus dieser Verbindung keine Kinder hervorgehen, sollte dabei aber berücksichtigt werden.

Kommentar von AalFred2 ,

Wie berücksichtigst du bei heterosexuellen Ehen, die Tatsache, ob aus ihnen Kinder hervorgehen?

Kommentar von Interesierter ,

Nun, statistisch gesehen gehen aus über 70 % aller heterosexuellen Ehen Kinder hervor. Bei gleichgeschlechtlichen Paaren sind es 0,0 %. Ich denke, diesem Unterschied sollte man Rechnung tragen.

Bei der Homo-Ehe geht es ausschliesslich um die Regelung von Tatbeständen zwischen zwei Erwachsenen. Bei der Hetero-Ehe sind in der überwiegenden Zahl der Fälle Kinder mit zu berücksichtigen. Diese beiden Ansätze sind so verschieden, dass du sie nicht in einen Topf werfen kannst. 

Kommentar von AalFred2 ,

Warum sollte die Ehe geschützt werden, wo sie doch selbst nach deiner Statistik so offensichtlich gar nicht mit Kindern zu tun hat? Welche Tatbestände bzgl. der Kinder regelt denn die Ehe? Sie ist doch auch nur eine Vereinbarung zwischen zwei Erwachsenen.

Kommentar von Interesierter ,

Der Unterschied von schlappen 70%+ sollte auch dir nicht entgangen sein.

Die Ehe regelt Steuertatbestände, Erbrechtsfragen, Sorgerechtsfragen, Vormundschaftsfragen, Forderungen nach Unterhalt und hat in all diesen Punkten Einfluss auf die Stellung der aus ihr hervorgehenden Kinder. 

Kommentar von AalFred2 ,

Offensichtlich führt eine Ehe nicht zur Zeugung und Erziehung von Kindern. Ansonsten müsste der Wert nahe 100% liegen. Also taugt diese Statistik nicht als Rechtfertigung.

Welcher Steuertatbestand der Ehe nützt Kindern?

In welcher Erbrechtsfrage nützt die Ehe Kindern?

Sorgerechtlich spielt die Ehe keinerlei Rolle.

Vormunde gibt es nicht mehr.

Kindesbezogene Unterhaltsfragen sind eheunabhängig. Ehegattenunterhalt ist bei heutigen Ehen kaum noch drin.

Werd doch mal konkret. Welchen Vorteil bietet die Ehe Paaren mit Kindern, die Paare ohne Kinder nicht geniessen?

Kommentar von Zeigefingerr ,

Alfred irgendwie scheinst du die Tatsachen zu ignorieren.

Kommentar von AalFred2 ,

Bisher habe ich keine Tatsachen gesehen.

Kommentar von Interesierter ,

Dann solltest du die Augen aufmachen!

Die Ehe ist rechtstechnisch eine Bedarfs- und Versorgungsgemeinschaft. Ein Zusammenleben ohne Ehe ist dies nicht. 

Daraus ergeben sich unterschiedliche erbrechtliche Ansprüche und Steuertatbestände, die in letzter Konsequenz wiederum direkt und indirekt die Kinder mit betreffen. 

Auch die versorgungsrechtlichen Ansprüche kannst du wohl kaum abstreiten. Ein uneheliches Kind hat gegenüber seinem Vater nur Anspruch auf Unterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle. Seine Mutter hat gar keine Unterstützung zu erwarten. In der Ehe sieht das ganz anders aus. 

Ein unehelicher Vater hat in der Regel kein Sorgerecht und kein Aufenthaltsbestimmungsrecht. Er muss dies erst gerichtlich durchsetzen. Ein ehelicher Vater hat diese Rechte sehr wohl.

Kommentar von AalFred2 ,

Die Ehe ist rechtstechnisch eine Bedarfs- und Versorgungsgemeinschaft. Ein Zusammenleben ohne Ehe ist dies nicht.

