Frage von Funmichi, 80

Was spricht dagegen im kapitalismus hohes vermögen der allgemeinheit zuzusprechen aber die verwaltung trotzdem dem der es erwirtschaftet hat?

Antwort
von voayager, 31

Das ist ja die Hochzeit des Papstes gewissermaßen, die Quadratur des Kreises noch dazu. Nach deiner Version würde so der Kapitalismus gewissermaßen auf den Kopf gestellt, nämlich private Aneignung der Produktionsmittel zwecks Profitmaximierung, nur mit dem Unterschied, das nun die privaten Anteilseigner leer ausgehen.

Es ist doch aber die Hauptaufgabe im kapitalistischen System genau diese privaten Anteilseigner zufriedenzustellen, deren Wohl zu bedienen. Der Manager, also der Vorstand hat genau diese Aufgbe dem nachzukommen.

Welchen Sinn soll es machen, die Gewinne der Allgemeinheit zuzusprechen, wenn dennoch eine Privatheit der Betriebe besteht?

Ich kann mir allerdings vorstellen, dass eine sozialistische Marktwirtschaft dem bis zu einem gewissen Grad Rechnung trägt. Das gab es mal in Titos Jugoslawien. Sonderlich funktioniert hat es nicht, denn schließlich wanderten zahlreiche Arbeiter anfangs der 60-er Jahre nach Westdeutschland, Österreich und andere westl. Staaten aus. Die Gewinne erhielten übrigens dort nicht die Allgemeinheit, wohl aber die Belegschaft der Betriebe, also die Arbeiter und Angestellten.

Es ist möglich, dass deine Vorstellungen begrenzt in China praktiziert werden, das wäre eigentlich nur dort vorstellbar. Das Reich der Mitte kennt beide Betriebsformen, nämlich Staatsfirmen als auch Privatbetriebe. Es gibt in diesem Land aber auch Millionäre und auch etliche Milliardäre. Daher bin ich skeptisch, ob die dortigen Privatbetriebe ihre Gewinne an die Allgemeinheit ausschütten.

Zu guter Letzt gab es in Schweden unter Olaf Palme ein Gesellschaftssystem, in dem die Gewinne stark besteuert wurden, hinauf bis zu 80%. Ich vermute mal, dass Palmes Modell dem Deinigen am nächsten kommt.

Es darf hinzugefügt werden, dass kein einziges kapitalistisches Land so sozial war wie Schweden zu Palmes Regierungszeit. Nirgendwo in der Welt war der Wohlstand so breit gestreut wie gerade dort. Bis jetzt ist mir noch nicht klar, warum dort dieser spezielle linke Sozialdemokratismus wie das dortige Knäckebrot später vertrocknete.

Funmichi, du hast mich jetzt auf was gwehobwen, ich werde da mal recherchieren - hab Dank für deine Frage!

Kommentar von Pr1nzAlbert ,

Es darf hinzugefügt werden, dass kein einziges kapitalistisches Land so
sozial war wie Schweden zu Palmes Regierungszeit. Nirgendwo in der Welt
war der Wohlstand so breit gestreut wie gerade dort. Bis jetzt ist mir
noch nicht klar,
warum dort dieser spezielle linke Sozialdemokratismus
wie das dortige Knäckebrot später vertrocknete.

Weil irgendwann jede Party zuende geht, wenn alles ausgetrunken ist. Sozialistische Experimente mit Wohltaten für alle funktionieren immer nur so lange wie das Geld anderer Leute dafür ausreicht.

Kommentar von voayager ,

Das ist mir jetzt zu allgemein gehalten, man sollte mal die Ursachen für die Kehrtwende in Schweden analysieren, sonst gerät alles ins bloße Fabulieren.

Kommentar von MrMcSauerkraut ,

Die chinesische Regierung verfolgt ein perfides Hybrid aus reaktionärem, diktatorischem Sozialismus und Hochdruckkapitalismus. Das kann nicht das Ziel sein. Deshalb hast Du recht, wenn Du schreibst, dass besagte Vorstellungen des Fragestellers dort nur bedingt praktiziert werden.

