Frage von klumosy, 63

Was Sport angeht ungeschickt, trotzdem einen Sport für mich?

Ich war im Sportunterricht immer ne Niete, hatte besonders bei Ballspielen und Teamspielen meine Probleme mit der Motorik und der Aufmerksamkeitsfähigkeit. (ADS) Außerdem mochte ich nie diesen Druck des Teams auf meinen Schultern und die Angst mal etwas zu verpatzen. Wurde in den Spielen immer als letztes gewählt, naja ^^

Trotzdem sehne ich mich nach einem (Vereins)-Sport. Ballspiele schließe ich aus, da ich dort einfach wirklich hoffnungslos bin. Ich hab über Kampfsport nachgedacht, aber dort hab ich so meine Bedenken ob ich gut genug bin, da man ja mitten drin startet (d.h die anderen sind alle weiter als man selbst) Ich habe leider absolut kein Selbstvertrauen in sportlichen Dingen :/

Im Moment mache ich Joggen, und seit kurzem auch Kraftsport. Bin zwar ein "Lauch", aber eine durchschnittliche Kondition ist auf jeden Fall da.

Was könnt ihr mir empfehlen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von GuenterLeipzig, Community-Experte für Sport, 28

Wie wäre es mit:

- Radfahren

- Schwimmen

- Rudern

- Step-Aerobic

- Zumba

- Prüfe beim Kraftsport, ob Du dabei besser mit freien Gewichten anstatt an Maschinen trainierst

Deine kraftsportlichen Aktivitäten solltest Du parallel zu Deiner Hauptsportart betreiben, da es hier in aller Regel hohe Transformationseffekte gibt.

Günter

Kommentar von klumosy ,

Danke für deinen Kommentar Günter! Mir gefallen die Vorschläge. Radfahren hat mir zwar noch nie Spaß gemacht, aber besonders über Schwimmen/Rudern hab ich noch nie nachgedacht und das klingt recht interessant :)

Und im Fitnessstudio trainiere ich bis auf einige Ausnahmen wie Dips/Bankdrücken an den Maschinen, da ich dort nicht so leicht technisch unsauber werde, und ich das Gefühl hab ich könnte dort mehr Power geben

Kommentar von GuenterLeipzig ,

Ich kann Dich zwar verstehen, was Dein Maschinentraining betrifft, nur betrügst Du Dich dbaei selbst.

Schauen wir uns die Angelegenheit etwas genauer an.

Beim Maschinentraining ist es so, dass hier durch die geführten Bewegungen die Muskeln nur sehr isoliert angesprochen werden.

Es ist aber so, dass bei einer komplexen Körperlichen Belastung im Alltag unsere Muskeln auch komplex beansprucht werden.

Nehmen wir mal an, Du hebst zu Hause einen schweren Gegenstand vom Fußboden auf.

Hier werden ganze Muskelketten dazu aktiviert, um die Arbeit verrichten zu können. Diese Muskelketten greifen komplex ineinander, weisen also eine sogenannte intermuskuläre Koordination auf.

Diese intermuskuläre Koordination kann beim Krafttraining nur mit freien Gewichten und dem eigenen Körpergewicht geschult werden, Maschinen haben da Null Chance.

Maschinan kannst Du nur in bestimmten Grenzen an Deine Körpergröße anpassen, während Freie Gewichte zu 100 % an jede Körpergröße angepasst sind.

Wa die Belastungsabstufung betrifft sind auch hie die Maschinen der zweite Sieger, da hier die Widerstandsabtufung nur in sehr groben Schritten möglich ist. Bei freien Gewichten hat Du ein außerordentliches Feintuning wie nirgends sonst.

Generall solltest Du beim Krafttraining eine saubere Technik über das Übungsgewichte stellen.

Ich kann jetzt einer Initialfrage nicht entnehmen, wie alt Du bist.

Daher lass mich allgemein ausführen:

Bis zum 20. Lebensjahr kommt für Dich ohnehin nur Krafttraining im Kraftausdauerbereich in Frage, da solange Dein Skelett noch nicht stabil genug ist.

Erst ab diesem Zeitpunkt kannst Du dann auf Hypertrophietraining umschwenken.

Generell unterscheidet man 3 mögliche Trainingsbereiche:

Kraftausdauertraining:

Wahl des Übungsgewichts ist so, dass Du dieses in einem Satz 15-20 Mal sauber bewegen kannst.

Hypertrophietraining:

Wahl des Übungsgewichts ist so, dass Du dieses in einem Satz 8-12 Mal sauber bewegen kannst.

Maximalkrafttraining:

Wahl des Übungsgewichts ist so, dass Du dieses in einem Satz bis zu 5 Mal sauber bewegen kannst.