Ja, genau. Eine Bedarfs- und Versorgungsgemeinschaft zwischen zwei Erwachsenen, völlig unabhängig von Kindern.

Welcher Steuertatbestand betrifft die Kinder? Keiner. Die Steuern sind dieselben unabhängig davon, ob in einer Ehe Kinder vorhanden sind oder nicht. Wollte man tatsächlich Kinder und nicht die Lebensgemeinschaft zweier Erwachsener steuerlich bevorteilen könnte man das tun. Tut man aber nicht.

Wo genau ist der erbrechtliche Vorteil der Ehe für Kinder? Genau, es gibt keinen. Aber das weißt du auch selber. Warum behauptest du so einen Käse?

Es gibt keinerlei Unterschiede im Unterhaltsanspruch  zwischen ehelichen und unehelichen Kindern. Warum behauptest du so einen Quark?

In heutzutage geschlossenen Ehen ist nach aktuellem Unterhaltsrecht auch keine Priveligierung verheirateter Partner  mehr vorhanden. Auch hier ist deine Aussage grundsätzlich falsch.

Auch der letzte Absatz stimmt scchlichtweg nicht, da heutzutage das gemeinsame Sorgerecht auch unverheirateter Eltern der gesetzliche Regefall ist.

Zusammenfassend bleibt nur zu konstatieren, dass du eigentlich nur falsche Behauptungen aufstellst, um deine Position zu stützen.

Kommentar von Interesierter ,

Faktencheck: 

Die Ehe gilt als steuerliche Einheit, die die Kinder mit einschließt. Haben wir eine eheliche Partnerschaft, gilt das Ehegattensplitting, welches in letzter Konsequenz allen Teilen der Bedarfsgemeinschaft und damit auch den Kindern zugute kommt. 

Der erbrechtliche Unterschiedliegt darin, dass der Ehepartner nach gesetzlicher Erbfolge immer 25% des Erbes erhält. Das heisst, zunächst werden nur 75% der Erbmasse an die Kinder gegeben. Bei ausserehelichen Kindern bleibt es dabei. Die restlichen 25% werden nach dem Ableben des Ehepartners ausschliesslich unter den ehelichen Kindern aufgeteilt. 

Ein Kind, welches im gemeinsamen Haushalt mit seinen Eltern ohne Trauschein lebt, hat rechtstechnisch gegenüber dem Vater nur Anspruch auf Unterhalt im Rahmen der Düsseldorfer Tabelle. Im gemeinsamen Haushalt eines Ehepaares hat das Kind Anspruch auf Übernahme aller "gebotenen" Kosten. Das ist gängige Rechtsprechung des BGH.

Für nachehelichen Ehegattenunterhalt ist stets eine Einzelfallbewertung vorzunehmen. Ob es hier zu Zahlungen kommt, hängt maßgeblich von der Einkommenssituation der Ehepartner ab. Dass zu zahlender Ehegattenunterhalt die Einkommenssituation der Eltern und damit auch die Situation der Kinder verändert, kannst du wohl kaum bestreiten.

Das gemeinsame Sorgerecht ist bei unverheirateten Paaren nicht die Regel und gesetzlich schon mal gar nicht verankert. Dieses wird ausschliesslich von der Mutter ausgeübt. Der Vater kann lediglich beim Jugendamt die gesetzliche Sorge beantragen. Widerspricht die Mutter diesem Antrag fristgerecht, muss der Vater den Anspruch durchklagen. Bei verheirateten Paaren ist das gemeinsame Sorgerecht gesetzlich verankert. 

Kommentar von AalFred2 ,

Faktencheck:

Warum Ehegattensplitting, welches auch jedem Ehepaar ohne Kinder zu Gute kommt, wenn man auch einfach die Kinder steuerlich bevorteilen könnte. Warum bevorzugt man heterosexuelle Paare gegenüber hoomosexuellen pohne in irgendeiner Art und Weise das Vorhandesein von Kindern zu berücksichtigen?