Zu Jugoslawien möchte ich hinzufügen, dass es diese Einwanderungswelle womöglich nicht gegeben hätte, wenn in Deutschland ähnliche sozialistische Elemente eingeführt worden wären. So wäre kein Anreiz gegeben, dem eigenen egoistischen Streben nach Wohlstand zu folgen.

Es ist nun mal leichter, einfach seinen Gelüsten zu folgen, als Zusammenhalt zu etablieren, der nur nachhaltig funktioniert, wenn jeder im gleichen Maße für sich selbst reflektiert Abstriche macht.

Diese Tatsache führt in den Kapitalismus.

Von Olaf Palme hatte ich bisher noch nichts gehört. Den Namen werde ich mir aber merken. Danke! :-)



Kommentar von voayager ,

Leider fiel Olaf Palme einem Attentät/er zum Opfer.

Antwort
von MrMcSauerkraut, 5

Kapitalismus ist ein Wirtschaftssystem, das auf Wohlstand durch Privateigentum setzt. Wenn man nun den eingenommenen Gewinn, also das Privateigentum der Bourgeoisie dem Staat zuführt, ginge ein wesentliches Element des Kapitalismus verloren, was in etatistische (etastisch = etwas wird vom Staat gesteuert und kontrolliert) Richtung führen würde. Der Etatismus ist zentraler Bestandteil des Sozialismus. Dein Vorschlag hat mir Kapitalismus also nichts mehr am Hut.


Jetzt ist es wichtig, zu erkennen, welche Motivation hinter so einem Vorhaben steckt. Manche sehen das Ganze als Enteignung, als Nichtwürdigung der eigenen Leistung, an. Der Staat möchte sich an dem, was Bürger geleistet haben, bereichern. Dieses Recht spricht er sich selbst zu, weil er meint, dazu autorisiert zu sein.

Das ist so in der DDR geschehen, sicherlich keine soziale, sozialistische Vorgehensweise.

Kritikern des Kapitalismus zufolge ist Wohlstand allerdings nur
einer kleinen Gruppe vorbehalten (die Bourgeoisie, nach Karl Marx). Wenn nun also der Gewinn der Bourgeoisie progressiv (also immer stärker ansteigend) zunimmt, bleibt die Arbeiterklasse (ebenfalls nach Karl Marx) auf der Strecke. Dieser progressiv steigende Gewinn ist an degressiv (also immer stärker sinkend) fallende Löhne geknüpft. Hieraus ergibt sich eine progressiv ansteigende Macht der Bourgeoisie. Dem grundlegenden Sozialismus zufolge gilt es hier einen Ausgleich zu schaffen, um eine hinsichtlich der Macht homogenere Gesellschaft zu formen. Und hier liegt der Hase im Pfeffer. Denn dieses Vorhaben ist rechtschaffen und unterliegt, echten Befürwortern des Sozialismus einer guten Motivation. So etwas kann man als gerecht empfinden, wenn man mal bedenkt, dass die gigantische Unternehmen auf üble, nicht gerechtgertigte Weise ihre wirtschaftliche Macht ausnutzen.

Hier greift der Staat als Autorität ein. Die Frage ist nun aber: Wer kontrolliert den Staat und bewahrt ihn davor, wiederum sich selbst zu bereichern? Das sollten wiederum die Bürger tun, indem sie aufmerksam beobachten, was der Staat tut und ob er rechtschaffen handelt.

Weltweit gibt es relativ wenige Länder, in denen solch eine Politik jemals erfolgreich, also sozial gerecht, umgesetzt wurde. In Chile gab es bis 1973, als Salvadore Allende mutmaßlich von den Amerikanern gestürzt wurde, ein sozialistisches System, das eventuell rechtschaffene
und sozialistische Ziele verfolgt hätte, zumindest war so der Plan.

Du darfst diesen Text als Befürwortung des rechtschaffenen Sozialismus meinerseits verstehen. :-)






Antwort
von thetee99, 31

Wie meinst du das genau? Das sich die Allgemeinheit quasi aus einem gemeinsamen, großen Geldtopf finanzieren, die Verwaltung bzw. Vergabe der Gelder aber durch den, der die Geldsumme erwirtschaftet hat?

