Frage von bjc51, 75

Was sollte speziell für die praktische Fahrprüfung in Deutschland geübt werden, wenn man ansonsten schon relativ gut und lange in Thailand Auto gefahren ist?

Meine Frau hat den thailändischen Führerschein und ist damit in Thailand rund 10 Jahre recht gut und sicher Auto gefahren. Für die Umschreibung in einen deutschen FS muß sie zwar hier jetzt beide Prüfungen machen, allerdings ohne teure Pflichtstunden. Die theoretische Prüfung hat sie jetzt gerade bestanden und nächste Woche beginnt sie mit einigen und hoffentlich wenigen Fahrstunden. Allerdings sind Anzeichen bemerkbar, daß das möglicherweise unnötig ausgedehnt wird. Ich kann das dem Fahrlehrer so nicht direkt ins Gesicht sagen, sonst ist er vielleicht sauer und der beeinflußt womöglich den Prüfer meine Frau durchfallen zu lassen. Prüfer und Fahrlehrer kennen sich bestimmt recht gut und wenn man darauf aus ist, ist dies durchaus möglich. Die Wiederholung der praktischen Prüfung kostet insgesamt rund stolze 230,- €. Was sollte meine Frau speziell üben, was in Deutschland wichtig ist und in Thailand eher sekundär. Was mir so spontan einfällt, ist das rückwärts einparken, am Berg mit Handbremse anfahren, rückwärts um die Ecke und vor allem in die Rückspiegel schauen vor Blinken, abbiegen und Spurwechsel. Mit den Rückspiegeln stehen viele Thais etwas auf Kriegsfuß, besonders die Mopedfahrer! Was wäre sonst noch wichtig und sollte geübt werden. Vielleicht auch die üblichen Anweisungen des Prüfers, wie z.B. bei nächster Gelegenheit rechts abbiegen. Deutsch kann meine Frau noch nicht gerade perfekt!

Antwort
von Buronengaudi, 23

Der abbiegevorgang und alle Sicherheitsblicke sollten eingeübt werden. Es sollte Routine werden. Schulterblicke sind essentiell. Spiegel hängen nicht umsonst außen und innen am Auto herum.
Geschwindigkeit und der Rest ist eher zweitrangig und sollte nach zehn Jahren schon gut klappen.
Lasst euch nicht verängstigen vor der Prüfung. Der Prüfer will ja nicht ewig immer und immer wieder mit euch durch die Gegend fahren.

Kommentar von Lottl07 ,

Jedes Verkehrszeichen beachten denn manchmal wird man in die falsche Richtung geschickt,......Einbahnstraße, verkehrte Richtung. Wie "Buronengaudi" schon schrieb, Schulterblicke sind das A & O! Auf Radfahrer an der Ampel achten!

Toi toi toi

Antwort
von Miete187, 47

Also, aus Erfahrung kann ich sagen das bis jetzt alle mit Führerscheinumschreibung aus Thailand.....nicht sehr gute Autofahrer/in waren.....20 Stunden könnten das mind. werden.

Das Einparken kannst ja auf dem Übungsplatz üben.

Kommentar von bjc51 ,

20 Fahrstunden wären schon sehr heftig und so viel haben wir hinsichtlich Budget nicht einkalkuliert. Ich habe mit 4 bis max. 6 Stunden gerechnet. Daß Autofahrer in Thailand nicht gut autofahren können sollen, verwundert mich schon etwas. Allerdings die Verkehrsregeln sind natürlich im Gegensatz zu Thailand in Deutschland schon sehr streng zu beachten und dahingehend habe ich bei meiner Frau keinerlei Sorge.

Kommentar von Miete187 ,

Die Unsicherheit und das noch nicht Fit für die Prüfung fühlen, ging immer vom Fahrschüler/in aus. (ca. 8-10 Umschreibungen aus Thailand) Wenn wir nicht auf eine Prüfung bestanden hätten, würden wir noch immer fahren.Jeder ist anders aber der Eindruck war der Stand eines Fahrschülers mit 5-8 Stunden.

Kommentar von pluggy ,

Du musst dir eins vor Augen halten. Das Umgewoehnen von thailaendischer auf deutsche Fahrweise ist schwieriger als bei Null anzufangen. Ein Beispiel: An einer Kreuzung hier kennt  keiner die Vorschriften, wer eigentlich Vorfahrt hat und man "mogelt" sich so durch. In Deutschland: Strenge Regeln und alle "brettern" durch.
Deine Frau muss eben lernen, dass Regeln und Verkehrszeichen alles sind. Dort hat das mit Gefuehlen und Freundlichkeit nichts zu tun.

Antwort
von Jan305, 52

Am wichtigsten ist ja das deine Frau versteht was der Prüfer will, da könnte man dann vereinbaren das deine Frau irgendwas sagt wenn sie es nicht verstanden hat. 

Man kann die Prüfungsituation nicht üben immer kommt irgendwas anderes....

Theorie fragen kann man Üben, wenn er frägt was man bei den Reifen beachten muss usw. 

Praktisch kannst du nur fahren und die Grundfahraufgaben :/ 

Antwort
von Grautvornix, 35

In Thailand ist doch Linksverkehr. Klappt das denn bei ihr?