Bzgl. des Erbrechts rechtfertigst du die Existenz der Ehe mit der Existenz der Ehe. Gäbe es keine Ehe, gäbe es auch die von dir angeführten Nachteile in dieser sehr speziellen Konstruktion nicht.

Könntest du die BGH-Rechtssprechung mal belegen? Ansonsten ist auch dieser Fall ziemlich konstruiert und wohl kaum praxisrelevant. Für eine Ehe spricht auch das nicht, denn diesem Missstand könnte man ja sehr simpel abhelfen.

Die aktuelle Rechtslage bzgl des Ehegattenunterhalts ist aber nun mal, dass jeder grundsätzlich für sich selbst verantwortlich ist.

Stimmt, du hast Recht, wir warten immer noch darauf, dass das Bundesjustizministerium endlich ein verfassungsgemässes Gesetz vorlegt. Allerdings steht dem Kindesvater auch bei unehelichen Kindern das Sorgerecht zu, wenn es nicht dem Kindeswohl widerspricht, also im Normalfall.

Schlussendlich hast du nicht eine Regelung gefunden, die explizit Kindern nützt und die man nicht auch anders regeln könnte. Insofern rechtfertigt auch nichts die Besserstellung von ehelichen Kindern gegenüber unehelichen. Die Ehe ist und bleibt eine Vereinbarung zwischen zwei Erwachsenen, die man privelegieren kann, wenn man möchte, von der man dann aber niemnden ausschliessen darf.

Antwort
von Meatwad, 83

Nichts spicht dagegen. Es gibt faktisch kein einziges plausibles Argument, um sich dagegen zu stellen.

Antwort
von Karl37, 82

Außer in der Bezeichnung "Ehe" und "eingetragene Partnerschaft" gibt es keine Unterschiede im rechtlichen Bereich. Oder nenne mir doch einen Bereich, wo Unterschiede ersichtlich sind.

Kommentar von scorpion87 ,

1. Adoption

2. Bürokratiedschungel: Überall im Deutschen Rechtssystem ist der Begriff "Ehe" verankert, was die Lebenspartnerschaft nun einmal nicht ist. Das führt im Einzelfall zu Diskriminierungen, die einzeln eingeklagt werden müssen. Die Grünen haben da mal eine Anfrage gestartet und eine ellenlange Liste solcher "Kleinigkeiten" gefunden, die die Lebenspartnerschaft von der Ehe unterscheiden. Das geht eben von Spezialfällen wie die Vererbung von Sprengmeisterlizenzen bis hin zur Adoption

3. Nicht überall auf der Welt ist es so egal wie in Europa, ob man Hetero oder Schwul ist. In manchen Staaten kann es einem Todesurteil gleich kommen, wenn Deutschland als Ehestatus nicht verheiratet, sondern "eingetragene Lebenspartnerschaft" übermittelt.

4. Zwangsouting. Ich habe zwar kein Problem, offen zu sagen, dass ich schwul bin, aber ich habe ein Problem damit, wenn ich Krankenversicherungen abschließe oder ähnliches und stets den Begriff "eingetragene Lebenspartnerschaft" angeben muss, weil es ja nicht Ehe heißen darf, und mich damit ständig outen muss. 

5. Internationale Probleme. Mein Hetero-Kollege ist für die Firma für 5 Jahre ins Ausland in die USA, hat ein Arbeitsvisum, Frau durfte sofort mitziehen. Wenn ich das als verlebenspartnerschaftlichter Schwuler machen möchte, dann kann ich ins Ausland, mein Mann nicht, weil wir nicht VERHEIRATET sind. Die USA und andere Länder kennen keine eingetragene Lebenspartnerschaft und behandeln Lebenspartner wie unverheiratete. Sprich: Wir müssten uns scheiden lassen, ein Jahr getrennt leben, dann in den USA heiraten bevor er hinterherziehen könnte. Mein Hetero-Kollege muss sich so einen Spießrutenlauf nicht antun. Weil er HEIRATEN darf.