Denkst du dabei an die ominösen 1% der Superreichen Weltbevölkerung, denen so etwa 99% des weltweiten Geldes gehören?

Ich denke nicht das diese 1% interesse daran hätten, wenn jeder Mensch auf der Welt davon profitieren könnte, denn es ist ein Druckmittel, damit unser ganzes Wirtschaftssystem funktioniert, Arbeitsleistung gegen Geld.

Antwort
von wfwbinder, 12

Also, wen ich es Recht verstehe, wenn ich (nur mal angenommen) 10 Mio. erarbeitet hätte, würdest Du mir 9 Mio. davon wegnehmen wollen und zum Dank soll ich dann auch noch die 9 Millionen für den Staat, oder welche Institution auch immer verwalten.

Was würde ich dafür bekommen?

Entschuldige, aber wenn Du so ein Gesetz machen würdest, dann würde ich aber sofort aus "D" abhauen, damit ich die zweiten 10 M. die ich mir erarbeite auch behalten kann.

Antwort
von Mignon4, 36

Nichts - es hängt immer von den Umständen ab und kann folglich von Fall zu Fall gut oder nicht so gut sein.

Antwort
von zahlenguide, 33

es gab schon gute Gehälter im Kapitalismus. Aber seit dem die SPD, der linke Flügel der CDU und die Grünen eine Bürokratiewelle nach der anderen verabschieden, teure Bauprojekte nach dem nächsten starten, die Sozialsysteme nicht verbessern und ein sehr merkwürdiges Verständnis von "Reformen" haben... usw. läuft es irgendwie nicht so an der Lohnfront.

In China steigen die Gehälter dagegen, in Indien auch...

Antwort
von ThomasNiemt, 43

Die Tatsache, dass es niemanden mehr geben wird, der sich ein hohes Vermögen erwirtschaftet, wenn er weiß, er arbeitet nicht nur für sich, sondern für so ziemlich alle anderen mit.

Kommentar von Funmichi ,

Das nennt man dann egoismus spricht gegen unsere natur und sollte nicht tolleriert werden. Damit meine ich das verhalten und nicht der mensch. Dieser sollte belehrt werden.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

du wirst wenig Menschen finden, die Vermögen verwalten werden, dass anderen zugesprochen ist ....

ein kleiner Fehler und der Verwalter hat die A....Karte gezogen ...

was soll daran Egoismus sein?

Kommentar von ThomasNiemt ,

Wenn Du keinen Egoismus hast, dann erwarte ich, dass Du Deinen Computer verschenkst, alles, was Du besitzt, in treuhänderische Verwaltung übergibst und keinerlei Geld von Dritten annimmst, denn das wäre egoistisch, schließlich nimmst Du es anderen weg.

Antwort
von alexklusiv, 43

Nichts spricht dagegen, das ist es ja gerade...

Antwort
von Andretta, 18

Bislang darf die Allgemeinheit leider nur an den Schulden partizipieren: Bei den ganzen Finanzkrisen.

Die Gewinne landen landen dann aber leider wieder woanders.

Antwort
von martinzuhause, 26

das wird doch über steuern gemacht.

Kommentar von Andretta ,

Die von Ikea? Null Steuern, sorry. Oder Starbucks? Ach nee, auch nicht. Amazon! Mist, wieder nix.  Ich hab's, die ganzen Banken aber. Oh shit, ich vergaß, Finanztransaktionssteuern gibt's ja auch nicht. Wer zahlt sie denn bloß, unsere ganzen Steuern? Doch wohl nicht vor allem der Mittelstand?


Kommentar von martinzuhause ,

jeder nutzt die gesetze aus die gelten. das macht auch der einfache angestellte. kaum einer zahlt mehr steuern als er muss.

wie viele der von dir genannten haben ihren hauptsitz denn in deutschland??

Kommentar von MrMcSauerkraut ,

jeder nutzt die gesetze aus die gelten. das macht auch der einfache angestellte.

