Frage von radionrw, 5

Was spricht eigentlich für den Tourismus in Entwicklungsländern und was dagegen?

Antwort
von zehnvorzwei, 3

Hei, radionrw, theoretisch bringt der Tourismus Geld ins Land und schafft Arbeitsplätze, fördert die Infrastruktur, etwa durch neuen Straßen und neue Wohnviertel (die für die Touris ordentlich aussehen sollen), ggf. sogar Krankenhaus (den Touris soll´s an nichts fehlen) sowie beispielsweise eine Hotelschule (damit das Personal sich ordentlich benehmen kann gegenüber dem zahlenden Gast).

Praktisch sacken auswärtige Investoren das Geld ein, das die Touris mitbringen; die Löhne sind hungerwürdig niedrig - - und neuerdings nimmt das all-inklusiv-Geschäft auch den umliegenden Teestuben, Kneipen, Suppenküchen, Lädchen, Handwerkern die letzte Chance zum Geldverdienen.

Der Gewinn für Touris und Einheimische kann sein, dass sie gegenseitig lernen, die andere Lebensart, das andere Verständnis von Umwelt, Mode, Geschmack, Essen ... und vielleicht in Entwicklungsländern so etwas wie Ansporn entstehen könnte, sich aus dem eigenen Elend herauszuziehen und ein bisschen mehr am Fortschritt zu arbeiten.

Leider aber betreibt der Tourismus eine neue Art von Kolonisation: Die Eingeborenen werden dank des Touri-Geldes in Abhängigkeit gehalten und verrichten de facto Fronarbeit.  Weiteres Problem: Die Umweltzerstörung der Küsten durch Hotelbauten, Badestrände, Menschenmassen, Raubbau an den natürlichen Ressourcen wie Trinkwasser, Zerstörung jahrhundertealter Kultur und hunderte von Jahre alten Fischerdörfern...

Etc-etc. Grüße!

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