6. Die gesellschaftliche Signalwirkung. Wir leben noch immer in einer Zeit, wo es jungen Jugendlich wahnsinnig schwer fällt, mit ihrer Homosexualität umzugehen. Es gibt noch immer Vorurteile und Homophobie. Die Öffnung der Ehe für Homosexuelle wäre ein riesiges Zeichen, das aussagt, dass Homosexuelle Liebe gleichwertig ist. Doch anstelle dieses Zeichen zu setzen, ist es der CDU/CSU/AfD wichtiger, die Unterschiede herzvorzuheben und zu unterstreichen, dass die homo- und  heterosexuelle Liebe eben nicht das gleiche und damit nicht gleichwertig ist. Das ist staatliches Wasser auf den Mühlen von Homophoben.

7. Der Schutz der Institution: Die Ehe ist durch das Grundgesetz gesichert, die Lebenspartnerschaft nicht. 



Kommentar von SarcasticSard ,

Das habe ich schonmal widerlegt. Kann es sein, dass du bewusst lügst? 

Antwort
von Jordh, 100

Der einzige Grund ist die CDU, die sich dagegen stellt...

Antwort
von nowka20, 11

dagegen spricht der fanatismus und das haften an überkommenen traditionen

Antwort
von xo0ox, 114

In meinen Augen keinen.

Antwort
von dieMasterin, 199

Ja das weiss ich auch nicht. Vllt sind manche Länder in dieser hinsicht einfach koservativ

Antwort
von Whitekliffs, 67

Und warum genau soll es unbedingt EHE heissen? 

Antwort
von Kampfsport15, 60

Die Ehe ist für mich eine Sache zwischen Mann und Frau

Antwort
von omikron, 157

Was verstehst du unter "Öffnung"?

Die Ehe stellt(e) den Fortbestand des Staates sicher, weil dort Kinder geboren wurden. "Ehen" homosexueller Paare genießen das Privileg, neues Leben schaffen zu können, von Natur aus nicht. 

Deshalb hat der Staat die Ehe gefördert und andere Lebensgemeinschaften nicht. Allerdings tut man gegenwärtig alles dafür, die Ehe in die Bedeutungslosigkeit zu verbannen. Aber dann stellt sich die Frage noch grundsätzlicher, nicht nur nach einer Öffnung der Ehe, sondern wieso überhaupt noch Ehe?

Kommentar von scorpion87 ,

Wäre die Ehe tatsächlich für den Fortbestand des Staates gedacht, dann würde man konsequenterweise sterilen Menschen die Ehe verbieten, Kinderlose Ehen nach spätestens 5 Jahren zwangsauflösen und Frauen nach den Wechseljahren ebenso das Recht nehmen zu heiraten. Solange dies nicht geschieht sehe ich auch nicht ein, warum Homosexuelle als einzige der genannten Gruppen ausgeschlossen werden. Das entspricht dann nämlich exakt der Definition von Diskriminierung.

Außerdem geht es bei der Ehe auch um gegenseitige Absicherung und Verantwortung. Der Staat hat etwas davon, wenn 2 Menschen füreinander Verantwortung übernehmen, dann dann ist der Staat weniger in der Pflicht.

Man kann sich nicht hinstellen, behaupten die Ehe sei als Brutstätte der Nation gedacht, und dann aber in der Konsequenz nur Homosexuellen die Ehe verbieten, und allen anderen die genausowenig Nachkommen zeugen können, die Ehe ermöglichen. 

Und die Zeiten wo die Ehe als Institution zur Volksreproduktion gesehen wird, sind ja zum Glück vorbei.