Viele vermeiden Steuer, jeder in seinem möglichen Rahmen. Das heißt, Angestellte im kleinen Rahmen und Unternehmen, je größer desto mehr, um großen Stil.

Und die Tatsache, dass "jeder" das tut, rechtfertigt Steuervermeidung? Ich finde nicht.

Ganz nebenbei sind Gesetze nicht dazu da, um sie zu umgehen, sondern um sie mit guten Gewissen zu beachten.

wie viele der von dir genannten haben ihren hauptsitz denn in deutschland??

Nur weil die genannten Unternehmen ihren Sitz nicht in Deutschland haben, entbindet sie das nicht von ihrer Pflicht, hier Steuern zu zahlen.

Kommentar von martinzuhause ,

"nur" weil sie ihren sitz nicht in deutschland haben entbindet sie das in vielen fällen schon davon in deutschland steuern zu zahlen.

Kommentar von MrMcSauerkraut ,

Mit der Antwort bestärkst Du doch nur meine Argumentation. Wenn Du schreibst, dass Unternehmen in vielen Fällen von ihrer Steuerpflicht entbunden sind, bedeutet das ja zwangsläufig, dass das nicht immer der Fall ist.

Durch Abkommen, die Doppelbesteuerung (also wenn Steuern in zwei Ländern zu bezahlen, falls das Unternehmen international agiert) zu vermeiden sollen, sind Unternehmen in der Tat nicht verpflichtet bestimmte Steuern zu zahlen. Ich habe mich nicht eingehend damit befasst, wie das genau abläuft.

Aber das Unternehmen, die ihren Sitz nicht in Deutschland haben, in Deutschland Steuern illegalerweise vermeiden, liegt auf der Hand.

Das betrifft sowohl internationale Unternehmen, die in Deutschland aktiv sind als auch deutsche Unternehmen, die international aktiv sind und ihren Gewinn teilweise auch in Deutschland versteuern müssten. Ebenso mit im Boot der Steuervermeidung sind hochrangige Politiker und Banken aus aller Welt.

Das geht klar aus den "Panama Papers" hervor.

Es ist doch klar, dass in der Wirtschaft gepfuscht wird -  und das auf das Übelste.

Antwort
von JoyDivision11, 39

Könntest du deine Frage bitte etwas verständlicher stellen?

Antwort
von archibaldesel, 35

Sowas gibt es. Man nennt es Stiftung.

Kommentar von Pr1nzAlbert ,

Stiftung beruht auf Freiwilligkeit, Sozialismus und Umverteilung hingegen beruhen auf Diebstahl und Raub.

Kommentar von archibaldesel ,

Natürlich, an welcher Stelle der Frage liest du, es es nicht um Freiwilligkeit geht?

Kommentar von Andretta ,

Und wie nennt man die unfreiwillige Umverteilung von unten nach oben?

Kommentar von archibaldesel ,

Enteignung

Kommentar von MrMcSauerkraut ,

Menschen werden ihrer Menschlichkeit beraubt, und die Bourgeoisie fühlt sich ihrer Millionen beraubt.

Ich finde das arrogant und ignorant.

Kommentar von martinzuhause ,

"Menschen werden ihrer Menschlichkeit beraubt, und die Bourgeoisie fühlt sich ihrer Millionen beraubt."

das sollte geändert werden. jeder sollte verpflichtet werden zu arbeiten wenn er geld von anderen bekommt - wenn er körperlich dazu in der lage ist.

Kommentar von MrMcSauerkraut ,

Tut mir leid, aber ich werde aus Deinem Kommentar nicht schlau. Was sollte Deiner Meinung nach geändert werden?

Kommentar von Andretta ,

Stiftungen sind leider vielfach reine Steuervermeidungsmodelle.

Kommentar von archibaldesel ,

Naja, üblicherweise ist eine Stiftung so konstruiert, dass das Kapital in die Stiftung eingebracht wird und die Erträge aus dem Kapital einem gemeinnützigen Zweck zukommen. Diese Erträge sind zwar steuerbegünstigt oder steuerbefreit, fließen aber ja auch dem Stifter nicht zu. Insofern finde ich, dass es eine gewisse Logik hat, dass der Stifter keine Steuern zahlt. Das ist aber die klassische gemeinnützige Stiftung.

