Frage von Nessa1213, 98

Was spricht dagegen den Regenwald (in großem Umfang) zu erhalten?

Hallo ihr Lieben, ja meine Frage ist richtig formuliert, ich suche Gründe, die gegen den Regenwalderhalt sprechen. Der Hintergrund ist folgender: ich schreibe eine Hausarbeit in dem Fach Ethik über den Schutz der Biodiversität, was ich am Fallbeispiel des Regenwaldverlustes erläutern möchte. Dafür sprechen natürlich zahlreiche Argumente. Allerdings würde ich ganz gerne auch die Argumente untersuchen, die sich für eine Rodung aussprechen um diese dann zu entkräften. Aber gibt es überhaupt Gegenargumente? Vielleicht weil wir so viel Rohstoffe nutzen und es ist schwer jetzt noch auf Alternativen umzusteigen? Ich würde mich über einige Quellen oder evtl. auch Publikationen freuen, da meine Recherche nur "Pro-Regenwald-Internetseiten" ausspuckt

Antwort
von voayager, 20

Es gibt kein einziges stichhaltiges Argument für die Rohdung des kostbaren Regenwaldes! Wer meint, dass so Menschen ein Auskommen beschert werde, denkt so weit wie ein Meerschweinchen kackt. Wer auch nur ein wenig Geographiekenntnisse besitzt, weiss doch ganz genau, dass die Böden der Regenwälder binnen weniger Jahre ausgelaugt sind, sie verterocknen, für Lanwirtschaft nicht mehr verwendbar sind. Auch wird es so zu erheblichen Klimaverschlechterungen kommen, denn der erforderliche Regen bleibt ann aus, von der beachtlichen Minderung der Sauerstoffspende des Regenwaldes ganz zu schweigen. Auch werden so etliche Heilpflanzen auf immer verloren sein. Es sei darauf verwiesen, dass die meisten Heilpflanzen bis dato noch nicht mal bekannt sind, ungeheure Heilkräuterschätze noch der Entdeckung harren. Nicht umsonst nennt man Regenwälder die großen Apotheken der Welt!

Länder wie Brasielien und Indonesien u.a. betreiben einen gigantischen Raubbau an der Natur, die Schäden sind irreversibel, es wird unsagbar lange dauern, bis ein abgeholzter Regenwald je wieder entsteht. Die sozioökonomischen Probleme, sowie die Profitgier der Holzkonzerne muß dringend gestoppt werden. Es ist nicht Aufgabe eines Staates nur zuzuschauen, wie unsere kostbaren Ressourcen sinnlos verschleudert werden. Unsere Nachfahren haben ein Recht auf eine intakte Umwelt. Eine trostlose Landschaft ist ihnen nicht zuzumuten.

Es sei auch darauf hingwiesen, dass so etliche indigene Völker ihre Existenz verlieren, ihre Kultur so vernichtet wird, sie selbst entweder so zu Grunde gehen oder aber in Städten dahinvegetieren werden.

Jenen armen Leuten, die außer den Holzkonzenen sich auf Kosten des Regenwaldes breitmachen, ist ersatzweise ein Sozialprogramm zu offerieren.


Antwort
von berkersheim, 44

Nun, die ethische Frage ist, wie weit man länderübergreifend anderen Völkern und Staaten ethische Regeln aufzwingen darf, die man selbst jahrhunderte lang missachtet hat. Welches Recht dazu haben Spanier, die ihre eigenen Wälder total abgeholzt haben. Was blähen wir Europäer uns auf, wo es bei uns gar keinen Urwald mehr gibt. Wir nutzen jeden Flecken ökonomisch und wollen es anderen "ethisch" untersagen. Die grundsätzliche Frage ist: Wie weit kann Ethik ehrlicherweise reichen. Ist es Ethik, in anderer Leute Augen rumzukramen, bis man irgendwelche Holzsplitter findet und aufmotzt, während man den eigenen Balken geflissentlich übersieht. Mein Grundsatz: Jeder kehre erst mal vor seiner eigenen Haustüre, bevor er anderen vorschreibt, welchen Besen sie zu nehmen haben.