Kommentar von DerBuddha ,

Die Ehe stellt(e) den Fortbestand des Staates sicher, weil dort Kinder geboren wurden.

das ist doch blödsinn, eine ehe ist ein bund zwischen zwei sich liebenden menschen, mehr nicht und jede andere art von bezeichnung oder deutung ist immer nur die meinung des jenigen selbst...........

und wenn menschen sich lieben, egal welchen geschlechts, ist es völlig legitim und die alleinige entscheidung der beiden, wenn sie einen bund eingehen wollen.............alles andere ist nur einmischung und bevormundung von altem und verstaubten denken............1+1 bleibt nun mal 2 egal wie intolerante und religiöse menschen das sehen wollen................amen.............*g*

Kommentar von Viktor1 ,
das ist doch blödsinn, eine ehe ist ein bund 
zwischen zwei sich liebenden menschen, mehr
nicht.......
...alles andere ist nur einmischung

Wenn dem nur so ist, dann ist es auch Privatsache  und jedes Bestreben nach staatlicher Anerkennung oder gesellschaftlicher Aufwertung - noch per Gesetz ! - völliger Blödsinn, gewollte Einmischung ?
Entweder es ist privat - dann s.vor - oder es gibt ein gesellschaftliches  Interesse an der Förderung dieser Gemeinschaft, dann sollte der Beleg erbracht werden, warum eine Homoehe (private Liebesgemeinschaft) förderungswürdig wäre.
Erweitert - warum nicht drei Homosexuelle als Ehe anerkennen oder mehrere Frauen + ein Mann oder andere Mehrfachkombinationen ?
Warum nicht, wenn drei oder mehrere Menschen sich quer Beet lieben ?
Merkst du wie daneben deine Argumentation ist

Kommentar von AalFred2 ,

Du plädierst also für die Abschaffung der Ehe staatlicherseits, da es kein gesellschaftliches Interesse daran gibt. Habe ich dich da richtig verstanden?

Kommentar von Viktor1 ,

Ich plädiere erst mal für garnichts, sondern habe nur eine bescheuerte Argumentation hinterfragt.
Andererseits ist es eine Tatsache, daß  funktionierende Familien die Gesellschaft stabilisieren und die besten "Orte" für das Wohlergehen und "Gedeihen" unserer Kinder sind und zwar um ein vielfaches mehr, als alle "Finanzierungsprogramme" mit immer mehr  Geld für Kinder hier und da.
Die generelle Stützung dieser Orte (Gemeinschaften) ist deshalb von Interesse für die Gesellschaft und entspricht auch unserem normalen Gerechtigkeitsempfinden.
Die Stützung und "Aufwertung" von Liebesgemeinschaften,  welche sehr wohl eben erst mal privat sind und uns  nichts an gehen, kann nicht nicht Aufgabe der Gesellschaft, des Staates sein.
Der Hinweis, daß es ja auch "unfruchtbare" Ehen gäbe - wie auch bei Homosexuellen - greift nicht. Letztere könnten "Kinderaufzucht" nur
konstruiert betreiben, gegen die Befindlichkeit der Gesellschaft oder die Natur. Es gibt also nicht den geringsten Handlungsbedarf letztere zu finanzieren oder ihr privates "Kinderhobby" zu fördern.

Kommentar von AalFred2 ,

OMG. Jetzt wirst du aber völlig abstrus. Mit funktionierenden Familien hat eine Ehe nun mal so gar nichts zu tun. Insofern taugt das Instrument Ehe auch nicht zur Stützung dieser Gemeinschaften. Also gibt es keinen Grund, dieses Instrument bezent beizubehalten oder, wenn man es beibehält, es auf Mann und Frau zu beschränken.

Warum gibt es denn aus deiner Sicht einen Grund, kinderlose Ehen zu finanzieren, wenn man es doch nicht vergleichen kann?

Warum sind Kinder bei Homosexuellen ein Hobby und bei Heterosexuellen eine Stabilisierung der Gesellschaft?

Kommentar von rluechin ,

Nun, die Frage war doch: Was spricht gegen die Öffnung der Ehe für andere Paare als einen Mann und eine Frau. Die Frage war nicht, findest du das gut oder macht den (aus gewisser Sicht mutmasslichen) Homophoben nieder. Es war auch nicht stellt eine Schimpftirade auf Gläubige und Kirchen auf.