Beim Krafttraining mit freien Gewichten sind all jene Übungen effektiv, die über mehrere Gelenke gehen.

Die üblichen Verdächtigen sind also:

- Kreuzheben

- Langhantelrudern

- Bankdrücken

- Squats mit Zusatzlast

- Lunges mit Zusatzlast

- Step up / Boxwalks mit Zusatzlast

- Klimmzüge

- Dips

- Toes to Bar oder andere Bauchübungen wie Plankvariationen (statisch oder such mit dynamischen Elementen)

Ich konnte mit Übungen binnen 6 Monaten deutlich sichtbar Muskeln aufbauen.

Gerne kannst Du einzelne Übungen skalieren, bedeutet deren Intensität nach unten setzen, wenn die Übung für Dich noch zu schwer ist.

Nehmen wir Klimmzüge: Die kann man zum Beispiel in einem starken Gummiband machen, welches unterstützend wirkt oder man führt die Klimmzüge im Schräghang aus. Das funktionier mit dem Gummiband auch bei Dips.

Günter

Kommentar von klumosy ,

Vielen Dank für deine lange und informative Antwort :) ich bin 18 Jahre alt und habe bisher das Gewicht immer so gewählt, dass ich 10-12 Wiederholungen schaffe. Du meinst also ,ich würde so meiner Gesundheit mehr schaden,als wenn ich weniger Gewicht nehme und dafür mehr Wiederholungen mache?  

Auf jeden Fall hat mich deine Antwort grade sehr motiviert weiter zu trainieren! 

Kommentar von GuenterLeipzig ,

Na das passt doch wunderbar. Wenn Du jetzt mit dem Training beginnst, musst Du ohnehin Deinen Körper erst mal an die Belastungen gewöhnen.

Mit Deinem Training im Kraftausdauerbereich legst Du die Grundlagen für später, nicht nur im muskulären Bereich sondern auch hinsichtlich der Knochendichte.

Tatsache ist, dass die Knochendichte bei mechanischer Belastung derselben nach und nach zunimmt und der Knochen somit für höhere Belastungen sich wappnet, indem die Osteoklastenaktivität begünstigt wird.

Gibt aber den Knochen daher die Zeit, sich anzupassen. Es wäre m. E. unter diesem Aspekt möglicher Weise fatal, als die Intensitäten zu schnell hochzuschrauben.

Von der Kraft her ist das sicher kein Problem.

Günter

Antwort
von HenrikLive, 29

Vielleicht ist der Tanzsport etwas für dich?
Ich selber arbeite Hauptberuflich im Tanzsport-Bereich und muss sagen es macht unendlich viel Spaß und ist etwas wofür man zwar Kondition braucht aber das entwickelt sich ich war früher auch ne totale Sport-Niete.

Antwort
von freezyderfrosch, 29

Ich lese irgendwie heraus, dass du gerne auch das Erstere ausüben würdest, aber dann Ungeschicklichkeiten aufzählst, wieso dieser Sport für dich doch nichts wäre. Wie wäre es, wenn du dich deinen Ängsten stellst und es als Herausforderung und Lernchance siehst an deinem Selbstvertrauen so weit zu arbeiten, dass du doch gut im Mannschaftssport wirst? Nur zu!

Natürlich kann man sich auch auf etwas anderes konzentrieren.

Kommentar von klumosy ,

Danke für deinen Kommentar! Den Ängsten stellen ist sowieso etwas an dem ich im Moment allgemein arbeite. Aber mich direkt in einen Mannschaftssport zu wagen, ist ein Horrorszenario für mich! Da kommen die ganzen Erinnerungen an den Schulsport wieder hoch :/ à la "Oh mein Gott, was machst du" 

Kommentar von freezyderfrosch ,

Ja. Aber das wäre für mich eher ein Ansporn, es erst recht zu wagen, GERADE weil man diese Ängste hat. Da wo die Angst ist, ist der Weg.

Antwort
von ragazza001, 14

Beim Kampfsport gibt es doch sicher die Möglichkeit mit anderen bei den Basics zu beginnen...schließlich fängt ja jeder mal an :) Wie ich herauslese, würdest du das ja gerne machen. Also nur zu. Du kannst ja mal so ein Schnuppertraining machen. Sowas wird meist kostenlos angeboten. Du siehst dann gleich, ob es dir gefallen würde - bist aber gleichzeitig nicht gebunden.

Was ich voll empfehlen würde ist Capoeira, ne brasilianische Kampfkunst mit Tanzelementen. Das trainiert echt jeden Muskel :) Ein Freund macht das gerade und ist total begeistert.

Antwort
von Neutralis, 21

Tischtennis ? 

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