Kommentar von Agronom ,

Naja, hier in Deutschland ist Wiederaufforstung erfolgreich, man hat sich des Problems angenommen, auch wenn es zu spät für die Urwälder war. Aus ökonomischer (kurzfristiger) Sicht ist es sicher nachvollziehbar, aber letztlich geht es hierbei darum, aus den Fehlern anderer zu lernen, globaler und langfristiger zu denken.

Für diese "Jeder ist sich selbst der Nächste" Einstellung werden wir dann irgendwann alle zahlen müssen.

Kommentar von berkersheim ,

Ich habe keine "jeder ist sich selbst der Nächste"-Einstellung vertreten. Ich habe die Einstellung vertreten, dass bei über 7 Milliarden Menschen jeder seinen Teil Verantwortung wahrnimmt und jemand aus Spanien niemandem am Nordpol vorschreiben sollte, was er zu verantworten hat. Unter der Flagge "irgendwann zahlen alle" versteckt sich die Einstellung, "ich weiß für alle am besten, was zu tun ist" und dann kommt der Diktator zum Vorschein, der von Deutschland aus den Chinesen vorschreiben will, was sie zu tun haben. Das sind alles Masken der moralischen Dominanz, die nur eine Form versuchter Diktatur sind.

Kommentar von Agronom ,

So ein "Was geht mich an, was jemand auf der anderen Seite der Erde macht" ist letztlich nichts anderes als eine "Jeder ist sich selbst der Nächste"-Einstellung. Man muss hier auch einfach bei der Frage bleiben, es gibt natürlich andere Themen, bei denen eine andere Meinung legitim sein kann und jedem Staat seine eigene Entscheidung zusteht. Das Thema Regenwald sollte aber anders behandelt werden, da es negative globale Auswikrungen zur Folge hat.

Von versuchter Diktatur zu sprechen ist völlig albern und am Thema vorbei, es geht dabei um gemeinsame Entscheidungen zum Wohle aller, dafür gibt es auch erfolgreiche Beispiele wie das "Stockholmer Übereinkommen" oder das "Montreal-Protokoll".

Kommentar von berkersheim ,

"Was jemand auf der anderen Seite" - in Brasilien leben und entscheiden 200 Millionen Menschen. Über die willst Du Dich erheben und das hat nichts mit Diktatur zu tun. Es gibt in Deutschland genügend Probleme, die Du nicht lösen kannst! Schau erst mal, dass Du 80 Millionen in Deutschland für Deine Ideen überzeugst.

Kommentar von Agronom ,

Immer diese kleingeistige Ansicht, dass man erstmal alle eigenen Probleme lösen müsse, damit man sich ein Recht auf irgendwelche Ratschläge verdient und andere Probleme angehen darf. Wie schon angemerkt, haben wir in Deutschland stetig steigende Forstanteile, haben also unsere Erfahrungen gemacht und Fehler korrigiert, warum also nicht dies an andere weitergeben und sie vor gleichen Fehlern schützen. Es muss nicht sein, dass die gleichen Fehler immer und immer wieder begangen werden. Einfach mal nicht nur von 12 bis Mittag denken und sich klar machen, das die Erde eine Kugel ist, die wir alle geminsam bevölkern.

Du willst es aber offensichtlich einfach nicht verstehen, es geht nicht darum anderen einfach etwas vorzuschreiben, sondern sich gemeinsam einen Plan zu überlegen, dafür gibt es die UN und das hat einfach Null mit einer Diktatur zu tun. Habe mir aber schon gedacht, dass es keine Sinn macht mit Dir eine Diskussion anzufangen, fällst nicht das erste mal mit beschränkten Ansichten auf, aber wenn es Dir so besser geht, nur zu.

Damit sei wohl alles von meiner Seite gesagt.

Antwort
von Suboptimierer, 14

Tja, warum wird gerodet?