Wenn man hingegen in der Schweiz oder Lichtenstein eine Stiftung gründet, die Unternehmensanteile verwaltet, ist das ein ganz anderes Paar Schuhe und hat nichts mit  einer gemeinnützigen Stiftung zu tun. Hier geht es in der Tat um Steuervermeidung.

Eine vorbildliche Stiftung ist in meinen Augen die "Bill & Melinda Gates Foundation" mit einem Stiftungsvermögen i. H. v. 43 Mrd. USD. Hier ist genau das passiert, was der FS beschrieben hat. Persönliches Vermögen wurde eingebracht, wird von den Stiftern weiterhin verwaltet und kommt Bedürftigen zu.

Kommentar von MrMcSauerkraut ,

Ich habe in einer anderen Frage auch an genau dieser Stiftung kein gute Haar gelassen. Nachdem ich aber mal rechechiert habe, kam ich zu dem Ergebnis, das diese Stiftung in der Tat vorbildlich ist, wobei man auch sagen muss, dass Herr Gates nicht aufs Ganze geht und sein gesamtes Vermögen hineinsteckt.

Das wäre allerdings auch viel verlangt. Ich möchte von anderen immer nur so viel verlangen, wie ich auch unter den gleichen Bedingungen hinstecken würde. Deshalb habe ich vor Herr und Frau Gates einen gehörigen Respekt.

Allgemein kann man allerdings bei Stiftungen, nicht darauf hoffen, dass sie gegründet werden, geschweige denn dass sie ihren Zweck erfüllen. Um Menschen ein Mindestmaß an Wohlstand zukommen zu lassen, bedarf es meiner Meinung nach einer gesetzlich geregelten Einkommensumverteilung, da so die unmoralisch erworbenen Gelder Wohlhabender wieder dorthin gelangen, wo sie am meisten benötigt werden. So wird eine ausgeglichene Gesellschaft gewährleistet.

Antwort
von Pr1nzAlbert, 16

Das nennt man Sozialismus alter Prägung. Das hat es in der DDR gegeben. Privatbetriebe mit mehr als 10 Angestellten wurden 1971 einfach per Beschluss enteignet und ins "Volkseigentum" überführt. Die Eigentümer der Firmen durfen danach gnädigerweise in ihrem eigenen Betrieb als Direktor unter Aufsicht der Parteileitung für ein bescheidenes staatliches Gehalt weiterarbeiten.

Das Ergebnis ist bekannt. Der Mangel an Konsumgütern wurde damit nur noch verstärkt.

Vereinfacht gesagt ist deine Idee nichts weiter als eine ideologisch verpackte Form von Diebstahl.

Kommentar von Andretta ,

Beim Kapitalismus neuer Prägung kriegen wir immerhin das Minus ab. Stichwort Finanzcrash. Vergessen nur alle immer gerne schnell. Auch von den sog. externen Kosten eines Betriebes will meist keiner was wissen. Das sind z.B. Kosten für Umweltmaßnahmen, die nicht in die Preisbildung einfließen, und auf der die Allgemeinheit sitzen bleibt, nachdem die Party des dicken Reibachs vorbei ist. Und der Reibach? Der hüpft munter durch irgendwelche Steuerparadiese. Oder wettet bei Eurex auf den Verfall der Staaten, die er gerade noch so munter ausgesaugt hat. Mit Heeren von Mindestlöhnern, die nach einem kompletten Arbeitsleben noch nicht einmal auf eine Mindestrente kommen. Aber macht ja nix. Zahlt ja auch die Allgemeinheit. Hauptsache, der dicke Reibach wird nicht gestört. Denn das, das wär' ja Diebstahl.

Kommentar von Pr1nzAlbert ,

Externe Kosten nicht dem Verursacher in Rechnung zu stellen sondern stattdessen die Kosten dem Steuerzahler überzuhelfen ist auch nichts anderes als eine Umverteilung von Steuergeld, also Diebstahl, Enteignung des Steuerzahlers.