Man muss festhalten, dass der logisch erkennbare Grund, weshalb es eine staatliche Institution Ehe nur für Mann und Frau gibt (nebst noch einigen homophoben ewiggestrigen etc.) der in dieser Antwort ist. Man erkennt eine Gemeinschaft eines Mannes und einer Frau als Keimzelle der Gesellschaft an, in der Fortpflanzung und Erziehung stattfindet. Diese schütz, fördert oder einfach gründsätzlich behandelt man anders als Individuen. Voraussetzung dafür ist bei den Vertretern dieser Ideologie grundsätzlich die theoretisch mögliche Fortpflanzung und ein historisch gewachsenes Bild einer Zweierbeziehung als stabilstes Modell.

Dies behandelt Ehe als rechtliches Modell.

Grundsätzlich kann ja jeder eine Feier machen und sich jetzt als in Ehe lebend bezeichnen, es ist einfach nicht rechtlich/staatlich (oder Kirchlich oder von gewissen anderen Personen oder Personengruppen) anerkannt.

Vertreter dieser Ideologie sagen dann, dass wenn die Ehe als solche Form nicht mehr Daseinsberechtigung hat - kann man sie als staatliches Konstrukt gänzlich abschaffen. Dann könnten jegliche Personen Eltern und/oder Vormundschaft für Kinder übernehmen. Gegenseitige Absicherung wird vertraglich geregelt und wer wen wie heiratet sollen die Privatpersonen, Kirchen oder Gemeinschaften selber regeln, der Staat interessiert sich dafür nicht.

Meine persönliche Meinung ist, dass ich zwar als Optimalfall leibliche Eltern in einer stabilen Ehe sehe, allerdings mittlerweile die Ehe für alle öffnen würde. Wichtigster Punkt wäre als nächstes die Legalisierung der Stiefkindadoption in gleichgeschlechtlichen Ehen/eingetragenen Partnerschaften, da hier faktisch vorhandene Lebensmodelle keine rechtliche Grundlage haben (die Kinder!). Eine generelle Adoption für gleichgeschlechtliche Paare sollte man imho nicht verbieten, da das Gesetz keinen Optimalfall zu definieren hat, sondern einen Mindeststandard. Und wenn Alleinerziehenden keine Kinder weggenommen werden müssen, dann kann man imho nicht logisch gegen Adoption von gleichgeschlechtlichen Paaren sein, ausser man attestiert denen generell Schwächen (was in meinen Augen homophob und nicht haltbar ist).

Kommentar von Lennister ,

Die Ehe stellt(e) den Fortbestand des Staates sicher, weil dort Kinder geboren wurden

Ehe garantiert keine Kinder und für Kinder braucht es keine Ehe. Diese "Ehedefinition" ist also offensichtlich verfehlt. Denn warum dürfen dann z.B. Zeugungsunfähige oder Menschen, die nicht vorhaben, Kinder zu zeugen, heiraten?

Fördernswert ist die Ehe wegen der Werte, die darin gelebt werden. Für diese Werte ist das Geschlecht der Partner aber unerheblich.

Kommentar von Zeigefingerr ,

@Viktor1 sehr kluge Argumente. Von den Rest liest man nur diesen Schwachsinn weil sie so modern und tolerant sind diese läute haben keine eigene Meinung, nur eine gemeinsame tolerante Meinung, nur nicht anecken man könnt sich weh tun.

Kommentar von AalFred2 ,

Keines der Argumente von Viktor ist klug. Sie sind in sich auch völlig unstimmig, wie ich ja belegt habe. Dararufhin hat Viktor dann ja auch komischerwesie nichts mehr gesagt.

Antwort
von AnniWied, 174

Ich denke mal das ein großer Teil da auch die Bibel spielt..

Sie halten sich nicht an die Regeln der Bibel aber bei sowas dann stur sein...schrecklich :/

Antwort
von meinerede, 144

Erklär´mal, was Du genau darunter verstehst!?

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