  • Irgendjemand verdient daran (meistens kann man davon das Argument "Schaffung von Arbeitsplätzen" ableiten)
  • Schaffung von Raum für Industrie, Landwirtschaft, Siedlungen,...
Antwort
von jerkfun, 40

Du könntest behaupten,das Klima ist ohnehin kaputt,so das die Auflösung der Favelas und der Bau von Siedlungen ethisch gerechtfertigt sein könnte.Viel mehr fällt mir aber auch nicht ein.^^ Beste Grüße

Antwort
von archibaldesel, 16

Dagegen spricht, dass auch die Menschen in Ländern mit Regenwald gerne ihren Wohlstand mehren wollen. Das funktioniert, indem man die Flächen wirtschaftlich nutzt. Ein Regenwald verdient kein Geld.

Man kann aus einer Industrienation immer leicht den Finger heben und über solche Wünsche schimpfen. Aber wir haben auch einen Wohlstand erreicht, von dem die Menschen in Südamerika bzw. Asien nur träumen können. Und auf dem Weg dorthin, hat man sich hier auch keine Gedanken über Ethik gemacht.

Kommentar von voayager ,

du machst deinen Nicknamen alle Ehre

Kommentar von archibaldesel ,

Und weil deine Träumereien so schlüssig sind, klappt es so gut mit dem Schutz des Regenwaldes? Im Moment scheint mehr für meine These zu sprechen, als für dein sozialethisches Wolkenkuckucksheim.

Es geht nicht darum, was richtig ist, sondern was gängige Praxis und die Gründe dafür sind.

Kommentar von Nettozahler ,

so ist es!

Kommentar von Agronom ,

Es ist eben nur ein kurz- bis mittelfristiges Plus für die dortige Wirtschaft, langfristig wird es sich nicht auszahlen, da man sich der eigenen natürlichen Ressourcen entledigt.

Kommentar von archibaldesel ,

Dem stimme ich uneingeschränkt zu.

Antwort
von Ifosil, 33

Wenn man bei gesunden Menschenverstand ist, spricht nichts dagegen. Den Jobs, Unternehmen sind wertlos gegenüber des Regenwalds. 

Kommentar von archibaldesel ,

Die Meinung werden Menschen, die in Armut leben und hungern kaum teilen. Solche tiefschürfenden Gedanken hat man sich hier auch nicht gemacht, als man die Umwelt zugunsten von Industrieansiedelungen zerstört hat. Jetzt den moralischen Finger zu erheben, ist ziemlich scheinheilig.

Antwort
von StevenArmstrong, 8

Hallo,

mehr Kapital für Unternehmen und Firmen. Angeblich kommt es den einfachen Leuten zu gute, wenn die Firmen große Gewinne zu machen, aber die Konzernchefs stecken sich das Geld natürlich in die eigenen Taschen und die Löhne werden dann nur sher gering erhöht.

MfG

Steven Armstrong

Antwort
von nnblm1, 38

Ich denke, dass die Kontra-Regenwald-Seite einfach auch kein Interesse daran hat, ihre Sichtweise der Dinge bzw. ihre Interessen groß im Internet zu publizieren.

Es ist ja schließlich keiner dafür, den Regenwald zu zerstören, weil er den Regenwald zerstören will. Dahinter stecken andere Interessen, die dann eben als Nebeneffekt (Kollateralschaden sozusagen) die Zerstörung von Regenwald beinhalten - wirtschaftliche Interessen. 

Ich denke, an Publikationen und dgl. von der Seite, die die Zerstörung des Regenwaldes zur Erreichung ihrere Ziele in Kauf nimmt, wirst du nur sehr schwer kommen. Eher würde ich da versuchen, den Umweg über die Umweltschützer zu gehen, die die Zerstörer anprangern, auch wenn deine Informationsbeschaffung dann etwas sehr einseitig ist. 

Antwort
von hummel3, 19

Da kaum zu erwarten ist, dass der "Regenwald" am Ende uns den Lebensraum streitig machen könnte, gibt es einfach NICHTS, was gegen ihn sprechen könnte. 

Umgekehrt gibt es aber viele Gründe, welche gegen seine hemmungslose und profitbezogene Abholzung sprechen.

Antwort
von robi187, 21

frage die lobbysten die verhinder dass es ein einfuhrverbot eingeführt wird?

ttip läst güssen?

aber das wollen die politiker nicht wahrhaben?

wahltag ist zahltag?

Antwort
von josef050153, 2

Geldgier, reine Geldgier.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community