Ist für die Politiker auch viel bequemer in die Steuerkasse zu greifen, als multinationale Konzerne nach dem Verursacherprinzip abzukassieren, denn die drohen sofort damit, Arbeitsplätze abzubauen. Und das könnte ja Wählerstimmen kosten.

Das ist ein Teil des gleichen Problems das da heißt staatliche Einmischung ins Privateigentum der Bürger. Weil der "Kapitalismus neuer Prägung" wie du ihn nennst nämlich nur mit dem sozialistischen Hauptelement, der Umverteilung durch den Staat funktioniert.

Kommentar von MrMcSauerkraut ,

Externe Kosten nicht dem Verursacher in Rechnung zu stellen sondern stattdessen die Kosten dem Steuerzahler überzuhelfen ist auch nichts anderes als eine Umverteilung von Steuergeld, also Diebstahl, Enteignung des Steuerzahlers.

Was hältst Du denn davon, wenn Unternehmen ihrer Steuerpflicht nicht nachkommen?

Oder wenn Unternehmen ihre Macht ausnutzen, um Löhne immer mehr zu drücken oder aufgrund niedrigere Kosten ihre Produktion ins Ausland verlagern, um dort Menschen unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten zu lassen.

Nun würde ich von Dir gerne mal wissen, ob wie Du diese Unternehmensstrategien gutheißen kannst? Meinst Du nicht, dass jemand diesem unfassbaren Wahnsinn Einhalt gebieten muss? Es wird immer vom Schröpfen gesprochen a la der Staat nimmt bringt uns um unseren Millionengewinn. Unternehmen bringen doch Millionen um einen anständigen Lohn. Was ist das denn für eine verdrehte Sichtweise?

Wußtest du daß im deutschen Kaiserreich der Spitzensteuersatz unter 5% lag? Und damals hatte jedes kleine Kaff seine Bahnhofsvorsteher, Postboten, Lehrer usw. die allesamt Beamte waren und der Staat hatte trotzdem bis zum Kriegsanfang keine nennenswerten Schulden.

Das ist immer eine sehr geschickte und häufig angewendete Argumentation. Nach dem Motto: "Seht doch nur, wie schlimm es früher war, und wie gut wir es heute haben" Die gesellschaftlichen Bedindungen von damals werden in Kontrast mit den heutigen gestellt, was die noch immer schlechten (und sogar schlechter werdenden) Bedingungen gut aussehenden lässt.

Außerdem: Das der Staat damals keine Schulden hatte, mag ja schön und gut sein. Das Volk hatte davon herzlich wenig, Kaiser Wilhelm II umso mehr...

Kommentar von Pr1nzAlbert ,


Das ist immer eine sehr geschickte und häufig angewendete Argumentation.
Nach dem Motto: "Seht doch nur, wie schlimm es früher war, und wie gut
wir es heute haben"

Das hast du aber total falsch verstanden. Wenn man früher nur 5% Spitzensteuersatz zahlte und heute fast 50%, was soll daran früher schlecht und heute besser sein? Genau andersherum ist es der Fall. Oder du gehörst nicht zu den Steuerzahlern, sondern zu denen die vom Steuergeld anderer leben, dann wäre dein Standpunkt allerdings nachvollziehbar.

Gerade wegen zu hoher steuerlicher Belastung und zu hoher Sozialabgaben gehen Firmen dorthin wo diese niedriger sind. Das liegt nicht an den bösen Unternehmen sondern am zu gierigen Staat. Das hat auch nichts mit "nicht nachkommen der Steuerpflicht" zu tun, sondern das ist deren freie Entscheidung, sich dort niederzulassen wo die Bedingungen günstiger sind.

Würde dem deutschen Arbeitnehmer nicht über 50% seines Lohnes als Steuern und Sozialabgaben abgezogen und in Fässer ohne Boden geworfen (Bankenrettung, Luxusbauten für Krankenversicherungen, Pharmalobby, kollabierendes Rentensystem, Mitversicherung im Ausland lebender Familien in der Türkei, Finanzierung illegaler Einwanderer und 100 Beispiele mehr für Milliarden Steuerverschwendung und Mißbrauch der Sozialkassen), dann wäre brutto annähernd gleich netto und jeder könnte genug selber davon für seine eigene Altersvorsorge sparen.