Ich hab mich da oft verhauen.

Wer den Verkehr in Bangkok überlebt hat, kann auch hier fahren.

Du hast schon recht, die Anweisungen werden die hoffentlich nicht so streng auslegen.

Kommentar von MalNachgedacht ,

Wer den Verkehr in Bangkok überlebt hat, kann auch hier fahren.

Mal von der "Kleinigkeit" Linksverkehr/Rechtsverkehr abgesehen fährt man in Bangkok und auch im restlichen Thailand mehr oder weniger nach Gefühl,defensiv und vergleichsweise langsam.

Vorfahrtsregeln gibt es nur auf dem Papier - wer auf eine Hauptstrasse will (oder die Spur wechseln) der muß sich langsam aber bestimmt "reindrücken" - was von anderen aber auch toleriert wird.

Wer so während der praktischen Prüfung in Deutschland fährt der fährt nicht lange....

Kommentar von Grautvornix ,

was von anderen aber auch toleriert wird.

Und was wird hier toleriert?

ich meinte, der kann auch hier fahren, nicht: Der bekommt einen Führerschein.

Kommentar von MalNachgedacht ,

Und was wird hier toleriert?

Deutlich weniger - in Deutschland geht man normalerweise davon aus, dass andere Autofahrer sich an die Verkehrsregeln halten - und nicht davon dass sie keine Verkehrsregeln kennen.

Ohne Kenntnis der deutschen Vorfahrtsregeln nützt auch Fahrpraxis in Bangkok nichts. Es wird trotzdem schnell zu einem Unfall kommen.

Kommentar von bjc51 ,

Ja genau, dieses vorschriftskorrekte und zugleich intolerante Denken und Handeln ist im Straßenverkehr, und speziell in Deutschland, ein großes Problem. Es wird dem anderen nichts geschenkt und alle, und auch nur die kleinsten Fahrfehler, werden sofort mit Beschimpfungen, Hupen sowie Vogel- und Scheibenwischerzeigen geahndet. Auch sonstwo in Europa gibt es selten so ein unschönes Verhalten im Straßenverkehr, wie in Deutschland. Kein Wunder daß dadurch Ausländer erstmal sehr verunsichert werden, aber später sich wenig besser verhalten. Da klappt die Integration leider "prima". Es sollte auch in Deutschland viel öfter, so wie in Thailand gang und gebe, der Unfallverursacher hinsichtlich rücksichtslose Fahrweise bzw. Verhalten bestraft werden, selbst wenn er Vorfahrt hatte, aber den Unfall durch mögliches rechtzeitiges Bremsen hätte vermeiden können!

Kommentar von Grautvornix ,

Zumindest im Verkehr herrscht eine egoistische Grundhaltung, die ihres gleichen sucht.

Ich weiß garnicht warum die Kommunen Geldprobleme haben, stell dich an eine Kreuzung und zähle die Autofahrer die Telefonieren, oder zugparkte Radwege, etc. ruck zuck ist der Haushalt saniert.

Kommentar von Lottl07 ,

Wenn in Thailand ein Farang einen Unfall baut und hat absolut keine Schuld, so ist er da aber doch der Schuldige! Hier bei uns ist der Unfallverursacher schuldig, egal ob er eine grüne, gelbe, weiße oder schwarze Haut hat und auch egal aus welchem Land.

Das ist bei uns wenigstens besser geregelt.

Kommentar von MalNachgedacht ,

Ja genau, dieses vorschriftskorrekte und zugleich intolerante Denken und Handeln ist im Straßenverkehr, und speziell in Deutschland, ein großes Problem.

In Thailand gibt es (umgerechnet pro Fahrzeug) knapp 40 mal soviele Todesfälle durch Verkehrsunfälle wie in Deutschland.

Da frage ich mich wer da nun ein größeres Problem hat....

Kommentar von Grautvornix ,

Die Angehörigen der toten, egal ob hier oder da.

Ist schon merkwürdig.

Wenn man mit voller Geschwindigkeit gegen einen Baum rennt, kann man dabei sterben, deswegen macht man das nicht.

Aber beim Straßenverkehr haben wir das völlig ausgeblendet.

Wir achten darauf das wir uns gesund ernähren, nicht zu dick werden, Sport treiben weil es gesund ist und wir uns dadurch u.a.ein längeres Leben erhoffen.

Gehen regelmäßig zu den Vorsorgeuntersuchungen, haben seit neuestem Angst das wir bei einem Terroranschlag ums leben kommen, oder wir von einem der zahlreichen Flüchtlingen überfallen werden.

Und dann steigen wir am Wochenende in eine Blechkiste, um die Oma zu besuchen.

Und weil das Wochenende kurz ist, brettern wir mit 160 km/h über die Autobahn mit dem wissen das, wenn jemand vor uns einen Fehler macht, wir das nicht überleben könnten.

Einen genügenden Abstand zum Vordermann halten wir selten ein, weil .... wie gesagt, das Wochenende ist ja kurz.

Aber so schlimm ist das alles nicht, bei mir hat es ja auch noch nicht eingeschlagen, obwohl ich ca. 1 Mio. Km hinter mir habe.

Könnte daran liegen, das nie meine Oma mit dem Auto besucht habe.

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