Frage von bayern011 16.08.2010

Was spricht für Kolonien in Afrika (1900) und was dagegen?

  • Hilfreichste Antwort von riara 16.08.2010
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Zum Anfang sprach alles dafuer, wie ja auch die Entdeckungsreise des Columbus eigentlich das Ziel hatte Indien zu entdecken, spaeter dachte man dann in Tonnen von Gold...

    Afrika wurde z.B. bereits im 16.Jh. von den Portugiesen umschifft, der Preussische Kurfuerst baute im heutigen Ghana bereits 1683 eine Niederlassung im pommerischen Stil, die sein Sohn aber rund 30 Jahre spaeter an die Hollaender verscherbelte...

    Der Grund fuer die Kolonialisierung waren am Anfang in erster Linie Sklaven, spaeter - als man ins Landesinnere vorstiess - fing man an Rohstoffe auszubeuten und Landwirtschaftliche Monokulturen anzupflanzen (Baumwolle, Tee, Kaffee, e.t.c.). Der eigentliche Vorstoss erfolgte im 19. Jh. im Zuge des Nationalismus war es wichtig moeglichst viel Land zu besitzen, die Briten, Franzosen und Portugiesen erbeuteten dabei Land was z.T. mehr als 100x groesser war als Ihr Staatsgebiet.

    Fuer einige haben sich die Kolonien gelohnt, der belgische Koenig presste alles was ging aus dem Kongo, auf Kosten von rund 10 Millionen Einwohnern. Bei seinem Ausstieg forderte er vom belgischen Staat eine Abfindung. Sicher sind auch einige britische, deutsche oder franzoesiche Haendler reich geworden, fuer die Staaten war es i.d.R. ein Verlustgeschaeft, weshalb sich z.B. Bismark als Antikolonist bezeichnete.

    Die Frage ob es gut fuer die Kolonien war, ist sicher nicht so leicht zu beantworten, viele vormals kolonisierte Staaten verdanken Ihre Landesgrenzen, Verwaltungen und sogar Ihre Landessprache den Kolonialherren, dafuer schulden sie den Kolonialmaechten sicher keinen Dank aber es hatte Vorteile.

    Die Nachteile sind auch nicht ohne. Man zerstoerte die lokale Kultur und redete den Eingeborenen ein sie waeren Menschen zweiter (oder dritter) Klasse, was viele nach Jahrzehnten der Unterdrueckung auch glaubten und woran noch heute viele Gesellschaften der 3. Welt leiden. Ausserdem war die Kolonialwirtschaft auf Monokulturen und eine Exportwirtschaft fiziert, die lokalen Bedarf und regionale Absatzmaerkte aussen vor liessen. Einige Maechte wie z.B. Portugal rissen bei Ihrem Abzug aus Angola und Mosambik selbst die Telefonleitungen und Rohre aus den Waenden, oder gossen die Kanalisation mit Beton zu...

    Schoen war es sicher nicht kolonisiert zu sein, aber es ist ein Fehler - vor allem in Afrika - alles schlechte dem Kolonialismus anzuhaengen, bzw. ist es eine billige Ausrede...:-)

  • Antwort von KingM4x 16.08.2010
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Pro:

    -Wirtschaftlicher Aufschwung (Steuern, Rohstoffe..)

    -Strategischer Stützpunkt

    -Neue Handelswege

    Contra:

    -Gefahr der Ausbeutung

    -leicht angreifbar

    -erhöhte Rivalitäts-Gefahr (mögl. Angriff)

    -Politische Instabilität

  • Antwort von Ingwer 17.08.2010

    In unserer heutigen Zeit spricht nichts mehr für Kolonialismus. Aber wahrscheinlich meinst Du, ob dieser früher auch vielleicht sinnvoll war. Nein, war er nicht, denn er hat dazu geführt, dass zusätzlich zum afrikanischen "Tribalismus" - die Überbewertung des Stammes zum Nachteil anderer Stämme - noch unser europäischer Nationalismus zu noch mehr Trennung und Uneinigkeit geführt hat. Es war ja ein Wettkampf in Europa, welches Land es schaffte, die meisten Kolonien unter seine Herrschaft zu kriegen. Wären die Europäischen Nationen damals nicht so zerstritten untereinander gewesen und hätten sie zusätzlich zum eigene Wohl auch das Wohl der afrikanischen Menschen bedacht, hätten sie sich als "Lehrer" verstanden in Sachen Medizin, Technologie, Naturwissenschaften, Organisation und Verwaltung usw., dann vielleicht wäre es heute nicht so schlecht bestellt um Afrika.

Diese Frage und Antworten teilen:

Verwandte Fragen


Verwandte Tipps

Fragen Sie die Community –

anonym und kostenlos!