Kommentar von MrMcSauerkraut ,

Kurz gesagt: Du bist der Meinung, der Staat sei für das Dilemma vieler Armen verantwortlich, weil sie steuerlich zu sehr belastet.

Ich sage: Unternehmen, die ihre Profitgier bis ins Unendliche steigern, tragen die Hauptschuld. Der Staat, der Unternehmen hier in ihrem zügellosen Tun nicht beschränkt, trägt eine Teilschuld. Er ist nicht Übeltäter, er lässt gewähren.

Der Staat sollte allerdings eine Autoritätsrolle ausfüllen. Dieser Pflicht kommt er nicht nach. Das kann man mit vernachlässigter Aufsichtspflicht vergleichen. Damit eine Gesellschaft funktioniert bedarf es einer Autorität. Da sind wir und hoffentlich einig, oder? Diese Autorität wird im Idealfall von den Bürgern eingesetzt und bestätigt.


Gerade wegen zu hoher steuerlicher Belastung und zu hoher Sozialabgaben gehen Firmen dorthin wo diese niedriger sind.

Deshalb muss man auch dort (wo immer das sein mag) die Steuern für Unternehmen erhöhen. Die oberste Prämisse lautet: Die liberale Macht der Unternehmen muss eingedämmt werden. Dafür müssen allerdings Länder global an einem Strang ziehen. Das führt zu Wohlstand von jedermann. Dass das ein schwieriges Unterfangen ist, zeigt nur, wie tief die Karre im Dreck liegt.

Hinsichtlich meines Kommentars muss ich mich korrigieren:

Du siehst die Zeiten bis 1914 also aus politicher Sicht positiv und nicht, wie ich interpretiert, negativ. Wohlstand war Deiner Meinung nach gegeben. Und das begründest Du damit, dass der Spitzensteuersatz so niedrig war.

Habe ich das richtig dargestellt?

Das wäre meiner Meinung nach eine falsche Interpretation von Ursache und Wirkung. Die Ursache für Wohlstand war Deiner Meinung nach der niedrige Spitzensteuersatz. Ich sage, ein Minimum an Wohlstand war gegeben, trotz des niedrigen Spitzensteuersatzes.

Außerdem kann man diese Zeiten wohl kaum mit den heutigen vergleichen. Wohlhabenden, die Unternehmen leiten, bieten sich heute viel mehr und vielfältigere Möglichkeiten zur Profitgenerierung als vor hundert Jahren. Deswegen schlug sich der niedrige Spitzensteuersatz damals auch nicht so nieder. Trotzdem waren die Menschen arm, was einfach auf die damalige Monarchie zurückzuführen ist. Unter Wilhelm II sind Menschen zwar zu mehr Wohlstand gekommen, das lag aber sicher nicht am Steuersatz, sondern an zunehmend menschlicheren Arbeitsbedingungen.

Ich denke, Dir sagt der Begriff "Arbeitshaus" etwas?!

Kommentar von Pr1nzAlbert ,


Der Staat sollte allerdings eine Autoritätsrolle ausfüllen. Dieser
Pflicht kommt er nicht nach. Das kann man mit vernachlässigter
Aufsichtspflicht vergleichen. Damit eine Gesellschaft funktioniert
bedarf es einer Autorität. Da sind wir und hoffentlich einig, oder?

Nein absolut nicht. Ich bin ein Gegner autoritärer Staaten. Autoritär endet immer in der Versklavung der Menschen, egal ob man es Faschismus, Feudalismus, Kommunismus oder Sozialismus nennt. Ich bin ein Freund der Freiheit.

Ein guter Staat ist ein Nachtwächterstaat (google)  der sich aus allem heraushält und sich nur auf seine Kernaufgaben beschränkt die da wären Schutz des Territoriums und Sicherstellung von Recht und Ordnung und Schutz des Eigentums seiner Bürger. Aus der Wirtschaft hat er sich absolut herauszuhalten. Der Sozialstaat gehört abgeschafft.



Kommentar von MrMcSauerkraut ,

Deine Verwendung des Wortes Freiheit ist genauso fehlgeleitet wie von Joachim Gauck. Bei ihm und Dir ist das Wort eine leere Hülse.

Ich bin ein Freund der Freiheit.

Na dann frage Dich doch mal, ob Du noch immer frei wärst, wenn Dir finanzielle Mittel fehlen und Du immer knapsen musst, während sich Konzerne die Taschen vollstopfen. Nicht umsonst heißt es "Geld regiert die Welt". Damit diese Macht gerecht verteilt ist, muss der Staat eingreifen. Gesellschaftliches Miteinander kann nur funktionieren, wenn es gewisse grundsätzliche Regeln gibt. Alles andere endet in einem zügellosen Chaos a lá "Die letzten beißen die Hunde".

Außerdem gibt es einen Unterschied zwischen den Wörtern "autoritär" und "Autorität". Autorität bedarf der Anerkennung der Gesellschaft. Wenn diese dem Staat Autorität mittels Demokratie zuspricht, dann verleiht sie ihm das Recht, in politische Entscheidungsprozesse einzugreifen.

Einem autoritären - also diktatorischen - Staat wurde dieses Recht nicht zugesprochen, und von solch einem System war auch nie die Rede.

Kommentar von Pr1nzAlbert ,

Bitte mich nicht mit diesem Gauckler vergleichen.

Ja, man kann auch frei sein, ohne das ganz große Geld. Um mangelndes Geld auszugleichen bedarf es etwas Einfallsreichtum, Improvisationstalent und ein gesundes Maß an Bescheidenheit und festen Willen, aber es geht.

Frei ist zum Beispiel auch jemand, der autark auf seinem Grund und Boden seine eigenen Nahrungsmittel anbaut ohne daß ihm irgendjemand reinredet, Steuern verlangt oder sonstwie bevormundet. Funktioniert hierzulande nicht, aber es gibt noch Menschen die kaum Geld benötigen und trotzdem glücklicher und freier sind als viele Millionäre oder hochbezahlte Konzernsklaven.

Nicht umsonst heißt es "Geld regiert die Welt".

Das stimmt nur bedingt, manches kann man nicht mit Geld erwerben.

Damit diese Macht
gerecht verteilt ist, muss der Staat eingreifen.

Falsch. Das wäre Diebstahl. Das streben nur Kommunisten  und Schmarotzer an. Ein guter Staat muß nichts umverteilen.

Gesellschaftliches
Miteinander kann nur funktionieren, wenn es gewisse grundsätzliche
Regeln gibt.

Richtig. Dazu gehört aber auch der Schutz des privaten Eigentums vor fremdem (staatlichem) Zugriff

Kommentar von Pr1nzAlbert ,

Noch ein kleiner Nachtrag zu Steuerparadies und Umwelt. Steuerflucht entsteht immer dann, wenn ein Staat zu gierig ist. Bei einem Steuersatz von 10% würde sich kaum jemand Risiken und Mühen der Steuerhinterziehung aussetzen.

Wußtest du daß im deutschen Kaiserreich der Spitzensteuersatz unter 5% lag? Und damals hatte jedes kleine Kaff seine Bahnhofsvorsteher, Postboten, Lehrer usw. die allesamt Beamte waren und der Staat hatte trotzdem bis zum Kriegsanfang keine nennenswerten Schulden.

Nun zur Umwelt. Würdest du dein eigenes Land auf dem dein Gemüse wächst als Giftmülldeponie für Geld vermieten? Sicher nicht. Genausowenig würde dies ein umsichtiger König in seinem Reich gestatten, denn es ist sein Eigentum was er möglichst im Bestzustand erhalten und weiter vererben möchte. Politiker hingegen denken nur in Legislaturperioden und erliegen schnell der Bestechung, denn es ist ja nicht ihr Eigentum. Ein Grund mehr, privates Eigentum nicht zu vergemeinschaften oder zu verstaatlichen.



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